MISTER BODYGUARD
Chapter 17:
Under my skin
Under my skin
Edward Cullen:
Sometime we need someone to simply be there. Not to say anything or fix anything, but to let us know they´re on our side, and that they care for us. - (Verfasser unbekannt)
http://www.youtube.com/watch?v=v-FVihIlU2g
(Justin Bieber ft Big Sean – As long as you love me)
Ich hatte ihr versprochen, dass ich keine Gewalt anwenden würde. Ich hatte ihr gesagt, dass sie mich geheilt hatte. Ich hatte es ihr gesagt. Das Problem war, dass es nicht stimmte. Ich hatte es ihr gesagt, aber ich hatte gelogen. Vor meinen Augen wurde alles rot, als eins und eins zusammenzählte und hörte, was dieser Scheißkerl mit Emma anstellen wollte. Fuck, sie war eine gute Frau, eine gute Mutter. Sie verdiente das nicht. Sie verdiente etwas Besseres. Es machte mich rasend. Es brachte mich um. Nur weil Sam tot war und weil Emma keinen Bruder hatte oder einen Partner, hieß es nicht, dass jeder mit ihr tun und anstellen konnte, was er wollte. Natürlich konnte ich das nicht zulassen. Ich wäre nicht ich, wenn ich es tun würde. Noch rasender machte mich, dass ich Bella angeschrien und beleidigt hatte, dafür gab ich dann auch noch Andy und seiner blöden Gang voller Arschlöcher, die dachten, sie wären etwas Besseres, die Schuld. Himmel! Allein zu denken, dass Bella irgendwann in Emmas Lage stecken könnte. Es brachte mich um. Es machte mich wahnsinnig allein zu denken, dass jemand sie küssen, sie anfassen, sie einatmen konnte; ihre sanfte und weiche Haut anfassen. Die verdammt selbe Luft einatmen könnte wie mein Kleines. Zu denken, dass ich dann nicht mehr da wäre, sie zu beschützen. Dieser Gedanke war wie ein Dolch mitten in meinem Herzen. Mit dem Mercedes, den mir Richard ausgeborgt hatte, war ich wirklich schnell zur Hütte dieser Ratte angelangt. Verdammte fucking Ratte. Ich stieg elegant aus dem Wagen, hielt die Schlüssel in der Hand und blickte einem Typen, der näher betrachtet wie ein Junkie aussah, in die Augen.
„Ein verdammt kleiner Kratzer auf dem Wagen und ich polier den Boden mit euch.“ Die Warnung war klar und deutlich. So wie es gesagt war, so meinte ich es auch. Ich konnte einfach nicht zulassen, dass jemandem wehgetan wurde, den ich liebte. Emma, Gin und Stevie gehörten zu meiner Familie und ich würde niemals zulassen, dass ihnen irgendein dahergelaufener Scheißkerl dachte, er hätte etwas zu sagen oder sich irgendwie zu äußern. Schnell wurde mir gesagt, wo sich dieser berühmte Andy aufhielt und wie ich es mir schon gedacht hatte, versteckte er sich in einem Keller, wie die verdammte Ratte, die er war. Ich musste zynisch grinsen. Ein Typ kam mir entgegen, der ebenfalls so aussah als stünde er unter der Wirkung von Drogen. Wo führte das die Menschen hin? Ich schüttelte nur den Kopf.
„Ich brauche Andy.“ meinte ich schlicht ohne Umschweife. Ich hatte nicht die Nerven herumzulabern und ewig hier zu bleiben. „Du bist wer?“ fragte der Dunkelhaarige und schwankte leicht. Unter seinen Augen waren lange, violette Schatten zu sehen.
„Edward Cullen. Ich muss ihn sehen, sofort!“ meinte ich drängelnd. Der Dunkelhaarige sah mich an, war aber anscheinend geistig nicht anwesend, schwankte weiterhin und grinste blöd.
„Edward Cullen also? Warum musst du mich sehen?“ ein Kerl mit einem Schnurbart, der einer Ratte sogar wirklich ähnlich sah, stand mit gegenüber mit zwei weiteren Typen, die von sich dachten, sie wären das Größte. Weitere Kerle wanderten herum in diesem hässlichen Keller, lagen herum oder jammerten. Dieser Keller war wahrlich ein Ort für Junkies. Dieser Typ schien ihnen Drogen zu verkaufen. Ich registrierte sofort, all das, was ich zuvor gesehen hatte, die Menschen, die auf den Gängen herumsaßen und wie in Trance zu sein schienen Himmel! Mein Dad hatte Recht, ich verpasste nie die Möglichkeit, mich in die größte Scheiße hineinzureiten, die es auf der Welt gab. Ich zog die Gefahr an wie ein verdammter Magnet.
„Ich bin wegen Emilianna hier. Du hast ihren Wagen und ich will ihn zurück. Jetzt!“ forderte ich mit meinen Händen in meinen Taschen. Ich fürchtete mich nicht vor diesen kleinen Kerlchen, die dachten sie wären die größten Gangster auf der ganzen Welt. In New York gab es eine Menge Gangs und die waren größer und durchaus gefährlicher. Also bitte, ein Andy, der von seinen möchtegern Gangstern beschützt wurde, dachte er wäre toll. Als er meine Worte hörte, begann er zu lachen und zupfte an seinem hässlichen Schnurbart, der ihn noch dämlicher aussehen ließ, als er es war.
„Oh, die kleine, heiße Emma hat einen Beschützer.“ Er klatschte begeistert die Hände zusammen und hüpfte vor gespielter Freude. „Das ist ja so romantisch.“ Sein Lächeln verschwand danach und er verschränkte die Arme vor seiner Brust.
„Können wir aufhören zynisch zu sein und ein Abkommen schließen: Du gibst mir ihren Wagen und ich verschwinde. Da profitieren wir beide davon.“ Ich war ruhig, sprach seriös und mit lauter Stimme. Mein Gesichtsausdruck war emotionslos und ich blinzelte nicht einmal. Den Scheißkerl nahm ich nicht mal ernst.
„Warte, Edward Cullen! Du hast mir jetzt wirklich nicht erklärt, was ich von diesem Abkommen bekomme. Was verdammt nochmal profitiere ich, wenn ich dir ihren Wagen zurückgebe?“ fragte er gespielt nachdenklich und zupfte wieder an seinem Bart, der mir allmählich auf die Nerven ging. Verdammte fucking Ratte!
„Du kannst deine Zähne behalten, Andy.“ Ich sprach seinen Namen als wäre es ein Schimpfwort. Dieser erhob grinsend seinen Finger und schwang diesen hin und her vor meiner Nase.
„Wie viel hast du dabei?“ fragte er dann und ich grinste und schüttelte den Kopf.
„Wie viel was?“ fragte ich so, als würde ich nicht verstehen, worüber er sprach.
„Cash, mein Freund.“ Er zuckte selbstgefällig die Achseln und kratzte sich am Kopf.
„Cash?“ fragte ich nochmal nach.
