Dienstag, 5. Dezember 2017

Chapter 21: Infinite

Mister Bodyguard





Chapter 21:
Infinite





And in this moment, I swear we are infinite.
And I closed my eyes because I wanted to know nothing but her arms.
And I guess I realized at that moment that I really love her. Because there was nothing to gain, and that didn't matter.
And we kept dancing. It was the one time all day that I really wanted the clock to stop. And just be there for a long time.
Things just keep going. We didn't talk about anything heavy or light. We were just together. And that was enough.
So I guess we are who we are for a lot of reasons. And maybe we'll never know most of them. But even if we don't have the power to choose where we come from, we can still choose where we go from there. We can still do things. And we can try to feel okay about them.
Because it's okay to feel things. I was really there. And that was enough to make me feel infinite. I feel infinite.
And this moment will just be another story someday.
         ~***~
*The Perks of Being a Wallflower*
~***~





Bella Swan:






Schon seit ich den Fuß vor diese Gittertür gesetzt hatte, fühlte ich einen unerträglichen Schmerz, der nicht der meine war. Sofort bekam ich das Gefühl, dass ich schon mal hier gewesen war. Mehrmals. Und obwohl ich wusste, dass es unmöglich war, war ich überzeugt davon. Ich konnte mir dieses Gefühl nicht erklären. Ich fühlte eine tiefe Traurigkeit, so als hätte ich etwas verloren. Etwas Kostbares. Aber irgendwie war ich mir auch sicher, dass dieses Gefühl nicht zu mir gehörte. Allerdings fühlte sich genau das komisch an. Eben, weil es keine logische Erklärung für dieses Gefühl gab.

Als ich in den Garten trat, der in der Dunkelheit mehr als schwarz war, fröstelte ich leicht. Wäre Edward nicht bei mir gewesen, wäre ich wahrscheinlich fortgelaufen. In dieser schwärzesten Nacht konnte man nur die Umrisse der Gebüsche sehen, die es nur noch schlimmer machten, sich hier zu entspannen. Aber als ich die Laternen auf der schmalen Treppe sah, musste ich lächeln. Das half mir beim Entspannen. Außerdem wusste ich, dass mir an Edwards Seite nichts passieren konnte. Er würde mich mit seinem Leben beschützen, obwohl mir das manchmal missfiel. Ich wollte nicht, dass er sein Leben so für mich riskierte.

„Es sieht aus wie eine Burg.“ sagte ich zu Edward und tatsächlich sah es für mich so aus. Es sah aus wie aus einer anderen Zeit, aber genau deshalb war es so spannend und so schön. Weil man es erkunden wollte. Ich wollte unbedingt sehen, was sich im Inneren dieser Burg befand. Solche alten Gebäude hatten eine unerklärliche Faszination auf mich. Ich konnte es nicht erklären, aber dann sah ich vor meinem inneren Auge immer die Personen, die hier gelebt hatten und versuchte mir vorzustellen, wie sie waren und wie sie gelebt hatten. Er half mir die steile Treppe hinaufzusteigen und dann traten wir auf den Balkon. Er war groß und verbunden mit dem Eingang der Burg. Aber weil ich so fasziniert war, blieb ich auf dem Balkon stehen und saugte meine Umgebung in mich auf.
„Dieser funkelnde Punkt dort, das ist Seattle.“ erklärte er und ich drehte meinen Kopf zu ihm und hauchte ihm einen sanften Kuss auf die Wange. Als ich ihn fragte, was er vorhatte, fing er an drumherumzureden. Als er sagte, dass wir sehr ernst miteinander reden mussten, huschte ein schrecklicher Gedanke durch meinen Kopf, den ich sofort wieder verbannen wollte. Ich dachte, er würde unsere Beziehung beenden.

„Du weißt, wie ich bin. Also weißt du, dass ich dich nicht belüge. Ich meine es sehr ernst. Du weißt, dass ich kein edler Gentleman bin. Das weißt du.“ erklärte er mir, aber das war alles, was ich bereits wusste. Das Einzige, was ich nicht wusste, war, was er mir sagen wollte und das intrigierte mich furchtbar. Himmel, wenn Menschen anfingen ihr Verhalten zu rechtfertigen, dann konnte das auf Dauer nicht gut ausgehen. Für die andere Person hieß es dann immer die Zähne zusammenzubeißen.

„Ich will nur, dass wir keine Geheimnisse voreinander haben, Edward. Das allein reicht mir.“ sagte ich ehrlich und verschränkte die Arme vor der Brust, weil ich wegen der Spannung, die hier herrschte, fröstelte. Er bedachte mich mit einem sehr ernsten Blick und ich wollte aufschreien, so sehr wünschte ich mir, er würde einfach aussprechen, was er mir zu sagen hatte. Augen zu und durch!
„Da ich nicht Shakespeare bin, sage ich es dir auf meine Art, Bella. Das ist alles, was ich habe!“ flüsterte er beinahe sanft und öffnete eine kleine Box, die mir bei einer näheren Betrachtung bekannt vorkam. Das konnte nicht sein! Ich konnte es einfach nicht glauben.
„Heirate mich, Bella!“ sagte er schlicht.
Ich kannte diese Box bereits. Ich hatte sie schon mal in den Händen gehalten und mir gewünscht, er würde mich fragen. Aber dann waren so viele Dinge passiert und ich war so durcheinander gewesen. Das wäre nicht der passende Zeitpunkt gewesen für einen Heiratsantrag, aber jetzt....

Meine Hände, die ich vor meiner Brust verschränkt hatte, fielen lose neben meinem Körper. Er hatte mich so sehr überrascht, dass ich nicht wusste, wie ich mich benehmen oder was ich sagen sollte. Das hatte ich nie im Leben erwartet. Mein Mund öffnete sich und schloss sich wieder. Kein Wort verließ meine Lippen. Er wollte mich heiraten! Edward Cullen wollte mich heiraten und er kniete gerade vor mir und hielt mir einen wunderbaren Ring unter die Nase. Himmel! Vor lauter Freude sammelten sich Tränen in meinen Augen, die meinen Blick auf Edward trübten. Als ich nicht antwortete, begann Edward wieder zu sprechen.

„Bella, ich habe dich gebeten mich zu heiraten.“ sagte er, kniete jedoch noch immer an Ort und Stelle. „Willst du mich heiraten, Kleines?“ fragte er mich sanft. Mein Hals war wie blockiert und ich hatte Mühe mich vom lautem Schluchzen zurückzuhalten. Ich wusste in diesem Moment nicht, was ich sagen sollte. Ich hatte keine verdammte Ahnung, wie man Worte bildete in diesem Moment. Also nickte ich einfach nur heftig mit dem Kopf.
„Du willst?“ fragte er mich und wieder nickte ich. Eine Hand schoss vor meinem Mund und stumme Tränen rollten sich über meine Wangen. Er nickte mit seinem Kopf, als Frage auf mein Nicken und wieder nickte ich. Ich wollte so verdammt sehr. So sehr hatte ich nichts in meinem Leben gewollt und dass er mich fragte, bedeutete mir die Welt. Er hätte mir niemals im Leben eine bessere Überraschung vorbereiten können.
„Darf ich jetzt wieder aufstehen, oder soll ich warten bis du aus deiner Trance aufwachst, Dornröschen?“ Ich begann unter Tränen zu lachen.
„Ja, du darfst aufstehen.“ sagte ich, während ich mir die Tränen aus dem Gesicht wischte. Ich sah sicher aus wie ein Monster, da sich meine Schminke sicher total verschmiert hatte. Mit geschmeidigen Schritten kam er auf mich zu und stellte sich vor mich. Er ließ seine Stirn gegen die meine fallen.
„Kannst du mir erklären, warum du verdammt nochmal weinst?“ fragte er mich mit einem kleinen Lächeln, aber auch sein Gesicht verzehrte sich und seine Augen wurden feucht. Edward würde doch nicht etwa heulen?! Damit hatte er mich wieder und weitete Tränen rollten über mein Gesicht. Eine Hand legte er auf meine Wange und mit der anderen hielt er mir den Ring hin, den er bereits aus der Box genommen hatte. Ich streckte zögerlich meine linke Hand aus und hielt ihm meinen Ringfinger hin. Er schob mir langsam den Ring in den Finger und hauchte einen Kuss auf meinen Handrücken. Die frei gewordene Hand legte er auf meine andere Wange und hob meinen Kopf an, um mir ins Gesicht zu sehen.
„Es tut mir leid.“ sagte ich, holte tief Luft und wischte mir die Tränen weg. Ein sanftes Lächeln bildete sich auf seinen vollen Lippen.
„Was tut dir leid?“ fragte er mich.
„Dass ich weine.“ Meine Stimme brach am Ende und mein Gesicht verzog sich wieder. Ich hatte meine Gefühle in diesem Moment überhaupt nicht unter Kontrolle.
„Warum weinst du denn?“ fragte er mich wieder.
„Weil ich glücklich bin.“ hauchte ich schwach. Meine Stimme war nur ein Hauch. Er lächelte mich strahlend an, setzte einen sanften Kuss auf meine Lippen, die vom ganzen Weinen weich waren.
„Werde meine Frau, Bella.“ flüsterte er an meinen Lippen.
„Ja!“ wisperte ich mit geschlossenen Augen.
„Heirate mich!“ flüsterte er wieder und setzte noch einen Kuss auf meinen Mundwinkel.
„Ja!“ antwortete ich und er lächelte.
„Du weißt nicht, dass du mich damit zum glücklichsten Mann auf der ganzen Welt machst!“ sagte er und wieder glänzten seine Augen klar. Ich dachte, dass er nahe am Weinen war, aber wahrscheinlich war er so sehr glücklich, dass seine grünen Augen so klar glänzten. Seine Hand zitterte, als er sie erhob und auf meinen Haaransatz legte. Dann strich er mein Haar zurück und hauchte mir einen Kuss auf die Stirn. Seine Lippen wanderten über mein Nasenbein und hinunter zu meiner Nasenspitze. Dann strichen seine Lippen sanft über meine Wangen, die sich noch immer vom ganzen Weinen feucht anfühlten. Mein Herz raste und ich wusste, dass es Edward ähnlich ging.

