Samstag, 23. Juni 2012

Different person :)

Different person :)

Ein Set für Chapter 15 (Bellas Geburtstag) :D

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Sheer pants
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Sergio Rossi high heels
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Ileana Makri diamond jewelry
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Kenneth jay lane earrings
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Sonntag, 17. Juni 2012

Chapter 14: Brave Heart

„Hey, warten Sie.“ rief die Sekretärin alarmiert, als die rothaarige, hochgewachsene Frau arrogant am Empfangstresen vorbeirauschte und geradewegs in die Kanzlei stürmte. Sie ließ sich nicht aufhalten. Sie ließ sich nie aufhalten. Allein dieses mickrige kleine Mädchen hatte bisher ihre Pläne durchkreuzt zusammen mit deren Beschützer Edward Cullen.
Sie betrat den Raum ohne zu klopfen. Er erwartete sie schon. Wie immer, wenn er ihr zuhören musste, wenn einer ihrer Pläne nicht aufging, was in letzter Zeit oft vorkam, wegen diesem verdammten Mädchen. Zuerst hatte sie versucht zu verhindern, dass diese eingebildete kleine Göre überhaupt das Gebiet New York City betrat, als sie die Reservierungen der Flugplätze aufgehoben hatte. Danach kam sie mit dem Plan, dass es diesem Mädchen reichen würde, wenn es sie beim Sex mit deren Daddy sah. Linda hätte ein Skandal gemacht! Isabella war ihr undefinierbar und das störte sie ungemein. Hatte das Mädchen überhaupt auf die Untreue ihres Vaters reagiert?
„Du hättest das nicht tun dürfen. Du machst alles falsch in letzter Zeit.“ rief der grauhaarige Mann anklagend.
„Es ist sie. Sie macht all meine Pläne kaputt. Genau wie ihre verdammte Mutter. All seine Kinder sind wie Renée und das ist kaum auszuhalten.“ Sie hasste sie. Sie hasste Renée über alles. Für ihre Schönheit. Ihre Perfektion. Dafür, dass sie selbst mit leeren Händen ausgegangen war und Renée den wunderbarsten Mann auf der ganzen Welt bekam. Ihn. Charlie Swan. Er war charmant, sexy, fürsorglich. Aber Renée liebte ihn nicht, weil er sie von ihren Kindern getrennt hatte. Vor allem von Isabella. Was würde ihre Schwester tun, wenn sie erfuhr, dass sie – Bree – ihre Finger im Spiel gehabt hatte? Ein irres Grinsen bildete sich auf ihrem Gesicht.
„Du weißt, dass Charlie keinen Limit kennt, wenn man seine Familie anfasst. Das ist heilig für ihn.“ Theatralisch machte sie eine abwägende Handbewegung.
„Er wird niemals erfahren, dass ich die Männer geschickt habe um Bella zu töten. Wenn sie tot ist, werde ich diejenige sein, die seine Tränen wegwischt und ihn tröstet. Irgendwann wird er Renée verlassen. Dann wird er mich heiraten und wir werden glücklich sein.“ Sie verlor sich in ihrem Tagtraum. Bree kannte keine Gnade. Sie schreckte nicht davor zurück zu töten, denn sie tat es aus Liebe. Als sie mit der scharfen Rasierklinge über Lindas Handgelenk geschnitten hatte, war es eine kleine Rache an Renée gewesen. Klein – weil sie schon schlimmere Dinge getan hatte. Außerdem war es eine Strafe für die Worte, die Lindas Mund verlassen hatten: „Mein Dad wird dich niemals lieben – und wir, seine Kinder, werden dich niemals akzeptieren. Was glaubst du, wen hat er lieber? Dich oder mich?“ Das selbstgefällige Lächeln auf ihrem Gesicht hatte ihr das Leben gekostet. Wer zuletzt lacht, lacht am besten, sagte man. Bree hatte zuletzt gelacht.

Zufrieden mit sich selbst ließ sie sich auf einen der Stühle fallen, hob ihre beiden Füße auf den Tisch.
„Wenn Bella tot ist, wird Renée Charlie die Schuld geben und ihn dann verlassen. Dann wird mein Plan aufgehen.“ zufrieden verwob sie ihre Finger miteinander und lehnte sich zurück.
„Oh Bree, Schätzchen, du solltest Renée nicht unterschätzen.“ warnte sie der grauhaarige Mann mit einem warnenden Blick. „Außerdem brauchen wir Charlie noch immer auf unserer Seite, denn er macht seine Arbeit immer sauber und niemand wird jemals darauf kommen, dass wir die Finger im Spiel hatten.“ Vater und Tochter grinsten auf dieselbe Art und Weise, während unschuldige Leben auf dem Spiel stand.
„Dad, sie bekam doch immer alles auf die Hand gelegt. Sie durfte bei der Scheidung bei Mum bleiben und ich musste zu dir. Deshalb bin ich immer an deiner Seite.“ Für einen Moment vergaß Bree ihren Triumph, denn sie verspürte immer noch den Hass ihrer Schwester gegenüber, die immer alles leichter im Leben bekam, ohne etwas dafür tun zu müssen. Sogar damals, als sie selbst Charlie manipulierte, Renée nach Jacksonville zu schicken, damit diese ihren Abschluss nachholen konnte. Stattdessen studierte Renée und hatte nicht einmal vor zurück nach Hause zu kommen. Klar, dort war Cullen mit ihr gewesen. Bree konnte es egal sein, solange sie Charlie für sich hatte – und damals hätte sie ihn beinahe gänzlich für sich gewonnen, hätte sich Linda nicht eingemischt. Deshalb musste sich Linda „das Leben nehmen“ und keiner würde jemals erfahren, dass Bree damit zu tun hatte. Keiner.

Eigentlich hatte Linda das Renée zu verdanken, denn wäre Renée niemals nach Seattle zurückgekommen, wäre ihre ältere Tochter nicht tot. Wäre sie -Bree- damals Charlies Frau geworden, hätte sie die kleine Bella  in ein Internat in der Schweiz gesteckt, wo sie die bestmögliche Ausbildung bekommen würde. Sie hätte Charlie und das Mädchen so lang manipuliert, bis alle beide blind aus ihrer Handfläche aßen. Bella wäre für sie das kleine Töchterchen geworden, das sie sich immer gewünscht hatte. Aber jetzt war sie noch immer Renée´s Tochter und musste deshalb als Nächstes sterben. Mit Edward an ihrer Seite war Bella einfach zu stark. Aber endlich würde dieses Problem aus der Welt geschafft werden. Grinsend drehte sie sich in ihrem Sessel und erhob schulterzuckend die Arme, so als könne sie nichts dafür, dass zwei Menschen sterben würden.
„Tut mir leid, Bella, es ist nichts Persönliches. Ältere Mädchen sind einfach sehr schwer zu manipulieren und ich habe nicht die Nerven, die gute Ersatzmama zu spielen.“ Vor allem nachdem sie nicht sofort ihrer Mutter erzählt hatte, dass Charlie diese mit mir betrog.

Auf Bella war kein Verlass und dieser Cullen, der machte es ihr – Bree – einfach unmöglich sich Bella zu nähern. Wieder zuckte sie die Schultern. Grinsend sagten Vater und Tochter synchron.
„Armer Charlie und arme Renée.“ Bree erhob sich von ihrem Sessel und hauchte ihrem leiblichen Vater einen Kuss auf die Wange.
„Ich gehe shoppen, Daddy. Schließlich muss ich mir ein schwarzes Kleid für Bellas Begräbnis besorgen.“ Sie winkte ihm zum Abschied. In einigen Stunden würde Isabella Swan nur noch in der Erinnerung ihrer Eltern existieren. Sie hatte schon bei Linda geglückt, warum sollte diesmal etwas falsch gehen? Nein, es würde ganz sicher nichts falsch gehen. Schließlich meinte sie es ja gut. Sie kämpfte doch für ihre große Liebe, Charlie. In der Liebe war alles erlaubt. Auch unfair zu spielen. Wie sie diese unfairen Spielchen liebte. Zum Glück würde keiner jemals draufkommen, dass sie sich im Dreck wälzte. Jeder wusste, dass wenn Bree fiel, sie alle fallen würden. Sie leistete es sich einfach sehr viele Menschen unter ihrem Pantoffel zu haben. Unwichtige, arme Menschen. Kleine, zerbrechliche Menschleins. Wie armselig, wenn das eigene Leben in der Macht eines anderen stand. Der Mensch ist wohl des Menschen Feind. Das Leben war doch unfair – deshalb würde Bree sich einfach ein schwarzes Kleid fürs Begräbnis kaufen.




~ **~

Chapter 14:Brave Heart





Edward Cullen:



Moment der Verblüffung, des Irrglaubens. Ein Schockmoment. Ein Moment, den ich zuvor schon öfter erlebt hatte. Doch kein einziges Mal war so intensiv. So furchtbar. So verdammt schrecklich. Es war ein Moment, in welchem man dem Menschen gegenüber in die Augen sah und wusste – noch bevor man es realisierte -, dass die Sekunden gezählt waren und dass die neun Leben einer Katze wohl langsam aufgebraucht waren. Je länger und weiter man zählte und die Zahlen förmlich vor den Augen sah, desto mehr wollte man leben, lieben und wieder aufwachen. Man wollte auch schlafen, damit man von ihr träumen konnte. Von der einzigen Frau, die deine ganze Welt zu einem besseren Ort machte. Zu einem Ort, an welchem dir keiner etwas anhaben kann, weil du weißt, dass deine Liebe zu ihr und ihre Liebe zu dir niemals enden wird. Niemals.

Ich hatte bereits erklärt, dass ich keine Angst hatte dem hässlichen Tod ins Gesicht zu sehen. Aber wenn man so kurz davor war, wünschte man sich eine Minute mehr – einfach um ihr zu sagen, dass man sie liebte und … dass sie einfach weitermachen soll … und dass man sich wünschte, es wäre alles anders gekommen. Dass man sich mehr Zeit wünschte … mehr Zeit mit ihr. Mehr Küsse. Mehr Umarmungen. Mehr Liebe. Mehr von ihr. Mehr von ihrem Geruch. Mehr von ihrem Geschmack. Mehr von ihren weichen Lippen. Mehr von ihren süßen Worten. Mehr von den schlaflosen Nächten. Man wünschte sich schlaflose Nächte mit ihr. Banale Dinge. Ganz banale, wie zusammen laufen zu gehen – oder zusammen ins Fitnessstudio zu gehen. Zusammen Weihnachten und Silvester zu feiern. Ihren Geburtstag zusammen zu feiern. Zusammen einen Film anzusehen, während man sich mit Popcorn vollstopfte bis man sich übergeben musste. Ich atmete für diese Momente. Für Momente, die geschehen waren und für jene, die noch geschehen sollten. Ich starb buchstäblich dafür.

Ich hatte noch nie eine größere Angst verspürt, als als das Schwein auf mich einen Schuss abfeuerte. Ich wollte dem Tod ins Gesicht schlagen und so viel Zeit wie möglich rauben, damit ich bei meinem Mädchen sein konnte. Ich wünschte mir mehr Zeit. Mehr Leben. Mehr. Viel mehr als ich bekommen hatte. Mehr von Isabella Swan. Mehr von dem Mädchen, das mir mit einem Augenaufschlag den Atem raubte und mit einem Kuss das ganze Leben. Ich starb dafür sie nochmal zu küssen. Welche Ironie das wohl war.

Der Schuss, der meine Brust traf, schleuderte mich zurück. Meine Augen flatterten unkontrolliert, weil ich versuchte den Schmerz zu ignorieren, der meinen ganzen Körper durchzuckte. Allein meine Gedanken waren von diesem Schmerz unabhängig. Ich sah sie schreien, kreischen, beten und unaufhörlich mein Gesicht in ihre Hände halten. Unfähig auch ein Wort zu bilden, sah ich sie einfach an. Ich wollte sie beruhigen. Ihr sagen, dass alles nur halb so wild war. Ich würde leben. Für sie. Und ich würde sterben, wenn es nötig war. Ich war bereit alles für sie zu tun. Es war meine Aufgabe sie zu beschützen, nicht umgekehrt. Auf dem Boden lag sie neben mir und ihr Körper war dicht neben dem meinem gepresst. Welche Frau würde sogar dann neben dir auf der Straße liegen, wenn du ihr nichts mehr zu bieten hast? Wenn ihr beide wisst, dass es das Ende bedeutete? Welche? Hm?

Als ich den Mistkerl näher auf uns zukommen sah, übte ich Druck an ihrer Hüfte aus – zog sie damit fester gegen mich und ihr Kopf ruhte plötzlich auf meiner Brust. Die Waffe auf uns beide gerichtet, humpelte er auf uns zu und ich schloss irreführend die Augen, gönnte ihm für einen Moment den imaginären Sieg. Obwohl ich ihn nicht sah, fühlte ich sein dreckiges Lächeln. Wie wütend mich das machte. Ehrlich. Fuck, er hatte sie angefasst. Er hatte mein Mädchen geschlagen. Er hatte ihr wehgetan. Ihr ganzes Gesicht war gerötet und blutete und war angeschwollen, wegen ihm und das konnte man nicht einfach verzeihen. Ich konnte das nicht verzeihen.