„Ja, Geld. Du weißt doch, diese Papierdinger, die von Frauen für alles Mögliche ausgegeben werden. Die Papierdinger, die Schlampen bekommen, wenn sie mit einem wie mir schlafen.“ Alle seine Köter begannen zu lachen, als hätte die süße kleine Ratte, etwas Kluges gesagt. Ich rollte die Augen. „Gestern als ich sie sah, diese kleine süße Miezekatze waren es drei Riesen. Aber da wir beide ja sowas wie Freunde sind, werden es fünf Riesen. Außerdem kommt es mir so vor als hättest du Cash. Sieh dich doch an, in diesem dunklen Anzug. Reiches Kind!“ Ich musste aus ganzem Herzen lachen, weil der Typ so ein Blödmann war. Im Ernst. Dachte er wirklich, dass wir beide jemals in seinem beschissenen Leben Freunde sein könnten? Ich suchte mir meine Freunde nicht irgendwo aus. Was dachte er, wenn er wohl vor sich hatte? Einen verdammten Blödmann, den man für dumm verkaufen konnte. Den er, dieser Wichser, manipulieren konnte, wie es ihm gefiel. Woah, langsam, Ratte!
„Schlüssel her, Andy. Dann kann ich ruhig gehen und du behaltest hier deinen Junkie-Keller.“ Die Warnung war aus meiner Stimme deutlich zu hören. Er öffnete seine Augen weiter und grinste dämlich.
„Nein, Cullen. Du enttäuschst mich! Glaubst du, dass ich, für das Nichts, das du mir bietest, mir entgehen lassen werde, die heiße Mieze zu fic.....“ Da reagierte mein Körper schneller als mein Verstand und ich verpasste ihm einen Kinnhaken. Der Schmerz breitete sich in meinen Knöcheln aus und Andy schrie schmerzerfüllt auf. Erst dann reagierten seine Männer, die nicht unter Einfluss von Drogen waren und stürzten sich auf mich. Dem Einen trat ich gegen das Schienbein und erledigte ihn mit einem Faustschlag meiner linken Hand, weil meine rechte sich noch nicht vom Kinnhaken erholt hatte, den ich Andy verpasst hatte. Ein anderer stürzte sich auf mich mit einem riesigen Messer und wollte mich zerstückeln, als wäre ich ein Stück Fleisch. Doch während dieser sich auf mich stürzen wollte, duckte ich mich und er griff in die Luft hinein, dann ergriff ich ihn um seine Mitte und drängte ihn gegen die Wand. Nach ein Paar Schlägen war er bewusstlos. Der eine, der bereits auf dem Boden lag, und nach seiner Waffe greifen wollte, um mich zu erschießen, verdiente nur einen Schlag mit meinem Schuh mitten in seiner Magengrube. Zwei Typen standen weiter weg und sahen einander verschüchtert an, dann blickten sie zu mir und ich machte einige Schritte auf sie zu und schon rannten sie um ihr Leben. Andy, die Ratte, lag keuchend auf dem Boden und hielt sein Gesicht in den Händen. Von oben sah ich auf ihn herunter, setzte mich auf ihn, dachte er wäre bereits erledigt, doch er holte aus. Als ich realisierte, dass er mich schlagen wollte, was es zuspät. Das einzige, das ich tun konnte, war, meinen Kopf zu drehen, so erwischte er meine Wange, statt meiner Nase. Fuck! Das kam wirklich unerwartet. Ich griff nach seiner Kehle und drückte zu, weil ich nun wirklich stinkwütend war.
„Du gibst mir die Schlüssel von Emmas Wagen, Andy, oder du wirst eine wunderbare Leiche. Nicht, dass du eine Wahl hast, aber du hast noch eine kleine Chance dein miserables Leben zu konservieren.“ Er röchelte und zappelte mit seinen Beinen unter mir wie ein Fisch im Trockenen. Mit meinem ganzen Gewicht drückte ich auf seine Kehle und seine Augen wurden noch größer, als sie es ohnehin schon waren. Ich zog an seinem Bart und er schrie schmerzerfüllt auf.
„In meiner Hosentasche!“ nuschelte er, röchelnd, jammernd, weinend und schreiend, wie ein Baby.
„So ist es brav, Idiot!“ meinte ich und zog die Schlüssel aus seiner Hosentasche, die einen rot-weißen Pilz auf dem Anhänger hatten, was ja zu Emma passte.
Kaum verließ ich dort den Raum, griff ich einem der Jungs, die noch bei Sinnen waren, an die Schulter und zwang ihn mit Emmas Wagen mir hinterherzufahren. Er war so angsterfüllt, dass er nur benommen nickte. Aus dem Wagen machte ich einen Anruf bei der Polizei, um zu melden, dass Andy mit Drogen dealte. Er würde ein paar Jahre im Knast verbringen und das war auch gut so. Wie viele Leben er wohl zerstört hatte? Auch wenn ich mit meinem aufbrausenden Temperament viel Blödsinn angestellt hatte, war es am Ende doch für etwas Gutes gewesen!
~MB~
Kaum erreichte ich Emma´s Haus, schon begegnete mir eine wahre Furie, die mit die Hölle heiß machte, weil ich mein Wort nicht eingehalten hatte. Während ich sie ansah, wurde mir klar, dass ich mich wie ein Idiot benahm. Wieder einmal wurde mir auch der Unterschied zwischen uns beiden klar. Sie war ihr ganzes Leben in Sicherheit gewesen, sie hatte alles bekommen, was sie sich gewünscht hatte. Ich musste alles selbst erledigen, weil mein Dad dachte, dass er so einen guten Mann aus mir machen würde. Das war ihm dann wohl soweit misslungen. Aber Bella verdiente etwas Besseres, einen Mann, der ihr die ganze Welt zu Füßen legen könnte. Nicht einen, der sich überhaupt nicht kontrollieren konnte, der sie zwar mit seinem ganzen Herzen liebte, es ihr aber auf falschem Weg zeigte. Sie brauchte nicht jemanden, dem der Geduldsfaden schnell riss und sie ihn beruhigen musste. Keinen, der plötzlich rot sah. Sondern jemanden bei dem sie sicher sein konnte, der sie sanft liebte, geduldig und süß. Der sie wie eine Königin behandeln würde und ihr sein Herz einfach schenken konnte. Der keine Probleme hatte und dessen einzige Aufgabe es sein würde, um sie zu sorgen. Jemand für den sie nicht lügen musste und mit dem sie sich nicht verstecken musste. Jemand der vielleicht ein Jahr oder zwei älter war als sie und noch nichts von der wahren Welt wusste. Sie brauchte ihre süße Liebesgeschichte und eine Liebe, die niemals enden würde. Sie brauchte keine Liebe, die wehtat. Ich liebte sie mehr als mein ganzes Leben, mehr als mein Sein und mehr als alles andere auf dieser Welt. Ich fühlte mich schlecht. Ich fühlte mich wie ein verdammter Lügner. Ich verdiente sie nicht. Aber sie war immer dort, mit mir zusammen, in guten wie in schlechten Zeiten. Sie war das Einzige, wofür es sich lohnte weiterzukämpfen, sie war wie ein Funken Licht in der Dunkelheit. Ich wollte sie so verdammt sehr. Ich liebte sie. Denn sie war das Einzige, das mich auf den Beinen hielt, während alles Mögliche um mich herum passierte. Sie war der Festboden unter meinen Füßen, wenn alles andere zerstört war. Aber es war meine Schuld, dass sie ihre ganze Familie für mich betrog.
