Dienstag, 7. Februar 2012

Chapter 5: Murdered Butterflies



Musik zum Chap: http://www.youtube.com/watch?v=NWdrO4BoCu8
Shontelle - Impossible








Chapter 5:


Murdered Butterflies







Zwei Wochen seitdem ich Edward kennengelernt hatte. Zwei Wochen und was wusste ich über ihn? Gar nichts, außer, dass er eine Schwester namens Alice hatte und mit seinem Vater zerstritten war. Aus. Punkt. Ende.

Die letzten zwei Wochen waren die verrücktesten meines Lebens gewesen. Dinge waren passiert, die ich gar nicht glauben konnte. Suspekte Dinge. Die Schuhe, meine Paranoia, Jessica, Edward, die Paparazzi, mein Dads Verhalten, Renee......einfach unglaublich. Ich fühlte mich erwartungsvoll und war aufmerksam, weil ich wusste, dass es da etwas gab, dass mich in die Knie zwingen würde. Aber um nichts in der Welt hätte ich die Wendung erwartet, die das Schicksal für mich bereithielt. Es gab Dinge, die einfach nicht zusammenpassten, wie sehr ich sie auch drehte und wendete. Wie waren meine Schuhe wieder in den Schrank gelangt? Diese Frage quälte mich schon seit einer Woche und ich hatte mich nicht getraut meinen Vater darauf anzusprechen, weil ich nicht wusste, wie er möglicherweise reagieren würde.

Es war der erste Schultag im letzten Schuljahr an der High School, also war ich besonders gespannt darauf. Ich war eine Schülerin, die am ersten Schultag jedes Jahr dieses Kribbeln im Bauch hatte und total gespannt war, was auf sie zukam. Natürlich hatte ich mich herausgeputzt, denn ich wollte heute besonders schön sein, mindestens damit konnte ich einigen Menschen - wie Jessica - zeigen, dass ich nicht falsch war. Ich log nicht, ich betrog nicht und ich kann mit freiem Gewissen sagen, dass keine meiner Taten so gedacht war, jemanden zu verletzen. Ich wusste nur zu dieser Zeit nicht, dass diese Zeit kommen würde.

„Hübsch siehst du heute aus!“ Renee stand im Foyer und kümmerte sich um die Topfpflanzen, die parallel zu den Wänden in gleichen Abständen angeordnet waren. Ich konnte nicht anders als verständnisvoll zu nicken. Ich versprach mir selbst an diesem Tag nicht zuzulassen, dass etwas meine gute Laune verdirbt. Wenn ich doch klüger gewesen wäre...

„Danke, Renee!“ Ich sah meine Renee kurz an und wandte meinen Blick von ihr ab. Meine liebevolle Nana kam dahergelaufen und küsste mich auf beide Wangen, mein Herz schwoll vor Liebe an, als ich sie sanft umarmte.

„Mein Schatz, ich wünsche dir einen guten Start ins neue Schuljahr......mein hübsches kleines Mädchen.“ Sie tätschelte meinen Unterarm und ging dann wieder in die Küche. Ich stand lächelnd da und starrte ihr hinterher. Hier hast du den Unterschied, Renee, dachte ich bissig. Und da fragte sie sich anschließend, warum ihre Tochter denn so abweisend war. Ja, warum wohl?

Ich passierte die Türschwelle und wollte schon nach Richard – unseren Chauffeur – suchen, doch mein Dad hielt mich auf.

„Bella, Prinzessin, warte!“ rief er in einem seiner maßgeschneiderten Anzüge bekleidet. Er hatte etwas geplant, das war mir klar, das tat er schließlich jedes Jahr. Also lächelte ich ihn an, sah Renees wütenden Blick mit dem sie meinen Vater beehrte, musste grinsen, weil man ihr ansah, dass sie unsere Vater-Tochter-Beziehung nicht ausstehen konnte. Sie gönnte uns das nicht, weil sie meine Zuneigung auf diese Weise – Korrektur: auf keine Weise – bekommen wird. Diese Frau war einfach unmöglich zu verstehen. Wie sehr ich versuchte mich in ihre Lage hineinzuversetzen, es schien als hätte das Puzzle noch fehlende Stellen und war nicht vollständig, so konnte ich es nicht lösen.

Mein Dad legte seinen Arm um meine Schultern, ich lächelte ihn an, sah zu ihm auf, so wie ich es als Kind getan hatte, mit soviel Stolz, weil er mein Vater war. Wir warteten in der Auffahrt und ich war hibbelig, weil ich wissen wollte, was Dad diesmal für mich geplant hatte. Es musste schon etwas Spezielles sein, wenn er mit mir zusammen auf mein Geschenk wartete. Wir warteten gefüllte fünf Minuten auf Was-auch-immer, er geduldig – wie immer- und ich zappelte herum und biss nervös und aufgeregt auf meine Unterlippe.

Und dann kam mein Geschenk – das eigentlich keins war- an....

„Dad?“ ich grinste und sah ihn ungläubig an. „Ich dachte, dass ich keine Motorräder fahren darf, weil die meisten Unfälle damit gebaut werden.“ Das Ding war riesig, wurde von einem Lieferanten gefahren. Silbern, das Metall glänzte, poliert, man konnte sich dort ansehen, wie in einem Spiegel. Ich war überwältigt. Vollkommen hin und weg. Den Freudenschrei, der meiner Kehle entweichen wollte, hielt ich mit Mühe und Not zurück. Ich freute mich so dermaßen, dass ich es gar nicht in Worte fassen konnte. Ich mochte Motorräder und ihr könnt euch sicher vorstellen warum.

Mein Dad antwortete nichts. Ich sah zu ihm auf mit erhobener Augenbraue. Das Motorrad wurde drei Meter vor uns angehalten. Ich betrachtete den Lieferant näher.......Schon komisch, wenn der Lieferant einen Anzug trug, der ihm wie angegossen am Körper klebte, wie eine zweite Haut. Mit großen Augen sah ich mein großes, metallisches Geschenk an und fühlte ein Jucken in den Fingern......Ich wollte mit meinen Fingern darüber fahren. Ganz langsam. Ehrfürchtig.

Als mein Dad kein Wort sagte und der Lieferant sein Bein herumschwang und vom meinem Motorrad herunterkletterte, fühlte ich, dass etwas überhaupt nicht okay war. Die Spannung, die sich in meiner Brust, wie eine Lawine aufbaute, schnell und plötzlich, schien mich erdrücken zu wollen. In diesem Moment wusste, ich, dass etwas nicht in Ordnung war. Ohne ein ausgesprochenes Wort wusste ich auch was.......Tränen bannten sich ihren Weg in meine Augen, aber aus Trotz – oder was auch immer dieses Gefühl in mir war – hielt ich sie zurück und biss meine Zähne zusammen. Das durfte jetzt nicht geschehen.....nein.....

Er musste seinen Helm nicht abnehmen, ich kannte diesen geschmeidigen, fließenden Gang, seine langen Beine, seine muskulöse Brust, seine großen Hände, mit diesen schlanken, langen Fingern. Und ich kannte diese Anzüge.....Schwarz, schwärzer als die Nacht, mit der perfekt sitzenden Krawatte, auch in Schwarz und das Hemd war auch schwarz. Mein Herz realisierte, was mein Gehirn schon bereits gewusst hatte. Ich wollte es nicht wahrhaben. Ich hatte die Wahrheit vor den Augen gehabt – immer – und ich hatte die Augen bewusst geschlossen gehalten, um mich der Illusion hinzugeben. Der Illusion, dass Edward und ich Freunde sein konnten. Vielleicht hatte ich viel mehr erwartet, als ich geben wollte, als ich bekommen konnte.