Langsam und geduldig zog der Mistkerl seine Waffe und schoss nochmal auf mich. Ein drittes Mal. Er war sich seines Sieges sicher, bis zu dem Moment an dem ich meine Waffe von hinter dem Rücken holte und schnell aber sicher auf ihn abfeuerte. Einmal. Zweimal. Dreimal. Bis ich alle meine Kugel aufgebrauchte und er so was von tot war. Da – du Mistkerl. Was du kannst, kann ich schon lange. Tief ausatmend sackte ich nach hinten – eine Hand sanft ihr Haar liebkosend. Meine Brust brannte noch immer von dem Druck, den die Kugeln gegen meinen Körper ausgeübt hatten. Grollend riss ich mein Hemd auf und suchte nach der flach gegen meine kugelsichere Weste zusammengedrückten Kugeln. Im Stillen dankte ich Adam, dass er mir die kugelsichere Weste ausgeborgt hatte. Das aus keinem bestimmten Grund. Aber es war eine Vorahnung oder irgendein abergläubischer Scheiß von ihm, ein Gefühl, dass etwas Böses passieren würde. Und ich – Arschloch – hatte nur grinsend die Augen verdreht und gedacht: ´Fuck, war der Typ ein Feigling.` Jetzt guckte ich sicher ganz blöde! Meine Mum würde dazu sagen:´Mum hat es dir ja gesagt, mein Schatz, aber du wolltest nicht auf mich hören!´ Dann würde sie nur bedeutungsvoll die Schultern zucken und mich liebevoll angrinsen. Und ich würde nur ´Fuck` denken.

Erst als ich meinen linken Arm bewegte, fühlte ich, dass dieser angeschossen war. Fuck, tat das weh. Immer kratzte ich die Kurve. Bis jetzt war ich noch nie bei solchen gewaltsamen Auseinandersetzungen gestorben, aber ich wurde immer angeschossen oder angegriffen. Manchmal war ich wirklich ein Glückspilz – und manchmal war ich einfach nur ein Pechvogel. Es gab keinen einzigen Menschen, dem ich Glück gebracht hatte, und das könnt ihr mir wirklich glauben. Meine Mutter hatte wegen mir sehr oft viele Tränen vergossen und mein Dad war sicher enttäuscht von mir -  unter Anderem, weil ich nicht Arzt werden wollte. Besser gesagt: konnte. Aber gut, das war eine ganz andere Geschichte.

So tief in meinen Gedanken versunken und auf den Mistkerl, der flach auf dem Boden lag, das Bein komisch angewinkelt und das Gesicht blutig, weil ich ihn geschlagen hatte. Er war tot. So viel stand fest. Hätten es die ersten Kugeln nicht getan, dann hatte es die letzte: der Kopfschuss. Ich meine, wenn das Leben einer Person, die man so sehr liebte wie ich sie, auf dem Spiel stand, dann konnte man nicht anders reagieren, als ihn zusammenzuschlagen, bis alle Knöchel deiner beiden Hände blutig und aufgerissen waren. Aber das war es wert gewesen und ich konnte nicht von mir behaupten, dass mir der Mistkerl Leid getan hatte. Denn gegenüber solchen Typen empfand ich etwas Ähnliches wie Mitleid oder Mitgefühl nicht. Ich fucking konnte nicht. Also, was soll´s.

„Kleines!“ murmelte ich und umfasste ihren Rücken mit meinem unversehrten Arm. Die Polizeisirenen wurden lauter, vor allem deutlicher – es war klar, dass Senator Swan es niemandem erlauben würde unbestraft seine nun einzige Tochter zu kidnappen und zu verletzen. Wenn ihr wissen wollt, ob ich behauptete, dass er seiner eigenen Tochter etwas Zuleide tun wollte, dann konnte ich einfach nur eines mit Sicherheit sagen. Ich wusste es nicht. So einfach war das. Ich konnte nicht meine beiden Hände ins Feuer legen und sicher sagen, dass er seine Tochter tot sehen wollte. Wer von sich behaupten konnte, dass er fehlerfrei und moralisch und ethisch richtig gehandelt zu haben, dann möge er bitte den ersten Stein werfen. Aber wer konnte das schon?

„Bella, Kleines, hörst du mich?“ Als sie sich nicht bewegte und keine Reaktion von sich gab, stolperte mein Herz und ich begann es mit der richtigen allumfassenden Panik zu tun. Meine ganze Luft wurde aus meinen Lungen gepresst und ich konnte fucking nicht atmen. Sofort setzte ich mich auf, drehte sie auf ihren Rücken und beugte mich über sie. Dann sah ich es. Sie hatte diesen gewissen Ausdruck auf ihrem Gesicht. Ihre Augen waren geschlossen. Dieselben Augen, die immer so lebendig gestrahlt und gefunkelt haben voller Enthusiasmus und Freude. Dieselben Augen, die ich so liebte, weil sie mir immer zeigten, wie sehr sie mich liebte, auch in den Momenten, wo ihr Mund es nicht aussprach. Entsetzt musste ich feststellen, dass diese Augen tot waren. Ich nahm wieder ihre aufgeplatzte Oberlippe wahr, die geschwollene Unterlippe und ihre blutende Schläfe; ihre Arme, die auf den Ellenbogen aufgeschlürft und aufgerissen waren; ihre Handflächen, in die sich verschiedene Mikropartikelchen gebohrt hatten. Das ganze wunde Gesicht dieser Frau war eine Tortur für mich, weil ich nicht für sie da gewesen war. Weil ich nicht da war, als sie mich am meisten gebraucht hatte. Ich war ihr in den Rücken gefallen. Aber das war in diesem Moment meine kleinste Sorge, denn sie – die Frau, die ich mit all meinem Sein liebte – bewegte sich nicht, hatte die ausdruckslose Miene auf ihrem Gesicht und sie zuckte nicht einmal mit ihren Wimpern. Ich wusste nicht einmal, ob sie atmete. Fuck, wurde sie – während ich mir den Plan zurechtgelegt hatte, wie ich diesen Mistkerl am besten tötete – von einer Kugel getroffen und ich hatte es nicht einmal gesehen? Konnte das wahr sein? Konnte es das wirklich? Fuck. Fuck. Fuck. Plötzlich nahm ich sie in meine Arme, obwohl ich eher weglaufen wollte, weil ich das Gefühl in meiner Brust nicht aushalten konnte, dass mir die Luft wegnahm und mich so allein und einsam zurückließ. Sie war nicht tot. Sie lebte ganz sicher. Ich hätte es gesehen oder gefühlt oder verdammt nochmal gehört, wenn sie Schmerz empfunden hätte. Sie hätte geschrien, wenn die Kugel sie getroffen hätte und ich hätte es gehört. Hätte ich doch, oder?

Verzweifelt nahm ich sie in meine Arme und presste mein Gesicht gegen das ihre, obwohl ihres blutig und wund war, tat ich es und auch wenn ich wusste, dass sie leben musste, einfach aus dem Grund, dass ich sie liebte, gab es einen Teil in mir, der die Augen schließen und einfach nur neben ihr liegen wollte. Frei. Entspannt. Gleichgültig, weil ich ohne sie ohnehin tot war. In diesem Moment verstand ich, was sie mit ihren Worten die ganze Zeit gemeint hatte. Es gäbe keinen Grund für sie weiterzuleben, wenn ich tot wäre. Dass sie mit mir zusammen sterben wollte. Ich hatte ihr immer gesagt, dass sie es musste, weil es für sie so sein musste, als wäre ich niemals gestorben – oder als hätte es mich nie in ihrem Leben gegeben. Ich wusste mir nicht zu helfen, also fing ich an zu beten, was ich als kleines Kind immer an der Seite meiner Mutter getan hatte. Das hatte ich seit mindestens zehn – vielleicht sogar mehr – Jahren nicht getan, aber jetzt hatte ich einen Grund, denn die Frau, die meinem Leben einen Sinn gab, lag im Sterben und ich konnte ihr nicht helfen. Ich konnte gar nichts für sie tun. All das, was ich gelernt hatte und die erste Hilfe und der fucking andere Scheiß kam mir nicht in den Sinn. Ich hielt sie einfach.

„Bella, Kleines. Bleib … Bleib bei mir....Ich brauche dich. Ich … Ich liebe dich.“ Ich strich mit meiner unversehrten Hand über ihr Haar. „Bella, mein Kleines. Bella.“ Verzweifelt rüttelte ich an ihrer Schulter, rieb unaufhörlich mit meiner Nase über die ihre. Mein ganzer Körper war angespannt und ich fühlte gar nichts. Ich war nicht einmal stark genug um zu weinen. Ich dachte, ich würde niemals so fühlen. Für niemanden. Ich dachte, es würde für mich niemals einen Grund geben, warum ich leben sollte, wenn der Tag kam. Aber der Scheiß war jetzt anders. Ganz anders.

Mit zu ihr gebeugtem Kopf, den ich gegen ihren Hals lehnte, als ich sie so fest hielt wie ich nur konnte, begann ich zu schreien. Wie ein verletztes Tierchen. Fuck! So war ich nicht. Das war nicht ich. Ich hatte keine Angst vor dem Tod. Keine.
„Kleines, du hast versprochen mich festzuhalten. Du hast versprochen da zu sein. Du hast es versprochen, Bella. Du hast …. du hast es versprochen. Du kannst nicht einfach gehen. Noch nicht. Deine Zeit ist noch nicht gekommen. Verstehst du? Ich lass dich nicht gehen. Ich brauche dich! Bella, … Bella, hörst du mich?“ Meine Laute wurden leiser und meine Stimme kleiner. Ich flüsterte nur noch. „Ich habe versagt. Ich habe versagt und zugelassen, dass sie mir alles nehmen, das ich liebe. Du hast den falschen Mann geliebt, Baby. Du hättest in deinem Bett zuhause liegen müssen, wie ich es gesagt habe.“ Ich schloss meine Augen, versuchte zu atmen, aber es gelang mir nicht.

„EDWARD?!“ brüllte Emmett energisch, panisch. Ich sah auf, meine Sicht trüb. Emmett war durcheinander, wie wir anderen auch. Rose folgte ihm mit Tränen in den Augen. Er ließ sich plötzlich vor seiner Schwester auf die Knie fallen und nahm seine Hand in die ihre. Als er das Blut sah, ihre Verletzungen, begann er zu weinen und Rose legte von hinten die Arme um Emmett. Die Polizei war auch schon eingetroffen, ich hörte sie, aber diese Polizisten waren für nichts zu gebrauchen. Denn sie halfen meinem Mädchen nicht. Und sie reagierte einfach nicht, obwohl ich sie praktisch anflehte zu mir zurückzukehren.

Wütend packte ich sie am Hinterkopf und zog sie näher zu mir, meine Lippen an ihrem Ohr. Sie durfte mich nicht verlassen. Sie konnte einfach nicht. Fuck, ich würde sie zurückholen. Ich liebte sie und deshalb konnte sie mich nicht verlassen.
„FUCK, BELLA!“ rief ich erzürnt. „Baby, Kleines. Bitte! Bitte! Komm zu mir zurück. Ich brauche dich wirklich. Ich will nicht, dass du stirbst, weil ich ohne dich nichts bin. Du machst mich zu dem Mann, der ich bin. Du kannst mich nicht verlassen, Bella, weil ich dich liebe und du mich. Ich will nicht ohne dich leben. Ganz einfach! Alles, was ich ohne dich an meiner Seite mache, hat keinen Sinn, Baby. Ich will nicht mehr der Edward sein, der ich einmal war. Bitte, Bella! Rette mich, damit ich andere retten kann! Gib mir die Kraft, denn nur du kannst das. Ich bin ohne dich nicht stark genug. Ich brauche dich, damit ich dich Kleines nennen kann. Damit ich dich mein Mädchen nennen kann. Ich werde dir auch wirklich nie mehr sagen, was du zu tun hast, okay? Ich will dich nur nochmal lächeln sehen, deine Augen funkeln sehen, dich lachen hören, dich schmecken und riechen. Bitte, Bella! LASS MICH NICHT ALLEIN!“ Den letzten Part schrie ich beinahe, ignorierte die Polizisten, die mich von ihr wegziehen wollten. „Fass mich nicht an!“ brüllte ich, als einer der stärkeren Polizisten mich von hinten wegziehen wollte. Während sie mich Stück für Stück von ihr wegzogen, hielt ich ihre Hand und fühlte einfach gar nichts. Ihre Hand war ruhig, still, kalt in meiner und ich klammerte mich an ihren Fingern als wären sie das Letzte, das ich fühlen wollte. Plötzlich hielt ich nur einen einzigen Finger ihrer Hand in meiner und es sammelten sich Tränen in meinen Augen, weil ich realisierte, dass ich sie verlor.

„FUCK, ICH LIEBE DICH!“ schrie ich sie an, weil sie auf all meine Worte nicht reagierte. Und dann – ich konnte es mir nicht erklären wie es passierte – streckte sie ihre Hand in meine Richtung und ergriff meine Hand erneut, weil sie die Kraft von sich gab, die erforderlich war, damit unsere Hände in Kontakt blieben. Ich konnte nicht sagen, wie ich es schaffte mich von diesem lästigen Polizisten zu lösen, aber ich schaffte es irgendwie. Fuck, sie hatte meine Hand ergriffen.