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http://www.youtube.com/watch?v=F0rwOsAteXM
(Pablo Alboran – Solamente tu)
Lächelnd traten wir mit nassen Kleidern in die Küche, nachdem wir an ihrem Geburtstag an Lindas Grab waren und danach vom Regen erwischt wurden. Wir hatten im Regen getanzt und hatten fast die ganze Party verpasst. Einige Gäste waren schon gegangen. Viele Kellner und Kellnerinnen, die allein für Bellas Geburtstag engagiert wurden, traten in den Garten mit Tabletts voller Champagner. Nana kam in die Küche gerauscht und sah Bella wütend an.
„Wo warst du? Die Gäste haben nach dir gefragt, sie wollten dir alle persönlich gratulieren. Sag, gehört sich das überhaupt für ein Mädchen aus guter Familie.“ Dann blickte sie auf uns herunter und verzog ihren Mund.
„Nana, bitte! Ich war doch nur kurz weg, außerdem habe ich nach dieser Party gar nicht verlangt. Ich wollte meinen Geburtstag gar nicht feiern. Verstehst du nicht, dass ich um meine Schwester trauere?“ Bellas Ausdruck war traurig und Nana zog sie für einen Moment weg, während Renée in den Raum trat und ihren Blick zwischen Bella und mir wandern ließ.
„Edward, wo seid ihr hin verschwunden? Wir haben uns Sorgen gemacht. Außerdem musste ich die Gäste anlügen, dass Bella plötzlich Kopfschmerzen hat und im Bett liegt. Das gehört sich doch nicht.“ sie sah mich tadelnd an und blickte zu ihrer Tochter, die heftig mit Nana diskutierte. Es fielen Worte wie kindisch und unüberlegt und weitere, die ich von meinem Platz aus nicht hören konnte.
„Wir waren an Lindas Grab, Renée.“ sagte ich ruhig und Renées Mund öffnete sich und schloss sich wieder. Diese Prozedur wiederholte sich einige Male. Ihre Hand wanderte zu ihrem Hals und Tränen sammelten sich in ihren Augen.
„Oh, Bella.“ flüsterte sie traurig. „Ich wünschte, Linda wäre hier. Ich wünschte, Gott hätte mich an ihrer Stelle genommen, um nicht mitansehen zu müssen, wie unsere Familie zerfällt, wie meine Kinder leiden und wie der Schmerz wächst. Das Leben geht weiter, aber die Zeit heilt keine Wunden. Linda war so jung. Sie hatte das Recht zu leben.“ Renée schlang ihre Arme um ihre Brust und wirkte für einen Moment wie verloren.
„Nana, genug. Ich bin doch kein Kind mehr. In diesem Moment gibt es nichts Wichtigeres als Linda. Sie ist die beste Schwester, die man sich vorstellen kann. Es kann nicht sein, dass wir sie allein lassen. Nur weil ihr alle vergessen wollt, dass es sie gegeben hat. Sie hat gelebt. Sie hat geliebt. Sie hat es verdient geehrt zu werden. Nur weil ihr alle schwach seid und sie vergessen wollt, heißt es nicht, dass ich eine Party feiern werde, während ich innerlich sterbe und mir wünsche, ich wäre bei meiner Schwester. Sie ist allein. Keiner besucht sie. Glaubst du es fühlt sich gut an, allein gelassen zu werden? Glaubst du, es fühlt sich gut im Stich gelassen zu werden? Ich liebe sie. Ich werde sie immer lieben. Das wird sich niemals ändern. Nur, weil sie tot ist, heißt es nicht, dass wir so tun sollen, als hätte es sie niemals gegeben.“ Bella gestakulierte mit ihren Händen während sie sprach und Nana sah sie einfach entsetzt an, weil sie das anscheinend von Bella nicht erwartet hatte. Dann ließ Bella ihre Nana sprachlos stehen und kam auf Renée und mich zu. „Es tut mir leid, Mum.“ flüsterte Bella und ging aus dem Raum.
„Pass auf sie auf, Edward, ja? Sie ist die einzige Tochter, die ich noch habe.“ Renée legte kurz ihre Hand auf meine Schulter und verließ ebenfalls den Raum. Nana drehte sich wütend zu mir und erhob ihren Kochlöffel.
„Du tust Dinge mit meiner Niňa, die mir gar nicht gefallen. Das Ganze ist auf deinem Mist gewachsen. Was machst du mit ihr? Es wäre besser, wenn du sie in Ruhe lässt.“ Ich wollte schreien, dass ich sie liebte. Dass ich sie nicht verdiente, aber dass ich sie mit all meinem Herzen liebte. „Ich werde herausfinden, was du mit Bella anstellst. Es ist sicher etwas, dass keinem von uns gefallen wird. Die Bella, die ich kenne, hätte das niemals getan. Sie hätte sich nicht getraut.“ Ja, weil man sie mit Ängsten vollgepumpt hatte, wie ein Kaninchen mit Drogen.
„Bella verdient es glücklich zu sein, Nana, finden Sie nicht auch? Und Linda verdient es in Frieden zu ruhen. Ich habe nichts mit Bella. Ich bin nur ihr Bodyguard, der ihren Befehlen folgt und dafür sorgt, dass sie nicht umgebracht wird. Ich bin hier um sie zu beschützen. Dafür zu sorgen, dass niemand sie uns wegnimmt.“ Es war ein Teil der Wahrheit, aber es war das Einzige, was ich Nana verraten konnte.
„Wir wollen doch alle, dass sie glücklich wird.“ Nana sah mich mit einem komischen Blick an, lächelte danach sanft und legte ihre Hand auf meine Wange.
„Ich sehe die Blicke, die ihr austauscht. Ich bin doch nicht blind. Ich habe Augen im Kopf. Verletz sie nicht, oder du wirst es mit mir zu tun haben, Freundchen.“ warnte sie mich wieder mit ihrem Kochlöffel und ich unternahm nichts, um Nana von etwas Anderem zu überzeugen, denn sie hatte tatsächlich Augen im Kopf. Man musste ja blind sein, um nicht zu sehen, wie ich Bella mit meinen Augen auffraß. Mein wunderbares Kleines.