Fuck, nicht einmal 48 Stunden waren vergangen seitdem er wie verrückt an unserer Haustür geklingelt hatte, mich rufen ließ und wie besessen auf die Uhr starrte, als ich dann endlich vor ihm war, hatte er mich an der Hand gepackt und mir gesagt, dass er etwas Schönes vorhatte. Und was hatte er getan? Er hatte mich zu dem kleinen Berg geführt, von dem aus wir die ganze Stadt sehen konnten. Seattle in ganzer Pracht vor uns ausgebreitet. Verständnislos hatte ich ihn angesehen und gefragt was wir hier nun sollten und er hatte mich warten lassen, bis er schließlich Erbarmen mit mir hatte und „Jetzt“ sagte. Er stand hinter mir, nahe genug um seine Ausstrahlung und seine Körperwärme zu spüren und er hatte mit seiner Hand auf die Sonne gezeigt und da sah ich es. Die Wolken, die wie aus dem nichts entstanden waren, sammelten sich und drängten die Sonne in den Hintergrund....Die Helligkeit verschwand langsam und Seattle veränderte sich, wurde hellblau und anschließend auch gräulich. Er wollte mir den Sonnenuntergang zeigen und es war wohl das Schönste, das jemals jemand für mich getan hatte.

Natürlich war ich gerührt gewesen und jetzt versuchte ich mir einzureden, dass nicht Edward derjenige war, der vor mir stand und sich sein Helm abnahm. Die Hoffnung durchflutete mich, in meinen Ohren rauschte es und ich drohte umzukippen. Nein, keinesfalls. Edward würde mich nicht anlügen. Nein, er war viel zu gut dafür. Nein, nein. Keine Chance. Ich begann hysterisch meinen Kopf zu schütteln. Aber warum sah ich dann das stoppelige Kinn, diese sinnlichen Lippen, die gerade Nase, markante Wangenknochen, grüne – smaragdgrüne - Augen mit langen, dichten Wimpern....und zum Schluss seine verwüsteten dunklen Haare mit einem Bronzeton darin. Ich schnappte entsetzt nach Luft, sah entsetzt zwischen den beiden hin und her.

Herr im Himmel, beide – sie beide hatten mich belogen, mein Dad, er hatte mich belogen und mit in dieser Farce zwei Wochen lang leben lassen, nur um – na eben was?- zu erreichen. Ich fragte mich in diesem Moment auch wofür das gut sein sollte.

„Bella, das ist Edward Cullen, dein Bodyguard.“ Edward reichte ihm freundlich die Hand,die mein Vater mit erhobenem Haupt schüttelte, dann verschränkte er seine Hände vor seinem Bauch. „Mr. Swan, Sir!“ grüßte Edward ihn zusätzlich. Ich nickte meinem Vater geistesabwesend zu. Ich wollte weinen, mich auf den Boden werfen und weinen, mit dabei an den Beinen meines Vaters halten und ihn bitten mir das nicht anzutun. Hatte ich das verdient? Mein Bodyguard – ich realisierte es noch nicht richtig – sah mich kein einziges Mal an, kein direkter Blickkontakt, als kenne er mich nicht. Es schmerzte. Aber er hatte mich ja gewarnt, er hatte gesagt, er würde mich verletzen und wir dürfen nicht befreundet sein, wegen seinem Job, wegen seinem Job bei meinem Vater. Und er sagte, er würde sein Leben für mich opfern, weil er wollte und nicht weil er musste.

Lüge.

Gottverdammte Lügen. Alles. Seine Worte. Seine Blicke. Seine Taten.

Fuck.

Ich hatte ihm geglaubt.

Plötzlich drehte sich alles um mich herum, ich hörte ihre Stimmen nur leise, das Haus, der Garten drehten sich in meinem Kopf, die Bilder verschoben sich und verdrängten einander. Meine Hand schellte hervor und ich krallte mich im Ärmel meines Vaters, meine Augen rollten sich nach innen und ich verlor mein Gleichgewicht. Aber wie durch eine innere Kraft fasste ich mich wieder, gerade als Edwards Hand mich vom Fall bewahren wollte und ich schlug sie wütend weg. Ich fühlte in diesem Moment alles, Ärger, Frustration, Entsetzen, Enttäuschung......und die Enttäuschung überwog all die anderen Gefühle, drängte sich in den Vordergrund.

„Prinzessin, Edward wird um dich sorgen, während ich in Washington D.C. bin. Tut mir leid wegen dem kleinen Streich, aber da du immer einen Hass gegen deine Bodyguard hattest, musste ich mir etwas überlegen. Es ist nur für dein Bestes, Bella. Ich hoffe, du verstehst das.“ Ich nickte geistesabwesend. Ich wollte ihn anschreien, sagen, dass er sich in mein Leben nicht einmischen soll. Ich wollte Menschen kennenlernen, Menschen, die nicht von ihm geschickt wurden um mich so zu hintergehen. Menschen, die mir gut tun würden, sowie Edward vorher, aber jetzt nicht mehr.

„Da dein Fluchtversuch durch unseren Bodyguard hier verhindert wurde und dir nichts passiert ist, Schatz, werde ich darüber hinwegsehen. Du darfst also ab heute wieder in dein Tanzstudio und auch in den Spiegelsaal. Aber ich bin mir ganz sicher, dass es dich erfreuen wird, wenn du Emmett und deine Granny in New York besuchst. Du solltest nicht hier sein an diesem Wochenende, es ist damals sehr viel passiert, Bella.“ Mein Dad tätschelte meine Wange mit seinen Fingerkuppen.
„Hab dich lieb, Bells. Hab einen schönen Tag in der Schule, viel Spaß, Kleines.“ Dann drehte er sich auf seinem Absatz um und ließ mich mit diesem.....diesem Mann dort stehen. Ich sah ihm eine Weile hinterher, schüttelte anschließend meinen Kopf um wieder klar denken zu können. Als der schwarze Mercedes vorfuhr und vor meinen Füßen zu Stehen kam, bewegte er sich geschmeidig zur Autotür und öffnete sie für mich.

„Miss Swan, wir sollten losfahren, damit Sie nicht zu spät zum Unterricht ankommen!“ Auffordernd sah er mich an, seine Lippen waren fest aneinandergepresst, als würde er im Stillen leiden, dass er mich belogen hatte, aber nein – das tat er ganz sicher nicht. Ich war einfach zu naiv und dachte, alle Menschen wären gutmütig und liebenswert. Bullshit. Alles nur Bullshit. Aus Trotz hielt ich mein Kinn hoch uns stolzierte an ihm vorbei, machte eine Kurve um das Auto, öffnete die parallele Tür, zu der auf seiner Seite und setzte mich auf die Rückbank, so wie es gedacht war.

Ich wollte ihn weg aus meinem Leben. Ich wollte, dass er verschwand. Ich wollte ihn einfach ausradieren. Ich wollte die Augen schließen und ihn wegzaubern können.

Aber er machte sich trotz allem, was ich fühlte auf der Rückbank neben mich gemütlich und wies Richard an zu fahren.