Auf so ein Gefühl hätte mich niemand vorbereiten können. Es war einfach nicht in meinem System vorhanden, eine Reaktion auf einen Hochzeitsantrag war einfach nicht gespeichert in meinem Gehirn. Deshalb konnte mich keiner auf so etwas vorbereiten. Ehe ich mich versah, fühlte ich seine starken Arme um meinen Körper geschlungen. Meine Hände wanderten in seinen Nacken und ich kraulte sanft sein weiches Haar. In seiner Umarmung fühlte ich mich, als würde die ganze Welt uns allein gehören. Es war unglaublich, was er in mir mit einer Berührung erzeugte. Ich seufzte zufrieden an seinem Hals und er hob mich hoch auf seine Arme. Etwas überrascht warf ich ihm einen Blick zu, weil ich nicht wusste, was er vorhatte.

„Ich trage meine Frau über die Türschwelle.“ sagte er, kickte die Glastür mit dem Fuß ein, trat mit mir auf den Armen über die Türschwelle und setzte mich danach ab. Er schloss wieder die Tür hinter uns und zog die weißen Vorhänge zu. Was drinnen auf mich wartete, war wie in einem Traum. Die Wände waren alt, beinahe wie aus einem Horrorfilm. Ich fühlte mich als wäre ich in einer Ruine, den so sah es aus. Die Wände waren manchmal bis zur Hälfte zerstört und von dort aus waren rote Ziegel zu sehen, die den ruinierten Wänden einen modernen Touch gaben. Es gab nur wenige Möbel. Ein kleiner Tisch stand neben der Eingangstür an der Wand gelehnt. Dann gab es noch zwei Bilder, die ich bisher an der Wand entdeckt hatte. Nichts Persönliches. Es gab einen endlos langen Flur, der mit Kerzen versetzt war. An den Eingängen zu den Räumen waren überall weiße Vorhänge angebracht, die in der Zugluft sich aufbauschten und wehten.

Ich setzte langsam einen Fuß vor den anderen und erkundete meine Umgebung. Zu meiner Rechten gab es einen Raum, mit sehr vielen Vorhängen, die von der Decke hinunterhingen. Es war wie geeignet zum Versteckenspielen. Immer beim Vorbeigehen stieß ich die Vorhänge zur Seite und kämpfte mich nach vorn, obwohl ich nicht wusste, was mich an meinem Ziel erwartete. Das Haus war so wunderbar beleuchtet, dass ich glaubte, Linda hätte es geliebt.
„Bella?!“ hörte ich Edwards Stimme von irgendwo hinter mir. Er folgte mir. Ich lächelte. Natürlich hatte ich ihn leichter erblickt, als er mich, da er nicht wusste, wo ich mich befand und ich zusätzlich seine Stimme gehört hatte. Ich fand es so spannend zu erfahren, was sich hinter diesen Vorhängen befand. Als ich den letzten Vorhang zur Seite schob, stand ich plötzlich vor einer Wand. An einigen Stellen gab es große Löcher und die Farbe der Wand hatte sich mit der Zeit aufgelöst, aber dennoch konnte ich schwach noch die Figur einer Frau erkennen. Es war schwer zu sagen, wie sie aussah, da die Farbe verblasst war. Aber ich war mir ganz sicher, dass es um eine Frau ging.

Als sich zwei starke Arme um meine Mitte legten, zuckte ich zusammen, weil ich es nicht erwartet hatte.
„Hab dich, Baby.“ hauchte er in mein Ohr. Ich lächelte leicht, legte meine Hände auf die seine.
„Was siehst du dir da so konzentriert an?“ fragte er mich und wandte den Blick in dieselbe Richtung wie ich.
„Sieh dir mal diese Wand an! Was siehst du da?“ fragte ich ihn und zeigte mit dem Finger auf die gegenüberliegende Wand. Er vergrub seine Nase tiefer in meinen Nacken.
„Ich sehe dich.“ sagte er ernst. Ich runzelte die Stirn, weil ich nicht wusste, was er meinte. „Sieh dir dieses Gesicht an. Die gerade Nase, die Augen, die vollen Lippen. Dann der Körper. Für mich bist das eindeutig du.“ meinte er scherzend. Ich schlug ihm gegen den Unterarm.
„Ich meine es ernst.“ sagte ich streng.
„Ich auch.“ meinte er ernst. „Ich sehe eine Frau, die wunderschön ist. Leider ist sie nicht mehr so gut erkennbar.“ flüsterte er bedauernd. „Und seit einiger Zeit bist du die einzige Frau, die ich sehe.“ erklärte er weiter.
Er sagte, das was ich fühlte. Es wäre schön gewesen, diese Frau zu erkennen. Ihr Mann muss sie sehr geliebt haben, wenn er sie so groß auf seine ganze Wand darstellte. Verewigt. Für immer. Für immer klang gut in meinen Ohren. Einen Moment lang waren wir beide schweigsam und hingen unseren Gedanken nach. Dann löste ich mich jedoch von Edward und lief weg.

„Na warte, du kleiner Teufel.“ sagte er mir hinterher. Er rannte mir hinterher und ich konnte gar nicht so schnell laufen, weil ich mich vor lauter Lachen schüttelte. Ich kam irgendwie wieder auf den langen Flur und rannte geradeaus. Dann drehte ich mich nach rechts und fand eine Küche vor. Ein alter Kühlschrank stand da. Ein kleiner Tisch mit zwei Sesseln. Eine kleine Spüle und noch einige Schränke. Seitlich gab es noch ein Fenster, das offen war. Ich stellte mich ans Fenster und beugte mich leicht vor. Die Nacht war etwas kühler geworden und man hörte die Grillen zirpen. Ich lächelte als ich mich umsah. Es war wirklich schön hier zu sein. Als ich mich umdrehte, erkannte ich einen Schatten. Das Kribbeln in meinem Körper wurde noch heftiger, falls das überhaupt noch ging.
„Gibst du etwa auf?“ hörte ich seine belustigte Stimme.
„Niemals!“ sagte ich. „Ich lege lediglich eine Pause ein.“ Ich zuckte die Achseln und drehte mich vollständig zu ihm um. Er war so wunderschön und ganz mein. Er gehörte nur mir. Allein mir. Meine Fingerspitzen kribbelten, weil ich ihn so sehr berühren wollte. Meine Finger legten sich auf seine Wange und ich fuhr mit meinen Fingern bis zu seinem Kinn. Dann streichele ich seitlich seinen weichen Hals. Plötzlich legte er seinen Arm um meine Taille und presste mich fest an sich.
„Ich will einen Kuss von dir. Einen richtigen, verliebten Kuss. Ja?“ fragte er mich. Ich konnte es nicht unterlassen bei seinen Worten zu lächeln. Jedoch verging mir das Lächeln, als er leidenschaftlich seine Lippen an meinen presste und mit seiner Zunge über meine Oberlippe fuhr. Das Blut fing an in meinen Ohren zu rauschen und ich schälte mich aus Edward's Jackett und ließ es über einen Stuhl fallen. Seine Hand wanderte in meinen Nacken und er hielt mich an Ort und Stelle. Meine Hände fuhren über seine Oberarme und ich hielt mich an ihm fest, als seine Lippen meinen Mund verwöhnten. Seine Finger streichelten mein Gesicht sehr liebevoll und ich öffnete meinen Mund um seiner Zunge Einlass zu gewähren. Aber er schob sie nicht sofort in meinen Mund, stattdessen verteilte er kleine Küsse auf meinen Lippen. Dann jedoch nach einiger Zeit, ich konnte nicht genau sagen, wie viel Zeit vergangen war, begann seine Zunge meine Mundhöhle zu erkunden. Mein ganzer Körper zitterte als sich unsere Zungenspitzen berührten. Edward seufzte und ließ seine Hände sanft über meinen Rücken gleiten. Eine meiner Hände tastete sich an seine Wange voran. Aber als seine Zunge die meine erkundete, verließ meine Hand sein Gesicht und krallte sich in seinem weichen Haar fest. Er zog mir den Boden unter den Füßen weg und ich brauchte Halt. Als er anscheinend merkte, dass ich leicht schwankte, legte er seine Arme schützend um mich. Das erlaubte mir jedoch meine Hände über seine Brust und seine Schultern sanft zu streicheln. Seine Muskeln waren so straff und angespannt.

„Ich habe dir versprochen, ich würde dein Make-up ruinieren.“ hauchte er heiser gegen meinen Mund. Mein Atem kam nur zittrig und stoßweise, als er meinen Mund mit seinen Lippen erneut attackierte. Er saugte meine Unterlippe zwischen seinen Lippen und ich wimmerte vor Sehnsucht nach ihm. Wir stießen beide halt suchend gegen die Wand hinter mir und ich fühlte den Schmerz gar nicht, als ich so hart gegen die Wand stieß. Seine Zunge begann von neuem ihr gefährliches Spiel in meinem Mund und ich realisierte, dass ich süchtig war nach ihm. Seinem Geruch. Seinem Geschmack. Allein mit seiner Anwesenheit versetzte er mich in Aufruhr und allein er konnte das mit mir anstellen. Er und ich im selben Raum, und es knisterte. Sogar die Luft und der Raum konnte uns nichts anhaben. Wir waren immun dagegen, aber schwach füreinander. Edward Cullen war meine einzige Sünde. Aber er fühlte sich so gut an. Mit meinen Fingern fuhr ich die Haut nach, die aus seinem Hemd hervorblitzte. Ich war süchtig. Das war schon mir schon klar. Ich nahm neckisch seine Unterlippe zwischen meine Zähne und knabberte sanft daran. Er schob sich näher an mich heran. Mir war viel zu heiß in meinem Abendkleid, aber ich traute mich nicht etwas zu tun. Mich etwa auszuziehen, weil ich nicht wusste, was er vorhatte. In diesem Moment erfüllten nur unsere Kussgeräusche den Raum, bis sich Edward von mir löste und sich von der Wand abstieß. Sein Blick wanderte dunkel und tief in meine Augen und ich wollte mich heftig um seinen Hals werfen, aber sein Blick hielt mich gefangen.
„Ich brauche etwas von dir, Bella.“ sagte er sanft, während er sich über die Lippen leckte. Puh! Ich schloss kurz die Augen, um mich zu sammeln. Ich stellte mich wieder ans Fenster um ein wenig frische Luft zu bekommen, weil meine Wangen brannten und mein Körper ebenfalls. Wenn er nicht da war, zog sich mein Herz immer schmerzhaft zusammen.