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Es war klar gewesen, dass die Swans nicht wollten, dass Bella ihr eigenes Leben lebte. Sie klammerten sich an ihr fest und ließen mein Mädchen nicht einmal in Ruhe atmen. Sie beschlossen, ihr sogar zu verbieten, das Haus zu verlassen. Da musste ich gleich mal die Augen rollen. Entweder sie hatten kein Vertrauen in Bella oder sie wussten von uns. Vielleicht vertrauten sie mir auch nicht, weil wir in NYC fast getötet worden wären. Aber wir waren es nicht, also verstand ich nicht, wie sie sich vorstellten, Bella einfach zu Hause einzusperren, als wäre sie ein Tierchen. Mein Kleines wurde nicht einmal in der Nähe des Zaunes gelassen, weil sie jemand ja erschießen könnte. Als würde ich jemals zulassen, dass ihr jemand ein Haar krümmte. Solange ich irgendwo auf der Welt atmete, würde meinem Mädchen nichts fehlen. Obwohl ich gelogen hatte, als ich ihr gesagt hatte, dass sie mich in dem Punkt geheilt hatte, dass ich nicht mehr aggressiv war, für einen Moment war es auch für mich selbst wahr gewesen, weil ich selbst daran geglaubt hatte. Ich wollte wirklich ein besserer Mann werden, für sie wollte ich alles sein. Sie musste mir nur sagen, was sie wollte und ich würde es für sie sein.
Was mir mein Mädchen zumutete, als sie begann zu tanzen wie aus einer anderen Welt. Sie hatte alle meine Körperfunktionen zum Stillstand gebracht. Während ich versucht hatte, ihr alle Tricks beizubringen und ihr zu zeigen, wie sie sich wehren konnte, hatte sie geschlafen. Sie war die niedlichste Frau, die ich kannte. Als ich ihr sagte, sie solle mich angreifen und kreativ sein, begann sie einfach so zu tanzen. Während sie tanzte, wanderte ihre Hand über meinen Körper und es brannte, dort wo ihre Hand war, brannte es wie ein Feuer. Es war so fremd. Es war so fremd, aber so gut. Für einen Moment war mein Verstand abgeschalten und ich verlor mich in meinen Fantasien, wie ich sie küsste, wie meine Hände ihre weiche Haut nachzogen, wie meine Lippen ihre Haut liebkosten, wie ich sie sanft und langsam auszog. Als sie dann diesen Spagat machte, schrie ich sie an, dass sie aufhören sollte. Wenn es etwas gab, dass ich nicht unüberlegt und überstürzt tun wollte, dann war es Bella zu lieben. Ich konnte nicht einfach so, ohne Gewissen, mit ihr schlafen. Ich konnte es nicht vermasseln. Das würde ich mir nie verziehen, wenn ich Bella verletzte, wenn ich sie traumatisierte, wenn ich sie verängstigte. Sie war erst 17. Ich wollte nicht, dass sie mit Wut und Trauer auf ihr erstes Mal zurückblicken musste. Wenn ich sie verletzte, würde ich mich mein ganzes Leben lang hassen.
Noch konnte ich mich kontrollieren, weil ich immer mehr trainierte und meine negative Energie und Frustrationen abbaute. Ich baute alles ab, was mich auf blöde Gedanken bringen konnte. Ich trainierte meine Selbstbeherrschung. Außerdem musste ich auch trainieren, weil mein Arm durch die Kugel, die diesen in NYC getroffen hatte, ein wenig in seinen Funktionen beschränkt war. Es schmerzte wie die Hölle, wenn ich diesen erhob, doch mit der Zeit wurde es besser.
Ich wusste nicht, wie ich auf meinen Verstand hören sollte, wenn mein Herz eine andere Sprache zu sprechen schien. Mein Herz wollte alles von Bella. Obwohl mein Verstand mir sagte, dass sie verboten war und wir uns auf einen gefährlichen Grad befanden und eine schmale Linie nachzogen, wo wir einstürzen konnten. Ich wusste nicht, wie ich sie aufgeben sollte, denn das war es, was mein Verstand mir sagte. Ich solle meine Sachen packen und sie ihrem Schicksal überlassen. Ich sollte sie nicht so lieben, wie ich es tat. Ich wollte nicht all das fühlen. Tatsache war jedoch, dass Bella die Einzige war, die mich dazu gebracht hatte, den alten Ring meines Großvaters, den er mir hinterlassen hatte, damit ich ihn der Frau, die ich lieben würde, schenkte, wieder auszupacken und in meine Lederjacke zu stecken. Ich trug ihn schon seit Wochen mit mir herum und wartete auf den Moment. Auf den Moment, wo alles perfekt sein würde. Auf diesen einen Moment, wo wir unglaublich glücklich sein würden. Ein Moment, der unser ganzes Leben vorbestimmen würde. Ein gemeinsames Leben. Es wäre der Moment, von dem wir unseren Kindern und deren Kindern erzählen würden.
Dann passierte jedoch etwas, was niemals hätte passieren sollen. Bella war wütend auf mich, sie war so scheiß wütend, dass ich Angst hatte. Ich dachte, sie würde meinen armen Hintern hinauswerfen, vor die Tür und so. Aber sie war nicht ich, sie tat nicht etwas, das sie bereuen könnte. Stattdessen sagte sie, ich solle sie in Ruhe lassen und ich war ruhig, weil ich ihr noch einen Kuss rauben konnte, bevor sie die Tür vor meinem Gesicht schloss. Ich hatte in meinem Leben nicht geahnt, dass sie den Ring finden würde und ich hatte nicht geahnt, dass ich etwas finden würde, dass mich schockieren würde. Mich, der dachte, er wüsste alles. Mich, den niemand überraschen konnte. Ich fand die ID von Richard alias Roger Swan. Natürlich fehlte es da nur eins und eins zusammenzuzählen, um zu wissen, wer er war. Im ersten Moment wusste ich nicht, was ich tun sollte, aber da beschloss ich mit der Wahrheit herauszurücken.
Bella war schockiert, weil ich ihr die ID von Roger Swan gab, die nicht gefälscht war. Ich war schockiert, weil sie mir die Möglichkeit genommen hatte, sie zu fragen, ob sie meine Braut werden wollte.
Verdammt sei mein Glück!
~MB~
Als Bella die Treppen hinunterrannte, rannte ich ihr hinterher. Im Foyer begneten wir Renée, die uns leicht perplex ansah.
„Mum“ rief Bella und überrümpelte ihre Mutter mit einer Umarmung. Ich blieb stehen und wusste nicht, wohin mit mir.
„Mum, Richard....“ mühsam versuchte Bella zu reden, aber das Einzige, was sie herausbrachte, waren einzelne Wörter.
„Bella, Honey, was ist denn los? Was ist mit Richard?“ Renée war besorgt um ihre Tochter, die die Arme um Renée geschlungen hatte. Nach einigen Momenten sammelte sich Bella, ließ ihre Mutter stehen und rannte aus dem Haus. Ich rannte ihr zwar nicht mehr hinterher, ging aber langsam und geduldig. Ich konnte sie schließlich nicht allein lassen. Ihr Weg führte zur Garage, wo sie auch fündig wurde.