Mein Schädel pochte und ich fuhr mir mit meinen Fingerkuppen massierend über die schmerzenden Stellen.
„Brauchst du eine Aspirin?“ Hatte er das wirklich ausgesprochen? Wutentbrannt sah ich ihn an, meine Lippen bebten, meine Finger zitterten, meine Augen brannten, alles in mir sträubte sich und er fragte mich tatsächlich, ob ich eine verdammte Tablette brauchte?
„Ich brauchte dich aus meinem Leben hinaus. Jetzt. Sofort.“ Zu meiner Freude war meine Stimme fest und ich musste die Nervosität, die ich im Inneren spürte, äußerlich nicht zeigen.
„Ich befürchte, das wird nicht möglich sein. Mister Swan befahl mir......“ Ich konnte es nicht verhindern ihm einen tödlichen Blick zuzuwerfen und ihm das Wort abzuschneiden. Mr. Swan sagt.....Ich hasste das genauso sehr, wie ich die Tatsache hasste, dass Edward Mister Bodyguard war. Ich hätte es wissen müssen. Wieso um Gotteswillen war ich so blind gewesen? Wieso?
„Du warst derjenige, der sagte, ich solle mein Leben nicht von anderen bestimmen lassen; derjenige, der mich fragte, ob ich glücklich bin; derjenige, bei dem ich mich gut und sicher gefühlt habe. Also komm mir nicht damit....Du weißt ganz genau wie mein Dad ist, vermutlich weißt du das auch sehr gut, sowie alles andere.“ Ich schnappte nach Luft. „Du wusstest so viel über mich und erst jetzt realisiere ich woher. Die ganzen zwei Wochen kanntest du die ganze Wahrheit und hast kein Wort gesagt. Wie oft bat ich dich mir die Wahrheit zu sagen. Du hattest oft die Möglichkeit.“
„Bella....“ Sein Gesichtsausdruck zeigte seinen Schmerz, seine Unzufriedenheit, seine Schuldgefühle. „Seitdem dein Dad mich von New York geholt hat, um seine kleine Senatorentochter zu schützen, wusste ich viele Dinge über dich, deine Leidenschaft für den Tanz und Tennis. Das waren die ersten Dinge, die ich von deinem Vater erfuhr. Die Dinge waren nicht so geplant, wie sie jetzt sind. Wir sahen uns durch irgendeinen dummen Zufall.....“ Ich erhob meine Hand um ihn zum Schweigen zu bringen. Ich glaubte nicht an dumme Zufälle.

„Ich glaube dir nicht.“ Es tat so im Herzen weh diese Worte auszusprechen. Ich schloss die Augen, wollte seine warme Stimme ignorieren, sie verbannen. „Warum haben Dad´s Männer nicht im Herrenklo nach mir gesucht? Woher wussten sie, dass ich mit Sicherheit nicht dort bin? Du musstest es ihnen gesagt haben. Ich hab keine Ahnung wie, aber du musstest es ihnen verraten haben.“ Er winkelte sein Bein an und drehte sich seitlich zu mir. Seine Hand wollte meine nehmen, doch ich ließ das nicht zu. Das hätte ich nicht ausgehalten.
„Weil sich keine Lady in einer Herrentoilette versteckt!“ spie er wütend aus. Er war wütend auf mich? Er wagte es wütend zu sein? Er nannte mich gerade keine Lady. Was bildete er sich ein? „Ich mochte dich. Als ich dich dort stehen sah, in diesem Kleid mit dieser Frisur. Ich wollte dich. Ich wusste nicht, wie du heißt, wer du bist. Aber ich wusste, dass ich dich wollte. Nicht für diesen Moment, sondern für lange, Isabella.“ Er fuhr sich irgendwie verzweifelt durch sein chaotisches Haar und befeuchtete seine Lippen mit seiner Zunge. Diese Geste war ein Manöver, lenkte mich ab und machte mich wahnsinnig. Dieser Mann würde mein Tod sein. Ich wusste es. Er wusste nicht, was seine Worte mit mir taten. Sie schmerzten so sehr, weil ich mein Herz schützen wollte und ihm nicht glauben wollte, nicht konnte. „Wie absurd es auch klingt, nein, es ist absurd, weil du sieben Jahre jünger bist als ich und du bist nicht einmal volljährig, aber ich hatte das Gefühl sie gefunden zu haben.“
Sie?“ fragte ich.
„Die Eine, Isabella. Die Eine und die Einzige.“ Er ballte seine Hand zur Faust und biss die Zähne so fest zusammen, dass die Venen auf seinem Hals hervortraten. Mein Herz machte kleine Hüpfer und schien diese Worte zu brauchen, es schien auf mehr zu warten.....viel mehr. Er hatte mich die Eine genannt. Was sollte das heißen? „Aber nun ist alles am Arsch und du bist sauer auf mich. Aber mach dir keine Sorgen, ich werde dich nicht mehr belästigen.“ er schien sich auf die Zunge beißen zu wollen, weil er diese Worte ausgesprochen hatte.
„Ich bin nicht sauer!“ antwortete ich prompt und er wandte sein Gesicht zu mir. Bevor sich ein Lächeln um seine Lippen bilden konnte, zerplatzte dieser schöne Traum für ihn. „Ich bin verdammt wütend. So wütend, wie ich es noch nie war. Nicht einmal als Jessica mir tausend verletzende Worte an den Kopf warf. Nicht einmal dann. Und weißt du warum? Weil du mein Vertrauen missbraucht hast. Ich kann nicht leugnen, dass mir das Gefühl verstanden zu werden, umsorgt zu werden, fehlen wird. Ich habe zwei Wochen lang einen Traum gelebt, der nichts mit der Realität zu tun hatte. Dafür bekomme ich jetzt meine Strafe.“ Meine Stimme wurde abweisender und von Wut verzerrt, die Lautstärke nahm zu und ich hörte mich so wütend an. Die Wahrheit war jedoch, ich war viel wütender, als ich es jemals zuvor in meinem Leben, gewesen bin.

Er erlaubte sich mir seine Gefühle zu offenbaren, jetzt, ausgerechnet jetzt, wenn ich ihn am meisten hassen wollte. Er hatte mich verletzt. Mit meinen Gefühlen gespielt. Das Problem bestand darin, dass er meinen Stolz verletzt hatte und das war bei einer Frau, wie mich, einfach unverzeihlich.

„Die Realität ist grausam.“ sprach er aus. Er erntete einen Blick von mir, der alle Granaten auf ihn abfeuerte, aber sein Blick verlor sich irgendwo zwischen Realität und Erinnerung. Seine Hand wanderte zu seiner linken Brust und er rieb sich darüber, vollkommen unbewusst. Edward schien mit seinen Gedanken gar nicht hier zu sein.

„Ja, das ist sie!“ mit diesen Worten stieg ich vor der High School aus und schlug die Tür laut zu.