Ich kniete mich vor ihr, beobachtete sie als wäre sie der Fernseher, auf dem meine Lieblingssendung spielte, meine größte Liebe und das, was ich für den Rest meines Lebens behutsam in meinen Händen halten wollte. Sie der Junge seinen Hund liebte. Wie das Mädchen ihren Goldfisch.
„Mein Mädchen!“ sagte ich ehrfürchtig. Sie legte langsam ihre Hand in meinen Nacken und zog mich zu sich hinunter, während Emmett sie gleichzeitig hoch – und an sich zog. Ich glaubte noch immer nicht, dass sie wirklich lebte. Fuck, natürlich wollte ich in diesem Moment die ganze Welt umarmen. In dem Moment als ich wieder in ihre Augen blicken konnte und mich in ihnen verlieren konnte.
„Du … du warst jeden einzelnen Moment bei mir.“ sie lächelte mich zärtlich an. Ich sah sie bescheuert an, weil ich nicht verstand, was sie meinte, aber ich musste nicht alles verstehen, wichtig war, dass sie lebte. Das war in diesem Moment das wichtigste.
„Oh, Bellilein, du hast mir so einen Schrecken eingejagt. Du warst praktisch tot. Du sahst so tot aus!“ mischte sich Emmett ein, der seiner Schwester behutsam über den Kopf strich und seinen Kopf an ihrem lehnte.
„Tut mir leid!“ antwortete Bella, die noch immer meine Hand fest umklammert hielt und mich ansah. Sie sah mich mit diesem intensiven Blick an und da war sie, die Frau, die ich am meisten liebte, lebendig mit der ganzen Energie, die sie in ihrer perfekten Seele trug.
Als sie sah wie die Polizei die Leiche forttrugen, in einem dieser schwarzen Säcke, wollte Bella plötzlich aufstehen, aber Emmett ließ sie nicht los.
„Was ist mit ...“ Ich gab ihr einen meiner Blicke, der heißen sollte: „Du weißt schon!“
„Oh nein ...“ Jammerte sie und versteckte ihr Gesicht an Emmett´s Hemd. Rose mischte sich nun auch ein.
„Bella, dieser Mann wollte dich umbringen. Ich glaube nicht, dass er es verdient, dass wir uns schlecht fühlen.“ Ich wusste, was Bella dachte. Dieser Typ war ihr noch Antworten schuldig und ich hatte ihn getötet. Ich hatte ihr die einzige Möglichkeit genommen, die Wahrheit zu erfahren.

„Miss Swan, sind sie verletzt?“ fragte einer der Ärzte, der sofort aufgetaucht war, weil ihr Vater alle Menschen kannte. Die wichtigen. Die unwichtigen. Die gefährlichen. Die helfenden.
„Nein!“ antwortete sie im ruhigen Ton. Er wollte noch etwas ansetzen, aber sie sah ihm mit einem warnenden Gesichtsausdruck an. Plötzlich sah sie mich mit ihren forschenden Augen an und blieb an meiner verwundeten Schulter hängen. „Himmel!“ sagte sie entsetzt und riss sich von Emmett los, kniete vor mir und hielt mein Gesicht in ihre kleinen Hände. „Hey, Sie.“ rief sie dem Arzt zu. „Kommen Sie her und schauen sie sich Edward´s Schulter an.“
„Es ist nichts, Bella.“ beschwichtigte ich sie, aber sie rollte nur die Augen über meine dumme Aussage und ich grinste. Denn sie war ganz sie selbst.
„Halt die Klappe, Cullen.“ Ich grinste und zuckte zusammen als der Arzt an meiner Schulter herumdrückte. Schaft zog ich die Luft ein. „Es wäre angebracht, wenn Sie ein bisschen netter zu Edward wären, wissen Sie? Sonst bekommen Sie es mit mir zu tun.“ gab sie drohend von sich. Ich grinste.
„Und du hör auf so dämlich zu grinsen, Arschloch. Ich habe mindestens fünfzehn Minuten gedacht, du wärst tot und dann habe ich deine Stimme gehört. In diesen fünfzehn Minuten bin ich mindestens 30 Mal gestorben.“ Als der Arzt ihr einen dämlichen Blick zuwarf, schüttelte sie den Kopf und ließ mich von den Sanitätern zum Rettungswagen forttragen. Ihr wurde eine Decke um die Schultern gelegt und ich sah wie Emmett sie in seinen Wagen schob, worum ich ihn gebeten hatte, bevor man mich fortgetragen hatte.

Ich wusste nicht wie viele Minuten es waren, in denen ich dachte, sie wäre tot, aber es waren die längsten paar Minuten meines Lebens. Soviel stand fest.

Mit diesem Gedanken wurde ich ins Krankenhaus gebracht.




~*~






Bella Swan:


„Ich will, dass du weißt, wie sehr ich dich liebe und dass du meinem Leben einen Sinn gibst, dessen Erfüllung ich mir nie erträumt hätte. Keiner kann mir das je nehmen.“ - Rendezvous mit Joe Black


„Emmett, die Jungs deines Vaters sind noch immer draußen und bewachen das Gebäude.“ hörte ich Rosalie leise murmeln. Leise, weil sie dachte, dass ich schlief. Es sind schon ungefähr zwei Stunden vergangen seitdem mich Emmett in seine Wohnung genommen und Dad angerufen hatte. Mum hatte er auch angerufen, dieser Bastard. Die Koffer, die im Plaza gewesen waren, hatte man in Emmetts Wohnung gebracht. Man hatte auch einen Arzt gerufen, der meine Wunden versorgen sollte, aber ich hatte ihn wütend angelabert und nicht zugelassen, dass er mich untersuchte. Aus dem einfachen Grund, dass ich keinen Arzt brauche, der meine Wunden von außen heilt. Ich brauchte jemanden, der verhinderte, dass man mich innerlich verletzte. Ich würde nicht zulassen, dass dieser jemand Edward wird. Ich würde es mir niemals verzeihen, wenn ihm etwas wegen mir zustieß.

Allein daran zu denken, dass seine Stimme und die Bilder in meinem Kopf das einzige waren, das mich zurück unter die Lebenden gebracht hatte, jagte mir einen kalten Schauer über den Rücken. Nachdem ich ihn so verzweifelt habe schreien hören, war er für mich etwas Unantastbares. Er war eine ganz eigene Welt für mich. Eine kleine Seifenblase, die ich in meinen Händen hielt.

„Rose, hat Edward schon angerufen?“ fragte ich panisch. Sie setzte sich zu mir an den Bettrand von Emmetts Bett und strich mir sanft über den Arm.
„Nein, Süße. Aber Alice und Jasper sind bei ihm. Man musste ihm unter Narkose setzen. Es wird also dauern bis er wieder wach ist. Sie werden bald wieder anrufen, um uns zu sagen wie es läuft.“ Fuck! Wenn ich schon nicht bei ihm sein konnte, - oh, ich habe es versucht, aber Emmett hatte sich zwischen mir und der Tür gestellt und mich nicht ins Krankenhaus gehen lassen, weil es zu gefährlich wäre – dann war es mir doch erlaubt mich zu erkundigen und Informationen zu bekommen.
„Bella, du musst dich von einem Arzt untersuchen lassen. Was wenn du dir eine Infektion holst oder Schlimmeres? Komm schon, tu es für Edward. Er wird dir die Hölle heiß machen, wenn deine Wunden nicht gesäubert sind, bis er zurückkehrt.“ Ich sah sie verständnislos an. Aber auch wenn sie versuchte mich dazu zu bringen – indem sie Edward erwähnte – würde sie nicht damit erfolgreich sein, denn bis ich Edward lebendig und atmend sah, würde ich gar nichts tun.
„Nein, Rose.“ flüsterte ich und schlug meine Hände vor mein Gesicht. Ich wollte, dass sie mich jetzt allein ließ. Aber ich glaube, das verstand sie auch wortlos.
„Ich komme in zehn Minuten wieder, Bella. Du bist stur, aber ich bin nervig. Aber das weißt du ja!“
„Oh ja, Bellilein, du kannst es ihr ruhig glauben.“ Emmett erschien mit vollem Mund im Türrahmen und hielt ein Sandwich in der Hand.
„Mag jemand einen Bissen?“ fragte er galant.
„Einen Bissen?“ fragte Rose mit erhobener Augenbraue.
„Tut mir leid, Rosie, aber das ist mein Sandwich und ich habe Hunger. Das Ganze hat mich wirklich gestresst und der Stress baut meine Kalorien ab. Da ist doch logisch, dass ich Hunger bekomme.“
„Emmett, du hast immer Hunger – und jetzt raus hier. Bella will ihre Ruhe haben.“
„Das ist aber noch immer meine Wohnung.“
„Ja ja, es ist deine Wohnung und dein Sandwich, was auch immer.“ murmelte Rose und zog die Tür zu, nachdem sie Emmett aus dem Zimmer rausgeboxt hatte.





~MB~





„Er ist ein Trottel, der nicht auf sein Wohlergehen achtet. Weißt du, eigentlich er ist schon über volljährig. Aber er verhält sich noch immer wie ein bockiges Kind. Echt nervig. Es würde nicht einmal helfen, wenn ich Mum oder Dad anrufen würde, damit sie mit ihm reden. Das ist einfach unmöglich.“ hörte ich Alice´ schneidende Stimme zu mir durchdringen. Ich träumte eindeutig.
„Ich bin anwesend, Alice. Du kannst es mir ins Gesicht sagen, weißt du?“
„Du bist ein Trottel, der nicht auf sein Wohlergehen acht.....“
„Ja ja, ich habe es schon kapiert.“
„Das ist nicht das Schlimmste, Alice. Bella hat ihren Arzt fortgeschickt, wollte sich nicht untersuchen lassen.“
„WAS??“ Das war Edward.
„Ha, da guckt er blöde und selbst unterschreibt er einfach, damit sie ihn entlassen. Herrgott, Edward.“ empörte sich Alice.
„Also echt, Bro.“ witzelte Emmett.
„Hör auf mich zu ´bro´n, Emmett. Du hättest deine kleine Schwester dazu bringen müssen, sich von diesem Arzt untersuchen zu lassen. Hast du mich verstanden? Kaum vertraut man dir die eigene Freundin an, die übrigens deine Schwester ist, und dann passiert so was. Echt, Emmett!“ Aus seiner samtenen Stimme war Wut herauszuhören.
„Macht mal alle halblang und holt tief Luft. Ihr steht noch alle unter Schock – außerdem werdet ihr wohl bald nach Hause zurückfliegen, ihr müsst nur auf den Anruf von Senator Swan warten.“ Jasper versuchte die aufgebrachte Menge zu beruhigen.
„Und dieser wird nicht erfreut sein zu hören, was du mit Bella gemacht hast, Emmett. Besser gesagt, nicht gemacht hast.“
„Sie ist doch kein Kind mehr, Bro. Was hätte ich tun sollen? Wenn nicht mal Rose es geschafft hat, Bellilein zu überzeugen, was kann da so ein kleiner, schutzloser Mann wie ich tun?“ Ich hörte sie in der Gruppe lachen. Zuerst dachte ich, dass ich träumte. Aber nun wurden die Stimmen immer deutlicher und echter. Ich musste eingeschlafen sein. In meinem Zimmer war es dunkel und ich fühlte mich besser, da ich eingenickt war. Aber diese Last war noch immer da, drückte schwer an mein Herz und ließ mich nur abgehackt atmen. Ließ mich nach Luft lechzen! Ich musste noch so viel verarbeiten und ich hatte Angst. Eine schreckliche Angst, dass diese schrecklichen Dinge nicht aufhören würden. Noch mehr Angst hatte ich, dass Edward etwas zustieß, denn das würde ich mir niemals verzeihen. Niemals verzeihen können! Ich stand langsam auf, obwohl sich meine Beine wie Wackelpudding anfühlten und ich Angst hatte zu fallen. Aber ich schaffte es dennoch zur Tür und öffnete diese langsam.
Alle Blicke wurden auf mich gerichtet – und als ich seine grünen Augen erblickte, fühlte ich mich, als würde ich ihn zum allerersten Mal sehen. Mein Gesicht verzog sich zu einem Lächeln und er erwiderte es.
„Edward!“ entfuhr es mir und in einigen Schritten stand ich vor ihm und sah ihn an. Untersuche ihn mit meinen Augen. Er stand da, sah mich mit seinem intensiven Blick an. Seinen unversehrten Arm schlang er um meine Taille und zog mich an sich. Sanft küsste er meine Stirn, meine Nasenspitze und verschloss schließlich seinen Mund mit meinem. Plötzlich waren meine Hände in seinem Haar und ich stand auf meinen Zehenspitzen, fühlte die Wärme, das Leben, das aus ihm ausgeht. Wir küssten uns so als würden wir es zum allerersten Mal tun, aber auf eine Weise, die unvorstellbar ist, denn wir taten es, als würden wir uns ein ganzes Leben lang kennen – und lieben.
„Ich liebe dich, Bella!“ flüsterte er gegen meine Lippen und ich hielt ihn nahe an mich gedrückt, wollte ihn nicht loslassen – konnte es gar nicht.
„Ich liebe dich mehr.“ antwortete ich ihm.
„Ich dich noch mehr.“ entgegnete er. Sein Gesicht lag in meinen Händen und er schmiegte sich in meine Handflächen hinein.
„Awwwwwww.“ kam es von Alice, die uns mit leuchtenden Augen ansah, in welchen bereits Tränen schwammen.
Edward setzte sich wieder hin und ließ mich auf seinem Schoß sitzen, während ich mich an seine unversehrte Seite lehnte.
„Wie geht es dir, Baby?“ fragte ich ihn und deutete auf seinen verletzten Arm.
„Gut.“ antwortete er. Forschend sah ich ihn an, drückte ihm einen kleinen Kuss auf seinen Mundwinkel.
„Edward, ….“ fing ich an, aber er legt seinen Finger auf meinen Mund.
„Shhhh, Kleines. Komm her, es ist nichts. Die Kugel hat mich nur gestreift. Mach dir keine Sorgen um mich.“ Er presste mich fester an sich und ich vergrub mein Gesicht an seiner Halsbeuge. Langsam atmete ich seinen Geruch ein und presste ihn fester an mich. So, als würde mein Leben davon abhängen. Irgendwo tat es das auch. Es war schön ihn halten zu dürfen, die Wärme und Energie zu fühlen, die aus ihm ausging. Ich streichelte sanft sein Haar und er lächelte mich an. Jedoch wurde sein Blick finsterer, als er sich an etwas zu erinnern schien.
„Du wolltest den Arzt dich nicht untersuchen lassen.“ Er war besorgt – obwohl er derjenige war, der angeschossen wurde.
„Ich konnte nicht und ...“ ich brach ab, sah ihn an und fühlte sofort danach seine Hand an meine Wange, die die Haut dort liebkoste. Meine Lippen streiften sein Handgelenk während der unaufhörlich mit seinem Daumen über meine Wange sanfte Kreise malte.
„Bella, versprich mir, dass du dich untersuchen lassen wirst.“ Seine Augen sahen mich durchdringend an.
„Okay ..“ antwortete ich, weil ich nicht wollte, dass er sich unnötige Sorgen machte.
„Gut.“ Sein Blick ist warm und er lächelte mich an. „Es war der schlimmste Moment meines Lebens, als ich dich dort liegen sah und dachte, dass du tot bist. Oh Bella, mein Kleines.“ Seine Lippen sind wieder auf meinen. Sein Kuss ist verzweifelt, so als müsste er sich selbst davon überzeugen, dass ich lebte. Tränen sammelten sich in meinen Augen, aber ich erwiderte seinen Kuss ebenso verzweifelt.
„Das kann ich nur zurückgeben, Mister Cullen. Allein die Hoffnung hielt mich, dass unsere Geschichte noch nicht zu Ende ist. Nicht jetzt, wo sie gerade so schön angefangen hat.“ Ich lächelte gegen seine Lippen.
„Geh nicht, Bella – niemals.“ Ich schüttelte den Kopf traurig.
„Nein, Baby, ich verlasse dich nicht. Ich liebe dich. Dich zu verlassen, wäre wie im Dunkeln den Rest meines Lebens zu verbringen.“ Es war so wahr – ich wollte nicht einmal daran denken, wie es wäre, wenn Edward nicht mehr da wäre.
„Du kannst auf mich zählen, Bella – in glücklichen wie in traurigen Zeiten.“ Er küsste meine Stirn und ich zuckte zusammen, weil mir plötzlich jeder Körperteil wehtat.
„Arzt!“ sagte er bedeutungsvoll.
„Woah, Cullen – chill ein Stück.“ Plötzlich grinste er mich an und presste mich wieder an sich. Dieser süße Typ! Mein Edward – mein – nur mein!