„Dich habe ich gesucht.“ meinte sie, blieb stehen und sah Richard an. Freundlich, wie er immer gewesen war, drehte er sich zu ihr, ließ den Lappen, mit dem er den Wagen gewischt hatte, liegen und lächelte Bella an.
„Bella, muss ich dich irgendwohin bringen?“ Seine Augen strahlten immer mit viel Liebe, wenn er sie ansah. Es war komisch. Bis jetzt hatte ich diesen Blick an Richard, Roger oder wie auch immer er hieß, gar nicht bemerkt.
„Nein, aber du kannst mir sagen, wer du wirklich bist!“ meinte sie ruhig. Viel zu ruhig und viel zu traurig.
„Wie meinst du das?“ fragte Richard, Roger oder wie auch immer.
„Wer ist Roger Swan?“ rief sie laut genug, so dass er sie ruhig verstehen konnte.
„Wie?“ fragte dieser perplex, wurde plötzlich von Kopf bis zu seinen Zehenspitzen, wie ich vermutete, rot. Ich machte mir ein wenig Sorgen, dass er einen Schlaganfall bekommen könnte oder so.
„Wer ist Roger Swan?“ wiederholte Bella ihre Frage nochmal und reichte ihm die ID. „Wer bist du? Bist du Richard oder bist du Roger? Es ist eine ganz einfache Frage.“ Sie zuckte die Schultern und fühlte sich schwach. Ich kannte Bella. Diese Signale verstand ich schon. Sie fühlte sich hintergangen und benutzt, was natürlich verständlich war. Ich hielt mich jedoch im Hintergrund, weil ich die Konversation nicht stören wollte.
„Bella! Was ist hier los?“ Renée kam angelaufen, dicht gefolgt von Nana, die zwischen uns alle hin und her blickte.
„Das will ich auch wissen, Mum.“ Sie stellte keinen Blickkontakt mit ihrer Mutter her. Sie hörte nicht auf, Richard, Roger oder wie auch immer, anzusehen. „Bitte! Ich habe das Recht es zu wissen. Ich habe nie meine Großeltern gekannt, die Eltern meines Dads. Ich muss wissen, woher ich stamme. Ich muss jemandem in die Augen sehen und sagen, dass ich mich wiedererkenne. Bitte, Richy.“ Ihre Stimme zitterte.
„Ich bin Charlie´s Dad. Ja, ich bin Roger Swan und ja, ich bin dein Großvater. Ich wollte dich nicht hintergehen, keinen von euch, aber ich hatte Angst.“ Fuck, die Stimmung kippte um und sogar mich erfasste eine immense Gänsehaut. Die Emotionen krochen aus der hintersten Ecke meines Körpers an die Oberfläche. Bei Roger, der zugegeben hatte, dass er Charlie´s Vater war, schien dasselbe zu passieren. Seine Augen begannen zu leuchten.
„Angst wovor?“ fragte ihn Bella. „Dass wir dich nicht lieben werden? Dass wir dich nicht akzeptieren werden?“
„Ja.“ Ein kaum hörbares Flüstern entkam Roger´s Lippen.
„Wirklich?“ fragte Bella überrascht. Er nickte. „Richy, du warst in meinem Herzen immer mein Großvater. Diese Liebe kann uns keiner nehmen. Mein Herz hat dich erkannt. Mein Herz wusste, wer du bist. Unser aller Herz.“ Er stützte sich auf den Mercedes, weil er ihren Worten anscheinend nicht glauben konnte. Es war so schwer, wenn man dachte, man würde nicht akzeptiert werden. Bella jedoch hatte ein sanftes Herz. Sie wusste nicht, wie sie jemanden hassen sollte. Dafür war sie nicht geboren. Sie war geboren um zu lieben und geliebt zu werden. Mit schnellen Schritten war sie bei ihrem Großvater, stand einige Sekunden vor ihm und legte ihre Arme um ihn. Er stand perplex da und umarmte sie noch einer Weile dann zurück. Ich schluckte schwer um nicht weinen zu müssen. Für beide schien die Welt stillzustehen und für einen Moment fühlten wir alle dasselbe. Für einen kurzen Moment waren wir alle ergriffen von dem, was wir sahen.
Zwanzig Minuten später saßen wir im Wohnzimmer der Swans und lauschten Rogers Erzählen. Bella hatte ihn gebeten, ihr zu erzählen, wie alles begonnen hatte. Sie wollte die Wahrheit wissen und das war verständlich.
„Anabell und ich waren sehr jung, als wir uns das erste Mal begegneten. Ich sah sie auf einer Party in ihrem Haus. Sie war wunderschön. Ich sah zum ersten Mal eine solche Schönheit. Wir sprachen eine Weile miteinander, tauschten Blicke aus und ich glaubte, dass wir uns da schon ineinander verliebt hatten. Ich musste hier in Seattle meine Ausbildung fertig machen, weil man Chief der Polizei nicht in so einem Ort wie Forks werden konnte, wenn man nicht die nötige Ausbildung hatte. Nach vier Jahren kam ich wieder zurück nach Forks und als ich sie wieder sah, hielt ich bei ihrem Vater um ihre Hand an. Nach einigen Monaten heirateten wir. Unsere Ehe war stabil, wir waren glücklich zusammen. Ich arbeitete viel, aber das schien sie nicht zu stören. Sie arbeitete im Haushalt, kümmerte sich um alles. Ich brachte das Geld nach Hause. Einige Jahre vergingen, wir hatten noch immer keine Kinder, aber wir verloren nicht die Hoffnung, dass wir bald ein Kind bekommen würden. Dann kam ein Jüngling nach Forks, der gutaussehend und sehr attraktiv war. Er veränderte mein ganzes Leben. Meine Frau begann über alles zu jammern, dass ich tat oder nicht tat. Alles, was ich tat schien sie zu stören. Sie hackte darauf herum, dass ich so viel arbeitete und dass ich so wenig zuhause war und dass ich mich nicht um sie kümmerte.“ Roger´s Blick verlor sich in die Ferne, während Bella seine Hand in ihrer hielt und gespannt zuhörte. Wir wussten alle, dass Roger uns die Wahrheit erzählte, denn er war ein guter Mann. Trotz allem, liebte er meine Bella und ich wusste, dass er sie niemals verletzten würde. Wenn er es täte, würde er es mit mir aufnehmen. Ehe er weitersprach sah er mir tief in die Augen und bei diesem Blick lief ein kalter Schauer meine Wirbelsäule entlang.
„Was ist dann passiert?“ fragte Bella sanft.