~MB~





„Oh, Gott, Bella!“ nuschelte Angela neben mich. Nachdem wir uns herzlich begrüßt hatten und unsere Neuigkeiten austauschten, wobei ich die Hälfe nicht gehört hatte, weil ich nicht zuhörte. Die Eine und die Einzige, grinste mein Unterbewusstsein mich an. Mein Herz zog sich von selbst schmerzhaft zusammen und erinnerte mich an den Schmerz, die Enttäuschung, die ich erlebt hatte. Schien als wäre mein Herz viel klüger als mein Kopf. Fuck..... Meine Freundin musste mich zwicken um meine ungeteilte Aufmerksamkeit für sich zu erlangen. „Das ist er......dieser Stalker, von damals im Lake Union Park, Bella.“ Angela klang schon wieder panisch. „Beweg dich nicht, er ist dich hinter dir und lässt einige Schüler passieren.“ Ich schloss gequält die Augen und stöhnte leise. Es war Edward. Ich hätte es wissen müssen. Ich fuhr mit beiden Händen über die Augen und das Gesicht. Wieso konnte ich mich nicht in meinem Bett verkriechen und warten, dass der Tod mich holte? Ich fühlte ihn, fuck, ich glaubte ihn sogar riechen zu können. Was bereits jetzt schon feststand war, dass ich meinen Verstand verlieren würde. Er würde nicht von meiner Seite weichen und ich war einfach zu schwach. Dieser neue Schmerz, die neue Enttäuschung, es war zu viel für mich. Wie sollte ich mich jetzt ihm gegenüber verhalten?
„Ähm, was tun sie hier?“ fragte Angela ängstlich.
„Ich arbeite!“ hörte ich ihn sagen.
„Warum bestalken sie uns?“ ihre Stimme war um einige Oktaven zu hoch und sie merkte das nicht einmal. Ihr ganzer Plan, ihr Selbstbewusstsein zu stärken, ging wohl geradewegs in die Hose. Das war jedenfalls, das Einzige, das mein kranker Verstand realisiert hatte von dem Gespräch vorhin. Aber das lag an ihm.
„Ich bestalke sie nicht, Miss. Ich beschatte sie. Nun, nicht speziell Sie, aber Miss Swan.“ sprach er aus und meine Freundin sah verständnislos zwischen ihm und mir hin und her. Sie wartete wohl auf meine Antwort. Miss Swan …
„Und das erzählst du mir nicht? Wartest du, dass ich einen Herzinfarkt bekomme, damit du es mir erzählst. Fucking Izzy Swan.“ Angela begann zu schmollen und ich verdrehte die Augen. Ich wusste es selbst nicht einmal, wollte ich sie anschreien, aber ich realisierte, dass sie mit meiner Frustration, meinem Ohnmachtsgefühl, gar nichts zu tun hatte.
„Darf ich euch vorstellten, Angela Weber, meine beste Freundin. Angela, das ist Mister Bodyguard, meine grausamere Hälfte.“ gab ich bissig von mir und warf Edward einen dieser Ich-mach-dich-fertig-Blicke. Er sah mich einfach regungslos an und stellte sich mit seiner samtenen Stimme selbst vor.
„Edward Cullen, Miss Weber.“ Seine Höflichkeit nervte noch mehr als er selbst. Wieso musste er auch so....gut....sein? Wieso schien mich seine Stimme, sein Anblick zu besänftigen?
„Ach, nenn mich doch Angela oder Ang, wie du willst.“ Sie grinste ihn mit ihrem unwiderstehlichen Lächeln an. „Ich darf dich doch Edward nennen, oder?“ Ich fuhr mir über meinen verspannten Nacken, warf Edward einen bittenden Blick zu, den er anscheinend falsch verstand. Ich wollte nicht, dass sie ihn Edward nannte. Das würde meine Wunde unablässig aufreißen. Aber er stimmte in seiner galanten Art zu. Für mich war es sogar schwer ihn in meinen Gedanken so zu nennen.
„Aber natürlich Angela.“ grinste er sie schief an.

Ich packte meine Freundin am Arm und wir begaben uns zum großen Saal, wo die Reden unserer Direktorin gehalten werden. Privatschule, whatever. Hier galten andere Regeln, zum Beispiel hatten wir jedes Jahr eine Willkommen-ins-neue-Schuljahr-Rede, die von der Direktorin gehalten wurden. Also mussten wir jetzt in den zweiten Stock. Edward unterließ es nicht uns zu folgen, das hätte mich auch gewundert, wenn er uns nicht gefolgt wäre.

„Er ist bisher der süßeste deiner Bodyguards, Bella.“ schwärmte sie, aber ich wusste, dass sie mich damit nur aufziehen wollte, denn sie war bereits verliebt. In ihren Gärtner -Ben-, aber sie konnte sich nicht aufrappeln und ihm diese Liebe gestehen. Deshalb auch ihr Plan Selbstbewusstsein-stärken, der bisher nicht wirklich geblüht hat.
„Halt die Fresse, Ang.“ zischte ich und pickte sie am Arm. „Er steht dicht hinter uns, wenn dir das nicht klar ist. Und er wird mich verfolgen, wenn ich esse, wenn ich tanze, wenn ich Tennis spiele, wenn ich ausgehe, möglicherweise wird er auch wissen, wann ich meine Tage hab, nicht, dass das so schwer zu erraten ist, da ich kaum auszuhalten bin, aber ich wird mich sogar beim Kacken verfolgen.“ Ich fuhr mir verzweifelt durch das Haar und meine Freundin kramte ihr Mitleid heraus und gab mir einen dieser Das-ist-echt-ätzend-Blicke.
„Außerdem ist er nicht süß!“ spie ich aus.
„Bist du irre?“ rief sie lauter aus, als beabsichtigt. Ich lief rot an, als ich Edward leise lachen hörte. Dieser miese Bastard. „Komm, Bella. Das kannst du jemandem anderen erzählen, ich habe Augen im Kopf. Nicht, dass ich auf deinen Edward scharf wäre, du weißt, dass ich bereits verliebt bin. Aber er ist sexy, charmant, süß – ja, er ist süß, guck nicht so blöd – und sieht zum Anbeißen in diesem schwarzen Anzug aus.....“
„Tssssss.....“ gab ich theatralisch von mir. „Und er ist nicht mein Edward, was dir auch klar sein muss.“ diesmal konnte ich es nicht verhindern sie ein bisschen anzufahren. Genau das war meine schlechte Seite, wenn ich wütend war, tendierte ich dazu die Ursache meiner Probleme – in diesem Fall war das wohl Edward – zu übersehen und andere anzufahren, als wären sie schuld daran. Aber diesmal werde ich meine Taktik ändern. Er wird der Einzige sein, der seine Suppe selbst löffeln wird. Ich würde ihn dazu bringen selbst aufzugeben, mich zum Teufel zu schicken.

Ich wusste zu dieser Zeit nicht, wie schwer es war, ihn aus dem Konzept zu bringen.




~MB~



„Ich bin unendlich erfreut, dass wir uns in diesem Jahr, sowie in vielen Jahren davor, daran erfreuen können, euch Schüler zu lehren. Euch die nötige Ausbildung für ein College oder anderen Berufsmöglichkeiten zu geben. Wir sind ein Team und müssen zusammenhalten und uns aneinander anpassen, damit ihr Schüler das lernt, was ihr für eure Zukunft braucht und wir Lehrer euch dabei unterstützen, um es euch so leicht wie möglich zu machen.“ Durch das Mikro konnte man die Worte der Direktorin laut und deutlich genug verstehen, obwohl sie auf der Bühne stand, möglichst mit vielen Schülern Blickkontakt hielt und über die mindestens zwanzig Reihen blickte. Ihr haselnussbraunes Haar war gewellt und fiel ihr sanft über die Schultern. Eine dunkelblaue Bluse und ein grauer Rock, dazu schwarze – nicht sehr hohe – Pumps, passten zu ihrem helleren Teint. Sie strahlte etwas Warmes und Angenehmes aus. So viel Liebe.