~MB~




Es lief alles gut bis ich die rothaarige Schlampe sah, die meinen Vater zum JFK begleitet hatte. Mein Vater sah wie immer perfekt aus – sein Anzug, sein Haar, seine Schuhe. Allein sein Herz schien so dunkel zu sein wie die Nacht. Wann war er zu diesem Mann geworden? Zu dem Mann, den ich begann zu hassen. Zu dem Mann, dem allein sein Wohlergehen wichtig war. Er war so egoistisch und sah nicht, dass er damit andere verletzte. Andere, die ein Herz hatten. Andere – wie Mum, Emmett, ich. Andere – wie Edward.
„Bells, geht’s dir gut?“ fragte er als er mich erreichte und inspizierte mich näher.
„Ein Arzt hat mich schon untersucht, Dad. Emmett hat um mich gesorgt.“ Alice, Rose, Emmett und ich saßen um einen Tisch in der Caféteria. Jazz und Edward mussten noch etwas vor der Reise besorgen. Ich fixierte die Schlampe mit meinen verengten Augen.
„Der Private-Jet ist schon bereit um euch nach Sea-Tac zu fliegen.“ informierte mich mein Dad und sah mich wieder besorgt an.
„Cool. Der wird wohl einige Minuten warten können bis Mister Bodyguard zurück ist.“ Mein Dad sah mich mit einem komischen Blick an und seine Schlampe – meine Tante wohlbemerkt – ergriff das Wort.
„Oh Bella, Schätzchen, wir sind alle so froh, dass es keine Tote geben musste.“ Wie falsch sie doch war – ich fühlte, dass sie sich insgeheim wünschte, ich wäre gestorben.
„Dieser Mörder ist tot. Es gab also Tote, liebe Tante.“ antwortete ich zuckersüß und Emmett sah mich mit einem fragenden Blick an. Als ob er sich wunderte, warum ich so giftig zu unserer Tante ist. Ach ja, er wusste ja nicht. Hm – wie wäre es, wenn ich es ihm einfach sagte? Einfach so. Langsam fühlte ich, dass ich meinen Verstand verlor. Wirklich – im Ernst – ich war noch nie so gewesen. So falsch und giftig und gespielt zuckersüß, das war nicht ich. Was machten sie aus mir?
„Hey, wir sind zurück.“ sagte Jazz, der Alice eine Tüte mit Süßigkeiten auf den Schoß warf. Er blieb wie angewurzelt stehen als er meinen Dad sah. Allein die Blicke zu sehen, die diese beiden austauschten, ließ eine kalte Schauer meinen Rücken hinunterwandern. Der Blick meines Dad´s verdüsterte sich und seine Lippen verzog er zu einer grimmigen Linie.
„Dad, du kennst schon Mister Jasper Whitlock. Jazz, das ist mein Dad, Charlie Swan.“ Jasper nickte meinem Dad zu, dieser sah jedoch wütend auf Emmett und dann zu Edward.
„Ich sehe euch beim Jet.“ sagte Dad hart und drehte sich um – ließ uns alle stehen. Seine Reaktion verwirrte mich, aber was hatte ich erwartet, dass er Jasper plötzlich respektierte, obwohl er seiner eigenen Tochter das Herz gebrochen hatte, weil er den Mann nicht sympathisierte, den sie geliebt hatte. Hatte ich erwartet, dass sie Frieden schlossen? - Vielleicht. Ach, wie naiv ich doch war. Fuck!
„Gehen wir, Miss Swan.“ Edward streckte seine Hand nach mir aus. Ach?
„Bin ich jetzt wieder Miss Swan?“ fragte ich, während ich meine Augenbraue erhob.
Er grinste schief. „Wenn wir allein sind, bist du wieder Bella, mein Kleines, meine König.“
„So?“ fragte ich grinsend und er schüttelte den Kopf, grinste aber weiterhin. Siehst du, Cullen, wenigstens kann ich dich zum Lachen bringen.
Als wir den Jet erreichten, lag Alice in Jazz´s und Rose in Emmett´s Armen – was für ein Glück wir doch alle insgesamt hatten. Alice und Jasper waren erst zusammengekommen und nun mussten sie sich wieder trennen, weil er in New York blieb und sie in Seattle lebte. Genauso – nur anders herum war es für meinen Bruder und Rose, jedoch wusste man bei diesen beiden, dass Emmett zurückkommen würde, wenn die Season vorbei war. Edward und ich jedoch waren dazu verdammt unsere Liebe vor anderen zu verstecken. Es gefiel mir nicht seine Hand in der Öffentlichkeit nicht halten zu dürfen, aber während derjenige, der uns schaden wollte, frei herumlief und seine Pläne weiterhin schmied, konnten wir diese Person nicht reizen. Tot wollte ich Edward nicht sehen. Sicher, dass er mich auch nicht tot sehen wollte. Uns war beiden bewusst, dass uns unsere Leben wichtiger und wertvoller waren, als Händchenhalten in der Öffentlichkeit.
„Bells, wir sehen uns bald, Honey.“ gab Dad von sich und ich nickte. Warum willst du dem Mann schaden, den ich am meisten liebe, Dad? Warum? Er küsste plötzlich meine Stirn, aber ich konnte diese Gedanken nicht abschütteln. Sie waren dort, in meinem Hinterkopf und machten mich von dort aus wahnsinnig. „Edward, vielen Dank, dass du meiner Tochter das Leben gerettet hast – und meines natürlich auch.“ bedankte sich mein Dad. Ich versuchte ihn einzuschätzen. Spielte er? Wusste er, dass Edward wusste? Fuck, was wollte mein Dad? Arg.
„Begrüß meine Lieblingsschwester, wenn du sie siehst, ja?“ sagte Bree zuckersüß. Mein Dad warf ihr einen vernichtenden Blick zu und ich grinste in mich hinein. Immerhin besaß er so etwas wie ein Gewissen, oder?
„Aber natürlich.“ Soll ich ihr auch sagen, dass du gelegentlich ihren Mann fickst?, wollte ich sie fragen. Stattdessen starrte ich meinen Vater giftig an. Dieser Bastard!
„Hey“ protestierte mein Bruder. „Bellilein, denkst du, ich lass dich gehen, ohne dir in einer Umarmung die Knochen zu brechen?“ sein Grinsen war breit und bärenhaft – Tatsache war, dass ich noch nie einen Bären hatte lächeln sehen. Vielleicht war dieser Vergleich doch nicht so passend wie ich dachte.
„Em, ihr tut alles weh!“ Das war Edward´s leise Warnung.
„Schon gut, Bro. Ich tu´ meiner kleinen Schwester nicht weh.“ Emmett umfasste mein Gesicht und küsste meine Stirn, danach legte er die Arme sanft um mich und drückte mich gegen sich. „Gib ihn nicht auf, Bella. Edward ist ein guter Mann. Vielleicht ein bisschen kompliziert, aber er liebt dich. Das kannst du mir glauben. Ich kenne ihn!“ Ich boxte ihm verspielt in die Schulter.
„Au, Mädchen. Rosie, sie hat mich geschlagen.“ jammerte er und Rose sah ihn finster an, hatte jedoch ein kleines Lächeln auf den Lippen. Emmett hatte mehr Muskeln als Verstand.
„Emmett, Bärchen, sei kein Mädchen.“ warnte ihn seine Freundin. Ich beugte mich geheimnisvoll zu Emmett und sah ihn. Er sah mich neugierig an und wollte unbedingt erfahren, was ich ihm zu sagen hatte.
„Frag sie!“ flüsterte ich.
„Was?“ flüsterte er genauso leise.
„Lass uns eins klarstellen, Emmi. Du liebst sie!“ Das war eine Feststellung – er nickte. Gut! „Dummkopf, frag sie, ob sie deine Frau werden will.“ Er riss seine Augen auf und sah plötzlich zu Dad. Hatte er Angst vor Dad? Ich rollte die Augen. Sei kein Feigling. Er wird sicher nicht dein Leben leben, Muskelmann.
„Du meinst … ich soll …?“ Ich grinste, als er endlich verstand und mein Gesagtes in sein Verstand sickerte. Ja, Emmi, genau das, was du denkst. Er zeige mir seine ´Ahhhhhhh´- Ausdruck. Ich rollte wieder die Augen und küsste seine dicke Backe. Er war mein Lieblingsbruder – hey, verklagt mich nicht, das waren Alice´ Worte, nicht meine. Alice umarmte kurz Emmett und Rose tat es Alice gleich bei Jasper. Mein grünaugiger Mann – mhmm – sah mich mit seinem intensivem grünen Blick an. Ich wartete bis Jazz frei war und umarmte ihn kurz.
„Ich glaube meine Mission in New York ist erfüllt. Ich fühle, dass sie glücklich ist, weil du es bist. Vielleicht hat sie mich hierher geführt, damit ich dafür sorge, dass ihre große Liebe die Augen öffnet.“ Jasper streichelte mir das Haar, wie es großer Bruder tun würde und ich hatte die Arme um seinen Rücken gelegt.
„Ich weiß warum Edward dich liebt, Bella. Du bist so wunderbar. Danke! Ehrlich, danke für deine Hilfe. Ich glaube, das ist das, was Ally und ich gebraucht haben. Linda wird immer einen Teil meines Herzens beanspruchen, aber mein Herz wird wachsen, sodass alle, die ich liebe, hineinpassen können.“ Tränen sammelten sich aufgrund seiner Worte in meinen Augen. Aww, Jazz. Und ich weiß, warum meine Schwester dich so unsterblich geliebt hat. Ich lächelte ihn an.
„Hätte Linda eine andere Wahl gehabt, wäre sie niemals gegangen. Traurig ist es, wenn Menschen sich entscheiden jemanden zu verlassen.“ Jasper sah mich fragend an, denn er dachte, dass Linda sich das Leben genommen hatte, weil sie dachte, dass er tot gewesen war. Aber ich konnte es ihm noch nicht sagen, ich wollte nicht, dass all sein Schmerz wieder hochkam. Ich sah kurz zu Alice. Dann lächelte ich und schüttelte den Kopf. „Besuch uns Jazz, okay?“ Er nickte und drückte mich wieder kurz. Ich fühlte wie eine Welle der inneren Ruhe auf mich einbrach, als hätte ich eine Mission erfolgreich erfüllt. Vielleicht war es Schicksal, dass ich nach New York kam. Ich hatte so viel auf dieser Reise herausgefunden. Ich schien mich selbst neu entdeckt zu haben. Ich wurde mehr ich selbst. Weniger, die Bella, die ich immer war, aber nicht mehr sein wollte. Edward und Emmett klopften sich gerade auf die Schultern und machten diese komischen Handbewegungen zum Gruß, die sie auch beim ersten Mal getan hatten. Ich grinste.
„Pass auf mein Bellilein auf, ich verlass mich auf dich, Cullen.“ Edward nickte und sein Blick war selbstzufrieden, denn das würde er ohnehin tun. Darum musste ihn Emmi doch gar nicht bitten. Für Edward war das selbstverständlich. Ich grinste.