„Nichts. Denn sie wurde schwanger von mir und blieb bei mir. Ich wusste nicht, ob sie glücklich war oder nicht. Denn in der Schwangerschaft weinte sie oft und viel. Aber als Charlie geboren wurde, waren wir glücklich. Sie war keine Frau, die betrog. Anabell hatte eine gute Seele und ein gutes Herz. Charlie, unser einziger Sohn, schweißte uns aneinander. Er gab uns eine Bindung fürs Leben, mehr noch als die Ehe oder etwas anderes. Ein Kind bindet dich an jemanden, ob du willst oder nicht. Anabell kümmerte sich um unseren Sohn, ich wurde befördert und verbrachte nun noch weniger Zeit mit meiner Familie. Wenn man wenig Zeit zuhause verbringt, dann entfremdet man sich von der eigenen Familie. Meine Frau weckte mich in der Nacht auf, schaltete immer die Lampe ein und sah sich mein Gesicht an. Sie sagte, wenn es so weitergeht, würde sie vergessen, wie ich aussehe. Ich wollte meinem Sohn und meiner Frau ein gutes Leben ermöglichen. Ich wollte, dass Charlie und sie es am besten hätten. Also konnte ich nicht weniger arbeiten. Irgendwann, Chalie war ungefähr zehn Jahre alt, einigten wir uns darauf, uns für eine Weile zu trennen. Denn die ganze Sache, machte keinen von uns beiden mehr glücklich. Anabell war immer meine beste Freundin, sie sagte mir immer alles, so war es leichter für uns über alles zu reden. Sie sagte mir, sie wäre nicht mehr glücklich und dass die ganze Situation sie umbrachte. In den nächsten zwei Jahren vertrugen wir uns und stritten uns immer mehr. Charlie hatte es satt, dass wir nicht eine Entscheidung treffen konnten. Wir liebten uns, aber wir konnten nicht mehr zusammen. Unserem Sohn zuliebe versuchten wir es ein letztes Mal, aber es funktionierte nicht mehr. Ich musste danach für eine Weile in Seattle leben. Anabell verliebte sich in den Mann, den wir damals am Anfang unserer Ehe kennengelernt hatten. Er hatte sich mit ihr verlobt, sie hatte mich angerufen, um es mir selbst zu sagen, denn obwohl wir Partner gewesen waren, blieben wir Freunde. Sie war unglaublich glücklich, Charlie weniger, weil sie ihm den Sohn dieses Mannes als Bruder verkaufen wollten. Das einzige Problem dabei war, dass der Mann noch verheiratet war. Er hatte eine Frau und konnte Anabell deshalb nicht heiraten. In einer Nacht klopfte jemand an meine Tür. Es war mein Sohn. Er war nass vom Regen und fragte, ob er bei mir übernachten konnte. Am nächsten Tag hörten wir im Fernsehen, dass das Haus in dem meine Anabell und dieser Mann sich befunden hatte, in Brand gesteckt wurde. Ihn hat man dort gefunden. Von Anabell gibt es bis heute keine Spur. Wir wissen nicht, ob sie lebt oder nicht. Obwohl es fast unmöglich ist, so einen Unfall zu überleben. Als Charlie hörte, dass seine Mutter tot sein sollte, drehte er durch. Er lief weg und ich sah ihn für fünfzehn Jahre nicht mehr. Mich beschuldigte man für den Mord an Anabells Freund und an ihrem, weil sie inzwischen für tot erklärt wurde. Mein Sohn war nicht zu finden und ich hatte keine Möglichkeit meine Unschuld zu beweisen. Ein Nachbar sagte aus, dass er mich gesehen hatte, wie ich mit Anabell stritt und deshalb dachten alle, ich hätte beide umgebracht. Natürlich hatte ich mit ihr gestritten, sie war meine beste Freundin und auch wenn wir nicht mehr zusammen waren, bedeutete sie mir viel. Ich konnte nicht zulassen, dass sie mit einem verheirateten Mann etwas anfing. Sie sagte, er hätte die Scheidung von dessen Frau schon überreicht. Das beruhigte mich natürlich und ich ging danach weg. Ich sah sie nie wieder. Meinen Sohn sah ich erst, als ich aus dem Gefängnis rauskam. Er war schon ein bedeutender Mann, hatte drei Kinder und ich bat ihn in seiner Nähe zu sein. Ich wusste, dass er mir niemals verziehen hatte, dass Anabell und ich uns scheiden ließen und dass sie sich in diesen Typen verlieben musste. Anfangs wollte er mich nicht in der Nähe seiner Kinder und seiner Frau, dann stimmte er jedoch ein. Er sagte mir, ich solle mich Richard nennen, weil er nicht wollte, dass seine Familie erfuhr wer ich war. Aber vor dem Gesetz und der Polizei bin ich noch immer Roger. Als ich am Nachmittag auf dem Weg nach Hause kam, wurde ich von der Polizei angehalten und ich zeigte ihnen meinen Ausweis. Danach steckte ich ihn in mein Sakko. Er muss gefallen sein, ohne dass ich es bemerkt hatte.“ Er tätschelte Bellas Hand und lächelte sie an. Sie schien ein bisschen schockiert zu sein, fuhr sich durch das Haar und überlegte angestrengt.
„Wer war dieser Mann?“ fragte Bella danach und sah ihrem Großvater in die Augen.
„Das kann ich dir nicht erzählen.“ antwortete dieser und sah sie traurig an.
„Hat Dad dir verboten darüber zu sprechen und uns zu sagen, dass du sein Dad bist?“ Sie sprang von der Couch, sah ihn anklagend an. „Wie konnte er dich im Gefängnis sitzen lassen, wenn er wusste, dass du sie nicht ermordet hast?“ Ihre Stimme überschlug sich und sie fing an auf und ab zu gehen.
„Er bestraft mich dafür, dass ich es zugelassen habe.“ flüsterte Roger.
„Das ist nicht fair. Wie kann er so etwas tun? Ich bin auch wütend, aber ich klage niemanden an, ich lasse deshalb niemanden leiden. Ich verstehe Dad nicht. Ich schwöre, ich verstehe ihn nicht. Manchmal kommt es mir so vor, als würde ich ihn nicht kennen.“ Ich sah ihren enttäuschten Blick und es schmerzte mich, dass sie mein Mädchen so quälten. So viele Mysterien und Geheimnisse. Da fing man an, das eigene Leben zu hinterfragen. Ich verstand, wie sie sich fühlte. Es war nicht leicht für sie zu verstehen, dass ihr Vater ein schlechter Mensch sein soll, ein Verbrecher, außerdem, dass er ihr noch dazu verschwiegen hatte, dass Richard eigentlich Roger war. Von dem, was er seinem eigenen Vater angetan hatte, erst gar nicht anzufangen.
„Mi niňa ...“ setzte Nana an. „Dein Vater ist kein schlechter Mensch.“ Bella sah sie fragend an, als wäre sie sich nicht mehr sicher, was sie glauben soll.
„Richy, ich mein Grandpa, du musst deinen Platz in diesem Haus einnehmen. Du bist Emmett´s und mein Grandpa und so musst du auch respektiert werden.“ Sie setzte sich wieder neben Roger und legte ihren Arm um ihn.
„Bella, wir müssen abwarten, was dein Dad dazu sagen wird.“ meinte Renée und versuchte ihre Tochter zu stoppen.