„Hast du mich gehört?“ fragte er mich mit rauer Stimme. Meine Finger legten sich über meine Lippen, die bereits von Edwards stürmischen Küssen geschwollen waren.
„Ja!“ antwortete ich. Langsam drehte ich mich herum und sah Edward hinter der Kühlschranktür verschwinden. Dann kam er wieder hinaus und schlug die Tür wieder zu. Mit einer Flasche Coke trat er nah an mich heran.
„Ich brauche deine Unterschrift!“ hauchte er verführerisch in mein Ohr. Eine Unterschrift, huh? Was wollte er mit meiner Unterschrift?
„Ich will dich heute, hier und jetzt, heiraten.“ erklärte er und ich schmunzelte. „Hör auf zu lachen, das ist mein Ernst!“ befahl er mir und ich biss mir belustigt auf die Unterlippe. „Also brauche ich deine Unterschrift, damit wir heiraten können.“ Er sah mich ernst an, weil ich heimlich schmunzelte. „Das ist mein Ernst.“ meinte er und ich nickte einfach nur. Dann ging er zu seinem Jackett und nahm einen Kugelschreiber heraus.
„Wo muss ich unterschreiben?“ fragte ich ihn belustigt und versuchte ernst zu bleiben. Er sah mich ein wenig berechnend an, als ob er erfahren wollte, wie ernst ich es meinte.
„Ein Blatt Papier kann mir niemals sagen, wer meine Frau ist und wer nicht. Das sagt mein Herz, Isabella Swan.“ meinte er spöttisch und leicht beleidigt, weil ich gelacht hatte. „Du wirst hier nicht rausgehen, ohne vollständig meine Frau zu sein.“ sagte er ernst und mein Herz stolperte bei seinen Worten und pochte danach wie verrückt. Es war eine köstliche Drohung. Das war genau das, was ich wollte. Ihm gehören. Er zwinkerte mir zu, da ich anscheinend blass geworden war. Himmel! Ich konnte gar nicht beschreiben, wie ich mich fühlte.

Er riss das Papier von seiner Coke und reichte es mir. Dann reichte er mir noch seinen Kuli und blickte mir wieder tief in die Augen.
„Isabella Swan, wollen Sie den hier anwesenden Edward Cullen heiraten – in guten wie in schlechten Tagen; in Krankheit und Gesundheit, so antworten sie mit 'Ja'?“ Ich biss mir auf die Unterlippe, weil ich es so niedlich fand, was er tat.
„Ja, ich will.“ antwortete ich.
„Geht es ein wenig lauter?“ fragte er und tat so als hätte er meine Antwort nicht gehört.
„Ja, ich will.“ sagte ich lauter und er grinste dabei so unverschämt.
„Okay, Mrs. Cullen. Sie dürfen jetzt unterschreiben.“ Ich nahm das Papier von der Coke an mich und kritzelte Isabella Cullen hin. Ob das noch morgen zu erkennen war, blieb mir ein Rätsel, denn so wie ich geschrieben hatte mit zittrigen Fingern, war es auch kein Wunder.
„Wenn du ein Autogramm von mir gewollt hast, hättest du es mir gleich sagen können.“ stichelte ich ihn und seine Augen wurden weich. Ich reichte ihm den Zettel und er grinste, als er meine Unterschrift betrachtete.
„Edward Cullen, sind sie bereit Isabella Swan zur Frau zu nehmen? Ihr treu zu bleiben, in Krankheit und Gesundheit; bis ihnen die Haare abfallen und die Zähne und ihr nicht mehr auf euren eigenen Füßen stehen könnt? Bis ihr beide graue Haare habt und nicht mehr auf euren wackeligen Beinen stehen könnt?“ fragte ich ihn mit einem liebevollen Blick. Er grinste aufgrund meiner Wortwahl.
„Hm.“ machte er und damit erntete er nur einen Klaps gegen seine Brust von mir.
„Hey!“ protestierte er und rieb sich die Stelle. Als er nicht antwortete, erntete er gleich noch einen Klaps. „Himmel, Frau!“ beschwerte er sich. „Du könntest mit diesen Händen so viele angenehmere Dinge anstellen, als mich zu schlagen.“ Er machte einen leidenden Gesichtsausdruck und ich lachte. Dann fing ich an meine Fingerspitzen über seine Brust auf und abzuwandern und klimperte mit meinen Wimpern. Danach hob ich den Kopf ihm entgegen und beobachtete ihn, während er mich ebenfalls beobachtete.
„Ich will.“ antwortete er mit ernster Stimme. „Für immer und ewig.“ Sein Blick war klar und ehrlich, während er mir in die Augen sah und ich grinste zufrieden.
Natürlich zwang ich ihn auch zu unterschreiben, ich war doch nicht von gestern. Er würde sich nicht davor drücken können.





~MB~




Ich liebte seine leidenschaftliche Weise zu leben und ich wünsche mir eines Tages so leben zu können wie er. Vor ihm war jeder meiner Tage beinahe eine Qual und jetzt beobachtete ich meine Umgebung mit einem anderen Blick. Wenn ich ihn ansah, sah ich einen Teil von mir. Ich konnte nicht erklären, wie und warum, aber wenn er da war, fühlte ich mich geliebt und eigentlich war es ja auch komisch, weil er dachte, er könnte nicht lieben. Jedoch konnte er mich niemals damit überzeugen, denn es hatte gereicht ihm einmal in die Augen zu sehen, um zu erkennen, dass mein Herz ihn bereits als den Einen erkannt hatte. Er sah seine Umgebung anders als alle anderen Menschen. Er beobachtete immer die Augen der Menschen und erkannte immer, was diese fühlten. So hatte er mir immer in die Augen gesehen. Es war etwas, das ich vor ihm anscheinend nicht verstecken konnte.
Er lebte einen Tag nach dem anderen, ohne an Morgen zu denken. Er kostete diesen Tag am meisten aus. So viel er konnte. Wenn er anwesend war, dann mit all seinem Sein und wenn er glücklich war, funkelten seine Augen so hell. Wenn er umarmte, gab er immer diese Energie an andere ab, diesen Trost, den wir Menschen so schwer finden konnten. Wenn er allerdings wütend war, dann sollte man ihm am besten aus dem Weg gehen. Ich schmunzelte leicht bei diesem Gedanken. Seine Wut war so stark, dass er in diesem Moment Berge bewegen konnte. Ich wollte ihn nicht wütend sehen, denn dann war er immer außer sich und konnte jeden Blödsinn machen. Absolut jeden. Sogar ein solches Blödsinn, das normalen Menschen gar nicht auf den Sinn kam. Manchmal machte er mir sogar Angst, wenn ich ihn so unkontrolliert sah. Aber ich gab meine Hoffnung nicht auf, dass er eines Tages diese Wut aus sich herauslassen würde, damit sie nie wieder zurückkehrt. Er musste nur glücklich sein, dann würde diese Wut von allein verschwinden.

Waren Menschen, die liebten und geliebt werden, nicht die besseren Menschen? Vielleicht war es meine naive Vorstellung, aber sie gefiel mir. Ich nahm mir vor, Edward jeden Tag glücklich zu machen. Da ich jetzt seine Frau war, wie er mich nannte. Ich beobachtete ihn dümmlich, während er mir grinsend etwas erzählte und sich mit seinen Fingern durch das Haar fuhr. Wenn er redete, war er immer ungeduldig, deshalb tat er auch immer etwas anderes nebenbei. Entweder sein Knie wippte auf und ab; oder er fuhr sich durch das Haar oder er kratzte sich in den Nacken. Von außen war er ein totaler Mistkerl und er konnte mit seinen Worten oder Taten jeden verletzen, aber wenn man ihn näher kennenlernte, dann erkannte man seine große Seele. Seine Seele war intakt; vollkommen mit guten Dingen gefühlt, den er hatte nicht zugelassen, dass Wut, Zorn oder Hass seine wunderbare Seele zerstörte.

„Kleines?“ fragte er mich und grinste leicht belustigt, weil ich so plötzlich völlig weggetreten war. Für einen Moment war ich von ihm betäubt gewesen. Von seiner sanften und doch so rauen Stimme. Von seinen Blicken, die mich unruhig werden ließen. Von seinen Händen – er hatte wirklich schöne Hände, mit langen Fingern. Dieses kleine Schmunzeln auf seinen Lippen war bezaubernd.
„Bella?“ fragte er nochmal nach und lachte laut. Dabei warf er seinen Nacken zurück. „Was ist denn mit dir los?“ Er konnte sich einfach nicht beruhigen. Dann strich er mir sanft über die Wange und blickte mir tief in die Augen.
„Ich darf doch wohl meinen Mann betrachten!“ meinte ich gespielt beleidigt und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Aber sicher doch! Komm, ich muss dir noch den letzten Raum zeigen.“ sagte er dann und ergriff meine Hand, aber er setzte nicht an zu gehen, ohne meine Hand, die mit dem Ring, an seine Lippen zu heben und einen Kuss auf meinen Handrücken zu hauchen. Ich rollte leicht die Augen und er zuckte unschuldig die Schultern.

Im Durchgang zum nächsten Raum – der letzte, der übergeblieben war – blieb ich wie angewurzelt stehen. Er löste seine Hand sanft aus meiner und machte einige Schritte in den Raum hinein. Dann nahm er eine alte, hölzerne Schachtel in einer Hand und schritt auf mich zu. Mit seinem Finger strich er eine verirrte Strähne aus meinem Gesicht und malte kleine Kreise auf meiner Wange.