Mein Dad zog mich auf die Seite und wünschte mir eine gute Reise.
„Wann kommst du nach Hause?“ fragte ich absichtlich, weil Bree dort war. Ja, Schlampe, er hatte eine Frau und Kinder und du wirst diesen Platz niemals einnehmen können. Ich zeigte ihm meinen Ich-will-mit-dir-reden-und-es-ist-wirklich-ernst-Blick.
„Bald.“
„Wie bald?“ fragte ich automatisch. Mein Dad sah mich fragend an. Er schien mich nicht wiederzuerkennen. Schau her, Dad, ich bin deine Tochter, die die ich immer sein wollte – und dein Erzfeind, also Edward, hat mir dabei geholfen. Er macht mich glücklich und ich liebe ihn.
„Bella, ich...“ betrüge deine Mum....will Edward umbringen … wollte dich umbringen …. und hab dafür gesorgt, dass Linda nie mit Whitlock zusammenkommt. Ich fuhr mir frustriert über die Stirn. Meine Fantasie ging eindeutig mit mir durch.
„Schon gut. Also bis bald.“ Die Betonung lag auf das kleine, bedeutungsvolle Wort ´bald´. Was hieß denn bald für ihn? Ich konnte das enttäuschende Gefühl in mir nicht verhindern. Den Stich, den mein Herz erhielt, als ich meinen Dad ansah und ihn nicht wiedererkennen konnte. Nicht, weil sich sein Aussehen verändert hatte, sondern, weil er plötzlich – plötzlich für mich –  so verändert war.

Als ich neben Edward stand, drückte dieser meine Schulter und ließ Rose und Alice den Vortritt, als wir in den Jet einstiegen. Beide winkten ihren Liebsten zu und hatten Tränen in den Augen. Es war ein trauriger Moment. Ich sah kurz zu Edward und dieser blickte mich forschend an.

„Willkommen an Bord, Miss Swan. Würden Sie bitte alle Platz nehmen und euch anschnallen.“ Die blonde Stewardess hatte ein freundliches Lächeln und lotste uns zu unseren Plätzen. Alice lehnte ihren Kopf an Rosalie´s Schulter und schmollte traurig. Es brach mir das Herz, sie beide so traurig zu sehen. Natürlich war ich auch mitgenommen, weil wir New York verließen – Emmett und Jasper noch dazu -, aber ich hatte meine Liebe bei mir. Sanft lehnte ich meinen Kopf an Edward´s Schulter und dieser zischte, weil ich anscheinend meinen Kopf gegen seinen verletzten Arm gelehnt hatte.
„Oh tut mir leid, Baby.“ antwortete ich und sah zwischen ihm und seinem Arm hin und her. Er grinste mich schief an und schüttelte den Kopf.
„Es ist nichts. Ist schon okay, Miss Swan.“ Dann wandte er den Blick von mir ab und sah strikt nach vorn.
„Was wollen die Herrschaften trinken?“ fragte uns die Stewardess freundlich und ich fragte mich, was für Leiden Edward Cullen hatte.
„Dürfen wir uns schon frei bewegen?“ fragte ich und die Stewardess nickte freundlich. Wie denn auch nicht, wenn sie uns schon alle Sicherheitsvorkehrungen aufgezählt hatte und wir uns anschnallen mussten, als wir abhoben. Sogar den Piloten durften wir kennenlernen. Fragend sah mich Edward an als ich aufstand und aufs Klo ging. Ich schüttelte nur den Kopf. Es musste an mir liegen, denn ich war den ganzen Tag komisch drauf und nach dieser ganzen Sache mit diesem Typen, der mich umbringen wollte, fühlte ich mich mir selbst etwas fremd.


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http://www.youtube.com/watch?v=Jx2yQejrrUE
(Enrique Iglesias – Tonight)
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Im WC angekommen, schloss ich zuerst die Tür ab und wusch mir danach das Gesicht und spritzte etwas Wasser in meinen Nacken. Mein Make-up war wasserfest, sodass ich wenigstens damit keine Probleme hatte. Rose und Alice hatten gute Arbeit geleistet und mein Gesicht sozusagen neu rekonstruiert. Allein meine Oberlippe war noch etwas angeschwollen. Aber sonst konnte nichts von den blauen Flecken in meinem Gesicht gesehen werden. Meine Rippen waren geprellt und so durfte ich mich nicht überanstrengen und zu viel bewegen. Die übrigen Verletzungen wurden durch die lange türkise Bluse und meine zerfetzte – nur an den Oberschenkeln, da meine Knie überseht mit blauen Flecken und aufgeschlürft waren – Jeans bedeckt. Danach erledigte ich das Geschäft für kleine Mädchen und wusch mir die Hände. Ein Klopfen ließ mich aufschrecken.

„Ja?“ fragte ich.
„Mach auf!“ Es war Edward. Überrascht, weil er an der WC-Tür klopfte und ich keine Emotionen aus seiner Stimme heraushören konnte, spülte ich meine Hände ab und trocknete sie mit einem Tuch. Danach öffnete ich die Tür.
„Was ..?“ Sofort lag ich in seinen Armen und er lehnte mit seinem Rücken gegen die Tür, so dass er sie schloss. Seine Hand wanderte meinen Rücken entlang und schlüpfte unter meine Bluse. Er grinste mich schief an, weil ich die Augen vor Überraschung noch immer aufgerissen hatte. Mein Herzschlag verdoppelte sich und ich hörte auf zu atmen. Stattdessen sah ich ihn nur an, er grinste mich schief an und erforschte mit nackten Fingern die Haut auf meinem Rücken. Von meinem Steißbein fuhr er mit zwei Fingern meine Wirbelsäule entlang und je weiter vorwärts seine Finger kamen, desto mehr schnappte ich nach Luft. Er grinste selbstzufrieden. Aber sein Blick war weich, seine Lippen zu einem kleinen Lächeln verzogen. Küss mich! Los, küss mich! Er schien sich auch zu erinnern, dass wir beide eine Schwäche für Flugzeugtoiletten hatten. Breit auseinander waren seine fünf Finger als er sie über meinen Rücken Richtung Süden fahren ließ. Langsam. Sanft. Mit seinen Fingerspitzen. Meine Augenlider flatterten und mein Mund war verlangend zu einem O geformt. Edward´s Hand drückte meinen Hintern und ich war endgültig verloren. Wieder einmal überraschte er mich, als er mich hochhob und auf den Waschtisch absetzte. Meine Augen ließen die seinen nicht los. Ich erwartete, dass er mich küsste oder so, aber er tat gar nichts.
„Mache ich dir Angst, Bella?“ fragte er mich und ich sah ihn fragend an.
„Nein.“
„Dann hör auf mich so ängstlich anzusehen.“ flüsterte er und lehnte seinen Oberkörper mir entgegen.
„Küss mich …“ hauchte ich ihm entgegen. Er grinste wieder schief und seine Augen wurden noch weicher. Er legte den Kopf schief und sah mich forschend an. Dann zeigte er mit seiner Hand auf sich, machte eine Geste, die von oben bis unten ging.
„Hier hast du mich. Ich steh dir zur Verfügung. Küss du mich ..“ Er beobachtete jede meiner Bewegungen und grinste als ich meine beiden Hände auf seine Wangen legte. Meine Beine um seine Hüften verhinderten, dass er wegging. Zuerst küsste ich den linken Mundwinkel und er deutete sofort auf den rechten. Grinsend küsste ich auch den anderen Mundwinkel. Ach, Cullen, dachte ich und küsste sanft seine Unterlippe. Er beobachtete mich und rührte sich nicht vom Fleck. Sanft knabberte ich an seiner Unterlippe und er schloss die Augen. Sein unversehrter Arm, der um meine Mitte geschlungen war, presste mich näher an ihn. Mit meinen beiden Händen streichelte ich sanft sein schönes Gesicht, verteilte sanfte Küsse auf seine Wangen, die meinen Händen folgten; küsste seine Nase und ging nördlich zur Stirn über. Dort verteilte ich gefühlvolle Küsse auf seine Stirn und hauchte je einen Kuss auf jedes geschlossene Auge. Edward keuchte leise als ich ihn ansah – ich grinste natürlich. Meinen Weg setzte ich fort zu seinem Hals, den ich ebenfalls mit Küssen bedeckte. Er biss die Zähne zusammen, so dass die Venen auf seinem Hals und seiner Stirn hervortraten.
„Bella ...“ Das war eine geknurrte Version meines Namens. Mit meinen Lippen umschloss ich seinen Adamsapfel. Eine Handbewegung seinerseits reichte und er packte mich mit seiner Hand am Hals und seine Lippen krachten gegen meine. Lippen auf Lippen, Zunge auf Zunge, Hände auf Haut und zwei Herzen, die schlugen, als wären sie eins. Meine Hände waren in seinem Haar verhakt und er begann geschickt mit einer Hand meine Bluse aufzuknöpfen. Plötzlich hielt ich seine Hand fest. Ich versuchte zuerst zu atmen zu kommen und meinen Körper zu ignorieren, der nach Edward schrie.
„Ich will nicht, dass du das siehst.“ flüsterte ich. Meine blauen Flecken wollte ich niemandem zeigen und schon gar nicht Edward. Er runzelte besorgt die Stirn.
„Ich will es sehen, Bella.“ antwortete er stur. „Ich muss wissen, wie schlecht es dir geht.“ Etwas in seinen Augen verdunkelte sich und sein Gesicht verzog sich zu eine wütenden Grimasse.
„Edward ...“ fing ich an zu argumentieren.
„Entweder so oder auf die unsanfte Tour, such es dir aus.“ meinte er hart. Woah!
„Du würdest mir nicht wehtun, Edward.“ meinte ich überzeugt.
„Nein.“ antwortete er. „Aber ich würde einen Weg finden. Ich weiß nicht, ob dir dieser Weg gefallen würde.“ Beide Hände neben mir abgelegt, starrte er mich an und wartete geduldig. Wir führten mit unseren Augen einen Kampf aus. Er würde mich doch nicht zwingen meine Bluse auszuziehen, oder? Außerdem wie wollte er das anstellen?
„Dann will ich auch etwas.“ antwortete ich und er grinste, schüttelte den Kopf und sah mich danach wieder an.
„Isabella, ich ein nicht sehr geduldiger Mann, also stell mich nicht auf die Probe. Mach schon!“ Ich verschränkte meine Arme vor meiner Brust.
„Willst du mich dazu zwingen?“ Ich erhob fragend die Augenbraue. Was wollte er schon machen?
„Willst du mich auf die Probe stellen?“ Er sah mich herausfordernd an. „Du musst wissen, Bella, ich gebe nicht leicht auf.“
„Ich kämpfe bis zum Ende, Cullen.“ Ich grinste ihn lieblich an und war schockiert, als ich seine Zunge in meinem Mund fühlte. Arg, Cullen! Ich zog an seinem Haar, damit er mich losließ, aber er hatte seinen Arm so fest um meine Taille geschlungen, dass ich mich kein Stück bewegen konnte. Sein Kuss war impulsiv, hungrig und ich wimmerte und zerging in seinen Händen vor Verlangen. Seine Zunge verließ meinen Mund und er zog einen Pfad von meinem Ohr zu meinem Kinn. Danach attackierte er meinen Hals, verteilte kleine Küsse auf dem Weg bis zu meinem Ausschnitt. Ich drängelte meinen Oberkörper ihm entgegen und er grinste, sah mir danach in die Augen. Dann öffnete er einen Knopf nach dem anderen, bis er meine Bluse ganz aufgeknöpft hatte. Meine Brust hob und senkte sich schnell und sein intensiver Blick verließ meine Augen nicht. Ich glaubte, dass dies sein Schlafzimmerblick war.
„Ich hab gewonnen!“ lächelte er mich schief an und ich nickte nur benommen. Mein Verstand schien abgeschaltet zu sein. Ich war nur ein Bündel Nerven, dass wusste, das er mich nicht weiter anrühren würde. Dieser Bastard! Er wirkte so cool, als könnte keiner ihm etwas anhaben, allein seine Augen verrieten ihn. Sie waren dunkler geworden und seine Muskeln waren alle angespannt. Ich lehnte mich zurück und sah ihn einfach an. Was würde ich mit diesem Mann machen?
„Lass mich dich jetzt sehen!“ ich nickte nur und schloss die Augen. Mein ganzer Körper war angespannt und ich versuchte zu Atem zu kommen. Sein Haar kitzelte meinen Hals und seine Lippen fuhren über den Ansatz meiner Brüste.
„Ah!“ kam es von meinem Mund, ohne, dass ich es aufhalten konnte. Ich fühlte es, dort unten. Alles.
„Shhhh!“ beruhigte er mich, streichelte über mein Schlüsselbein mit seinen Fingern, fuhr abwärts über mein Körbchen und meine Augen rollten nach innen. Mein Mund war offen. Seine Lippen fuhren weiter, über meine Rippen und ich öffnete meine Augen, sah ihn an, wie behutsam und sanft er mit seinen Lippen über meine Rippen fuhr.
„Es tut mir leid, Bella. Es tut mir so leid, Baby. So sehr. Du weißt gar nicht, wie sehr es mir leid tut.“ Er lehnte seinen Kopf gegen meinen Bauch. Ich legte meine Hand auf seinen Kopf und schloss die Augen. Ich fühlte mich so schwach, so ausgelaugt, aber ich verfluchte Edward Cullen, weil er mich so angemacht hatte.
„Bella, schläfst du etwa?“ fragte er danach, belustigt. Nein, Arschloch, ich versuche mein Blut in meinen Venen abzukühlen. „Schläfst du während ich mich hier entschuldige? Hm?“ fragte er und fuhr mit seiner Zunge von einem Hüftknochen zum anderen. Mein Herz stolperte und ich krallte meine Hände in sein Haar, wollte ihn nicht loslassen. Er biss in meinen Oberschenkel, der von meiner Jeans entblößt war. Fuck. Fuck. Fuck. Oh Gott!
„Antworte mir, Bella!“ flüsterte er gegen meine erhitzte Haut und ich schauderte heftig.
„Ich habe nicht geschlafen. Was genau tut dir leid?“ fragte ich um ihn abzulenken. Denn ich glaubte nicht, dass mein Herz noch mehr  aushalten könnte.
„Dass ich nicht dort war, als dieser Typ dir das angetan hat.“ Sein Kopf lag auf meinem Bauch und ich streichelte sein Haar.
„Du warst dort. Wärst du nicht dort gewesen, wäre ich bereits tot. Außerdem habe ich mich auch selbst gewehrt.“ Ein bisschen stolz durfte ich schon auf sich selbst sein.
„Wie genau hast du das angestellt?“ fragte er mich.
„Mit einer Nagelfeile.“ grinste ich bei der Erinnerung. Fuck, und als Edward danach auf den Boden fiel, dachte ich, dass er tot wäre – und ich wollte auch sterben.. Ich presste ihn automatisch fester gegen mich.
„Du weißt nicht, wie leid mir alles tut, Bella. Überhaupt, dass du das alles mitansehen musstest. Ich hätte es besser wissen müssen, ich hätte dich beschützen müssen.“ Er küsste meinen Bauch.
„Glaub mir, Edward, in diesem Moment wollte ich auf keinem anderen Ort der Welt sein. Zusammen können wir Berge bewegen, weißt du? Zusammen können wir alles schaffen.“ Ich kraulte seinen Nacken und er sah dann wieder auf.
Er sah mich mit diesem gewissen Cullen-Blick an, der eine Gänsehaut auf meinem ganzen Körper bewirkte. Intensiv. Mit seinen grünen Augen, die wirkten, als würden Flammen in ihnen aufgehen.
„Miss Swan, ich will, dass es dir gut geht. Ich will dich glücklich und zufrieden. Und mein. Du bist mein. Mein Mädchen. Ich liebe dich. Ich liebe dich so fucking sehr, dass ich fühle, wie mein Herz vor Liebe anschwillt.“ Ich biss auf meine Unterlippe und sah ihn an.
„Dein, Baby. Nur dein. Und du bist mein, Edward Cullen. Allein mein. Ich liebe dich, so sehr, dass ich es nicht in Worte fassen kann.“ Er hatte den Kopf auf die Seite gelegt und sah mich an, grinsend und verliebt. Plötzlich legte er seine Handfläche zwischen meine Brüste und grinste mich an. „Es schlägt für dich, Baby.“ Wider Erwartung zog er mich fest an sich, küsste mich, hart auf den Mund und ich küsste ihn genauso leidenschaftlich zurück. Seine Zunge suchte wieder die meine und diese zwei nahmen alles voneinander, spielen miteinander und kämpfen füreinander. Atemlos drückte ich ihn von mir weg, weil ich fühlte, dass mein Körper es nicht mehr aushielt. Vor dem Spiegel richtete ich mein Haar, versuchte etwas gegen meine geschwollen Lippen zu tun, aber die   ein hoffnungsloser Fall, also fing ich meine türkisfarbene Bluse zuzuknöpfen. Allerdings stellte sich Edward hinter mich, sah mich an  im Spiegel, sah meine glitzernden Augen, die geweiteten Pupillen, die roten Wangen und meine geschwollen Lippen. Mein ganzer Körper stand unter Flammen und er schien es zu bemerken. Vielleicht fühlte er dasselbe, aber es ist schwer zu sagen, weil Edward so cool wirkte.