„Das Einzige, was Dad tun kann, ist uns erklären, warum er uns das angetan hat.“ zischte Bella. „Er kann mir nicht jahrelang verschweigen, dass mein Grandpa lebt und dann erwarten, dass ich ihm alles verzeihe.“
Wo sie Recht hatte, hatte sie Recht! Ich konnte es nicht zulassen eine Genugtuung zu fühlen, weil Charlie´s Machenschaften an die Oberfläche drangen. Oh, es war böse, das wusste ich, aber er verdiente es auch zu leiden. Dieser Scheißkerl!
~MB~
http://www.youtube.com/watch?v=D6uXx98fFYg
(Jencarlos Canela - Dime)
In dieser Nacht schlieh ich mich nicht in Bellas Zimmer. Nicht, weil ich Angst hatte oder so. Sondern, weil sie wütend auf mich war. Himmel! Was hatte ich Schlechtes getan? War es schlimm seine Familie zu beschützen? War es das? Denn wenn es das war, dann wusste ich auch nicht. Was dachte sie eigentlich? Dass sie ihren Super-Daddy vor allen und jeden beschützen konnte und ich dufte Emma nicht beschützen. Himmel! Nun war ich wütend. Nein, Daddy Swan, war ein Engel, nur ich war der Böse. Ich war der Aggressive. Ich war immer der Schlechte. Ja, toll! Wenn sie schlecht von mir denken wollte, dann sehr schön, sollte sie doch. Mir doch egal! Verzogenes, kleines Kind. Wahrscheinlich liebte sie mich nicht einmal. Vielleicht sah sie mich wie etwas, das sie haben wollte, einfach so aus Spaß. Tut mir leid, dass ich kein Superheld war. Tut mir leid, Miss Swan. Wütend wie ich war, schnappte ich mir ein Badetuch und ging duschen, um mich ein wenig zu erfrischen und mich danach hinzulegen. In. Meinem. Eigenen. Bett.
„Warum in aller Welt musste ich mich in Bella Swan verlieben?“ ich schnaubte hörbar und zog mich aus. „Familie voller Lügner.“ Gegen die Wand lehnend zog ich mir erst die eine Socke, dann die andere, bis ich nur noch in meiner Boxershort bekleidet war. Anschließend entledigte ich mich dieser und stieg unter die Dusche. Das heiße Wasser tat gut und entspannte meine Muskeln. Aber ich liebte das Wasser nicht allzusehr, sodass ich nur fünf Minuten darunter stand. Ich war es gewohnt mit Wasserknappheit umzugehen, denn im Krieg gab es nicht immer Wasser und man wusste nicht, wann man die Gelegenheit bekommen würde, wieder zu duschen. Mit einem kleinen Handtuch schrubbte ich mir über den Kopf, das Badetuch schlang ich um meine Hüften. Mit nassen Füßen ging ich in meinen Schlafzimmer zurück und schreckte zurück. Danach griff ich mir ans Herz. „Himmel!“ rief ich aus, denn in der Dunkelheit des Zimmers konnte ich nur die Konturen einer Gestalt ausmachen. Gott sei Dank für das Licht im Badezimmer, denn in dieser Dunkelheit würde ich wahrscheinlich meine Waffe zücken und schlecht sehend irgendwen erschießen.
„Was tust du hier?“ sagte ich brüsk.
„Wir waren nicht fertig.“ Ihre Stimme war sanft.
„Doch waren wir!“ meinte ich wütend. „Du hast mich aus deinem Zimmer rausgeworfen. Du warst wütend auf mich. Waren wir!“ rief ich etwas lauter.
„Deswegen bin ich nicht hier, Edward.“ Ich schaltete das Licht im Zimmer ein und blickte in ihre dunklen Augen, die mein Leben entzwei brachen. Sie holte das Kästchen raus in welchem der Ring war und stellte es auf das Nachtkästchen. Meine Augen verfolgten die Bewegung ihres Körpers als sie sich seitlich streckte und das Kästchen dort abließ. Dann stand sie von meinem Bett auf und kam auf mich zu. „Ich will mit dir reden!“ sagte sie danach ernst. „Das kann so nicht weitergehen. Du kannst nicht durch die Welt gehen und Menschen verprügeln, Edward. Zuerst Tom und jetzt das. Du kannst das nicht machen!“ Das Unverständnis war in ihrem Gesicht geschrieben und es versetzte mir einen Stich ins Herz. Himmel, nein! Sie würde das niemals verstehen! Ich wandte mich von ihr ab, doch sie packte meinen Oberarm. „Edward!“ sie umfasste mit ihrer Hand meinen Oberarm und legte seitlich ihre Wange auf meinem Schulterblatt ab.
„Du kannst das nicht verstehen!“ rief ich aufbrausend. Ich fühlte wie die Hitze unangenehm in meinen Körper aufstieg, fühlte mich als würde ich innerlich brennen. Ich bekam keine Luft und fühlte eine viel zu große Last auf meine Brust drücken.
„Edward, ich bin da für dich. Ich gehe nirgendwo hin. Ich will nur, dass du mir vertraust, Edward. Das ist nicht viel. Nur dein Vertrauen. Ich verspreche, ich werde dich nicht anklagen. Ich will es nur wissen, Edward. Sei ehrlich zu mir! Bitte!“ Ich entriss mich ihr und versuchte sie zu ignorieren.
„Ich weiß wirklich nicht, wovon du sprichst. Himmel, was willst du von mir?“ Ich erhob meine beiden Hände und deutete zu ihr. „Was?“
„Hör mir zu, Edward. Ich kann verstehen, dass du versucht hast, Emma zu schützen. Wirklich! Ich finde, sie ist eine tolle Frau und ich liebe Stevie und Gin. Aber dass du sofort so reagierst, das ist nicht normal. Du hast zuerst Tom verprügelt, bis er krankenhausreif war und jetzt kommst du mit aufgeschürften Händen und einer geschwollen Wange. Dann bin also ich diejenige, die sich hier etwas einbildet. Gut, wenn du meinst, dass du damit etwas lösen kannst, dann schweig weiter.“ Ich schloss gequält die Augen und suchte mir frische Boxershorts und eine Jogginghose raus.
„Ich weiß nicht, was du hören willst, Miss Swan.“
„Die Wahrheit!“ schrie sie. Wieder einmal versperrte sie mir den Weg und legte ihre Hände auf meine Brust. „Ich will nicht, dass wir Geheimnisse voreinander haben, Edward.“
„Ich muss mich anziehen, wenn du mich entschuldigst.“ Sie sah mich mit einem scharfen Blick an und ich zuckte die Schultern. „Oder bevorzugst du, dass wir nackt reden?“ Das ließ sie leicht schmunzeln.
„Ich kann sehr nervig sein, lass dir das gesagt sein.“ Ich zwinkerte ihr verspielt zu und ging ins Bad um mich anzuziehen. Höchstens drei Minuten später ging ich wieder raus und fand Bella auf meinem Bett sitzend vor, die ein Paar von meinen Boxershorts und ein überweites Shirt von mir anhatte.