„Für dich gibt es einen Ring, der an der Hand sitzt, die näher zum Herzen ist. Aber das ist nicht alles. Es gibt noch Blumen, wie aus einem wilden Garten. Rote Rosen, die aber an deine Schönheit nicht ansatzweise herankommen können. Aber um es zum Ende zu bringen...“ Er machte eine dramatische Pause und seine Augen funkelten, wie die eines frechen Jungens. „Gibt es noch ein Herz.“ sagte er sinnlich und strich seine Nase an meiner. Dann machte er abrupt einen Schritt zurück. „Ein Schokoladenherz.“ sagte er ernst. Ich begann plötzlich zu lachen, weil ich mir nicht helfen konnte. Er stimmte in mein Lachen ein und hielt ein Pralinenherz zwischen seinen Fingern. Dann setzte er es an meine Lippen und ich öffnete meinen Mund, biss in die köstliche Schokolade. Den Rest nahm ich zwischen meinen Fingern und führte es zu Edwards Lippen. Er schmunzelte und öffnete den Mund. Ich beobachtete sein Gesicht, während er kaute. Er hielt meine Hand in seiner, nahm den Finger, an dem noch Schokolade klebte, zwischen die Zähne, bis er wieder sauber war. Mein Atem ging nur stoßweise und ich konnte mein Herz nicht beruhigen, das wie verrückt in meiner Brust pochte, als wollte er heraus. Dann ergriff er dieselbe Hand und führte mich in besagten Raum hinein. Der Raum war groß. Größer als mein Zimmer im Swan Hause. Es gefiel mir, dass es hier keine Türen gab. Die Durchgänge deuteten jedoch darauf hin, dass es mal welche gegeben hatte. Aber jetzt hingen nur die weißen Vorhänge an den Durchgängen. Auf der linken Seite, einige Meter von der Wand entfernt, saß ein schwarzer Flügel. Er musste zwar schon etwas älter sein, aber er sah beinahe unbenutzt aus. Der Bau des Flügels sah nicht aus, wie die heutigen, moderneren.

Auf ihm lagen ein großer Strauß mit roten Rosen, die in braunem Papier gewickelt waren. Ich ging auf diese zu und lächelte selig. Das waren die schönsten Rosen, die ich in meinem Leben erblickt hatte. Als ich meine Nase darin vergrub, betäubte ein wunderbarer Duft meine Sinne. Es war dieser süße, frische Duft, den ich nicht erklären konnte, der jedoch typisch für Rosen war. Edward stand hinter mir. Ich fühlte die Wärme, die aus ihm ausging. Dann strich er noch mein Haar hinter mein Ohr und drückte mir einen kleinen Kuss auf die Stelle daneben.

„Gefallen sie dir?“ fragte er sanft und ich drehte mein Gesicht lächelnd zu ihm.
„Sie sind schön.“ antwortete ich mit einem glücklichen Grinsen im Gesicht.
„Nicht schöner als du.“ sagte er und aus seinen Augen konnte ich förmlich Funken sprühen sehen. Sein Blick ging mir durch Mark und Bein und sammelte sich in meinem Herzen, das sich so anfühlte, als würde es vor Liebe für ihn zerspringen wollen. Wie ein Vogel, den man zu lange hatte in einem Käfig leben lassen und jetzt breitete er seine Flügel aus. Genauso flatterte mein Herz. Obwohl sich mein Körper anfühlte als hätte ich hohes Fieber, zitterte ich innerlich. Ein Schauer nach dem anderen nahmen sie von meinem Körper Besitz. Sanft legte Edward seine Hände an meinen Schultern und drehte mich von ihm weg. Seine Brust presste sich an meinen Rücken und seine Arme legten sich um mich und den Strauß, den ich in den Händen hielt.

Ich blickte einfach geradeaus und war zum zweiten Mal an diesem Abend sprachlos. Edward ließ mir die Zeit, die ich brauchte, um mich zu sammeln. Das Erste, das meine Augen gefangen hatte, war das Flackern der Kerzen. Viele Kerzen. Ich fühlte mich wie in einer Kirche, wo die Kerzen überall brannten und diesen Heiligen Schein darstellten, der so viele Herzen in Besitz nahm. Nur, dass das hier nichts mit der Kirche zu tun hatte, sondern mit viel weißem Stoff. Der Satin leuchtete im Kerzenschein. Der Tüll floss hinunter wie ein Fluss und lud praktisch an, ihn anzufassen. Sanft und rau zugleich, hing auch die Spitze an den Seiten. Die Kerzen waren um das Bett herum aufgestellt und auch sie waren nur Weiß, aber in allen Größen. Kleinere. Größere. Dünnere. Dickere. Dort stand ein riesiges Baldachinbett. An allein vier Seiten hing weißer Stoff. Die vier Holzstangen an den Ecken waren kunstvoll verziert und gedreht, wie die alten römischen und griechischen Säulen. Ich hatte gar nicht bemerkt, wie nah ich herangetreten hatte. Meine Finger liebkosten den Tüll, der an die Stange gebunden war. Er fühlte sich weich an und geschmeidig. Ich konnte nicht genug bekommen vom Anblick und ich war mal wieder überrascht, weil ich nicht anders konnte. Ich wusste, dass mein Platz hier war und ich konnte gar nicht irgendwo anders hingehen. Der Zweifel, der immer über meinem Kopf gehangen war, wie ein Damoklesschwert, hatte Platz gemacht für etwas Besseres. Dieser Zweifel plagte mich nicht mehr. Denn es konnte etwas nicht falsch sein, was sich so richtig anfühlte. Es konnte einfach nicht. Ich hatte mich noch nirgendwo so Zuhause gefühlt, wie an diesem Ort. Vielleicht war es die Magie des Ortes, der unsere Gefühle zueinander nur noch verstärkte. Oder aber dieses starke Band hatte es von Anfang an gegeben und wir hatten es nicht erkannt.

Egal was es war, es ließ uns nicht mehr auseinandergehen. Als ich mich umdrehte, um etwas zu sagen. Ich wusste selbst nicht, was ich sagen wollte und entschied mich einfach spontan zu sein, fühlte ich schon seine weichen Lippen an meinen. Seine beiden Hände lagen in meinem Haar und er drängte mich nicht. Er tat nichts, was mich beschämen oder enttäuschen würde. Er küsste mich einfach, mal zart und süß, mal sanft und leidenschaftlich. Er musste nichts mehr sagen, denn er hatte bereits gesagt, dass ich seine Frau werden würde. Im ganzen Sinne des Wortes. Mir war das mehr als Recht. Ich hatte schon vor so langer Zeit mit ihm schlafen wollen. Vor so langer Zeit, aber er hatte nicht gewollt. Ich verstand, dass die Zeit immer das letzte Wort behielt und sie war klüger als wir. Damals war nicht der richtige Zeitpunkt gewesen. Genauso war damals auch nicht der Zeitpunkt gewesen für einen Hochzeitsantrag. Ich hatte Edward zwar geliebt, daran war kein Zweifel, aber jetzt war ich mir so sicher, dass wir zusammengehörten, dass ich nicht anders konnte als 'ja' zu sagen.

Als er den Kuss langsam beendete, nahm er mir den Strauß aus der Hand und legte diesen auf das Himmelbett ab. Dann ergriff er meine beiden Hände und legte sie auf seine Brust über sein Herz. Seine beiden Hände legte er über meine. Einen Moment lang blickte er mir ernst, aber ehrlich in die Augen und jedes Mal, wenn er mich so ansah, schauderte ich unglaublich, weil ich das Gefühl hatte, er könnte bis zum Abgrund meiner Seele blicken.

„Bella.“ Wie leicht und sinnlich mein Name über seine Lippen rollte. Meine Hände fühlten nur sein Herz, dass genauso schnell pochte wie meines. Himmel! Mein Mund wurde trocken vor Aufregung.  Seine Augen verließen nicht ein Mal mein Gesicht, während er mich betrachtete. Sogar mein Verlobungsring funkelte im Kerzenschein so strahlend grün, wie Edwards Augen in diesem Moment. Eigentlich wusste ich, was er sagen würde. Denn dieses Bett sagte schon mehr als tausend Worte, aber ich würde mir nie etwas entgehen lassen, was er sagte.

„Bella, ich würde so gerne....“ fing er an, dann schüttelte er den Kopf, als könne er nicht die richtigen Worte finden. „Ich möchte dich lieben.“ Ich beobachtete ihn, denn es war so köstlich ihm dabei zuzusehen, wie er sprach. „Natürlich, wenn du bereit bist. Wenn du denkst, dass du bereits bist. Wenn nicht, dann ist das vollkommen in Ordnung. Ich möchte mich nicht wiederholen, aber ich sagte bereits, dass ich auf dich warten würde, solange du brauchst. Auch wenn es Jahre sind.“ Es gab keine Andeutung in seinem Gesicht, dass er es nicht ernst meinte. Sein sanftes Lächeln war auch nicht da, aber das war auch nicht nötig. Denn so war mir klar, dass er es vollkommen ernst meinte. „Nur warte bitte nicht zu lange, vielleicht bin ich dann so alt, dass ich nicht mehr kann.“ Jetzt war das Schmunzeln wieder da und auch ich musste lachen, aufgrund seiner Worte. Irgendwie konnte ich mir das so schlecht vorstellen. „Ich schwöre dir, ich werde dir nicht wehtun. Ich schwöre es dir. Du hast mein Wort als Soldat!“ sagte er und ich betrachtete sein Gesicht. Sein Wort als Soldat?! So, so. Nicht sein Wort als Gentleman oder sein Wort als … als Mensch. Nein, natürlich nicht.

„Du darfst den Ehrenkodex nicht brechen, Edward.“ sagte ich gespielt ernst und er machte ein empörtes Gesicht. Dann fing er sich wieder.
„Wenn du dir nicht sicher bist, dann ist das okay, Bella. Das sagte ich bereits. Aber ich möchte, dass du weißt, dass ich dir nicht wehtun werde.“ Ich legte den Kopf schief und beobachtete sein Gesicht. Er stand wie erstarrt da und ließ das über sich ergehen. Er war wirklich niedlich. Jetzt bekam er Zweifel. Vielleicht dachte er, dass ich noch auf ihn wütend war, weil er sich wie ein Dummkopf benommen hatte. Hm, ich war so wütend gewesen, dass ich dachte, ich würde zu Wasser und Schwefel explodieren. Aber es gab etwas an diesem Dummkopf, dass mich vergessen ließ. Wo ich war, wie es mir vorher ergangen war, was er mir angetan hatte oder was er in seiner Wut gesagt hatte. Und das Wichtigste: Er ließ mich vergessen, wer ich war. Wer er war. Wer wir niemals sein könnten. Wir könnten niemals Isabella Swan und Edward Cullen sein. Wir waren Bella und Edward. Da gab es nichts mehr dazu zu sagen.
„Glaubst du, ich weiß das nicht?“ fragte ich ihn sanft. „Glaubst du, dass ich nicht weiß, dass ich dir vertrauen kann. Glaubst du, dass ich denke, ich könnte mich nicht auf dich verlassen?“ Ich schüttelte den Kopf. „Ich kann gar nicht anders als dir nicht zu vertrauen, Edward. Und ich bin mir so sicher wie nie, dass es der richtige Zeitpunkt ist, weil wir es nicht mehr hinauszögern können. Ich zumindest kann nicht mehr so leben. Etwas nur zur Hälfte zu haben?! Das kann ich leider nicht. Das sagte ich bereits. Entweder ganz oder gar nicht und schon als ich sagte, dass ich deine Frau werden will, meinte ich auch ja zu dem, was gerade hier passiert.“ Antwortete ich und beobachtete, wie sein  trübseliger Blick einem glücklicheren Platz machte. Er war sich manchmal so unsicher. Natürlich, wenn es um Gefühle ging. Aber das machte nichts. Denn er hatte ja mich, um ihn immer wieder daran zu erinnern, wie toll er war.
„Ich liebe dich so wie eine männliche Taube eine weibliche liebt.“ sagte er dann und nickte grinsend. Fragend sah ich ihn an, weil ich nicht wusste, was das heißen soll. „Wenn sie nicht zusammen sind, hören sie am ersten Tag zu singen. Am zweiten und dritten zu Essen und dann irgendwann, am vierten oder fünften Tag vergehen sie vor Traurigkeit.“ flüsterte er geheimnisvoll. Wer hätte gesagt, dass Edward Cullen so romantisch sein konnte? Das Lächeln auf meinen Lippen fühlte sich genau richtig an.
„Du würdest ohne mich sterben?“ fragte ich ihn und ich meinte es nicht im ganzen Sinne des Wortes. Ich wollte ihn nur damit aufziehen. Denn ich würde niemals wollen, dass Edward starb. Sein Tod war mein Tod. Da gab es keinen Unterschied.
Er nickte ernst, nahm seine Hände von meinen, die auf seiner Brust lagen, und legte sie auf meine Schultern. Meine umfassten sein liebevolles Gesicht.
„Ich würde ohne dich unglücklich sterben. Denn das ist der einzige Unterschied. Glücklich zu sterben oder unglücklich zu sterben.“ sagte er und ich zog die Konturen seiner Lippen mit meinem Daumen nach.
„Du kannst das in meiner Hand überlassen.“ meinte ich und er blickte anerkennend zu mir.
„Du willst mich also töten?“ fragte er mich und meine Kinnlade klappte hinunter. Sofort erntete er einen Schlag gegen seine Brust. Mistkerl! Natürlich musste er immer etwas Dummes sagen, sonst konnte für ihn der Tag nicht weitergehen. Als ich mich wegdrehte und einige Schritte von ihm entfernte, riss er mich wieder an sich. Fest gegen seinen festen, warmen Körper. „Ich werde bei dir bleiben, Bella. Für immer. Hast du mich verstanden? Für. Immer.“ wiederholte er und ich blickte ihm in die Augen, aber nicht ohne mich in seinen Armen zu winden. Eigentlich hatte ich vorgehabt, mich dadurch von ihm zu lösen. Aber die Wärme, die sein Körper ausstrahlte. Seine Hände auf meinem Rücken und nur durch den dünnen Stoff meines Kleides von meiner Haut getrennt, benebelte mich mehr als ich es mir jemals hatte vorstellen können.
„Für immer ist ein sehr langer Zeitraum.“ flüsterte ich schwach.
„Für immer ist genau richtig, Bella. Genau richtig.“ Seine Stimme legte sich um mich wie ein Tuch und zog mich an ihn, band mich so fest an ihn, dass ich beinahe nicht atmen konnte. Aber als ich meine Augen öffnete, sah ich, dass es seine Arme waren, die mich so fest gegen ihn hielten. Er beugte sein Gesicht über meines, blickte mir sanft in die Augen und lächelte.


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http://www.youtube.com/watch?v=zTLi8fK8KN8
Tyler Ward – Locked out of heaven
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Dann drückte er mir einen sanften Kuss auf die Augenbraue. Ich sah ihn wie benommen an, aber er lächelte so zufrieden, dass ich meine Augen nicht von ihm losreißen konnte. Dann legte er seine Stirn auf meine und begann langsam ohne Musik zu tanzen. Langsam. Hin und her. Wir schwangen von Seite zu Seite. Dann legte er seine raue Wange, an der sich schon sein Drei-Tage-Bart zeichnete, an meiner und ich lächelte an seinem weißen Hemd. Seine Hände hielten mich, als wäre ich sein kostbarer Schatz und als wolle er mich nicht loslassen. Ich wollte die Zeit hier stoppen und niemals aufhören in seinen Armen zu sein. Niemals. Seine Finger fuhren langsam von meinem Steißbein nördlich über meine Wirbelsäule. Ich fühlte, wie mir heißes Blut über die Venen floss und in meinen Kopf stieg. Sein Geruch. Himmel! Sein Geruch nach Edward. Der Duft seiner Haut, die sanft und fest zugleich war. Seine Finger waren bis zu meinem Nacken angekommen und meine Augen öffneten sich wieder, als ich fühlte wie seine Finger langsam den Reißverschluss meines Kleides hinunterzogen. Stück für Stück entblößte er meinen Rücken, während ich in seinen Armen lag und viel zu eingenommen von seinem Sein war, als dass ich mich beschweren konnte. Als ob ich mich überhaupt beschweren könnte! Stattdessen versuchte ich wieder normal zu atmen. Als er bis zum Ende angekommen war, schwang er ohne Unterbrechung hin und her. In meinem Körper kribbelte es, weil ich schon aufgeregt darauf wartete, dass er mich berührte. Ich löste mich nicht ganz von ihm, aber ich entfernte mich ein Stück, um ihn anzusehen.

Er sah aus als könnte ihm nichts etwas anhaben. Langsam tasteten sich meine Finger zu seiner dunklen Krawatte voran. Als ich den Knoten erreichte, löste ich ihn mit einer Geduld, von der ich nicht wusste, woher ich sie nahm. Dann begann ich einen Knopf nach dem anderen zu öffnen, bis ich den letzten erreichte und sein Hemd an den Seiten hing. Ohne mich aus den Augen zu lassen, zog er sich das Hemd aus und warf es achtlos auf den Boden. Dann presste er mich fest an seinen Körper und die Wärme, die mich umfing, haute mich um. Der dünne Stoff meines Kleides trennte nicht so viel, als das ich seine Haut nicht hindurchgefühlt hätte. Diese Wärme, die aus ihm ausging, war es auch unmöglich, nicht zu fühlen. Ein kleiner Seufzer entwich meinen Lippen und er umschloss meinen Mund mit seinen. Seine Lippen waren nicht drängend, ganz im Gegenteil, sie waren sanft und weich – und brachten mich um den Verstand. Meine Finger waren bereits auf Wanderung auf Edwards Oberkörper. Ich zog jeden Muskelstrang und jede Linie auf seinem Körper nach, während ich in meinen Gedanken ein Bild malte mit helleren und dunkleren Farben, wo seine Haut weicher war und wo fester. Ich wollte nicht, dass er aufhörte mich zu küssen. Niemals. Seine Lippen bewegten sich ohne anzuhalten und durchbrachen alle Grenzen, alle Schutzmechanismen, einfach alles, was sich gegen dieses Gefühl wehren könnte. Er nahm meine Unterlippe zwischen seine Lippen und übte sanften Druck auf ihr aus, bis ich wimmern musste und meine Nägel in sein weiches Nackenhaar vergrub. Mein Körper kribbelte haltlos und alle Körperstellen schauderten in freudiger Erwartung. Als meine Knie drohten, einfach wegzuknicken, legte er fest seine Arme um meine Taille und presste uns halt suchend gegen die raue Wand. Ich öffnete meine Lippen und strich über seine volle Unterlippe mit meiner. Einmal. Zweimal. Mehrmals. Er hatte die Augen geschlossen, sah aber so schön aus. Ich begann erneut kleine Kreise auf seiner Haut zu malen, beginnend an der Haut hinter seinen Ohren. Er stöhnte an meinen Lippen und mein Herz setzte aus. Seine Zunge drang in meinen Mund ein und neckte sanft die meine. Im selben Moment durchströmten mich so viele Emotionen, dass ich seufzen musste, um es mir auch wenn es wenig war, aber leichter zu machen.  Seine Erregung drückte sich gegen meine Hüfte und ich legte meine Hand in Edwards unteren Rücken um ihn ein wenig näher an mich zu pressen. Er versuchte sich nicht an meiner Hüfte zu reiben, aber das war auch nicht nötig, denn mein Körper war so fest an seinen gepresst, dass es gar nicht anders ging, als jede meiner Körperstellen zu fühlen. Seine Lippen verließen meinen Mund nur, um mit offenen Lippen über mein Gesicht zu fahren. An meinem Hals angekommen, fühlte ich seine Zunge hervorschellen und über meine Haut fahren. Er drehte mich so sanft in seinem Armen, dass ich gar nicht wusste, was er mit mir tat, bis meine Handflächen gegen die raue Wand gepresst waren und er mein Haar locker um seine Faust band. Die andere Hand schob den Stoff meines Kleides von meinen Schultern und sein Mund setzte seine Liebkosungen quälend langsam fort. Seine Zunge hinterließ eine feuchte Spur von meinem Hals bis zu meinem Steißbein. Die fünf Finger seiner freien Hand erkundeten das zarte Fleisch auf meinem schmalen Rücken und ich wusste gar nicht mehr wie ich hieß. Dann fuhr seine Hand quälend zu meinem Bauch und erkundete meine Haut dort. Ich wimmerte mit geschlossenen Augen.