„Lass mich dein Held sein, Bella.“ flüstert er gegen meine Schläfe. Meine Lider flatterten wieder und ich wurde schwach in seinen Armen. Er stand dicht hinter mir und ich lehnte mich an ihn. Oh bitte, Edward. Bitte! Sein Daumen malt kleine Kreise auf meine Oberschenkel, der von meiner Jeans nicht bedeckt ist. Seine Hand fuhr höher und ich atmete abgehackter. Dann erreichte seine Hand meinen Jeansknopf und öffnete diesen. Mit seiner unverletzten Hand drehte er meinen Kopf zu sich und küsste mich. Ich stöhnte in den Kuss hinein. Seine Männlichkeit drückte gegen mein Steißbein und ich rieb meinen Hintern dagegen. Im selben Moment biss Edward auf meine Unterlippe. Er raubte mir den Atem. Ich wollte ihn in diesem Moment so sehr, wollte fühlen, dass er lebte und atmete.  Dann öffnete er meinen Reißverschluss und ich rieb mich an ihm. Er biss mir wieder in die Unterlippe und fuhr danach beruhigend mit seiner Zunge darüber.
„Darf ich, Baby?“ hauchte er gegen meine Lippen, als seine Finger über den Saum meines Höschens fuhren. Ich nickte, obwohl ich nicht wusste, was er tun wollte. Natürlich konnte ich es erahnen, aber es war etwas anderen zu wissen, was er tun würde. Die Hand seines verletzten Armes fuhr neckisch über den Saum meines Höschens und ich ergriff sie, sah ihn an.
„Du tust dir weh, Edward.“
„Keine Sorge, Kleines. Diese Hand funktioniert noch. Es ist der Arm, der wehtut.“ Er grinste und sah so aus als würde er einen privaten Scherz mit mir teilen wollen. Die andere Hand geisterte über meinen Bauch Richtung Norden und Edward eroberte wieder meinen Mund, damit ich leise war. Seine eine Hand schlüpfte in meine Jeans und ich stöhnte in seinen Kuss hinein. Seine Hand war ruhig zwischen meinen Beinen und zwischen meiner Haut und seiner Hand lag noch mein Höschen. Dann setzte er die andere Hand in Bewegung, die unter meinem Körbchen schlüpfte und er meine rechte Brust in seiner Hand hielt. Ich wimmerte und er küsste mich besänftigend. Ich bog meinen Rücken durch und Edward kaute an meinem Ohrläppchen, während mein Mund wieder zu einem O geformt war. Fuck!
„Edward!“ wisperte ich. Sein Daumen schlüpfte seitlich in mein Höschen und ich hielt wieder die Luft an. Mit seinen Fingern neckt er meine Knospen, drehte und wand sie bis ich nichts als Wachs und Verlangen auf zwei Beinen war. Beim ersten Kontakt von meiner Haut dort mit seinen Fingern, verstecke ich mein Gesicht an seinen Hals.
„Soll ich aufhören?“ flüsterte er gegen meine Stirn. Macht er Witze? Alarmiert sah ich ihn an und legte meine Hand auf seine, so dass er mich nicht so leicht in Stich lassen konnte. Er lachte. „So-so.“ Er küsst meine Stirn. Seine Pupillen waren auch geweitet und er beobachtete unsere Bewegungen im Spiegel. Er bewegte seine beiden Hände gleichzeitig und ich versuche die Gefühle zu absorbieren, die er verursachte. Er verhakte seinen Finger in meinen und ließ mich fühlen. Ich blinzelte, während tausend Gefühle durch meinen Körper kribbelten. Edward drückte unsere Finger gegen meinen geschwollen Lustpunkt und ich suchte sofort seine Lippen. Mit unseren Fingern umkreiste er wieder und wieder meinen Lustpunkt, während er mit der anderen Hand meine Brüste verwöhnt und mit seinen Lippen abwechselnd meine Lippen und meinen Nacken. Haltlos rieb ich meinen Hintern an ihm und er erwiderte diese Bewegung, indem er seine Hüften dagegen bewegte.
„Fühl dich. Fühl wie feucht du bist, allein für mich, Bella. Fühl wie weich du bist und wie sanft. Fühl wie liebenswert du bist.“ flüsterte er in mein Ohr und biss danach hinein, während er die Feuchtigkeit auf unseren Fingern über meinen Venushügel rieb. Danach führte er kleine Kreise mit unseren Fingern dort aus. Edward übte Druck auf meinem Punkt aus und ich fühlte wie meine Beine zu zittern begannen und ich spannte meine Muskeln an. Mein Herz klopfte mir bis zum Hals und jeden einzelnen Schlag fühlte ich in meinen Ohren rauschen.
„Entspann dich, Baby. Versuch nicht dagegen anzukämpfen. Fühl es, Baby.“ Jedoch konnte ich mich nicht entspannen, weil ich Angst hatte, dass meine Beine nachgeben würden. Es hatte sich etwas Gewaltiges in mir aufgebaut – etwas, das ich noch nie zuvor gefühlt hatte. Mit der anderen Hand umfasste ich Edwards Oberarm, der nicht verletzt war, doch er nahm auch diese Hand in seiner und massierte mit unseren beiden Händen meine Brüste. Seine Hand bewegte er weiterhin in keinen Kreisen dort unten und die andere neckte meinen Oberkörper, so dass sich mein ganzer Körper verspannte und ich nichts mehr aufnehmen konnte. Keine Berührung, keine leidenschaftlichen Küsse und keine elektrisierenden Worte. Meinen Rücken bog ich durch und drückte somit meinen Oberkörper gegen Edwards und meine Hand. Dort unten krallte ich meine Finger in seinen Unterarm, weil ich nicht mehr konnte, doch Edward befriedigte mich mit seiner ganzen Hand. Ich warf meinen Kopf auf seiner Schulter und er führte unsere Hände zu meinem Hals, drehte meinen Kopf zu ihm und verwendete meinen Daumen dafür, über meine O-förmigen Lippen zu fahren.
„Shhht!“ flüsterte er, begleitete mich jedoch durch die Wellen, die meinen ganzen Körper erschütterten. Als diese Wellen mich heftiger erschütterten, stoppte Edward die Bewegung seiner Hand, schlang sie jedoch um meinen Bauch, weil meine Beine sich wie Wackelpudding fühlten. Es pulsierte stärker dort und ich fühlte, dass ich losließ. Es breitete sich eine allumfassende Wärme durch meinen ganzen Körper, die sich so heiß wie Lava anfühlte. Danach folgte die völlige Entspannung, die ich sogar in meinen Kochen fühlte. So entspannt hatte ich mich noch nie in meinem Leben gefühlt, gleichzeitig war ich aber unglaublich müde.
„Du hast nicht geschrien.“ stellte er fest und ich schüttelte meinen Kopf, benommen. Hätte ich schreien sollen?
„Nein, habe ich nicht!“ Er lächelte mich stolz an. „Aber das heißt nicht, dass ich nicht wollte!“ Er küsste zärtlich meine Lippen, schloss meinen Jeansknopf und den Reißverschluss.
„Zieh dich an, Baby.“ flüsterte er rau, mit heißerer Stimme. Ich gehorchte und schloss die Knöpfe meiner Bluse.
„Komm, ich helfe dir beim Händewaschen.“ flüsterte ich, weil ich wusste, dass er seinen Arm nicht überanstrengen sollte.
„Wer sagt, dass ich diese Hand waschen werde?“ fragte er grinsend. Oh! Nicht?
„Willst du diese Hand nie mehr waschen, Cullen?“ fragte ich ihn mit erhobener Augenbraue.
„Nein, nie mehr.“ grinste er frech. Oh, er wusste, was er mit seinen Fingern anstellen konnte. Dieser Bastard!
„Heißt das etwa, dass ich diese Hand nie mehr fühlen werde?“ fragte ich ihn besorgt. Er lachte!
„Wann immer du willst, Baby. Ich steh dir ganz zu Verfügung. Ich bin dein.“ Oh mein Gott! Hatte er das gerade wirklich gesagt? Ich fühlte mich noch ein bisschen verwirrt wegen dem was zuvor passiert war – ihr wisst schon, was ich meine. Plötzlich wurde ich unglaublich schüchtern und errötete.
„Was ist?“ fragte er und küsste meine Wange. Danach erblasste es. „War es nicht gut? Hat es dir nicht gefallen? Bereust du es?“ Seine Augen riss er weit auf. Oh nein, Baby, es war besser als alles zuvor. Niemals hätte ich es mir so gut verstellen können. Aber stattdessen biss ich mir auf die Lippe und grinste ihn schüchtern an.
„Was ist mit dir?“ fragte ich. Er erhob die Augenbraue und sah mich schief grinsend an.
„Miss Swan, machst du dir Sorgen, dass es mir keinen Spaß gemacht hat?“ fragte er mich und küsste meine Lippen, die ich zu einem Schmollmund verzogen hatte. Nein, es war nur – ungerecht. Das hatte nur mich umgehauen – so richtig umgehauen. „Mach dir keine Sorgen um mich.“ Er hatte eine solche Körperbeherrschung, dass ich das fast unmöglich fand. „Das war nur für dich, Kleines. Ich wollte, dass du entspannst und glücklich bist.“ Er küsste mein Haar.

„Und jetzt hilf mir, meine Hände zu waschen.“ Während wir die Seife auf unsere Hände verteilten und wir unsere Handflächen gegeneinander rieben, blickten mir tiefe smaragdgrüne Augen in meine. So tief, dass er mir in die Seele blicken konnte. Ich lächelte ihn schüchtern an.
„Miss Swan, verschließt du dich vor mir?“ fragte er mich und küsste mein Ohr. Ich war kitzelig und versuchte Edward von meinem Ohr zu vertreiben. „Vorhin hat es dich nicht gestört.“ sagte er mir, ein bisschen verletzt. Er schmollte.
„Vorhin, mein lieber Mister Bodyguard, hatte ich nicht meinen ganzen Verstand bei mir.“ hauchte ich gegen seine Lippen und konnte nicht verhindern, dass er meine Lippen attackierte, während ich unsere Hände unter dem Wasser hielt um die Seife abzuspülen.
„Du bist das Reinste und Beste, das ich je in meinem Leben hatte. Geh nie weg, Bella. Und ich werde dir meine ganze Welt zu Füßen legen. Mein Herz hast du bereits.“ Oh mein Gott! Schockiert sah ich ihn an, während ich meine Hände abtrocknete und ihm ein paar Tücher reichte, damit er seine abtrocknen konnte. Ich konnte ihn nicht ansehen. ´Seine ganze Welt zu meinen Füßen.´ Wollte ich das?  Ich wollte nicht mit meinen Füßen auf seine Welt treten. Ich wollte mit ihm in einer Welt leben. In unserer kleinen Welt. Wo nur wir zwei zählten. Ich schlang plötzlich meine Arme um ihn und vergrub meine Nase an seiner Halsbeuge.
„Hey..“ flüsterte er grinsend. Er drückte mich ein Stück weg um mir in die Augen sehen zu können.
„Nicht deine Welt zu meinen Füßen, Edward.“ Ich schüttelte den Kopf und er sah mich fragend an. „Lass uns eine eigene Welt aufbauen. Eine Welt in der wir glücklich sind. Auf der nur wir zwei existieren. Du bist mir unglaublich wichtig, Edward. Ich liebe dich mehr als alles andere auf dieser Welt.“ Er streichelte mit seinem Zeige – und Mittelfinger über meine Wange.
„Eines Tages wirst du mich heiraten, Miss Swan.“ Er war so überzeugt von sich selbst und lächelte mich schief an. „Willst du?“ fragte er mich. Ich grinste ihn an. Was hatte ich schon für eine andere Wahl? Mein Herz klopfte plötzlich laut und ich konnte nicht verhindern, dass mich seine Worte umhauten. Seine Frau, er wollte, dass ich seine Frau werde.
„Eines Tages, ja.“ antwortete ich und er gab mir sein schönstes Lächeln.
„Eines Tages.“ testete er die Wörter. Danach nickte er. „Eines Tages.“ versprach er. Edward Cullen würde mein Ehemann sein, eines Tages, wenn ich älter und klüger werde.
„Weißt du noch? Unsere vier Kinder?“ fragte ich ihn grinsend.
„Ich nehme dich beim Wort, zukünftige Mrs. Cullen.“ Nimm mich überall hin, wo du hingehst, Edward, dachte ich. Mrs. Cullen, das klang gut in meinen Ohren. Das klang sehr gut!




~MB~






„Was habt ihr da so lange gemacht?“ wollte Alice wissen, als wir unseren Platz erreichten und gegenüber Alice und Rose saßen.
„Umm...“ begann ich, doch Edward kam dazwischen.
„Bella hatte da drinnen Dinge zu erledigen – und ich habe davor gewartet.“ redete mein zukünftiger Ehemann sich heraus. Wow, konnte er lügen.
„Was für Dinge?“ fragte Alice neugierig. Edward zeigte ihr seinen Na-welche-Dinge-wohl-Blick. Rose stieß ihr den Ellbogen in die Rippen und Alice zischte.
„Alice, lass die beiden in Ruhe. Du bist nur schlecht drauf, weil dein Freund schon weit weg ist, Ally.“ Rose zeigte mir ihren Ich-weiß-was-da-drinnen-vorgefallen-ist-Blick und ich versuchte ihrem durchdringenden Blick auszuweichen.
„Aber Rose, sie sehen beide anders aus. Findest du nicht auch?“ Rose nickte. Alice beruhigte sich danach.
„Alice, Rose, ich bin mir sicher, dass ihr beide ein Leben habt, um das ihr euch kümmern müsst.“ Edward lächelte beide charmant an. Alice riss die Augen auf und Rose begann zu lachen.
„Das war jetzt so klar, dass du das sagen wirst, Cullen.“ erwiderte Rose.
„Ich finde, dass wir alleine eine Runde schlafen sollten. Immerhin dauert dieser Flug noch ein Paar Stunden.“ flüsterte ich schläfrig und Cullen – mein zukünftiger Ehemann – bot mir seinen unverletzten Arm an, um mich daran anzulehnen. Ich grinste ihn schüchtern an und meine Wangen wurden warm, als ich daran dachte, was vor einigen Minuten vorgefallen war. Seine Finger an mir – mhmm – genüsslich schloss ich die Augen. Ich schlang meine beiden Hände um seinen Oberarm und hielt ihn fest.
„Schlaf jetzt, Kleines.“ flüsterte er gegen mein Haar. Ich gehorchte und tatsächlich driftete ich einige Minuten später weg.


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http://www.youtube.com/watch?NR=1&v=YqZTm5n9xHw&feature=endscreen
(Enrique Iglesias-Ring my bells)
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Ich träumte von magischen Fingern, elektrisierenden Worten und einer allumfassenden Wärme. Es war ziemlich dunkel als ich meine Augen aufschlug. Mir gegenüber schlief Alice auf Rose´s Schoß und ich rieb mir die Augen. Verschlafen und nicht an die Dunkelheit gewöhnt, sah ich mich um und blickte in zwei leuchtend grüne Augen.
„Hi.“ hauchte ich.
„Hey, Miss Swan.“ Er grinste wieder sein schiefes Lächeln.
„Wie lang habe ich geschlafen?“ fragte ich, setzte mich ruckartig auf. Etwas lag schwer um meine Schultern und als ich danach griff, fühlte ich das weiche Leder – es war seine weiche, gut riechende, braune Lederjacke. Ich liebte seine Lederjacke, so wie ich ihn liebte. Nein, ihn liebte ich noch mehr.
„Eine gute Stunde.“ antwortete er und sah mich wieder forschend an. Ich vergrub meine Nase in den Kragen seiner Jacke und er sah mich mit seinen glühenden Augen an.
„Hm.“ machte ich genießerisch. Sein Duft, der auf seiner Jacke klebte, strömte in meine Nase.
„Hm? Hast du nichts mehr dazu zu sagen?“ fragte er mich amüsiert.
„Hm?“ machte ich diesmal absichtlich. Er grinste und schüttelte belustigt den Kopf.
„Okay, hm, Miss Swan.“ Er machte es sich gemütlich in seinen Sitz und ich blickte ihn an. Danach erhob einladend seinen Arm und ich lehnte meinen Rücken seitlich gegen seine Brust, sein Arm ist um meinen Oberkörper geschlungen und er liebkost mein Gesicht. Es war niemand dort, der diese kleine Berührung verspotten könnte. Rose und Alice wussten beide, dass wir uns liebten. Vom Personal schien niemand da zu sein und ich war froh darüber.
„Wie fühlst du dich?“ fragte er mich danach, während seine Nase in meinem Haar vergraben war. Ich drehte mein Gesicht zu ihm und sein Gesicht ist mir viel zu nahe. Sein Duft strömt mir geradewegs in die Nase und ich kuschle mich näher in seine Lederjacke hinein, mit der ich bedeckt war. Meine Augen flattern wieder und ich atme seinen Geruch ein. Alle meine Sinne sind wieder aktiv und nehmen Edward´s Wärme auf.
„Guuuuut.“ grinste ich – wieder einmal grinst er mich an und haucht einen sanften Kuss auf meinem Kopf.
„Also guuuuuuuuut?“ fragte er nochmal nach.
„Besser als je zuvor. Geborgen. Entspannt. Glücklich.“ Ich nicke in seine Richtung, als wollte ich ihm sagen, dass er der Grund dafür war. Ich spielte mit seinen Finger, die auf meinem Bauch liegen, inspiziere jeden einzelnen näher. Er hatte schöne, lange Finger – ich hatte seine Finger total gern. Sogar selbst musste ich bei diesem Gedanken lachen und er küsste wieder einmal mein Ohr.
„Was ist so witzig, Miss Swan?“ fragte er interessiert. Ich drückte meine Handfläche gegen die seine und sah, dass meine Hand um ein oder zwei Zentimeter kleiner war.
„Ich mag deine Finger.“ flüsterte ich, wurde sofort rot – als ich realisierte wie sehr ich seine Finger mochte.
„So?“ Er biss in mein Ohrläppchen und ich hob automatisch meine Schulter um mein Ohr vor seiner Attacke zu schützen. Mit seiner Hand umfasste er mein Gesicht und drehte meinen Kopf zu ihm.
„Und ich mag deine Haut, Bella. Ich mag sie sehr. Ich mag es auch, wenn du rot wirst. Außerdem liebe ich es, wenn du mir sagst, dass du mich liebst.“ Er sah mir tief in die Augen und ich sah ihn ein bisschen perplex mit offenem Mund an. Mit seinem Daumen zog er die Konturen meiner Lippen nach. „Ich habe niemals gedacht, dass ich jemanden so lieben könnte.“ flüsterte er mehr für sich, aber ich hörte es dennoch. Warum musste er auch so romantisch sein? Mein Herz konnte so viele süße Dinge nicht aushalten. Ich ergriff benommen seinen Daumen und hauchte einen kleinen Kuss drauf.
„Hör auf so romantisch zu sein oder mein Herz wird versagen, Cullen.“ wisperte ich und sah ihn grinsend an.
„Ich brauche dein Herz, Bella.“ Oh, hör auf, sonst schmelze ich in deinen Armen, Edward.
„Du hast es bereits.“ ehrfürchtig fahre ich sein Gesicht nach, fühle seine Bartstoppeln in meine Hand piekste und liebkose sein liebes Gesicht. Er spielte mit meinem Haar, zwirbelte meine Haarsträhnen in seinen Fingern und kitzelte meine Nase damit. Ich schlug lachend seine Hand weg.
„Leute, hier gibt es Menschen, die hundemüde sind. Könnt ihr aufhören so herzlos zu sein?“ jammerte Alice und kuschelte sich an Rose, die schlafend das Gesicht verzog und ihren Kopf auf die andere Seite drehte.
„Das ist deine Schuld.“ tadelte ich Edward und er verdrehte seine Augen. „Shh, ruhig, Cullen. Schlaf jetzt.“ murmelte ich und legte meine Hand über seine Augen, tat so als könnte ich zaubern und ihn somit dazu bringen, einfach einzuschlafen. Als ich meine Hand wieder wegnahm, hielt er die Augen geschlossen und tat so als würde er schnarchen. Ich schmunzelte, kuschelte mich an ihn und schloss auch meine Augen.

Mein Baby, mein Edward, ich liebte ihn so sehr.




~MB~






Es war nach Mitternacht als wir unser Haus erreichten. Ich hatte die Mädels gebeten bei uns zu bleiben und hier zu übernachten. Schließlich war unser Haus nicht gerade klein. Richard hatte uns auf dem Sea-Tac erwartet und ich hatte ihn so vermisst, hatte ihn so fest in meine Arme geschlungen wie ich nur konnte. Danach bekam er von mir sogar ein Küsschen auf die Backe. Er war mein Großvater, den ich nie hatte. Er war mir manchmal näher als mein eigener Vater.

„Bella, Kindchen, geht es dir gut?“ fragte er mich und ich grinste.
„Ja, Richy, mach dir keine Sorgen. Kannst du uns bitte nach Hause fahren. Wir sind alle unglaublich müde von der Reise.“ lächelte ich und stieg in den Wagen. Beide Mädels und mein Ritter in der glänzenden Rüstung stiegen ebenfalls ein. Richy erzählte uns, was passiert war, während wir außerhalb Seattle waren. Es war mal eine Abwechslung ihn so lang reden zu hören. Eigentlich sprach dieser Mann nie sehr viel. Schon gar nicht, während er fuhr. Aber vielleicht lag das auch an meinem Dad, der ein unverbesserlicher Kontroll-Freak war.

Bald danach waren auch schon vor dem Haus. Alice staunte kurz und fragte mich, ob ich wirklich hier wohnte. Ich nickte nur. Was meinte sie?
„Das sieht ja fast aus wie ein Schloss.“ hauchte Alice überrascht. Ich zuckte nur die Achseln und öffnete unsere Haustür. Im Foyer brannte noch das Licht. Vielleicht schliefen ja alle anderen. Die Mädels folgten mir und Edward hatte Mühe meinen Koffer und eine Reisetasche, die er über dem Koffer abgestellt hatte, über die Schwelle zu tragen.
„Geht schon rein. Fühlt euch wie Zuhause.“ Ich eilte zu Edward um ihm zu helfen und er rollte die Augen.
„Warte, gibt her.“ Ich nahm ihm die Reisetasche ab und er winkte mich ab.
„Es geht schon, Bella. Geh rein!“ Stur sah ich ihn an und er blickte mir einen Moment in die Augen. „Wir können auch hier an der Schwelle deines Zuhauses die Nacht verbringen, wenn dir das lieb wäre.“ meinte er sarkastisch und ich rollte die Augen. Ja, schon gut. Ich wollte nur helfen. Er ließ meinen Koffer im Foyer gegen die Wand gedrückt stehen und nahm mir seine Reisetasche ab, während ich in Richtung Wohnzimmer ging.
„Mi amor, Bella?“ meine Nana kam um die Ecke und sah mich fremd an.
„Nana!“ rief ich und lief in ihre Richtung. Ich hatte die alte Frau vermisst. Sie wickelte mich in eine warme, mütterliche Umarmung ein und ich atmete ihren Geruch ein. Meine Nana!
„Mi amor, weißt du welche Sorgen wir uns gemacht haben, als sie uns sagten, dass man dich gekidnapped hätte? Oh, den heiligen Seelen sei Dank bist du wieder hier.“ Ich hauchte ihr einen kleinen Kuss auf die runzlige Wange.
„Ich weiß, Nana. Mach dir keine Sorgen. Jetzt bin ich ja hier. Dank deinen Seelen und Edward.“ Er stand im Türrahmen und beobachtete uns. Nana ließ mich los, nur um Edward an ihren rundlichen Körper zu drücken.


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http://www.youtube.com/watch?v=r_8ydghbGSg&feature=related
(Demi Lovato - Skyscraper)
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„Komm her, mi hijo, lass dich drücken! Oh danke, danke, danke, dass du meine Kleine gerettet hast.“ Edward verzog das Gesicht bei den ganzen Küssen, die Nana ihm gab. Er lachte hell und hauchte meiner Nana einen Kuss auf die Stirn.
„Schon gut, alte Dame.“ lächelte er sie schief an. Meine Nana sah mich fragend an und ich zuckte die Schultern.
„Alte Dame? Alte Dame ist deine Großmutter.“ Meine Nana gab ihn einen Klaps auf den verletzten Oberarm und Edward krümmte sich vor Schmerzen.
„Meine Großmutter ist eine alte Hexe.“ stieß er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.
„Edward.“ tadelte ihn Alice, die in streng ansah und sich an de Keksen vergriff, die in unserem Wohnzimmer auf dem Couchtisch standen.
„Verschon mich, Alice.“ knurrte er und ich ging zu ihm, um seinen Arm zu untersuchen.
„Tut es sehr weh, Mister Bodyguard?“ fragte ich und sah durch meine Wimpern hindurch zu ihm hinauf. Es wirkte wirklich! Er sah mich mit seinem glühenden Cullen-Blick und vergaß für einen Moment seine Schmerzen.
„Geht schon, Isabella.“ Oh, jetzt war ich wieder Isabella? Ich konnte mich nicht erinnern, wann er mich zuletzt so genannt hatte.
„Es ist ganz cool hier.“ kommentierte Alice unser Wohnzimmer. Meine Nana trat ein und ich machte sie mit Alice bekannt. Meine Nana mochte Alice auf Anhieb, denn sie fragte sie sofort höflich, ob sie etwas essen wollte und nannte sie ´hija´, was Tochter bedeutete. Ich legte mich auf die Sitzecke und hob meine Beine auf die Rückenlehne, während ich selbst – wie Alice zuvor – an einem von Nana´s leckeren Keksen knabberte.
„Macht ein bisschen Platz da!“ kommandierte Edward und ich erhob meinen Kopf, damit er sich unter meinem Kopf setzen konnte. „Danke!“ sagte er dann sanft.
„Oh, ich will zu Emmett zurück!“ rief Rose und umarmte einen kleinen Kissen, den sie dort vorfand. „Und ich zu Jasper, Rose. Los alle auf die Kekse. Wir müssen Frustessen. Dann geht der Liebeskummer weg.“ Rose rollte die Augen und Alice stürmte als einzige auf die Kekse. Edward schüttelte den Kopf über seine Schwester und Rose spielte mit dem Kissen in ihren Händen.
„Oh, ihr seid alle solche Spielverderber.“ jammerte sie danach und knabberte an einem weiteren Keks, den sie so ehrfürchtig in ihren Händen hielt, als wäre es der letzte Keks auf dieser Welt. Ich versuchte nicht zu grinsen.
„Ally, komm her, lass dich drücken.“ Ich stand auf und setzte mich neben sie. „Warte, lass mal diesen Keks.“ Ich nahm ihn ihr weg, sie sah aus als wollte sie protestieren, doch dann schlang ich meine Arme um ihre Schultern und hielt sie.
„Oh, Bella.“ schniefte sie und Edward verdrehte die Augen. Ich hielt meinen Zeigefinger vor dem Mund.
„Warum rufst du Jazzy einfach nicht an!“ schlug ich vor. Alice´Augen leuchteten sofort auf und Edward schüttelte den Kopf.
„Wisst ihr wie spät es jetzt in New York ist? Ich glaube nicht, dass Jasper allein geweckt werden will, um Alice weinen zu hören.“ Meinte er stirnrunzelnd. Ich warf Rosalie´s Kissen nach ihm, letztere protestierte zwar, aber das half ihr nicht sehr viel.
„Das. War. Mein. Kissen. Bella.“ grummelte Rose. Edward duckte sich und weichte dem Kissen charmant aus. Dieser Bastard!
„Sorry!“ entschuldigte ich mich bei Rose.
„Soll ich ihn jetzt anrufen?“ fragte Alice mich und ich zuckte die Achseln.
„ICH würd es tun.“ sagte ich in Edward´s Richtung und er sah mich provokant an. Seine Augenbraue war hochgezogen.
„Frauen!“ sagte er augenverdrehend.
„Sag das nochmal und ich knall dir eine, Edward. Es wird mir überhaupt nicht leidtun, dass du entmannt bist.“ Ich verschluckte mich an meiner eigenen Spucke, als ich Rose´Gesagtes hörte. Edward´s Grinsen verschwand, er sah mich mit giftigen Blicken an und ich versuchte nicht zu lachen, jedoch konnte ich mich nicht lange halten.
„Schön, dass du dich amüsierst, Miss Swan. Das Lachen wird dir bald vergehen.“ drohte er mir und ich stoppte, biss auf meine Lippe um nicht weiter zu lachen.
„Alice, diese zwei Menschen hier, sind wirklich verrückt.“ wunderte sich Rose. Alice beugte sich zu Rose und flüsterte sehr geheimnisvoll. „Verliebt. Verliebt heißt das Wort, Rose.“ Ich rollte verspielt die Augen, war richtig gut gelaunt, doch mein Mann dort drüben schmollte. Oh mein Gott, Cullen schmollte.
„Tut mir leid, Cullen. Du bist nicht entmannt. Wirklich nicht!“ schmunzelte ich.
„Erst wenn das Lächeln verschwindet werde ich dir glauben, Bella.“ Ich versuchte es wieder ohne dem Lächeln. „Oh, jetzt gefällst du mir gleich viel besser.“ murmelte er und warf den Kissen nach mir – wiederholte meine Geste von vorhin. Ich duckte mich und brach mir dabei fast den Nacken.
„Au!“ rief ich, lag flach auf dem Boden und konnte mein Lachen nicht aufhalten.
„Sie liegt auf dem Boden und lacht.“ Alice und Rose schlossen sich mir an und begannen auch zu kichern. Edward sah nach mir und legte sich neben mich auf den Boden.
„Geht es dir gut, Bella?“ fragte er und ich nickte lachend, hielt mir den Bauch. Er grinste mich schief an. Er schien glücklich zu sein.
„Dir?“ fragte ich und wischte mir die Lachtränen aus den Augenwinkeln.
„Solange ich dich lachen höre.“ murmelte er und ich stützte mich auf meinen Ellbogen ab und sah ihn an. Alles in meinem Bauch zog sich erwartungsvoll zusammen und ich biss meine Unterlippe.
„Hey, was macht ihr da unten? Nehmt euch gefälligst ein Zimmer.“ Das war Rose, die lächelnd die Augen rollte. Ich stand auf und reichte Edward meine Hand, die er ergriff und sich von mir hochziehen ließ. Nana brachte aus der Küche diverse Dinge zum Essen und wir stürzten uns alle vier drauf, weil wir hungrig waren. Sie grinste uns an, als sie sah, wie ihr Gekochtes schnell verschlungen wurde. Jeder lobte Nana´s Essen mit vollem Mund. Mit ´hmmhmmm´ oder ´mhmhmmmmmmm´ oder anderen Lauten, aber sie verstand das Lob und lächelte. Diese Frau lächelte, seitdem ich sie kannte.
„Ich hörte, meine Tochter wäre da.“ hörte meine die sanfte Stimme meiner Mum. Ich leckte mir die Finger ab und sah auf. Alle Blicke wurden auf mich gerichtet. Ich konzentrierte mich auf Edward´s Gesicht. Er nickte in Richtung meiner Mum und ich wischte mir die Hände auf einer Serviette ab und stand auf. Sie trug ein langes Nachthemd und einen Morgenmantel drüber. Ihr braun-rötliches Haar fiel in Locken über ihre Schultern. Meine Mum! Sie hatte die Arme vor ihrer Brust geschlungen, so als versuche sie sich selbst daran zu hindern mich zu berühren. Sie tat mir plötzlich leid. Als ich sie erreichte schloss ich sie in meine Arme. Mum! Mum! Ich schloss meine Augen und versteckte mein Gesicht an ihrer Halsbeuge. Sie war im ersten Moment überrascht, doch danach legte sie sanft ihre Hände auf meinen Rücken.
„Mum.“ entfuhr es mir erstickt. „Mum. Mum!“ Es fühlte sich an, als würde ich das Wort zum ersten Mal aussprechen. Ich begann laut zu schluchzen und sie weinte auch.
„Oh, Bella. Mommy ist da, Baby. Mommy ist da!“ Ich umarmte sie fester und atmete ihren Duft ein. Meine Mum! Es fühlte sie an, als würde ich meine Mum zum allerersten Mal sehen. Als hätte ich sie erst jetzt kennengelernt. „Sie hat mich Mum genannt, Nana. Sie hat mich Mum genannt.“ sagte meine Mum zu Nana. Sie streichelte mein Haar, während ich sie hielt und weinte. Ich weinte. Weinte. Weinte. Sie hielt mich. Sie hielt mich wirklich. Meine Mum. Meine Mommy. Danach lösten wir uns voneinander, weil wir sonst nicht aufhören würden zu weinen. Sie wischte mit ihren Däumen meine Tränen weg und ich tat es ihr gleich – bei ihr. Wir lächelten uns an. Meine Mum hielt meine Hand und wollte sie gar nicht loslassen. Rose lächelte. Alice sah ein bisschen perplex drein. Nana weinte und wischte sich die Tränen mit ihrem Ärmel ab. Mein Mann jedoch sah mich mit seinem warmen Ich-liebe-dich-Blick an. Ich lächelte ihn dankbar an.
„Danke.“ formte ich mit meinen Lippen. Er legte seine Hand gegen seine Stirn und salutierte mich. Ich grinste. „Ich liebe dich.“ formte ich mit meinen Lippen wieder. Er lächelte und formte ´Ditto, Baby´ mit seinen Lippen. Ich sah wieder zu meiner Mum, die mich mit aller Liebe, die sie aufbringen konnte, ansah. Ich lächelte sie an.

Sollte ich versuchen meine Arme um all die Liebe zu legen, die ich für meine Familie und Edward empfand, würde ich es niemals schaffen. Denn ich liebte sie so unglaublich sehr. Von hier zum Mond, über die ganzen Galaxien und zurück. Mein Herz war stark genug sie alle zu lieben. Ich sah meine Mum an und bemerkte, dass ich sie liebte. Genau eine solche Geste hatte mir immer gefehlt. Aber vielleicht war meine Wut nicht mehr stark genug. Vielleicht war die Liebe größer. Meine Liebe zu ihr und ihre Liebe zu mir.

„Komm, Mum. Lass uns zusammen essen.“ sagte ich und sie nickte, während ihr breites Lächeln breiter wurde. Es erleuchtete ganz Seattle. Ich glaubte, es erleuchtete die ganze Welt. Aber es erreichte auch ihre Augen, was mich mehr als glücklich machte. Ich lächelte wieder und war mir sicher, dass das Lächeln die ganze Nacht nicht von meinen Lippen weichen würde.




~MB~