„Oder möglichst schwer!“ nuschelte Angela rechts von mir und ich grinste sie an. Sie hatte in den letzten beiden Jahren viele Probleme mit unserem Geschichts- und Politiklehrer Mr. Firestone gehabt, aber gegen Ende hin, hatte sie ihm gezeigt, dass sie es auch auf die harte Tour mit ihm aufnehmen konnte. Er hatte ihr ein C gegeben und Angela war damit höchst unglücklich gewesen, weil sie sonst eine A-Schülerin war. Doch für diese Verhältnisse hatte sie gut angeschnitten, weil Mr. Firestone schwer gute Noten gab. Er wollte sehen, dass die Schüler das Fach liebten und nicht nur auswendig lernten, was bei mir der Fall war, aber nur in Geschichte. Da ich Geschichte liebte, stellte das kein Problem für mich dar, aber Angela hingegen konnte Geschichte nicht ausstehen. So kam es auch dazu, dass sie nur auswendig lernte und er das bemerkte. Deshalb die ganze Komplikation.

´Zusammenhalten und uns einander anpassen´, was für schöne Wörter, dachte ich und konnte es nicht verhindern, dass meine Augen zu Edward wanderten, der lässig an der seitlichen Wand lehnte. Nein, wir konnten das nicht. Uns einander anpassen. Es war viel zu viel passiert, wir hatten nicht bemerkt, wie weit diese harmlosen Dinge gingen. Jedenfalls erschienen sie mir bis heute harmlos, aber die Wut, die ich verspürte, die mich von innen zerfraß, war da anderer Meinung. Ich musste mich selbst schützen, vor ihm, weil ich ihm im sonst, wie eine dumme Nuss verfallen würde. Ich war nicht stark, das hatte ich auch nie behauptet. Ich hörte viel zu sehr auf meinen Verstand und wenn ich einmal auf mein Herz hören würde – es sprach eindeutig eine andere Sprache, als mein Gehirn – dann würde ich mich aus Reflex, ohne nachzudenken in seine Arme werfen. Aber ich durfte nicht, weil er Mister Bodyguard war und er mich verletzt hatte. Ich musste ihn bestrafen, ihn von mir fernhalten, um mein Herz zu schützen. Ich würde meine Rache planen, das stand schon fest.

„Wir werden euch für Fragen und Beschwerden zu Verfügung stehen. Wie auch andere Dinge, wie die Bibliothek um Hausaufgaben zu erledigen, oder die PC´s, die dort zu finden sind. Alles was benötigt wird, daran wird es euch nicht mangeln. Also kann ich euch jetzt einen schönen Beginn ins neue Schuljahr wünschen. Ihr seid nun offiziell entlassen.“ Die Direktorin holte noch einmal tief Luft. „Morgen muss jeder pünktlich in die jeweiligen Klassenzimmern erscheinen. Den Plan habt ihr ja schon alle erhalten. Danke für eure Aufmerksamkeit.“

Es gab einen kleinen Applaus, der einige Minuten anhielt und immer lauter wurde. Anscheinend waren einige sehr froh, endlich wieder frei zu sein. Einige stürmten schon hinaus, andere plauderten mit Freunden in kleinen Grüppchen, wie das so eben auf der High School war. Ich schnappte mir langsam meine Handtasche und schulterte diese. Angela tat es mir gleich und bis ich darauf wartete, dass sie sich ihre Strickjacke überzog, wunderte ich mich wo Jessica war. Ich hatte sie nicht gesehen. Aber sie musste ja andere Freunde gefunden haben, da sie sich bei Angela gar nicht mehr gemeldet hatte. Ich brauchte mich gar nicht zu wundern, da sie mir ins Gesicht gesagt hatte, dass sie mit mir nicht mehr befreundet sein wollte.

„Ang, kann ich dich kurz sprechen?“ fragte ein Junge, den ich als Tylor wiedererkannte. Er sah zwischen ihr und mir. „Privat“ fügte er hinzu und ich nickte, sagte meiner Freundin ich würde draußen auf sie warten. Ich stolzierte an Edward vorbei, würdigte ihn keines Blickes und ging weiter. Ich versuchte meinen Gang möglichst elegant zu halten, meine Hüfte zu schwenken um ihn zu nerven. Jemand da oben hatte offensichtlich andere Pläne mit mir. An der Tür angekommen, wurde ich hart von hinten gestoßen und wäre fast auf den Boden gefallen, hätten sich zwei starke Arme nicht um meinen Bauch geschlungen und mich an die warme Brust gepresst. Awww, dachte sich mein Unterbewusstsein und ich schloss kurz die Augen. Wieso fühlte ich seit dem Gespräch im Auto seine Anwesenheit nur noch deutlicher als zuvor? Ich durfte mich von ihm nicht einlullen lassen.

„Edward?“ hörte ich eine sanfte weibliche Stimme. Ich öffnete meine Augen wieder und begegnete den Augen der Direktorin. Ihr Gesicht war rund und ihre Lippen rot, ihre Haut war blass, aber sie war schön und sah jung aus, obwohl sie im Alter von.....na ja, von Renee sein musste. Und überhaupt, woher kannte sie diesen......Kerl? „Schatz, was suchst du denn hier?“ Schatz? Ging er mit älteren Frauen aus? Ich konnte nicht verhindern, dass sich ein grimmiger Ausdruck auf meinem Gesicht niederließ. Er ließ mich los und näherte sich ihr, beugte sich kurz um ihr einen Kuss auf die Wange zu geben.

„Mom, hab dir schon erzählt. Ich bin der Bodyguard von Charlie Swans Tochter.“ Sie sah mich an und ihre Augen begannen zu strahlen. Mit einer Hand rief sie mich näher zu sich und ich fand es komisch, weil ich diese Frau nicht kannte. Ich wusste nicht einmal wie sie hieß, aber sie war Edwards Mutter und schien sehr freundlich zu sein. Seine Mutter. Wie weit wollte er sich noch in mein Leben hineinmischen? Ich wurde noch wütender, falls das möglich war. Dennoch richtete sich meine Wut gegen ihn, nicht sie, deshalb näherte ich mich ihr.

„Hallo, Liebes. Ich bin Esme. Freut mich dich wiederzusehen!“ Sie umarmte mich. Kann mich jemand zwicken, damit ich weiß, dass ich nicht träume. Diese mir unbekannte Frau umarmte mich einfach so und nannte mich Liebes. Und von welchem Wiedersehen redete sie eigentlich?

„Kennen wir uns?“ fragte ich verwirrt. Sie legte den Kopf schief und sah mich ernst an.
„Aber natürlich, Liebes. Du saßt neben mich als Linda und Emmett – deine älteren Geschwister – ihr Diplom bekamen. Mein Edward natürlich auch.“ Sie sah stolz zu ihrem Sohn hinauf. Ich sah die Frau – Esme – fremd an und schüttelte den Kopf. Diese Erinnerung gab es in meinem Kopf nicht. Das musste mir entgangen sein. „Du erinnerst dich nicht?“ Ich schüttelte den Kopf wieder. „Das ist okay, du warst ja schließlich noch ganz klein, dass musste vor Ewigkeiten gewesen sein.“ Sie lächelte mich sanft an und fuhr Edwards Oberarm entlang. Sie strahlte ihn mit diesem Mutterblick an, den nur eine gute Mutter drauf hatte und stellte sich auf Zehenspitzen um seine Wange zu erreichen.
„Wiedersehen, mein Schatz. Wiedersehen, Bella.“ sie küsste mich auch auf die Wange. „Wir würden uns freuen, wenn du mal vorbeikommst. Alice wäre sicher hin und weg. Aber entschuldigt Kinder, ich hab noch viele Dinge zu erledigen.“ Mit einem Lächeln verschwand sie.