„Hi!“ sagte sie sanft und fuhr sich nervös durch das Haar.
„Hey, Baby!“ erwiderte ich und setzte mich an den Rand des Bettes.
„Reden wir?“ fragte sie danach.
„Worüber willst du reden?“ fragte ich und sah sie ruhig an. Ich hatte mich wieder gesammelt und war ruhiger.
„Über dich, mich, uns.“ antwortete sie, während sie sich ihr langes Haar hinter die Ohren klemmte.
„Also los, sag schon!“ sagte ich und wartete. Bella blickte auf ihre Hände in ihrem Schoß und sah mich dann an.
„Du sagtest, dass unsere Eltern sich hassen.“ Ich nickte. „Aber ich verstehe nicht, warum du dann für meinen Dad arbeitest, denn normalerweise würde dein Dad das niemals zulassen, wenn sie sich hassen würden.“ Ich erhob meine beiden Brauen und wunderte mich worauf sie hinauswollte.
„Vertrau mir, Bella. Sie hassen sich.“
„Ja, das ist mir klar. Aber hat dein Dad nichts dagegen? Ich meine, du bist sein Sohn und mein Dad ist so etwas wie sein....Feind, nicht wahr?“ Ich grinste leicht und lehnte mich ihr entgegen.
„Was willst du wissen, du musst nicht das ganze Thema drumherum drehen?“ fragte ich sie.
„Bist du mit deinem Dad zerstritten? Ich habe beobachtet, wie du dich ihm gegenüber verhalten hast, Edward. Ich hatte meine Zweifel, aber …. ich weiß auch nicht!“ Sie warf ihre Hände in die Höhe, seufzte tief und ließ ihre Schultern sinken.
„Ja, ich bin nicht wirklich gut mit meinem Vater. Wir sind keine besten Freunde! Das waren wir nie. Wir waren immer zwei Personen mit zwei Meinungen. Zwei verschiedenen Meinungen. Wir hatten nie eine gute Vater-Sohn-Beziehung. Reicht das?“ fragte ich sie.
„Ist das alles?“ fragte sie. „Oder gibt es noch mehr?“
„Bella, ich fühle mich nicht wohl damit. Ich hasse es, wenn man meine Antworten in Frage stellt. Ich lüge dich nicht an, okay?“ zischte ich wütend und sie legte ihre Hand sanft auf meine Wange.
„Okay!“ sie lächelte sanft und ich blickte zwischen ihren vollen, einladenen Lippen und ihren Augen. „Wen hast du geschlagen?“ fragte sie dann, während ich ihre Fessel packte und sie zu mir zog, bis sie auf meinem Schoß saß.
„Bella, du bist eine Frau, Baby. Frauen sollten nicht alles wissen. Ich werde dir ganz sicher nicht alle Details erzählen.“ Sie legte ihre Stirn in Falten und war nicht begeistert von meiner Antwort. „Dann spar doch die Details.“
„Andy und noch einige von seinen Männern.“ antwortete ich knapp und legte meine Hände auf ihren Rücken.
„Warum?“ fragte sie.
„Weil das der einzige Weg ist, den ich kenne, Bella. Ich versuche nur die Menschen zu beschützen, die ich liebe. Verstehst du das?“ Sie schloss die Augen und lehnte ihre Stirn an meiner.
„Warum bringst du dich so in Gefahr, Edward?“ Ihre Stimme brach und als sie die Augen öffnete, glänzten diese verdächtig. Oh, nein! „Verstehst du nicht, dass ich ohne dich nicht leben kann? Ich muss dich haben, um zu leben. Ich brauche dich, wie die Luft zu atmen. Warum willst du das nicht verstehen?“ ich nahm ihr Gesicht in beiden Händen, umfasste es sanft und zog es zu mir.
„Das, was wir fühlen, ist wie Selbstmord. Wir wissen, dass es nicht gut laufen kann, aber wir fühlen es trotzdem. Ich weiß nicht, was ich noch tun soll, um mich von dir fernzuhalten. Mir geht die Kraft aus, Bella. Mir geht die Selbstbeherrschung aus. Ich weiß nicht, wie ich wieder auf meinen Verstand hören sollte. Du bist für mich verboten. Ich weiß nicht, wie ich die Zeit zurückdrehen soll. Ich weiß nicht, wie ich mich von diesen Gefühlen befreien kann. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Es ist verrückt unsere Beziehung geheim zu halten. Ich weiß nicht mehr, wie ich mich auf diesen Wahnsinn eingelassen habe. Ich hätte niemals gedacht, dass es soweit kommen könnte. Sag mir, wie ich mich beherrschen soll? Sag mir, wie du es tust?“ Sie sah mich mit voller Liebe an und ich fuhr ihr sanft über das Haar. Mein Herz drohte aus meiner Brust zu zerspringen.
„Warum gehen wir immer drei Schritte zurück, Edward? Warum ist das ganze Universum gegen uns? Wir tun doch keinem weh, wir wollen uns nur lieben. Für mich war nie etwas verboten. Das Verbotene hat jetzt einen Namen.“ Ich schmunzelte und sie lächelte. „Diesen Traum wird mir keiner nehmen. Dich. Dich wird mir keiner wegnehmen, Edward. Ich habe mir Sorgen gemacht, dass du mich nicht liebst. Ich habe mir Sorgen gemacht, weil du so distanziert mit mir warst. Aber jetzt verstehe ich, dass du nur Angst hattest. Du musst mir zeigen, wie ich auf meinen Verstand hören soll, wenn du mir so nah bist, Edward. Das ist unsere Strafe. Das wir so nah sind. Das wir so tief darin stecken. Es gibt keine Lösung mehr. Es ist zu spät. Ich kann dir nicht mehr fern bleiben und ich will auch nicht mehr.“ Ein Schaudern lief durch meinen Körper, den ich zu unterdrücken versuchte.
„Wir werden sie nie dazu bringen, sich zu vertragen, Kleines.“
„Vielleicht!“
„Hm. Wir werden ja sehen!“ schnaubte ich. So wie ich beide kannte, waren sie viel zu stur, um nachzugeben, weil sie das als Zeichen von Schwäche sahen. Sie waren nicht einmal im Stande für ihre Kinder ihren ganzen Hass aufzugeben. Bei meinem Dad wusste ich ja nicht einmal, ob er mich jemals lieb hatte. Aber davon wollte ich nicht sprechen.
„Edward?“ fragte sie sanft.
„Hm?“ Ich atmete ihren süßen Duft ein und fuhr mit meiner Nase ihre Wange entlang.
„Hat man dich als Kind geschlagen? Bist du deshalb so aggressiv?“ Ihre Stimme war leise, doch ich hörte ihre Frage klar genug. Ich fühlte, wie meine Muskeln sich anspannten und mir die Luft wegblieb.
~MB~
Es gibt keine Grenzen. Weder für Gedanken, noch für Gefühle. Es ist die Angst, die immer Grenzen setzt. - (Verfasser unbekannt)