„Edward.“ verließ es meine Lippen bittend. Kurz danach wurde ich herumgedreht und verlangend angesehen. Sein Atem ging abgehackt und eine Lippen waren gerötet. So wie sie gerade jetzt waren, gespalten, nur die Luft die seine Lungen verließ, liebkoste sie, wollte ich sie überall spüren. So sinnlich. Als mein Kleid von meinem schweißgebadeten und warmen Körper rutschte, konnte ich nichts tun, außer den freien Fall zu beobachten. Es war nicht so schwer gewesen, es zu tragen, aber das Kleid selbst war mit verschiedenen Kristallen und deshalb auch schwerer, als wenn es nur Stoff gewesen wäre.

Hungrig wanderte sein Blick über meinen Körper und er presste die Zähne fest zusammen. Ich ergriff seine Hand und zog ihn näher an mich heran. Seine Lippen begannen meinen Unterkiefer nachzufahren, während meine Brust sich schnell hob und senkte, nur von einem kleinen weißen Spitzen-BH bedeckt. Mit seinem Unterarm stützte er sich gegen die Wand am, um mich nicht zu erdrücken. Aber das brauchte er gar nicht, denn ich atmete schon lange nicht mehr regelmäßig. Seine festen Hände hielten mich an den Oberarmen, während er seine Lippen gegen meinen Hals presste. Dann setzte er den Weg auf meinem Schlüsselbein fort, den er mit seiner feuchten Zunge nachfuhr. Dann setzte er kurze Küsse auf dem Weg zwischen meinen Brüsten und saugte sich die Haut dort zwischen die Zähne. Ich atmete nur noch stoßweise. Sein Weg führte ihn über meinem Bauch. Seine Hände fuhren zärtlich darüber und er kniete vor mir. Sein Blick wanderte verschleiert zu mir und er beobachtete, wie die Luft abgehackt meine Lippen verließ und mein Körper in seinen Händen zu Flammen aufging. Seine Lippen liebkosten meinen Nabel und seine Zunge umspielte diesen neckisch. Er beobachtete meine rote Hotpants, die ich noch vom Tanzen ansah, dann hakte er einen Finger in den Bund und zog sie leicht hinunter bis er meine Hüfte entblößte. Mit den Fingerspitzen fuhr er über mein Tattoo, während er in mein Gesicht sah. Was er dort sah, gab ihm die Bestätigung, die er brauchte. Sanft und beinahe neckisch glitten seine Lippen über meine Haut. Das Pulsieren zwischen meinen Beinen verstärkte sich und ich konnte es nicht unterlassen, meine Beine erwartungsvoll aneinanderzureiben. Seine Zähne fuhren scharf über die sensible Haut auf meiner Hüfte und seine Lippen glitten dann beruhigend über die Haut. Meinen eigenen Atem hörte ich überlaut in meinen Ohren. Aber vielleicht war es das Rauschen meines Blutes, das ich zusätzlich fühlte. Liebkosend fuhren seine Lippen zur anderen Hüfte und ich realisierte, dass er ewig so weitermachen könnte, bis ich aus unerfüllter Sehnsucht nach ihm einfach starb. Er war so vertieft in seinem Tun, dass er sich so viel Zeit mich quälend langsam zu liebkosen. Irgendwann schien er doch Erbarmen zu haben, denn er stand wieder auf, legte seine Hände unter meinen Hintern und hob mich auf seine Arme. Ich schlang sofort die Beine um seine Mitte. Meine Lippen verschlossen sich mit seinen und meine Finger vergriffen sich in seinem Haar. Er trug mich auf das Bett zu. Mit einer Hand schob er den Stoff seitlich vom Bett zur Seite und legte mich dann auf die Matratze ab, drückte mich mit seinem Gewicht hinunter.

„Schlaf mit mir, Edward.“ sagte ich und zog ihn fest an mich, presste meine Lippen auf seine. Mit einem Keuchen löste er sich von mir. Er stellte sich aufrecht hin und ich erhob mich auf meinen Ellenbogen, um zu sehen, was er tat. Er schnappte sich meinen Fuß, lächelte frech, nahm mir den hohen Schuh ab. Diesen legte er auf den Boden ab, dann führte er meinen Fuß an seine Lippen. Meine Augen wurden groß. Er nahm den kleinen Zeh in seinen Mund und erzeugte Gefühle in mir, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie fühlen könnte. Hauchzart fuhren seine Lippen über meinen Fuß nördlich bis zu meinem Knie. Mit einer Hand stützte er sich am Rand des Bettes ab. Mit der anderen quälte er mich weiter. Mit gespreizten Fingern umfasste er meinen Oberschenkel, dann fuhr sein weicher Mund die Innenseite entlang. Meine Finger gruben sich in den weichen, kühlen Satin unter mir. Er war mir so nah. Ich hätte ihn mit der Hand anfassen können, aber er paralysierte mich, mit dem Gefühl, das er in mir erzeugte. Mein Unterleib zog sich zusammen und das Pulsieren verstärkte sich. Verwandelte sich in einen köstlichen brennenden Schmerz. Ihn nicht zu haben, verursachte tatsächlich Schmerzen. Je näher er meinem Unterleib kam, desto mehr begann ich zu zappeln.

„Nicht bewegen, Baby.“ Gott, diese Stimme. Sein Baby war wie ein Verhängnis. Himmel! Mein Körper erhob sich instinktiv ihm entgegen und er lächelte. Nicht zärtlich oder sanft. Er lächelte verführerisch mit diesem kleinen dunklen Funkeln in den Augen. Sein Mund stand sinnlich geöffnet und zauberte Magie auf meiner Haut bis er den Stoff meiner Hotpant erreichte. Dann blickte er mich an, setzte sich an den Rand des Bettes, fuhr mit seiner Hand wieder über meinen Oberschenkel, dann verschwand seine Hand nach hinten zu meinen Hintern, den er nur flüchtig streifte. Seine Finger hakten sich in meine rote Hotpant und er schob sie mir von den Beinen, warf sie irgendwo hinter seinen Rücken, aber weiter weg, damit er sie nicht an der Flamme der Kerzen verbrannte. Sein Haar fiel ihm verspielt in die Stirn und der Rest war total zerzaust, weil ich so oft hineingegriffen hatte. Sein Blick wanderte dunkel über meinen Körper. Mit einem kleinen weißen Tanga vor ihm zu sein, hatte es in sich. Als er sich wieder erhob, dachte ich, er würde zu mir kommen, stattdessen erhob er und entfernte er sich einige Schritte vom Bett. Sein Schatten war auch durch den weißen Stoff zu erkennen. Er zog seinen Gürtel auf und begann seine Hose aufzuknöpfen. Ich wusste, dass ich starrte, aber ich konnte es nicht lassen. Auch nicht als er seine Schuhe und Socken auszog. Edward Cullens Füße! Himmel! Dann beobachtete ich, wie er zurückkam. Zum wiederholten Mal schob er den weißen Stoff zur Seite. Dann stützte er sich mit seinen Armen auf der Matratze ab und krabbelte langsam auf mich zu. Er fuhr mit beiden Händen meine Beine entlang, dann legte er einen Arm unter meinem Rücken, hob mich mit einem Arm leicht in die Höhe, während er sich sich mit dem anderen abstützte. Meinen Kopf legte er auf den weichen Kissen und meinen Körper schob er unter der dünnen Bettwäsche. Er legte sich auf mich. Sein Gewicht drückte mich fest in die Matratze und ich konnte mich nicht bewegen. Aber sein Gewicht war keineswegs unangenehm. Ganz im Gegenteil, als ich seine Haut an meiner fühlte, schaltete sich mein Gehirn endgültig ab. Ich war nur ein Bündel Fleisch und Knochen, das nach diesem Gefühl süchtig war, das er in mir erzeugte. Seine Lippen senkten sich auf meine und sein quälendes, köstliches Spiel begann von neuem. Meine Hände lagen auf seinen Schultern und ich musste sagen, dass es köstlich war, seine Haut an meiner zu fühlen. Mein restlicher Körper war wie gelähmt. Ich konnte mich nicht bewegen. Aber das hatte er natürlich absichtlich gemacht, damit er nicht vollkommen die Kontrolle verlor und mir wehtat. Ich zweifelte daran, dass er mir wehtun könnte. Ich fühlte sowieso gar keinen Schmerz mehr. Seine Erregung an meiner Mitte wuchs nur noch mehr und ich wunderte mich, dass das überhaupt noch ging. Natürlich, er steigerte auch meine Lust ins Unermessliche. Meine Hand glitt wie von selbst über seinen Rücken und ich stoppte am Bund seiner Boxershort. Dann wanderten meine Finger sanft hinein. Sein ganzer Körper war angespannt, wie vor einem Angriff. Meine Finger legten sich auf seinem festen Hintern und er blickte mich mit lustverschleierten Augen an, als ich seine Boxershort hinterschob. Fragend sah er mich einen Moment an.

„Bella.“ knurrte er bedrohlich, als wolle er mir sagen, dass es gefährlich war, was ich hier tat. Als ob ich das nicht wusste. Himmel! Aber ich brauchte ihn ganz. Mit Haut und Haaren. Dann hob er sich leicht an, sodass ich mein Ziel erreichen konnte und ihm seine Boxershort ausziehen konnte.

„Ah!“ entwich es unkontrolliert meinen Lippen, als ich seine harte Erregung gegen meine Mitte fühlte. An seinen Ellenbogen abgestützt, sah er zwischen unseren Körpern und ich folgte seinem Blick. Himmel! Er wollte mich eindeutig umbringen. Dann rieb er die Spitze gezielt gegen meine Mitte. Mich ergriff eine neue Welle der Lust, stärker als zuvor. Mein ganzer Körper zitterte. Er stand einfach da, als könnte ihm keiner etwas anhaben und manchmal bewunderte ich seine Selbstdisziplin. Aber er hatte gesagt, er würde mich nicht verletzen. Er würde alles dafür tun. Ich spreizte meine Beine um ihm Platz dazwischen zu machen. Das war schon viel besser, als wenn ich mich gar nicht bewegen konnte. Er senkte seinen Mund wieder an meinem und ich verschränkte die Finger meiner linken Hand mit seinen. Meine Unterleib kam ihm instinktiv entgegen und er legte seine freie Hand auf meinen Hintern, um mich zu kontrollieren.

„Du. Machst. Mich. Wahnsinnig.“ flüsterte er stattdessen und rieb sich weiterhin an mich. Meine Augen schlossen sich flatternd und seine Küsse berauschten mich nur noch mehr. Seine Finger, die meinen Hintern umschlossen hielten, wanderten an meinen Rücken und erreichten dort den Verschluss meines BHs. Mein Mund wurde wieder trocken, während seine Zunge die meine umspielte. Widerstandlos. Sanft. Neckisch. Ohne weiter darüber nachzudenken, öffnete er meinen BH, legte meine beiden Hände über meinem Kopf, zog ihn mir ohne Proteste mit einer schwunghaften Bewegung aus. Meine Nägel bohrten sich in seine breiten, starken Schultern. Sein Oberkörper fest gegen meinen gepresst. Einfach köstlich. Absichtlich rieb er seinen gesamten Körper gegen meinen und ich stöhnte unkontrolliert in seinen Mund. Wenn er nicht etwas dagegen tat, dann würde ich auch so kommen, weil das Gefühl einfach unglaublich war. Meine Lippen verließen seinen Mund und liebkosten seinen Hals. Sie umschlossen seinen Adamsapfel und saugten daran.

„Bella!“ knurrte er wieder. Mit einer Hand drückte er meinen Kopf zurück in den Kissen und presste seine Lippen fest auf meine. Aber ich wollte doch auch! Er durfte eine verdammte 100 Meilen Wanderung auf meinem Körper machen und ich nicht! Ich bog mich ihm entgegen und rieb meine Brüste gegen ihn. Hart und fest drückten sie sich gegen seinen Körper. Er schluckte hörbar, dann wanderten seine Hände hinunter und meine Unterwäsche war nur Geschichte. Die Fetzen lagen noch in seinen Händen und ich war ehrlich gesagt schockiert. Noch schockierter war ich als ich seine Finger dort spürte. Liebkosend, sanft, aber mich immer wieder um den Verstand bringend. Er blickte mir in die Augen, während ich mich unter ihm wand. Flehend. Er massierte meinen Lustpunkt und ich war kurz davor in seinen Händen zu zerfließen. Aber da endete die süße Tortur schon. Natürlich, das war so typisch Cullen. Himmel! Es konnte nicht sein, dass er mich sogar im Bett ärgerte. Mit den Ellenbogen stützte er sich ab und ich kam ihm schon entgegen, denn ich wollte keine Minute mehr ohne ihn sein. Verdammt nochmal! Anstatt mich zu beruhigen, als ich die Folienpackung in seinen Händen sah, die er mit einer festen Bewegung aufriss, war ich nur noch ungeduldiger.

„Himmel, Frau.“ zischte er und drückte mich sanft zurück. „Einen Moment noch. Einen ganz kurzen Moment, Bella. Bitte!“ Er rollte so schnell er konnte das Kondom über seine Länge. Natürlich, weil ich ja so ungeduldig zappelte. Das schien zu funktionieren. Aber auch so, ich hätte es länger nicht mehr ohne ihn ausgehalten. Mein Bein winkelte ich an, weil es schon eingeschlafen war. Ich wimmerte, als ich ihn wieder gegen meine Mitte fühlte.
„Pst!“ machte er und senkte die Lippen beruhigend und besänftigend auf meinen Mund. Die eine Hand krallte sich in seinem Haar fest und die andere war mit seinen Fingern verwoben. Mein Bein glitt an seinem. Seine freie Hand benutzte er um sich abzustützen. Er schob meine Beine ein wenig auseinander und ich fühlte bereits seine Spitze an meinem Eingang.
„Bist du dir sicher?“ fragte er mich mit heiserer Stimme, sodass ich sie beinahe nicht wiedererkannte. Das war nicht sein Ernst, oder? „Deine letzte Chance, Baby.“ Hätte ich noch alle meine Sinne beisamen, hätte ich ihm gesagt, wie großzügig er doch war. Stattdessen hob ich nur mein Becken ihm entgegen und er zischte wieder als seine Spitze in mich eindrang. Noch fühlte ich rein gar nichts. Ich spannte mich an, weil ich Schmerzen erwartete. Er küsste mich wieder bis mir ganz schwindelig wurde und ich vergaß wo ich mich befand.
„Entspann dich!“ hauchte er gegen meine Lippen. Meine Hände krallten sich in seinen Schultern fest. Einen Moment lang spannte sich etwas in mir und riss wie ein Gummi. Ein ekelhafter Schauer wanderte meinen Rücken hinunter und ich öffnete alarmiert meine Augen. „Es ist alles gut, Bella!“ beruhigte mich Edward und dann drang er tief in mich ein. Ich versuchte zu sehen, was er da tat, aber es war unmöglich, weil sein Körper meine Sicht versperrte. Es war so anders ihn in mir zu fühlen. So fremd. Einen Moment lang stieg Panik in mir auf. Aber als ich Edward in die grünen Augen sah und meine Hand auf seine Wange legte, löste sich diese Panik in Luft auf. Sie machte nur nacktem Wahnsinn Platz. Er begann sich langsam in mir zu bewegen. Seine Hüften rollten sich im Kreis.

„Verdammt!“ zischte er und mir entlockte er auch einen Seufzer. Als er sich von mir entfernte, um dann wieder in mich zu stoßen, hob ich meine Hüften entgegen. Ich wollte alles von ihm! Er konnte nicht von mir erwarten, dass ich ruhig blieb. „Hör. Auf. Dich. Zu. Bewegen. Verdammt!“ zischte er ungehalten. Als er sah, dass er mich nicht beruhigen konnte, zog er mich auf ihn. Ich saß rittlings auf ihm, ohne dass wir uns voneinander lösten. Seine Arme waren um meinen Körper geschlungen und meine Beine um ihn. Mein ganzer Körper war so fest an seinem gepresst und ich hatte mehr Bewegungsfreiheit. Mein langes zerzaustes Haar fiel über meinen Rücken. Zuerst bewegte ich mich langsam auf und ab. Seine Hände an meinen Hüften dirigierten mich und sein Mund verließ nur selten den meinen. Als ich mich auf seinen Rhythmus eingespielt hatte, schickte er seine Hände auf erneute Wanderung. Sie schlossen sich fest um meine Brüste. Seine Zunge neckte wieder meinen Mund und seine Hände an meinen Brüsten, brachten mich nur dazu, dass ich mich heftiger und schneller auf und ab bewegte.
„Himmel!“ keuchte Edward an meinen Lippen. Seine Hände wanderten zu meinen Hüften und er beruhigte meine Bewegungen. Vor meinen Augen sah ich nur schwarz, auch wenn ich meine Augen öffnete. Himmel! Mit jedem Stoß trieb er mich unnatürlich höher. Aber ich wollte nicht kommen, ohne meine eigenen Hände auf Wanderung zu schicken. Meine Lippen fuhren über seine Schultern, wo ich sanft hineinbiss und meine Hände fuhren über seine Brust hinunter zu seinem Bauch der angespannt war. Seine Muskeln waren hart als ich darüberstrich und er blickte mir durch seine Wimpern hindurch dunkel in die Augen. So wie seine Venen an seinem Hals hervortraten, konnte ich mir eigentlich denken, dass er sehr nah dran war. Sehr nah. Mit meinen Armen um seinen Schultern geschlungen und den Lippen an seinen, steigerte ich langsam das Tempo und auch Edward kam mir mit seinen Hüften entgegen. Jedes mal, wenn er diesen süßen Punkt in mir traf, trieb er mich höher und steigerte meine Erregung nur noch mehr. Seine Lippen legten sich sanft um meine harte Brustspitze und er saugte an ihr. Es fühlte sich an als würden alle meine Nervenenden tanzen. Ein Schauer nach dem anderen erfasste meinen Körper. Schweiß bildete sich auf ihm. Seine Lippen verließen nur die eine Brust, um die andere zu liebkosen. Meine Lust steigerte sich ins Unermessliche. Ab diesem Zeitpunkt war nichts mehr in meinen Händen. Meine Muskeln zogen sich köstlich zusammen. Seine Hand legte sich in meinen Nacken und jedes Mal wenn wir auf Augenhöhe waren, schlug mir sein süßer Atem ins Gesicht. Er stieß hart in mich und ich fühlte mich lebendiger als je zuvor. Bis ich endgültig kleine Sternchen vor meinen Augen sah und mich blind und taub fühlte. Allein die Bewegungen seines Körpers in mir fühlte ich noch. Aber mein Körper zuckte bereits und ich fühlte, wie hoch ich flog. Mein Herz sprang in meiner Brust. Mein Atem kam einmal in einer Weile. Er begleitete mich durch meinen Höhepunkt hindurch. Sein Keuchen an meinen Lippen war seine Erlösung.

Während unsere Körper sich unnatürlich schwach anfühlten, fühlten sich unsere Seelen unglaublich lebendig. Sein Gesicht war in meinem Nacken vergraben und meine Finger kraulten sanft seinen Nacken, während ich es erst eine Weile später wagte meine Augen zu öffnen.

Das Erste, was ich hörte, war der heftige Regen und dann den Donner. Himmel! Warum hatten wir den Sturm gar nicht gehört? Sein Atem fühlte sich kalt an meiner schweißgebadeten Haut an. Wir hielten uns noch eine Weile so fest. Ich fühlte in diesem Moment überhaupt nichts. Nur unendliche Glückseligkeit. Mein Atem, den er mir immer wieder aufs Neue raubte, beruhigte sich langsam wieder. Er legte mich langsam zurück in die Kissen. Sein Blick wieder klar und so grün, wie noch nie. Er hauchte mir einen kurzen Kuss auf die Lippen.
„Ich bin gleich wieder da.“ flüsterte er. Ich nickte lächelnd, aber müde. Es war ein langer Tag gewesen, aber ein langer glücklicher Tag. Der Regen, der gegen die Fenster schlug, lullte mich langsam ein und ich driftete ab in einen traumlosen Schlaf.





~MB~





Als ich wieder aufwachte, konnte nicht mehr als eine oder zwei Stunden vergangen sein. Draußen begann es zu dämmern, aber ich wollte nicht ganz aufwachen. Ein fester Körper drückte sich gegen meinen und ich drehte mich zu dieser Wärmequelle. Starke Arme legten sich um mich und als ich mich bewegte, wimmerte ich leise, da es zwischen meinen Beinen höllisch brannte. Langsam schlug ich meine Augen auf. Funkelnde grüne Augen sahen in meine. Ich schloss müde die Augen und legte den Kopf auf seiner Schulter.
„Komm, Baby. Du musst langsam aufstehen. Wir müssen zurück. Sonst werden sich die anderen fragen, wo wir so lange sind.“ sagte er und ich riss panisch meine Augen auf. Das hatte gesessen. Ich war hellwach und saß kerzengerade auf dem Bett. Er lag ganz entspannt und nur in seiner Boxershort bekleidet da. Die Arme hatte er hinter den Kopf verschränkt. Als ich realisierte, dass ich nackt war, hob ich den geschmeidigen Satin bis zu meinem Hals hinauf. Er begann zu lachen. Er nahm meine Hand und führte sie an seine Lippen.
„Ich habe dir ein Bad eingelassen.“ sagte er dann und stand auf. Er hielt mir die Hand einladend hin und ich ergriff sie, aber nicht ohne den weißen Stoff um meinen Körper zu wickeln. Sein sanftes Lachen vertiefte sich. Mit den Armen um mich geschlungen führte er mich ins Bad. Die große Badewanne befand sich in der Mitte des Raumes. Ein vergoldetes Ding, das aussah wie eine Wasserquelle ließ das Wasser in die Wanne rennen. Sie hatte vier vergoldete Füße. Auch hier gab es bunte Wände mit Deckenfresken und hier war die Farbe am stärksten erhalten. Ich blickte mich staunend um. Es war schön. So etwas gab es nicht mehr in unserer Zeit, außer in Museen und Parlamenten.
„Deine frischen Sachen sind dort drüben.“ sagte er mir und zeigte auf die eine Ecke, wo das Waschbecken war und daneben befanden sich Jeans und etwas Dunkelblaues, das irgendein Pullover sein musste. Mein BH und meine noch Gott sei Dank frische Hotpant, da ich drunter noch den weißen Tanga gehabt hatte, war im anderen Raum.
„Ist das meine Kleidung?“ fragte ich ihn und er zuckte grinsend die Schultern.
„Ja!“ meinte er und grinste leicht. Himmel, er hatte an alles gedacht. Ich drehte mich zu ihm, legte meine Finger sanft in seinen Nacken und zog ihn grinsend an meine Lippen. Sogar der Kuss, den wir uns jetzt gaben, war anders, als die bisher. Er war inniger, offener und ehrlicher. Ich würde nie mehr die gleiche Bella sein, ob das gut oder schlecht war, das wusste ich nicht. Aber ich hatte noch Zeit mir darüber Gedanken zu machen. Jetzt musste ich in die Badewanne steigen. Als Edward nicht daran dachte zu verschwinden, sah ich ihn auffordernd an.
„Danke, Edward.“ meinte ich. Meine Handbewegung, die ihm deutete den Raum zu verlassen, brachte ihn zum Lachen.
„Himmel, ich gehe ja schon.“ beschwerte er sich und ich blieb grinsend zurück. Als ich meine Fingerspitzen ins Wasser gleiten ließ, seufzte ich. Nicht zu heiß. Nicht zu warm. Genau richtig. Der Stoff, der um mich geschlungen war, fiel auf den Boden. Die Kerzen, die auch hier brannten, spendeten gerade so viel Licht, dass es angenehm gedimmt war und eine wunderbare Atmosphäre schaffte. Ich brauchte wirklich Zeit für mich. Das Wasser war sehr angenehm, als ich mich hineinlegte. Es umspielte sanft meine Haut und ich fühlte mich total erschöpft, aber geliebt. Als ich eine sanfte Klaviermusik aus dem angrenzenden Raum hörte, grinste ich verträumt vor mich hin. Ein privates Klavierkonzert; nur für mich. Daran könnte ich mich gewöhnen. So wie ich mich an Edward gewöhnt hatte. Das Wasser entspannte mich vollkommen und es duftete so köstlich. Alle meine Sinne entspannten sich.

Sanfte Küsse auf meiner Wange ließen mich meine Augen wieder aufreißen. Fragend blickte ich Edward in die Augen.
„Du bist eingedöst!“ flüsterte er. Oh! Ich zog meinen Körper leicht hinauf und blickte mich um. Von draußen schien das Licht hinein.
„Müssen wir wirklich schon gehen?“ fragte ich nostalgisch. Er grinste mich sanft an.
„Mach mal Platz!“ forderte er mich auf. Ich versuchte nicht zu starren, während er seine Boxershort auszog und sich hinter mich ins Wasser legte. Meine Haut kribbelte von Neuem und ich wunderte mich, warum er so eine Macht über mich hatte. Aber es war nur ein Gedanke der durch meinen Kopf schoss. Er hatte nicht vor mich erneut zu verführen. Stattdessen legte er den Kopf auf den Rand der Wanne und zog mich fest an seinen Körper, was sich relativ angenehmer anfühlte, als nur an der harten Wanne zu liegen. Seine Arme verwoben sich mit meinen vor meinem Oberkörper und seine Beine waren seitlich an meinen gepresst. Ich schloss seufzend die Augen.

„Weißt du, Bella? Das war auch mein erstes Mal!“ sagte er. Mein Blick schoss sofort in sein Gesicht. Dort war ein kleines Lächeln. Er log. „Das erste Mal Liebe zu machen.“ sagte er und ich schüttelte grinsend den Kopf. „Und ich habe mich noch nie so gefühlt.“ flüsterte er. Zart strich ich mit meinem Fingern über seinen Oberarm. „So mit jemandem verbunden.“ setzte er seinen Monolog fort. Ich wusste genau wovon er sprach. „Und es ist wunderbar. Zu wissen, dass die bessere Hälfte von einem so nah war. Dass es einen Menschen gibt, der bis in deine Seele eingedrungen ist.“ Glücklich lag ich in seinen Armen.

„Edward.“ sagte ich. Er strich mir das nasse Haar aus dem Gesicht. „Ich will deine weibliche Taube sein!“ Es war kein Scherz. Er hatte doch diese Geschichte mit den Tauben angefangen.
„Baby.“ meinte er. „Ich liebe dich auch.“






~MB~



Auf dem Rückweg nach Forks war ich wach. Himmel! Wie sollte ich auch schlafen, wenn ich gerade mal so sitzen konnte. Ich war vollkommen wund und dass ich meine Jeans trug half mir kein Bisschen. Edward hatte tatsächlich ein kleines Reisetäschchen eingepackt, und auch meine Sachen aus meinem Kleiderschrank geklaut. Aber das war gut. Ich musste nicht ewig in meinem Abendkleid laufen. Die roten Rosen hatte ich auf unserem Bett in unserer Burg zurückgelassen. Sie waren wunderschön gewesen und ich hatte ein Foto mit meinem Handy geschossen. Dabei hatte ich viele verpasste Anrufe von meiner Mutter gesehen. Der letzte war um zwei in der Früh gewesen. Aber ich wollte sie nicht mehr zurückrufen, da ich ja bald Zuhause war und sie wahrscheinlich schon schlief. Es hatte mir ziemlich viel ausgemacht diesen Ort wieder zu verlassen, wie denn auch nicht. Himmel! Ab jetzt war ich seine Frau. Der Ring an meinem Finger funkelte, während ich ihn im Tageslicht betrachtete. Wir hatten alles wieder so zurückgelassen, wie es gewesen war. Auch wenn mir Edward erzählte, dass diese Burg niemandem gehörte und sie vor sehr vielen Jahren das Besitz seiner Familie gewesen war. Ich liebte diesen Ort und ich wusste auch nicht warum, aber ich tat es einfach. Die Schokoladenpralinen hatte ich natürlich mitgenommen. Da konnte man nichts dagegen sagen. Die schmeckten wirklich fantastisch.

„Wir sind gleich da, Baby.“ ließ Edward mich wissen und ich lächelte ihn liebevoll an. Seine freie Hand, da er nur mit einer lenkte, lag mit meiner verbunden auf meinem Schoß. Als ich ihn ansah, zwinkerte er mir verspielt zu. Als er den beiden am Eingang zuwinkte, erkannten sie uns und ließen die Gittertür aufgehen, damit wir in die Garage fahren konnten. Als er schließlich in der Garage parkte und den Motor abschaltete, saß ich noch immer da. In meinen Sitz gelehnt und noch immer angeschnallt. Er strich zart mit der anderen Hand über meine Wange.

„Gehen wir!“ sagte er dann. Ich wollte nicht wieder zur Tagesordnung übergehen. Ich würde nicht mehr schauspielern können. Ich würde mich verraten, wenn ich ihn ansah. Zögerlich schnallte ich mich ab und stieg aus, als er mir die Tür öffnete. Er nahm noch schnell die Ledertasche, in der unsere Sachen waren, aus dem Wagen und wir machten uns schon auf dem Weg. Ich in meinen superteuren Abendschuhen mit Jeans und einen Longsleeve. Er hatte nicht daran gedacht mir flache Schuhe einzupacken, aber das machte ihn doch nur sympathischer. Sanft legte er den Arm an meinen Rücken und öffnete die Tür für uns. Im Haus war es relativ still. Aber da es noch relativ früh war und die Leute noch schliefen, drehte ich mich zu Edward herum.

„Ich gehe dann mal schlafen.“ sagte ich und lächelte ihn sanft an. Er erwiderte mein Lächeln, doch plötzlich wurde sein Gesicht eine ausdruckslose Maske. Ich drehte mich abrupt herum. Dort stand er in seinem maßgeschneiderten Anzug und seinem makellos zurückgestylten Haaren.
„Hallo, Isabella!“ sagte er. Ein zärtliches Lächeln umspielte seine Lippen als er mich sah.

„Dad!“ stellte ich panisch fest.





~MB~





Man lebt nicht einmal einmal. ~Karl Kraus