Ich ordnete meine Gedanken. Edward kannte Emmett und er hatte.....Linda gekannt. Das hatte er mir auch verschwiegen. Es war so hoffnungslos mit ihm. Ich würde jeden Tag mehr über ihn erfahren, das mich noch mehr verletzen wird. Ich sah ihn kopfschüttelnd an und machte auf meinem Absatz kehrt.

Bin auf dem Weg nachhause. Sehen uns morgen hier. Lieb dich, Süße – B

Diese Nachricht versendete ich an Angela, da sie ja noch drinnen war und mit Tylor diskutierte über was auch immer, etwas, das mich nichts anging. Ich überquerte den Rasen, ignorierte das Bitte-nicht-betreten-Schild, damit ich schneller zu Richard gelangen konnte. Ich war müde, ausgelaugt und brauchte einen Tee in der mexikanischen Nana-Art. Irgendwann würde ich meinen Verstand verlieren, soviel stand sicher.

Amor blickte mich spöttisch an, richtete seinen Pfeil und Bogen auf mich und ich lächelte sarkastisch. Es war nur eine Statue, die in der Mitte der zwei Rasenhälften stand. Liebe? Ich begann daran zu zweifeln. Wofür war denn Liebe gut? Damit sie schmerzte? Alles Liebe wurde mir weggenommen oder verweigert. Linda war tot. Renee hatte mir ihre Liebe verweigert. Mir blieben nur Dad und Emmett und anscheinend waren sie auch in diese Verarschen-wir-Bella-Aktion verwickelt. Fuck, wer war da schon nicht verwickelt? Sie hatten alle davon gewusst. Alle und keiner hatte mich gewarnt. Keiner hatte ein Wort gesagt. Sie hatten zugelassen, dass ich mich meinem Untergang nähere, dass ich an die Flamme näher trat, ohne den Gedanken daran zu verschwenden, dass ich mich möglicherweise – und bei so einer Flamme mit Sicherheit – verbrennen würde.

Mein Handy vibrierte und zeigte eine neue ungelesene Nachricht an.

Kay, B. Lieb dich auch. Morgen, wie immer? - Ang

Ich überlegte nicht lange und schrieb sofort zurück.

Jap, Süße. Wie immer – B

Richard stand an den Mercedes gelehnt da, seine weißen Haare waren nach hinten gekämmt und sein Anzug war makellos. Tja, diese Perfektion wurde von jedem erwartet, der für Charlie Swan arbeitete.

„Bella, wohin, Kleines?“ fragte er als ich den Wagen erreichte.
„Nach Hause?“ meine Stimme war ganz leise und unsicher. Ich zuckte mit den Schultern und wartete nicht darauf, dass Edward die Autotür öffnete. Ich knallte die Autotür zu bevor er sie erreichen konnte. Ich lehnte meine Stirn gegen die Fensterscheibe.

Zuviel. Es war einfach zu viel.

„Kleines, geht es dir nicht gut?“ Richard sah mich im Rückspiegel an und ich nickte, gab ihm ein kleines Lächeln bevor ich mich nach vorne lehnte um ihm einen Kuss auf die Wange zu geben. Er war der Großvater, den ich nie hatte.
„Es wird mit Sicherheit wieder besser, Richy!“ murmelte ich und hörte eine Autotür zuknallen. Wessen Tür das war, könnt ihr euch ganz gut vorstellen.
„Das Leben ist voller Mysterien, Kleines.“ Richy startete den Motor. „Menschen, die uns böse und gemein erschienen, sind am Ende, diejenigen, die wir am meisten lieben und die uns lieben. Und diejenigen, die vorgeben uns zu lieben, tun es nicht wirklich, sondern ziehen ihren Vorteil daraus.“ Verständnislos sah ich ihn an und er lächelte.

„Eines Tages wirst du das verstehen!“ antwortete er geheimnisvoll.





~MB~





In der selben Nacht träumte ich zum ersten Mal von Edward Cullen. Im Traum lag er neben mich auf einer Wiese mit verschiedenen Frühlingsblumen um uns herum. Seine Fingerkuppen liebkosten meine Wange und er flüsterte mir Worte voller Liebe zu. Unsere Finger verschränkten sich miteinander und mein Herz schwoll an, als würde es wegfliegen wollen.

„Ich liebe dich, Bella!“ hatte er gesagt. Ich hatte dumm gelächelt.
„Ich liebe dich auch, Edward!“ hatte ich geantwortet. Seine smaragdgrüne Augen sahen mich mit soviel Gefühl an, dass ich mich in ihnen verlor. Er küsste meine Hand, setzte auf jede meiner Fingerkuppen einen kleinen Kuss und sein Blick ließ meine Augen nicht los. Mein Herz war erfüllt von Liebe, es schlug so laut, dass ich jedes Pochen in meinen Ohren hörte. Ich rutschte näher an Edward heran und legte meinen Kopf auf seine Brust, hörte seinen lauten Herzschlag und fühlte seine Körperwärme, bis mir selbst so warm wurde, dass ich meine Augen aufschlug.

Dieser Traum war so echt gewesen. Die Gefühle, die mich durchfluteten waren so echt gewesen, dass ich beinahe den Traum mit der Realität verwechselt hatte. War das möglich? Hatte ich mich etwa in Edward verliebt? Ich hatte mir selbst gestanden, dass ich Gefühle für ihn hegte, aber ich hätte auf Anziehung getippt nicht auf Liebe. Nein, ich ließ mich nur von seinen Worten verwirren. Die Eine und die Einzige, hatte er gesagt. Aber ich wusste, dass das nicht möglich war und Edward schien das auch zu wissen. Das Problem bestand nicht darin, dass ich minderjährig war, sondern, dass ich verdammt angepisst war. Er hatte mich belogen und verletzt. Nun ja, Ersteres schien wohl für ihn nicht in Ordnung zu sein.

Ich vergrub mein Gesicht in den Kissen und widerstand dem Drang laut aufzuschreien. Er hatte meinen Verstand eingenommen, wie ein verdammte Krankheit und sich dort ausgebreitet. Und jetzt weigerte er sich meinen Verstand zu verlassen.

Die folgenden Stunden wälzte ich mich im Bett und erinnerte mich daran, wie er reagiert hatte, als ich ihm seine Lederjacke zurückgab. Er hatte sie an seine Nase geführt und gesagt, dass sich unsere Düfte vermischt hätten. Er hatte diesen Gemisch tief eingeatmet und ich hatte ihn dumm angelächelt. Dumm, naiv, kindisch. Fuck!

Als ich es endlich aufgab wieder einschlafen zu wollen, schwang ich meine Beine aus dem Bett und ging in den Erdgeschoß um etwas zu trinken, weil mein Hals sich trocken anfühlte.

Das Haus war dunkel und sehr mysteriös, aber für mich machte das nichts aus, weil ich lieber in der Dunkelheit war, als im Rampenlicht. Dieses Haus kannte ich besser als meine eigene Handfläche. Hier hatte ich meine Kindheit verbracht. Dieselbe Kindheit, die ich zur Hälfte anscheinend wieder vergessen hatte. Wie kam es dazu, dass Esme und er mich besser kannten, als ich mich selbst? Gab es auch andere Dinge, an die ich mich nicht mehr erinnerte? Was wusste Edward noch über mich?

Er schien diese Gabe zu haben alles in mir lesen zu können.

Und ich hatte seit dem ersten Tag an dem ich ihn gesehen hatte, den Drang gehabt ihm mein Herz zu öffnen. Warum? Vermutlich, weil ich die Hürden, die auf mich stürzten, nicht selbst tragen konnte. Seine Blicke, seine Taten, seine Worte, ich schien sie alle gebraucht zu haben. Er hatte mir Dinge klar gemacht, über die ich in meinem ganzen Leben nicht nachgedacht hatte. Und jetzt? Jetzt musste ich ihn hassen, weil er mir Sachen zugetraut hatte, die ich nicht verzeihen konnte. Es tat weh. Es tat weh so hintergangen zu werden und ich war mir sicher, dass ich Edward niemals wieder aus denselben Augen ansehen konnte. Nun war er Mister Bodyguard. Und ich musste das einfach so hinnehmen. Schon wieder wurde eine Entscheidung für mich beschlossen. Es fühlte sich an als würde mein Leben nicht mir gehören.

In der Küche angekommen nahm ich mir ein Glas, das im Schrank über der Spüle stand und füllte es mit Wasser. Ich trank daraus und fühlte einen kalten Windhauch. Ich hörte meinen Namen „Bella“ und drehte mich zum bodenlangen Fenster, der zum Hintergarten führte. Diese Stimme. Ich hätte sie unter tausend anderen wiedererkannt. Sanft, neckisch, leicht, wie eine angenehme Brise. Linda. Das Glas fiel mir aus der Hand und zersprang in viele Minipartikelchen, die sich über die Anrichte und den Fließen auf dem Boden verteilten. Ich sah einen Schatten an der Tür und folgte diesem. Über die Treppe hinauf in den oberen Stockwerk. Sie war hier! Sie ist hier! Es war sinnlos und schwachsinnig. Ich folgte jemandem, der schon tot war. Aber ihr Geist, ihre Seele war hier. Für mich. Menschen sagten, man sollte die Toten in Frieden ruhen lassen, aber sie verstanden nicht, wie sehr es ihre Abwesenheit schmerzte. Ich wollte nicht, dass Linda sich verlassen fühlte. Sie war nicht nur meine Schwester gewesen. Sie war meine bessere Hälfte. Das halbe Herz. Die beste und schönste, nobelste, gutmütigste Schwester, die die Menschheit gesehen hatte. Linda war immer da, als ich gelacht und geweint hatte. Sie kannte mich besser als ich mich selbst. Und jetzt war nichts mehr, wie es einmal war. Aber ich konnte die Leere in meinem Herzen durch gar nichts füllen, die Linda so zurückgelassen hatte. Menschen sagten, man sollte nicht über den Tod der geliebten Menschen weinen, sondern lachen, weil sie gelebt haben. Aber es war unmöglich. Diese Menschen wussten nicht, wie es war, wenn dir jemand fehlte, den du so liebtest und noch immer liebst. Sie wussten nicht, was es für jeden einzelnen bedeutete zu verlieren, zu versagen. So machtlos zu sein, weil man nicht helfen konnte. Weil man das Leben von jemanden nicht retten konnte, den man verzweifelt festzuhalten versuchte.

Ich sah den Schatten, man konnte das Gesicht nicht erkennen, aber für mich bedeutete es alles. Ich passierte mein Zimmer und ging weiterhin geradeaus den langen Flur entlang. Der Schatten blieb vor einer bestimmten Tür stehen und mein Herz stolperte um in doppelter Geschwindigkeit weiterzuschlagen. Ich hatte dieses Zimmer seit exakt vier Jahren nicht betreten. Ich wusste gar nicht mehr was ich dort finden würde. An der Zimmertür hingen im Halbkreis die einzelnen Buchstaben ihres Namens in bunten Farben. Zärtlich, als könnte ich sie zerstören, strich ich über die Buchstaben. Meine Hand glitt langsam zur Klinke und ich umfasste diese mit meinen Fingern. Ich wusste, wenn ich diese Tür aufmachen würde, dann würde ich die Erinnerungen nicht mehr verdrängen können. Durch die Therapie, die ich vor zwei Jahren beim Psychologen nehmen musste, hatte ich gewisse Dinge verarbeitet, aber andere werde ich niemals vergessen können.

Ich schloss gequält die Augen und atmete tief durch. Nicht lange darüber nachdenkend bewegte ich meine Hand gen Boden, doch mein Handgelenk wurde gepackt und ich öffnete sofort die Augen.

„Tu das nicht, Bella.“ Ich wusste bereits wer mich von meinem Vorhaben abhielt. Seine Stimme war sanft. Kein Spott und keine Anschuldigungen waren aus seiner Stimme zu hören. In meinen Augen sammelten sich Tränen, die ich durch ein tiefes Durchatmen aufhalten wollte. Ich drehte mich zu ihm und lehnte mich gegen die Wand neben der Zimmertür meiner verstorbenen Schwester.
„Warum sollte ich das nicht tun?“ spie ich aus. „Und überhaupt, mein Leben geht dich gar nichts an. Du hast kein Recht......“ Den übrigen Spott, den ich für ihn bereithielt verhinderte er, indem er mir seinen Daumen auf die Lippen legte und mit den übrigen Fingern meine Wange umfasste. Meine Hand schloss sich um seine und ich schmiegte mich näher in seine Berührung hinein.
„Du hast Recht, ich bin niemand, auf den du hören musst. Ich bin hier schließlich nur ein Bodyguard. Du kannst in deinem Leben tun und lassen, was du willst, mich sollte es nichts angehen.“ Eine Träne löste sich aus meinem Augenwinkel und Edward fing sie mit seinem Daumen und wischte sie fort. Er hob mein Kinn an und sah mir tief in die Augen. „Sieh mich an, Bella. Ich weiß, was du durchgemacht hast. Ich weiß, wie sehr es schmerzt zu sehen, wie Menschen sterben. Wie grausam es ist, wenn sie abgeschossen, umgebracht werden. Wenn das Leben sie verlässt.“ Er starrte wütend die Wand hinter meinem Kopf und schüttelte danach den Kopf, anscheinend um sich wieder zu sammeln. „Was ich sagen will, Bella, ist dass du nicht alleine bist. Du hast deine Eltern, Emmett, deine Freunde, Menschen, die dich lieben. Du hast......du hast.....“ Er fuhr sich mit der freien Hand durch sein Haar, schien damit seine Verzweiflung zeigen zu wollen.
„Dich?“ schlug ich vor. Meine Stimme war leise und brüchig. Ich konnte ihn doch einfach ab morgen hassen. Vielleicht konnte ich heute eine kleine Ausnahme machen und ihn in dieser Nacht nicht wie Luft behandeln. Er war immerhin freundlich gewesen.
„Ja!“ atmete er schwer aus. „Ich meine, ich verstehe, dass du mir nicht trauen kannst nach all dem was ich dir verschwiegen habe. Ich hoffe, dass du mich verstehen kannst, weil ich keine andere Wahl hatte, Bella. Für mich war es auch nicht leicht, dir die Wahrheit zu verschweigen. Ich schwöre, ich wollte es dir so oft sagen. Aber ich habe mich in deiner Nähe so wohl gefühlt, dass ich einfach zu egoistisch war, um dir die Wahrheit zu sagen. Ich wollte dich für mich haben. Ich schwöre, ich fühle mich wie irgendein kranker Pädophiler, weil du soviel jünger bist, Bella. Aber ich habe das Gefühl dich zu kennen, besser als jeden anderen auf dieser Welt. Ich sehe dich an und scheine deine Gedanken zu erraten bevor du sie ausgesprochen hast.“ Obwohl es im Flur dunkel war und ich nur die Konturen von Edwards Körper erraten konnte, sah ich einen gewissen Glanz in seinen Augen. Wir blickten uns gegenseitig an und keine bewegte sich für diesen einen Augenblick. Ich legte meine Hand ganz auf seine, die auf meiner Wange lag und drehte den Kopf nach außen, ganz zufällig und unschuldig fuhr ich über sein Handgelenk mit meinen Lippen. Ein kleiner Seufzer entwich ihm.

„Ich hoffe, Bella, dass du mir eines Tages in die Augen sehen kannst ohne diesen ganzen Schmerz in deinem Blick. Ich will, dass du glücklich bist. Ich....ich muss dich beschützen, nicht nur weil ich dein Bodyguard bin, sondern weil ich deine Sicherheit will. Du brauchst jemanden, der sich um dich sorgt, Bella. Vielleicht bin nicht ausgerechnet ich die beste Person dafür, aber ich will für dich da sein. Bella, es tut mir leid, es tut mir schrecklich leid und ich verstehe es, wenn du sauer bist. Ich könnte es auch verstehen, wenn du mir ab jetzt nur deinen Hass zeigst, weil ich wusste, dass ich dich verletzen würde und ich habe es nicht verhindert. Ich habe gehört, wie du geweint hast, als diese kleine Schl.....deine Freundin dir verletzende Dinge ins Gesicht schleuderte. Fuck, ich hätte sie dafür auseinandernehmen können. Ich habe gesehen, wie du auf die Straße gesprungen bist, völlig orientierungslos als würdest du einen Alptraum wieder erleben. Die Dinge hätten anders sein müssen. Du hättest ein einfaches Mädchen sein können und ich ein einfacher Mann. Aber die Dinge müssen unbedingt kompliziert sein.....“ Er schnaubte hörbar und ich schmunzelte unter meinen stummen Tränen. Mein Herz arbeitete auf Hochtouren, aber ich schien geladen zu sein. Mein Körper genoss jedes noch so kleine Kribbeln unter meiner Haut.

„Hast du manchmal das Gefühl, das jemand dort oben die Fäden zieht und du einfach ein Mittel zum Zweck bist. Teil eines viel größeren Etwas. Das Gefühl, dass das was passiert nicht grundlos ist? Für mich hat dieser jemand nicht viel übrig, nur Schmerz. Ich verstehe es ja, weil ich süchtig nach Schmerz bin. Ich brauche das um nicht völlig abzugehen. Um mich nicht zu verlieren.“
„Fühlst du dich ausgenützt?“
„In gewisser Weise schon, weil jeder über mein Leben ohne mein Einverständnis entscheidet.“
„Das tut mir leid.“
„Kannst du heutenacht einfach mein bester Freund sein und mich nicht alleine lassen? Nicht Mister Bodyguard, einfach nur ein normaler Mensch, mein Edward, der mich immer und immer wieder zum Lachen gebracht hat.“
„Ich werde alles sein, was du willst, Bella.“
„Morgen werde ich dich wieder hassen, weil du Mister Bodyguard bist.“ machte ich ihm klar und er verzog das Gesicht.
„Okay, ich weiß, ich habe es nicht anders verdient.“
„Und ich werde nicht fair spielen.“ warnte ich ihn.
„Damit kann ich leben.“ flüsterte er. „Weißt du, wenn du dich gut dabei fühlst, dann kann das sogar Spaß machen.“ Zweifelnd sah ich ihn an. Das glaube ich eher nicht, dachte ich. Einen Moment lang war es still und insgeheim war ich ihm dankbar, dass er mich davor bewahrt hatte Lindas Zimmer zu betreten. Er beugte sich zu meinem Ohr und ließ mich lächeln.
„Ich habe deinen BH in der Innentasche meiner Lederjacke gefunden.“ seine Stimme an meinem sensiblen Ohr ließ mich erschaudern.
„War unabsichtlich, aber ja, ich kann mich daran erinnern.“ flüsterte ich genauso leise zurück, wie er es ausgesprochen hatte. „Ich hab deine Silbermünze.“ fügte ich hinzu.
„Du kannst sie haben.“ er spielte mit den Strähnen meines Haares, zwirbelte sie zwischen seinen Fingern und sprach dabei sanfter Stimme, die jedes Mädchen verrückt gemacht hätte.
„Solange du meinen BH nicht bei E-Bay verkaufst, kannst du ihn behalten!“ Ich hörte sein Lachen und musste plötzlich grinsen.
„Du bist unglaublich!“ Er schüttelte den Kopf.
„Danke!“ gab ich schüchtern zurück. Meine Wangen wurden unglaublich heiß und er musste es fühlen, weil seine Hand noch immer auf meiner Wange lag.

„Wirst du dich besser fühlen, wenn ich dir sage, dass ich schon viele Menschen sterben sah? Dass ich selbst.......“ Er stoppte seinen Redefluss. Ich war dankbar dafür, dass er mich nicht wegen der Hitze meiner Wangen ansprach. Ich wollte auch alles über ihn erfahren. Deshalb kam mir diese Ablenkung also gut. Ich runzelte also die Stirn, weil ich nicht wusste worauf er hinauswollte.
„Dass du selbst?“ half ich ihm, gespannt darauf was er sagen würde, nach.
„Dass ich selbst getötet habe, Bella. Ich war ein Soldat, der nach Afghanistan geschickt wurde. Viele meiner Kumpeln fielen. Menschen mit denen ich einige Minuten zuvor noch geredet hatte, als hätten sie noch genügend Zeit zu leben. Ich verstehe also deinen Schmerz. Aber ich bin gegen Schmerz immun geworden.“ Edward war ein Soldat? Das kam mir so ziemlich überraschend. Ich wusste nicht, was ich darauf erwidern sollte. „Sie starben und ich konnte sie nicht retten. Siehst du? Ich weiß, wie es ist machtlos zuzusehen, wie jemand stirbt.“ Ich packte sein Handgelenk fester um mich an ihm zu halten.
„Edward, Linda wurde nicht getötet auch nicht aus dem Leben gerissen. Sie hat sich selbst das Leben genommen und ich war diejenige, die sie vorfand.“ Edward sah mir direkt ins Gesicht als ich diese Worte aussprach. Sein Gesichtsausdruck veränderte sich sofort von entsetzt zu traurig. Ich wusste bereits, dass er Linda gekannt hatte. Und ich wollte wissen, ob es Dinge über meine Schwester gab, die nicht einmal ich wusste.

Wenn die Zeit kam würde ich Edward ausfragen.

Es gab drei Dinge über die ich mir absolut sicher war. Erstens: Edward wusste viele Dinge über mich, die ich selbst nicht kannte. Zweitens: Zwischen uns gab es etwas, das viel mächtiger und viel größer war, als alles andere. Eine Macht, die uns aneinanderband ohne dass wir es verhindern konnten. Und drittens: Ich wusste, dass ich Edward hassen musste um ihn nicht zu lieben.

Was ich aber an ihm bereits jetzt hasste, war die Tatsache, dass ich ihn nicht hassen kann.





~MB~




PS: Das hier wird eine Liebesgeschichte werden. Das steht schon mal fest. Und es wird auch ein Happy End geben. Für wen und wie, werden wir ja noch sehen. Edward sagte bereits, dass er 7 Jahre älter ist als Bella, somit 24, was nicht steinalt, aber viel älter als Bella ist. Sie ist minderjährig und hat am 13. September ihren Geburtstag (wie bei SM), an demselben Tag wurde Linda beigesetzt. Somit kann man die ganzen verworren Gefühle in ihr etwas verstehen. Genau jetzt kommt die Zeit in der sie sich am miesesten fühlt. Aber Guardward ist ja da^^

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen