Samstag, 2. Mai 2015

Chapter 20: Diamonds in Rough

Mister Bodyguard
Chapter 20:
Diamonds in Rough




Edward Cullen:


"Uns gehört nur die Stunde. Und eine Stunde, wenn sie glücklich ist, ist viel.“ ~ Theodor Fontane



Es gab viele Dinge, die ich in meinem Leben bereute. Eines dieser Dinge war, dass ich zugelassen hatte, dass Linda zu Besuch nach Seattle kam. Ich hätte sie überzeugen müssen. Ich hätte alles tun müssen, damit sie in New York blieb. Aber man wusste nicht, dass man sich ewig an einen Tag erinnern würde, obwohl dieser Tag so begann wie jeder andere. Ich bereute es, den Menschen, die ich am meisten liebte – meiner Mutter, Alice - , wehgetan zu haben. Aber es gab Dinge, die man nicht ändern konnte, für die man einfach nicht verantwortlich war. Ich hatte mir meinen Vater nicht aussuchen können. Manchmal fragte ich mich, ob es nur an ihn lag, dass er mich geschlagen hatte. Vielleicht lag es auch an mir, denn ich war stur und wollte nicht auf ihn hören. Vielleicht war es auch meine Schuld. Vielleicht.

Dann gab es auch Dinge, die passierten, obwohl man sich mit all seiner Kraft wehrte. Ich hatte versucht mich vor Bella zu wehren. Aber etwas passierte, als ich sie zum ersten Mal sah. Ich konnte nicht mit Bestimmtheit sagen, ob es schon damals Liebe war. Ich hatte gegen meine Gefühle gekämpft, denn ich wollte mich nicht in eine Swan verlieben. Das würde mir nur Probleme bringen, das hatte ich schon damals gewusst. Dennoch war ich nicht stark genug um völlig zu widerstehen. Es war wie wenn man zum ersten Mal ein Feuer sah, es war einfach so schön, dass man hineingreifen wollte – und man verbrannte sich. Letzten Endes kam es nicht darauf an, wer wir waren, sondern wer wir sein wollen. Ich wollte niemals Carlisle ähneln. Niemals. Dennoch hatten wir Ähnlichkeiten. Er wollte meine Mutter niemals schlagen, was er bis jetzt eingehalten hatte, aber er tat ihr anders weh. Seitdem er mich fortgeschickt hatte, weinte sie beinahe jeden Tag. Ich wusste aus Erfahrung, dass Zeit keine Wunden heilt. Ich hatte mir geschworen mich nicht zu verlieben. Ich hatte mir geschworen, nie jemandem weh zu tun, der mich liebte. Was hatte ich getan? Genau das Gegenteil. Ich hatte mich verliebt und ich verletzte Bella zwar vielleicht nicht körperlich, aber ich enttäuschte sie. Und ich wollte sie nicht enttäuschen. Aber es passierte einfach. Es entglitt meinen Händen und die Situation eskalierte. Das war keine Entschuldigung, das wusste ich. Aber dennoch, trotz allem, liebte ich sie. Ich liebte sie einfach.


*



Schon seitdem ich diese Schaukel gesehen hatte, wusste ich, dass ich nichts Gutes erwarten konnte aus dieser Vorstellung. Und sie versuchte mich zu beruhigen und mir Mut zuzusprechen. Als ob sie sich wehren könnte. Pffffffffft! Also wirklich. Es machte mich rasend, dass sie auf mich nicht hören wollte und auch, dass sie so eine Macht über mich hatte. Ich glaubte ihr jeden verdammten Scheiß, den sie mir sagte. Erst wenn sie verschwand, merkte ich, wie dumm ich mich eigentlich benahm. Aber es war ja nicht etwas, das ich kontrollieren konnte. Es erschien mir, als würde sie mich kontrollieren und ich hatte immer die Kontrolle behalten. Die Ruhe auch. Seitdem ich Bella kannte wurde ich immer mehr zu einem Weichei. Verdammt! Was hatte diese Hexe? Was hatte sie an sich? Nein, wirklich. Sie hatte mich verhext, sodass ich nicht mehr wusste, wo oben und wo unten war. Ich versuchte einen klaren Kopf zu behalten, ich versuchte Ruhe zu bewahren, aber wenn sie in der Nähe war, war das schier unmöglich. Fucking unmöglich. Allein, wenn sie mich aus ihren braunen Augen ansah, wollte ich uns beiden den Verstand aus dem Kopf küssen. Ich wollte sie haben, auf jede Art, auf die ich sie bekommen könnte. Egal wie. Egal was ich tun müsste, um es zu erreichen. Sie konnte noch so lange Swans Tochter sein. Sie war mehr mein, als Swan sich überhaupt vorstellen könnte. Ich hatte keine Angst vor ihm. Diese hatte ich nie gehabt.

Im Krankenhaus, als sie ihre Hand in meinen Nacken gelegt hatte und mich so zärtlich angesehen hatte, war es mir unmöglich mich zu stoppen, sie nicht zu küssen. Ich musste sie einfach schmecken. Ich musste. Ihre weichen Lippen. Der Duft ihrer Haut. Der Geschmack. Fuck, sie brachte mich um. Ich wollte sie für mich. Ganz so wie sie war. Ich verzehrte mich nach ihr. Ich wollte nicht, dass etwas oder jemand zwischen uns stand. Es war niemals in meinen Plänen gewesen, sie im Krankenhaus so zu küssen. Ich hatte so etwas nicht geplant, aber sie machte es mir unmöglich mich in ihrer Nähe zu kontrollieren. Beinahe. Denn sehr oft schaffte ich es. Nur manchmal hatte ich diese Aussetzer. Aber Himmel, sie war meine Freundin. Es war doch normal, oder? Ich wusste es nicht. Denn so hatte ich nie für jemanden empfunden und es machte mir Angst.

Ich hatte gestern Nacht gar nicht geschlafen. Ich konnte nicht. Ich hatte nachgedacht. Ich hatte mir überlegt was ich machen würde. Wie würde es mit uns weitergehen? Wie lange konnten wir unsere Liebe vor den anderen geheim halten? Es wussten bereits sehr viele Menschen, dass wir uns liebten. Emmett, Rose, Alice, meine Mutter, Carlisle vermutete irgendetwas, Nana und Angela. Jetzt auch Jessica. War es so leicht uns zu durchschauen? Vielleicht hatten wir uns nicht so perfekt unter Griff wie wir dachten. Die anderen waren ja nicht dumm. So ein Benehmen fiel den anderen auf. Genau das was uns nicht auffiel. Wenn es nach mir ging, würde ich es in die Welt hinausschreien, denn ich wusste, dass es bereits zu spät war, einen Schritt zurück zu gehen. Wir liebten uns viel zu sehr.

Meine einzige Angst war es, dass ich meine Arbeit nicht gut genug machen konnte, um sie zu beschützen, denn sie lenkte mich ab. Anstatt mich auf das Wesentliche zu konzentrieren, betrachtete ich sie. Ich hatte bereits gestern die Lage abgecheckt und es war alles startbereit gewesen. Natürlich checkte ich nochmals heute durch, weil ich mir keine Fehler erlauben konnte. Als ich diese Schaukel sah, drehte sich mein Magen um, nicht weil etwa Bella darauf stieg. Sondern weil sie mir nicht gesagt hatte, dass sie sie benutzen würde. Ich hatte nicht die Kabeln durchgecheckt. Deshalb machte ich mir Sorgen.

Da ich sie nicht stoppen konnte auf diese verdammte Schaukel zu steigen, ging ich also halbherzig zurück zu meinem Platz neben Rose an unserem Tisch.. Neben mir auf der anderen Seite saß Emma mit Stevie und Gin Tonic, so wie ich sie liebevoll nannte. Das war einer der Gründe, warum ich Bella liebte. Sie war einfach viel zu gutherzig. Sie wollte immer helfen, immer Gutes tun. Egal, was passierte, sie war immer optimistisch. Obwohl um sie herum die Welt unterging.

Als die dicken Vorhänge auf der Bühne zur Seite geschoben wurden und das Licht ausging, hielt ich mich im Sessel vor mir fest. Fuck! Wenn ihr etwas passierte? Ich könnte es mir nicht verzeihen. Ich würde durchdrehen. Anschließend beruhigte ich mich etwas, als ich sie wie sie auf der Schaukel saß und glücklich lächelte, auch wenn es gespielt war. Eine erwartungsvolle Musik begann zu spielen und Bella schaukelte vor und zurück. Ihre Augen konnte man auch durch die Maske strahlen sehen. Der Dj begann langsam die Musik zu ändern und auf die Bühne kamen Angela, noch ein paar Mädchen und einige Jungs. Was für eine Ehre diese Typen hatten, mit meinem Mädchen zu tanzen. Bella wurde langsam hinuntergelassen. Der Deko-Stoff um die Stricks herum flatterte in der Luft. Meine Augen waren wie gebannt auf Bella. Ich wollte nichts verpassen, was mit ihr zu tun hatte. Erst als ich entsetzte Schreie hörte, sah ich, dass es nur einen Moment meiner Unaufmerksamkeit gedauert hatte, bis Bella von ihrer Schaukel fiel und auf die andere Seite geschleudert wurde. Sie hielt sich an diesem weißen Deko-Stoff fest. Die Schaukel baumelte nur auf einer Seite befestigt. Und Bella hielt sich nur mit einer Hand gekrallt an diesem verdammten Stoff. Ich hatte nicht bemerkt, dass ich in diesem Schock aufgesprungen war, doch Rose packte mich am Unterarm und zog mich wieder auf meinen Sessel zurück.

„Edward, beruhige dich. Siehst du nicht, dass sie gesichert ist? Ihr wird nichts passieren!“ versicherte mir Rose. Aber ich war mir nicht mehr so sicher. Obwohl ich sah, dass sie tatsächlich gesichert war, fühlte es sich schrecklich an, für sie nichts tun zu können. Ich sah wie sich ihre Lippen leicht bewegten, obwohl sie mit dem Rücken zur Bühne gedreht war. Wahrscheinlich sprach sie mit den Typen, die diese verdammte Schaukel kontrollierten, damit sie runtergelassen wurde.

„Onkel Edward? Gehört das zur Vorstellung?“ fragte mich Stevie, dessen Locken, um seinen Kopf herum, ihn so niedlich aussehen ließen.
„Klar, Kumpel, was denkst du denn?“ fragte ich grinsend. Auch Bella bemühte sich um dasselbe, wie es mir erschien, denn je länger sie dort hing, desto mehr würden sie Zuschauer merken, dass das nicht zur Vorstellung gehörte. Es musste sich zwar um Sekunden handeln, aber es sah komisch aus, weil die anderen Tänzer auf der Bühne schon tanzten und sie dort oben einfach nur hing. Aber um die Show zu retten, begann sie Rollen vorwärts und Rollen rückwärts zu machen. Anschließend, klemmte sie den Dekostoff zwischen den Beinen, so es um eine Stange handeln und sie wurde runtergelassen. Ich schoss allerdings nach vorn, als sie mit einer Geschwindigkeit nach unten gelassen wurde, die sie umgebracht hätte, wenn sie keine Tänzerin gewesen wäre und im letzten Moment abgesprungen wäre. Ich beruhigte mich, als ich sah, dass sie wusste, was sie tat. Die einzige Balance, die sie gehabt hatte, war dieser verdammte Stoff gewesen. Sie war dennoch auf den Boden gefallen, aber ich konnte sie nicht sehen, weil sie hinter den Tänzern lag. Verdammt! Was, wenn sie sich trotzdem verletzt hatte? Fuck. Obwohl die Zuschauer gejubelt hatten, als sie so stilvoll zu Boden geglitten war, ich machte mir dennoch Sorgen. Als die Masse sich dann teilte und zum Vorschein Bella kam und auf der anderen Seite Angela, atmete ich erleichtert aus. Sie tanzten gegeneinander, so wie in einem Tanzwettbewerb. Aber wenn die Musik dann langsamer wurde, bewegten sie sich so, als würde sich eine von ihnen in einem Spiegel betrachten und die anderen sehen. Es war wahrlich fantastisch! Natürlich passte alles zusammen und es war irgendwie spannend. Aber meine Augen glitten nur zu Bella. Sie hielt mich gefangen. In meinen Fingern juckte es, weil ich sie berühren wollte. Nein, nicht wie bisher. Diesmal würde ich mich beherrschen können. Ich wollte sie langsam lieben, sanft und zärtlich. Ich wollte, dass ihr eine wunderbare Erinnerung an ihr erstes Mal blieb. Ich wollte es so tun, wie es sich gehörte. Ihr werdet schon sehen, dass ich auch romantisch sein konnte!

Die Bewegungen meines Mädchens waren energiegeladen und sie riss uns alle mit. Natürlich machte sie es fantastisch, sie hatte ja monatelang überlegt und geübt. Aber ich bemerkte, dass ihr Blick öfters zu mir ging, als zu anderen. Obwohl sie eigentlich nicht wusste, wo ich saß. Oder vielleicht doch? Vielleicht fühlte sie meinen Blick auf sich. Ich liebte es, wenn mein Mädchen aus vollem Herzen lachte. Diesen Abend strahlte sie. Sie strahlte echte Freude aus, obwohl ich im ersten Moment daran gezweifelt hatte. Ich wollte sie glücklich machen!

Als die Mädchen ihren Part getanzt hatten, gingen sie von der Bühne und die Jungs begannen ihre Talente zu zeigen.
„Ich bin gleich wieder da!“ sagte ich und machte mich auf den Weg zu den Garderoben. Ich musste einfach sehen, was sie da oben in der Luft angestellt hatte. Himmel! Wenn sie nicht gesichert gewesen wäre. Ich stieß die Tür mit dem Fuß auf und trat in die Garderoben.
„Ich sag dir, Angela. Das war mit Sicherheit kein Zufall. Man wollte mich bloßstellen, deshalb hat man irgendwas mit der Schaukel gemacht, damit sie reißt. Und ich wusste nicht, was ich tun soll, damit die Zuschauer es nicht merken. Glaub mir, in diesem Moment wollte ich nur weinen.“ Sie saß auf einem Sessel als ich hereinkam.
„Was ist los?“ fragte ich unnötigerweise.
„Ach, nur eben das, was du gesehen hast.“ antwortete sie. Ich sah das Leiden in ihrem Gesicht. Sie wollte nicht, dass die Aufführung ein Desaster wird. Natürlich nicht. Wer wollte schon, dass seine Aufführung ein Desaster wird? Vor allem, wenn die Presse auch dabei war. Mit Sicherheit würden sie einige Bilder von Bella, wie sie dort oben gehangen ist, in die Klatschzeitung geben.
„Hey, ist ja gut. Ich werde schon nachsehen, was da oben passiert ist.“ Als ich auf sie zuging, sah ich etwas Rotes an ihrem Unterarm. Ich wollte sie nicht verschrecken, also holte ich mir sehr diskret Desinfektionsmittel und einen Verband, da sie es irgendwie geschafft hatte sich zu schneiden. Vielleicht war es auch nur ein Kratzer.
„Was ist das?“ fragte sie mich panisch.
„Nichts. Schließ die Augen!“ bat ich sie nur, weil ich wusste, dass ihr schlecht wurde, wenn sie das Blut betrachtete oder roch. Wahrscheinlich hatte sie es nicht gemerkt, weil sie so aufgeregt war. Ich säuberte schnell die Wunde und verband ihren Unterarm mit geschickten Fingern, da ich es schon tausendmal gemacht hatte. Im Krieg. Bei mir selbst. Ich konnte gar nicht mehr zählen, wie oft ich es getan hatte.
„Bella, nächstes Kostüm!“ hörten wir beide von irgendwo aus einem Abstellraum, wo anscheinend die ganzen Kostüme waren. Sie sah mich einen Moment lang an, entfernte ihre Maske von den Augen und blickte mich sanft an. Sie ergriff meine Hand.
„Danke!“ sagte sie zärtlich.
„Es war mir ein Vergnügen.“ scherzte ich und sie rollte die Augen. Sie wusste nicht, wie sehr sie mich mit diesem Augenrollen provozierte. Da wollte ich sie immer durchkitzeln.
„Nicht nur dafür, Edward.“ sagte sie. „Für alles, was du für mich tust.“ Ihr Blick zeigte deutlich, wie ernst sie es meinte. Mein Herz schwoll in meiner Brust an, wenn sie mich so ansah, als wäre ich ihre größte Liebe, ihr teuerster Schatz. Ich nickte und sie erhob sich um das Kostüm zu wechseln. Absichtlich blieb ich dort sitzen, um der erste zu sein, der sie in diesem Kostüm sah. Himmel, ich war ihr Freund, also war es mein gutes Recht, nicht wahr? Eben. Da durfe man etwas besitzergreifend sein. Das hatte noch niemandem geschadet. Als jemand in den Raum trat, hob ich meinen Blick an.

Vor meinen Augen erschienen rote High Heels, ellenlange Beine und ein kleines Kostüm, das ihre Beine kaum bedeckte. Man konnte sogar ihre undurchsichtigen Hotpants sehen. Fuck! Ich krallte meine Hand in meiner Haar und zog daran. Fuck! Sie war wunderschön. Der Oberkörper war vollkommen mit roter Spitze bedeckt, aber nicht durchsichtig. Allein von ihrem Dekoleté aufwärts und die Arme, waren mit durchsichtiger Spitze bedeckt. Das Kleid war sehr enganliegend und schmiegte sich um ihren Körper. Von der Hüfte hinunter war es wie ein gespannter Schirm und ich bezweifelte, dass man mit diesem Hauch von nichts sich überhaupt hinsetzen konnte. Aber sie musste ja auch nicht sitzen. Allein tanzen musste sie und sie tat es wie eine Göttin.

„Gefällt es dir, Baby?“ fragte sie mit einem frechen Grinsen im Gesicht, das ihre kleinen Grübchen zeigte. Ihr Mund war rot geschminkt und so voll, dass ihn kosten wollte. Wie eine verbotete Frucht, schoss es mir durch den Kopf. Ihre Augen leuchteten so geheimnisvoll. Ich wusste nicht, ob es an der Schminke lag, die um ihren Augen glänzte, oder aus ihrem Inneren. Ich war sprachlos. Mir blieb sogar die Spucke weg.

„Ja. Ja, ja.“ stammelte ich. „Es ist fantastisch.“
„Nun, danke!“ antwortete sie und machte eine kleine Vorbeugung. Ich konnte nicht widerstehen, auf ihre Brust zu gucken, die ich noch gestern zwischen meinen Händen gehabt hatte und mit meinen Lippen gekostet hatte. Ihre Brüste passten perfekt in meinen Händen. Das Blut schoss mir in die Lenden, allein wenn ich mich an ihre Brüste erinnerte. Fuck! Ich musste schnellstens weg von hier, denn in ihrer Nähe fühlte ich mich wie ein hormongesteuerter Teenager, der zum ersten Mal die Brust eines Mädchens angefasst hatte. Was lief bloß falsch mit mir?
Als Bella glockenhell zu lachen begann, schoss mein Blick zu ihr. Sie streckte mir die Zunge raus und ich wusste, dass sie es absichtlich getan hatte. Oh, das gefiel mir. Dieses kleine Mädchen konnte manchmal ein kleiner Teufel sein. Aber es gefiel mir.
„Ich gehe auf die Bühne, Cullen. Benimm dich, okay?“ sagte sie nur zu mir und schickte mir einen fliegenden Kuss zu, den ich auffing. Dann drückte ich meine Faust an mein Herz. Sie verschwand und ich blieb zurück. Sie besaß mich. Sie besaß mich tatsächlich und ich hatte keine Zweifel mehr. Ich liebte sie und ich würde sie nie gehen lassen. Koste es, was es wolle.




~MB~



Sie besaß mich. Das sagte ich bereits. Aber, dass sie die ganze Bühne rockte und das Publikum ebenfalls besaß, das hatte ich noch nicht erwähnt. In diesem roten Kleid rockte sie die Bühne. Sie wurde hin und her geworfen, in die Höhe gehoben, sie bewegte sich irgendwie besonders. Ach, ich wusste auch nicht, was sie tat, aber sie war fucking fantastisch. Ich kannte mich mit dem Tanzen nicht aus. Deshalb konnte ich nicht erklären, welche Schritte sie benutzte. Allein am Ende dieses Parts machte die den Spagat mit dem sie mich verrückt gemacht hatte in ihrem Spiegelzimmer im Hause Swan. Diese Figur erkannte ich natürlich. Wie auch nicht? Sie war unvergesslich. Zwischendurch tanzte Angela mit diesem Mike einige Standardtänze, die der Dj mixte und alles ging durcheinander. Aber genau deshalb sah es so gut aus. Obwohl ich den Typen nicht leiden konnte, weil er meinem Mädchen so Blicke zuwarf. Ihr versteht? So kleine verträumte Blicke, die nur ich ihr zuwerfen durfte. Dieser Typ war mir unheimlich. Wenn er weiterhin so mein Mädchen ansah, würde ich ein paar Wörtchen mit ihm wechseln. Mit diesem blöden Typen. Außerdem was für ein Typ tanzte mit Mädchen in der High School? Ich bitte euch. Also ich hatte in der High School Basketball gespielt. Und der Typ dachte, er könnte sich mein Mädchen schnappen. Es machte mich rasend, dass er dachte, sie könnte ihm gehören. Dieser Typ würde niemals mehr mein Mädchen ansehen, wenn ich ihn zu Brei verarbeitet haben werde. Dämlicher Bastard! Ich war nicht paranoid. Ich hatte Augen im Kopf. Wenn er immer ´Hallo´ sagte, hatte er dieses dämliche Grinsen im Gesicht, dass ich ihm ausschlagen wollte. Woah, der Typ machte mich wahnsinnig.

Natürlich verwarf ich diesen Gedanken, als mein Mädchen wieder auf die Bühne kam. Diesmal hatte sie ein Kleid, das in allen Farben glänzte, deshalb konnte ich nicht sagen, welche Farbe es hatte. Aber es saß ihr wie angegossen. Es funkelte so als wäre es aus Diamanten gemacht. Sie trug eine Maske nur über einem Auge und das machte sie verdammt sexy. Ihr Haar fiel lose über ihre Schultern und ich wollte damit spielen. Es um die Finger drehen. Sie tanzte auf einem Art Podest mit einem Typen, den mein Radar als Mike, diesem beschissenen Kerl, registrierte. Verdammt. Sie beide tanzten Tango, einen sexy heißen Tanz und sie tanzte ihn mit ihm. Fuck! Als sie in einer Bewegung eins ihrer langen Beine um seine Hüfte schlang und ihn verträumt ansah, biss ich meine Zähne fest zusammen. Dieser beschissene Typ war meinem Mädchen verdammt nahe. Er sollte sich besser benehmen, wenn er es nicht mit mir zu tun haben wollte. Dann wechselte die Musik und sie begann einen Flamengo zu tanzen. Sie drehte und wand ihre Hände so wie ich es schon mal im Fernsehen gesehen hatte, als mir die Werbungen zwischen meinen Lieblingsfilmen zu langweilig geworden waren. Ihr Kleid war genau so geschnitten, wie von diesen Flamengo Tänzerinnen und in ihrem Haar waren zwei rote Rosen befestigt. Dann kam eine Hebefigur, bei der dieser hässliche Typ seine Hände an der Taille meiner Freundin legte. Verdammter Mistkerl! Er sollte seine Pfoten bei sich behalten! Ich ballte wütend meine Hände zu Fäusten. Als er sie runterließ tanzte sie allein auf dem Podest und warf sich in einem schiefen Winkel auf die Jungs in der Ecke, die sie natürlich nicht fallen ließen. Gut für sie! Sonst hätten sie meinen Zorn gespürt! Aber am meisten ärgerte mich dieser Mikey, der sich einbildete, er könnte meine Freundin betatschen, wann auch immer er wollte. Was bildete sich dieser Typ überhaupt ein? Vor dem Ende der Vorstellung machte sie noch einige Ballettschritte und die Musik wurde immer schneller. Sie nahm sich die Maske vom Gesicht und warf sie ins Publikum. Bellas Gesicht wurde durch das grelle Licht geblendet und auf der Leinwand hinter ihr erschien ihre Silhouette. Die Menge schoss nach vor und Bella bewegte sich mit schwingenden Hüften nach hinten. Dann wurde lautstark applaudiert. Stolz auf mein Mädchen trotz Mikey´s Betatsche applaudierte ich mit einem blöden Grinsen im Gesicht.

Dann kamen alle Tänzer nochmal auf die Bühne. Angela an der einen Seite neben Bella und ein Mädchen, das ich nicht kannte auf die andere Seite. Verärgert blickte ich dann Mikey, dem ich die Ohren lang ziehen würde, wie er sich zwischen Bella und dem unbekannten Mädchen schob, nur um meinem Mädchen nah zu sein. Beschissener Mistkerl! Versuchte er etwa mein Mädchen anzumachen? Die Fotografen von der Presse schossen so schnell ihre Fotos, dass ein Blitzlichtgewitter entstand. Bella grinste stolz zu Angela und küsste sie auf die Wange. Dann drehte sie sich mit dem selben Grinsen auf ihre andere Seite. Nicht einmal im Bruchteil einer Sekunde beugte sich der schmierige Typ hinunter und presste seine dreckigen Lippen auf den Mund meines Mädchens. Ich schlug mit der Faust auf den Tisch und Rose legte beruhigend ihre Hand auf meinem Unterarm.

„Onkel Edward, warum küsst dieser Mann Tante Bella?“ fragte mich Stevie neugierig. Nicht mal Stevie gefiel das, und mir schon gar nicht. Als ich wieder zu Bella sah, war sie selbst geschockt. Natürlich hatte sie sich sofort aus einen dreckigen Lippen gelöst. Gott! Der Typ brachte mein Blut zum Kochen. Ich wollte seinen schmalen Hals zwischen meinen Händen drehen, bis dieser nachgab.
„Mommy, gehört das auch zur Aufführung?“ fragte Stevie seine Mutter. Emma sah mich an, lächelte ihren Sohn an und nickte.
„Klar, Spatz. Tante Bella würde niemals einen anderen Mann küssen, der nicht dein Onkel ist.“ erklärte sie ihren Kindern. Ich lächelte sie dankbar an, denn ich konnte mich nicht um zwei Dinge gleichzeit kümmern, vor allem nicht, wenn ein schmieriger Typ gerade meine Freundin geküsst hatte. Die Betonung lag auf meine. Verstand der Typ etwa nicht? Himmel. Ich war so wütend.

„Edward, beruhige dich.“ ermahnte mich Rose und sah mich mit ihrem Wehe-du-beruhigst-dich-jetzt-nicht-Blick an. „Er hat es nicht absichtlich gemacht. Er weiß nicht von dir.“ Ich atmete schaft ein und aus. Der Typ würde schon sehen. Ich wartete nur darauf, dass Bella ihren Monolog am Mikro beendete. Sie bedankte sich bei allen, die gekommen waren, um die Aufführung zu sehen und sagte ihnen, dass Renée ihren weitere Tipps geben würde. Mit einem Applaus wurde sie verabschiedet.

Von meiner Wut geleitet, sprang ich auf. Hätte Rose meinen Stuhl nicht festgehalten, wäre er lautstark auf den Boden gelandet und die Aufmerksamkeit aller auf sich gezogen. Ich drehte mich nicht mehr um. Ich ging einfach gerade zur Garderobe. Als ich sie erreichte, stieß ich die Tür so auf, dass sie gegen die Wand flog. Entsetzt drehte sich Bella zu mir. Sie war leichenblass. Als sie mein Gesicht sah, stellte sie sich mir sofort in den Weg.

„Wo ist er?“ schrie ich. Sie legte ihre Hände beruhigend auf meine Brust.
„Baby, ...“ setzte sie an, doch ich ließ sie nicht aussprechen. Ich machte mich auf den Weg zum Abstellraum. Als ich ihn auch dort nicht finden konnte, ging ich wieder zurück zu Bella. „Edward, würdest du mich bitte anhören? EDWARD!“ schrie sie und packte mich am Kragen meines schwarzen Smokings.
„Der Typ hat dich nicht zu küssen.“ brachte ich zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.
„Es war ein Versehen. Er wollte mich nicht küssen, Baby.“ verteidigte sie ihn. Das machte mich nur noch wütender.
„Hör auf ihn zu verteidigen. Wo ist er? Wieso stellt er sich nicht? Dieser Feigling. Die Freundin eines anderen zu küssen macht ihm Spaß, was?“ Ich unterdrückte einige wüste Beschimpfungen, die mir durch den Kopf schossen. Sie legte ihre Hände seitlich auf meinen Hals.
„Edward, es hat nichts bedeutet. Außerdem weiß er nicht von dir. Wenn er es gewusst hätte, hätte er es niemals getan. Du kennst ihn nicht, aber ich schon. Er ist nicht so einer.“ sprach sie beruhigend auf mich ein. Gerade in diesem Moment kam Mikey mit seiner Gang voller Arschlöcher in den Raum.
„Dann ist es wohl Zeit, dass der schmierige Typ erfährt, dass du meine Freundin bist. Meine. Außerdem bildet er sich ein, er wäre ein so toller Mann, die Freundinnen anderer anzumachen.“ Seine Augen schossen zu mir, als er registrierte, dass ich über ihn sprach. Ein Spätzünder war er auch noch.
„Spricht dieser Gorilla etwa über mich?“ zischte Mikey wütend. Ich grinste selbstzufrieden.
„Ja! Ja, ich spreche über dich. Wenigstens bin ich ein Gorilla und kein Schwein wie du.“ provozierte ich ihn. Wenn er jetzt eine falsche Bewegung machte, würde ich ihn auf den Boden legen. Das aufgeblasene Schwein kam noch auf mich zu, um vor seinen Freunden das Gesicht nicht zu verlieren. Solche liebte ich am meisten, die so taten als wüssten sie etwas. Fuck! Eigentlich wollte ich mich beruhigen, aber dieses Schwein machte es mir unmöglich. Ich hatte gewusst, dass ich nicht paranoid war. Hatte ich nicht gesagt, dass er meine Freundin so ansah, als wolle er sie fressen.
„Was bildest du dir ein?“ er grinste provokant. „Glaubst du wirklich, dass eine Lady wie Bella sich jemals in dich vergucken würde? Armer Kerl. Das hast du wohl nur geträumt. Denn Bella würde sich niemals auf so etwas runterlassen.“ Er begann zu lachen und seine Freunde stimmten mit ein.

„Okay, da ich heute ausnahmsweise in guter Stimmung bin, werde ich dir zeigen worauf du nächstes Mal achten musst, wenn du eine Frau küsst. Guck zu und lerne, ja?“ Ich machte einen Schritt auf Bella zu, legte meinen Arm um ihre Taille und zog sie an mich. Sie sah mich warnend an , aber ich ignorierte ihren lautlosen Protest. Stattdessen presste ich sanft meine Lippen auf ihre. Ihre Lippen schmiegten sich wie immer an meinen und ich nahm ihre Unterlippe zwischen meinen Lippen. Sie krallte ihre Hände in mein Haar und ich dachte sie würde den Kuss vertiefen, stattdessen zog sie mich in die entgegengesetzte Richtung und unterbrach den Kuss.

Fuck! Wieso ließ ich mich auch von meinen Impulsen leiten, wenn ich wusste, dass daraus nichts Gutes herauskam?
„Du hast doch nicht wirklich etwas am laufen mit diesem Kerl?“ fragte Mike mit einem abscheulichen Blick auf mich. Selbst wütend geworden legte Bella ihre kleinen Fäuste in ihre Hüften.
„Ihr zwei habt echt einen Dachschaden! Was ist bloß los mit euch? Mike, was hast du dir dabei gedacht, als du mich geküsst hast? Wir sind Freunde und ich habe dir nie eine Andeutung gemacht oder so ähnliches, dass ich etwas mehr von dir will. Also will ich nicht, dass du mich angrinst, umarmst oder küsst.“ warnte sie ihn.

„Ha!“ kam es schadenfroh aus meinem Mund.
„Ach, und fast hätte ich es vergessen. Dieser Gorilla wie du ihn nanntest, ist tatsächlich mein Freund. Mit wem ich zusammen bin, geht dich nichts an. Wenn ihr mich jetzt allein lassen würdet. Ich muss mein Make-up auffrischen.“ Ihr Ton duldete keine Widerrede und ich grinste voller Schadenfreude, als Mikey aus dem Raum ging. Mich ignorierte sie vollkommen und das gefiel mir überhaupt nicht. Sie war doch nicht wütend auf mich, oder? Es verstrichen Minuten während ich auf ihren Rücken sah, sie sich Make-up auftrug und mich ignorierte.

„Bella?“ fragte ich sanft. Doch sie tat so als wäre ich gar nicht im Raum. „Bella!“ rief ich lauter.
„Was, Cullen? Was?“ fragte sie wie eine kleine Furie.
„Du weißt, ich hätte ihn zu Brei schlagen können.“ sagte ich ihr, als wäre es das eine Entschuldigung für mein Verhalten.
„Danke!“ meinte sie sarkastisch und ging an mir vorbei. Ich packte sie am Handgelenk und drehte sie wieder zu mir um. „Was? Willst du mich wieder gegen meinen Willen küssen?“
„Gegen deinen Willen?“ fragte ich grinsend. Sie schloss die Augen, als ob sie sich wieder sammeln musste.
„Warum tust du das? Versuchst du so dein Revier zu markieren? Ich bin nicht dein Besitz. Ich bin keine Kuh am Viehmarkt, der du einen Stempel aufdrücken kannst. Warum machst du das, wenn du weißt, dass ich ihn nicht küsst habe. Ich hätte ihn niemals geküsst. Warum tust du das?“ Sie stieß mich mit beiden Händen von sich. „Mein Leben beginnt und hört nicht auf in deinem Bett, Cullen.“ meinte sie schreiend.
„Eine verlockende Vorstellung.“ flüsterte ich. Sie wand sich in meinen Armen, aber es war nicht dieses Winden, das mir gefiel. Sie wollte sich aus meinen Armen lösen.
„Lass mich los!“ brüllte sie, löste sich von mir und schlug mir einmal gegen die Brust. Sie musste wieder zu Atem kommen. „Warum musst du das tun?“ fragte sie mich mit einem verletzten Ausdruck im Gesicht.
„Was, ihm erklären, dass nur ich dich zu küssen habe?“ schrie ich.
„Mich bloßstellen?“ schrie sie zurück.
„Er hat dich vor allen bloßgestellt! Merkst du das nicht? Ich wollte ihn verprügeln, aber ich habe es nicht getan. Wegen dir.“ verteidigte ich mich.
„Da kam dir die glorreiche Idee mich vor ihnen zu küssen, um dein Revier zu markieren? Was ja die bessere Wahl ist. Ich gratuliere. Du findest immer irgendetwas, womit du mir das Leben versauen kannst.“  Nach diesen Worten ließ sie mich allein im Raum stehen.




~MB~





Die nächsten Stunden ließ sie mich spüren wie wütend sie war. Ich saß allein am Tisch, während die anderen Menschen um sie herumgingen und Fotos mit ihr verlangten. Nur einige Male kreuzten sich unsere Blicke, aber nur für einige Sekunden, denn dann wandte sich immer den Blick wieder ab. Sie war gut darin mich zu bestrafen. Sie war fucking fantastisch. War es eigentlich nicht eine Steigerung? Ich hatte Mikey – diesen Mistkerl – nicht geschlagen. Was war also ihr Problem? Ich hatte mich doch gesteigert. Ich hatte ihm nicht seine Nase gebrochen. Was wollte sie also von mir? Ich als Edward Cullen hätte dieses Schwein nicht so einfach laufen lassen, nachdem er vor allen meine Freundin geküsst hatte. Ich hätte ihm mindestens seine Nase und einige Rippen gebrochen.

Ich ließ den Hosenscheißer laufen – was wollte sie also von mir? Himmel! Wer verstand diese Frau? Ich hatte sie doch nur geküsst. Was also war so schlimm daran? Ich küsste sie doch täglich. Mehrmals. Sie bettelte mich doch mit ihren vollen Lippen beinahe an, sie zu küssen. Es war nicht meine Schuld, dass sie so hübsch und sexy war, dass sie meinen Verstand einnahm, wenn ich in ihrer Nähe war. Natürlich hatte ich ein wenig Genugtuung verspürt, als sie Mikey ins Gesicht sagte, sie wäre meine Freundin. Ha! Mal sehen wer hier jetzt ein Affe war? Boah, der Typ machte mich sogar in Gedanken wütend. Da musste ich ihn gar nicht sehen.

„Was hast du getan, dass sie nicht einmal über dich reden will?“ Rose grinste mich mitleidig an. Ich schloss die Augen. Dann zuckte ich die Achseln.
„Ich habe Mike gesehen, an ihm ist noch alles dran. Also musst du noch etwas Dümmeres getan haben, als ihn zu schlagen. Sag es deiner Rose.“ ich grinste aufgrund ihrer Worte. Ihr hellblaues Kleid passte wunderbar zu ihren Haaren, die sehr streng hochgesteckt waren und oben wir zu einem ordentlichen Knoten gebunden waren. Ich sagte bereits, dass man mich bei Frauensachen nicht befragen sollte, denn da kannte ich mich nicht aus. Wie man eben sehen konnte.
„Ich habe sie vor Mikey und den anderen Jungs geküsst.“ antwortete ich und nahm einen Schluck von meinem Wasser, weil ich während der Arbeit, keinen Alkohol trinken wollte.
„Woah, Edward.“ Rose nahm einen Schluck von ihrem Champagner. „Das ist ja so spannend. Du hast das wirklich getan?“ fragte sie mich nochmal. Ich nickte. Sagte ich nicht bereits, dass ich es tatsächlich getan hatte?
„Moi, Edward.“ meinte Rose mitleidig. „Auf dich, du Blödmann.“ Sie stieß ihren Champagner-Glas mit meinem Wasser an.
„Danke, Rose. Du warst mir eine große Hilfe.“ stichelte ich. Sie lachte ausgelassen und lehnte sich in ihrem Stuhl zurück.
„Eigentlich wollte ich, dass diese Nacht etwas Besonderes wird.“ nuschelte ich mehr zu mir selbst als zu Rose.
„Warum?“ fragte sie mich. „Was hast du geplant? Sag schon, Cullen.“ Sie zwinkerte mir verschwörerisch zu. Ich musste bei ihrem Blick lachen. Sie glich immer mehr Emmett. Er hatte diese Blicke perfekt drauf.
„Das ist ein Geheimnis.“ meinte ich ausweichend. Sie seufzte und zuckte die Achseln.
„Viel Glück dabei, Cullen. Du wirst es brauchen.“ Sie lachte wieder und ich schüttelte den Kopf über Rose. Sie als meine Freundin sollte mir eigentlich helfen, die Dinge mit Bella zu schlichten, aber stattdessen lachte sie mich aus. Wunderbare Freundin, die ich hier hatte.

„Rose, warum seid ihr Frauen so kompliziert?“ fragte ich verzweifelt.
„Sind wir nicht. Was hast du?“ verteidigte sie sofort das weibliche Geschlecht. Sind sie nicht, sagt sie. Himmel! Allein diese Antwort zeigte doch, dass sie es wahrlich sind.
„Seid ihr doch!“ antwortete ich.
„Cullen, wenn du nicht willst, dass ich dich ohrfeige, hältst du lieber deine Klappe. Außerdem ihr Männer tut immer was Dummes und dann sind wir Frauen daran schuld. Himmel!“ regte sie sich auf und nahm noch einen Schluck von ihrem Getränk.
„Würdest du mir helfen? Was mache ich falsch, Rose?“ Ich konnte es nicht unterlassen, ihr Kichern hinter ihrer Hand zu verbergen. Sie sah mich mitleidig an.
„Also gut. Aber nur, weil ich denke, dass du es ehrlich bereust.“ Diese Frau nahm mich auf den Arm. „Erstens, du bist hineingestürmt wie ein Löwe oder ein Puma, ach so wütend, und wolltest dein Revier verteidigen. So als wolltest du sagen, sie gehört mir und all das. Verstehst du?“ fragte sie mich, als wäre ich schwer von Begriff. Da sie meine einzige Hoffnung war, nickte ich also ohne meine dummen Kommentare abzugeben.
„Gut! Zweitens, du wolltest dich verprügeln. Du hast zwar wahrscheinlich einen kleinen Pluspunkt bei ihr.“  Ich grinste stolz. „Den du spätestens verloren hast, als du sie vor allen als ´Edwards Revier ´ markiert hast. Drittens, würde ich dich verprügeln, weil du so unverschämt fragst, was du falsch gemacht hast. Arme Bella, im Ernst.“ Sie nahm noch einen kleinen Schluck von ihrem Getränk. „Woah, Cullen. Du machst mich im Ernst wütend. Du hast eine Szene gemacht, obwohl das arme Mädchen nichts dafür konnte, dass Mikey so emotional wurde und ihr einen Kuss aufgedrückt hat.“ Rose schien mich ebenfalls in diesem Moment zu hassen.

Ich stöhnte frustriert. Ich sagte doch, dass es sehr schwer war, zu verstehen wie Frauen tickten. Einfach unglaublich.
„Weißt du?“ sagte Rose dann. „Wenn ich du wäre, würde ich um Verzeihung bitten. Ganz verzweifelt und romantisch. Aber vor allem ehrlich. Wenn du nicht ehrlich bist, wird sie es merken und dann wird sie deinen Arsch vor die Tür setzen. Dann wird es nur noch schlimmer.“ Wenigstens sagte sie mir mal etwas Hilfreiches. „Wenn ich allerdings sie wäre, würde ich dir nicht so leicht verzeihen.“ Sie zerstörte all meine Hoffnungen.
„Rose!“ zischte ich und sie grinste diabolisch.
„Gott, ich kann es nicht lassen über deinen verzweifelten Gesichtsausdruck zu lachen. Ich hoffe, sie verzeiht dir nicht. Dann wirst du schon sehen, wie kompliziert wir sein können.“ Sie streckte mir heimlich die Zunge aus. Mit einer Hand stieß ich sanft ihren Kopf an und sie lachte.
„Verdammte Hexe!“ sagte ich Rose zu.
„Verdient hast du es ja!“ sagte sie zurück und ich konnte es nicht unterlassen einfach zu lachen. Ich war tatsächlich verzweifelt gewesen. Himmel, ja ich hatte etwas Dummes getan, aber ich gab es auch zu. Also... Himmel, ich hoffte, dass sie mir verzieh.



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http://www.youtube.com/watch?v=pV36OEBWRvU
(Jason Derulo – Fight for you)
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Zuerst ging ich auf die Theke zu, während ich Bella nicht aus den Augen ließ. Es gab etwas, das sie nicht wusste. Nämlich, dass dieses Gefühl, das ich für sie hatte, sehr stur war und mich kämpfen ließ. Egal wie. Egal was. Ich würde für sie kämpfen. Denn ich hatte noch nie so für jemanden empfunden. Es ging mir auf die Nerven, dass ich mich ihr vor diesen Leuten nicht nähern konnte. Verdammt! Warum musste auch Carlisle, wo auch immer er hinging, sich Freinde machen? Andere Leute machten Freunde, so wie Carlisle sich Feinde machte.

Ich litt nicht mehr daran, dass er mich nicht als seinen Sohn akzeptieren wollte, weil ich so anders war als er. Ich war stolz auf mich, weil ich so war. Himmel, ich wollte nicht so sein wie er. Ich kam mehr nach meiner Mutter. Und ich liebte meine Mum. Ich liebte sie. Sie und meine Schwester waren das Beste, das ich hatte. Das Teuerste. Neben Bella natürlich. Die ersteren kannten mich so wie ich war und akzeptierten mich. Bella konnte sich einfach nicht daran gewöhnen. Aber vielleicht hatte sie Recht. Ich sollte mich langsam ändern. Was für einen besseren Grund gab es sich zu ändern, als für die Liebe? Mir fiel keiner ein.

Ich bestellte mir ein Bier und nahm es in großen Schlucken. Ich war nicht sehr weit von Bella entfernt. Sodass ich checken konnte, wer sich in ihrer Nähe befand. Es war besser, wenn ich mich auf meine Arbeit konzentrierte, als darauf, wie wütend sie auf mich war. Ständig fragte man sie, ob sie ein Foto mit ihnen machen würde und sie antwortete immer mit ja. Keinem sagte sie nein. Himmel, allein mir machte sie wütende Augen.

Gin Tonic, die ich gar nicht bemerkt hatte, hüpfte auf meinen Schoß, dicht gefolgt von ihrem Bruder.
„Hey, das war gemein. Du hast mich ausgetrickst.“ beschwerte sich Stevie und ich lachte. Gin Tonic lachte auch, während sie die Arme um meinen Nacken schlang. Stevie zog wütend an ihrem pinken Kleid mit Rüschen und wollte sie von meinem Schoß nehmen, um selbst darauf zu sitzen.
„Hey, Kinder, langsam.“ Wenn sie so stritten, konnte ich sie nicht beruhigen.
„Wollt ihr nicht lieber mit Tante Bella ein Foto schießen?“ fragte ich die beiden. Natürlich hatte ich mir einen Plan zurechtgelegt. Ich würde doch nicht einfach so die Zeit verstreichen lassen.
„Au, ja! Ja!“ hüpften die beiden aufgeregt und Stevie rannte zu Emma, um diese ebenfalls mitzunehmen. Dann rannte er, bevor Gin Tonic ihn erreichen konnte, zu Bella und diese ging liebevoll in die Hocke, lächelte und hörte ihm aufmerksam zu. Stevie, der Charmeur, legte die Arme um ihren Hals und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. Sie erwiderte diesen Kuss. Dann machte sie ihm noch die Mini-Krawatte zurecht. Gin Tonic ließ mich los und rannte ebenfalls zu ihrem Bruder und Bella.

„Die zwei sind verrückt nach deiner Bella.“ sagte Emma als sie mich erreichte. Wir beobachteten wie die beiden mit Bella posten und dumme Grimassen schnitten. Es sah süß aus.
„Mommy, komm schon!“ winkte Gin uns zu sich. Auf dem Weg zum Fotografen legte ich den Arm um Emmas Schultern. Es war eine freundschaftliche Geste, doch Bella erhob provokant die Augenbrauen und ignorierte mich danach wieder. Die Kinder stellten sich auf beiden Seiten von Bella. Emma legte die Hand um Gin und ich stellte mich hinter Stevie, legte ihm eine Hand  auf die kleine Schulter. Freundlich lächelte Bella Emilianna an und legte ihr einen Arm um die Schulter. Ich tat als wäre nichts und ließ meine Finger auf ihren Rücken wandern. Ihre Haut brannte durch den dünnen Stoff auf ihrem Rücken hindurch. Sie versteifte sich in diesem Moment und sie drehte leicht den Kopf in meine Richtung, aber ohne mich anzusehen. Selbe Hand wanderte zu ihrer Hüfte und sie ließ zittrig die Luft aus.

„Vielen Dank!“ meinte der Fotograf. Einen Moment länger als nötig ruhte meine Hand an ihrer Haut, dann zog ich sie zurück. Als sie sich umdrehte, sah sie mich einen Moment lang an. Dann setzte sie ihr glücklichstes Lächeln auf.
„Wollt ihr ein Stück von der Torte? Die ist köstlich.“ sagte sie den Kindern zu. Mir blieb kein Zweifel daran, dass sie Emma, Stevie und Gin gut leiden konnte. Himmel, sie hatte ihnen sogar eine  Einladung geschickt, damit sie am Eingang nichts bezahlen mussten. Sie dachte daran, an diese Einzelheiten und sie wurde damit nicht müde.

Renée betreute die Gäste zusammen mit Bella, sodass alle glücklich und zufrieden waren. Eine halbe Stunde später kam es dann zu den Spenden, wo jeder so viel Geld in eine Box warf, wie er hatte.

„Es ist keine Pflicht.“ meinte Bella freundlich, während sie neben Emma auf dem Tisch saß.
„Ich will was reinwerfen.“ meinte Stevie und Gin stimmte ihm mit ein.
„Ich auch. Ich auch.“ rief sie und hüpfte auf und ab. Rose bedachte mich mit ihrem Blick, als ob sie mich fragen wollte, ob ich schon etwas geregelt hatte. Ich schüttelte den Kopf und sie rollte die Augen. Ja, ich war ein Dummkopf, das wusste ich.
Ich zog meine Brieftasche aus meiner Gesäßtasche und reichte den beiden je einen 100 Dollar Schein, die ich für sowas gespart hatte. Ich war nicht knapp bei Kasse. Swan bezahlte gut und da ich praktisch bei den Swans lebte, hatte ich keine unnötigen Kosten. Also ja, ich konnte eine kleine Summe im Monat sparen.
„Hier, ihr Quälgeister.“ rief ich den beiden zu. Diese beiden strahlten als die das Geld in die Box einwarfen.
„Ich würde sehr gerne auch etwas spenden, aber ich wusste nicht....“ setzte Emma an. Bella legte eine Hand auf Emma´s Unterarm.
„Für mich ist es eine Ehre, dass du meine Einladung angenommen hast. Danke!“ bedankte sie sich ehrlich. Jetzt wusste ich, was Rose gemeint hatte, es wäre wichtig ehrlich zu sein. Klar merkte man, wenn einer log. Man merkte es sofort. Gut, dass ich es ehrlich bereute, so etwas Dummes getan zu haben. Nein. Eigentlich bereute ich es nicht, sie geküsst zu haben. Warum sollte ich überhaupt? Er sollte es bereuen, nicht ich.




~MB~



Um Mitternacht herum begann die richtige Party. Alle tanzten, tranken und amüsierten sich. Ich nicht. Ich versuchte mich nicht auf Bella zu konzentrieren, die eine gute Gastgeberin spielte und jeden aufmerksam behandelte, nur mich nicht. Fuck, sie brachte mich um! Warum tat sie das? Blöder Mikey. Ich hätte ihn zu Brei schlagen sollen. Da tat man ihr einen Gefallen und sie reagierte so. Himmel! Warum tat sie mir das an? Ich stand an der Wand, mit einem Fuß angewinkelt und zog wütend an meiner Krawatte um diese zu lockern. Emma und die Kinder waren bereits mit einem Taxi nach Hause gefahren. Das wusste ich, weil ich sie bis zum Taxi begleitet hatte.

Diese Frau strapazierte wirklich meine Nerven. Nein, nicht Emma. Sondern Bella. Himmel! Wenn ich sie nicht lieben würde, würde ich ihr den Hintern für dieses Verhalten versohlen? Aber eins musste man ihr lassen. Sie hatte eine Methode gefunden wie sie mich am besten bestrafen konnte. Mich zu ignorieren?! Wie war sie nur darauf gekommen? Himmel! Eigentlich wollte ich nachschauen, was mit dieser Schaukel passiert war, aber da es schon so spät war und oben bei den Kabeln und Schnüren gab es keine Beleuchtung. Also musste ich bis zum nächsten Tag warten.

Ich war so sehr in meinen Gedanken versunken, dass ich sie beinahe nicht gesehen hätte, würde ich nicht ihren Geruch unter tausenden wiedererkennen. Sie ging an mir vorbei, als würde sie mich nicht kennen. Ich setzte mein Wasserglas einem vorbeikommenden Kellner auf das Tablett und folgte ihr. Sie ging in die kleine angrenzende Küche, öffnete den Kühlschrank und nahm sich einen Orangensaft heraus. Ich stellte mich hinter ihr, sodass sie sich an meinen Körper presste, als sie sich vom Kühlschrank abstieß.

„Himmel!“ meinte sie verschreckt und legte sich die Hand auf die Brust.
„Angst wenn ich nicht da bin?“ fragte ich grinsend und sie rollte die Augen. „Was genau stört dich eigentlich?“ fragte ich sie sofort. Himmel, ich hatte es satt herum zu reden.
„Dass du mich geküsst hast!“ meinte sie und weitete ihre Augen, als wollte sie mir sagen, dass ich ein wenig irre war, weil ich nicht verstand.
„Hat dir der Kuss nicht gefallen?“ fragte ich sie ernst.
„Oh, Mann.“ meinte sie. „Darum geht es nicht, Edward.“ Er hat ihr gefallen. Ich versuchte nicht zu grinsen.
„Genau darum geht es. Hat er dir gefallen, ja oder nein?“ fragte ich sie und machte ihr den Weg nicht frei, als sie an mir vorbei wollte.
„Nein!“ antwortete sie. Lügnerin! Ihr ganzer Körper verriet sie, dass sie lügte. Hat man diesem Mädchen nicht beigebracht, was man mit Lügnern machte? Sie durchzukitzeln, bis sie weinten.
„Gut. Dann gib ihn mir zurück!“ Ich sah ihr ernst ins Gesicht und beobachtete, wir ihr Blick zu mir schoss. Sie begann aufgrund der Absurdität des Moments zu lachen.
„Das ist nicht dein Ernst, Cullen.“ Sie schraubte ihre Flasche auf und richtete den Blick auf ihre Hände.
„Wenn dir mein Kuss nicht gefallen hat, will ich, dass du ihn mir zurückgibst! Jetzt! Sofort!“ Ich stützte mich mit einer Hand an der Kücheninsel ab. Einen Moment lang sah sie mir stur in die Augen, als ich mich kein Stück bewegte, legte sie ihre Flasche lautlos ab. Einen Schritt nach dem anderen machte sie auf mich zu. Als sie vor mir stand, sah sie mir in die Augen. Ich versuchte nicht zu schmunzeln. Dann stellte sie sich auf Zehenspitzen, weil ich gerade stand und mich nicht vorbeugte um ihr entgegenzukommen. Als sie meinen Kopf umfasste, lagen ihre Daumen auf meinen Wangen und die übrigen Finger in meinen Nacken. Sie zog mich ein wenig zu sich und schob sich mir entgegen. Meine Finger juckten, aber ich presste sie nicht an mich. Ich stand einfach da. Dann strich sie mit ihren vollen, weichen Lippen über meine und ich tat so, als würde ich nichts fühlen, aber mein Herz fing an zu rasen und das Blut schoss mir in die Lenden. Verdammt! Dann schob sie sich wieder gegen meinen Körper und presste ihre Lippen gegen meine. Sie schloss die Augen und legte ihren ganzen Arm um meine Schultern. Ein Seufzen entwich meinen Lippen. Ihre Wärme ließ meinen ganzen Körper kriebeln. Meine unanständigen Gedanken rasten. Während sie mich küsste, fuhr sie mir mit ihrer feuchten Zungenspitze über die Unterlippe und als ich sie packen wollte, löste sie sich von mir.

Der Ausdruck auf ihrem Gesicht war anders. Ihre Augen nicht mehr voller Wut, sondern mit einer Sanftheit, die ich mir nicht erklären konnte. Als sie zu ihren Platz zurückging, vermisste ich sie. Ich wollte sie immer in meinen Armen halten und sie gegen meinen Körper pressen. Ich trommelte mit den Fingern auf der Kücheninsel und sah sie dann an.
„Es tut mir leid! Ich will, dass du das weißt, auch wenn du mir nicht verzeihst.“ sagte ich und ging aus dem Raum. Ich ließ ihr überhaupt keine Zeit zum Antworten. Da ich so in Gedanken war, stieß ich mit Renée zusammen. Schnell murmelte ich eine Entschuldigung und verschwand. Als ich Adam sah, sagte ich ihm, dass er kurz übernehmen sollte, weil ich eine kleine Pause brauchte.

Draußen an der frischen Luft rauchte ich eine Zigarette. Langsam. Genoss sie in vollen Zügen. Es tat gut an der frischen Luft zu sein. Da war ich keinen verführerischen Reizen ausgesetzt. Verdammt! Ich hatte es doch ehrlich gemeint. Meine Entschuldigung hatte ich ehrlich gemeint. Ich wollte sie nicht bloßstellen, aber ich wollte nicht, dass jemand anderer sie küsste. Himmel! Ich hätte ihn verprügelt. Ich kannte mich. Es war mir nur ein Rätsel, dass ich es nicht getan hatte. Ich ging ein Stück und ging dann wieder zurück.

Als ich den Raum wieder betrat, war das Licht gedimmt. Schweißnasse Körper tanzten aneinander, rieben sich aneinander und bewegten sich im Takt der Musik. Ein Pärchen versperrte mir die Sicht und als ich mich leicht entfernte, sah ich sie. Die Arme in die Luft gehoben. Das Gesicht so friedlich und ein kleines Lächeln auf ihren Lippen. Ihre Hüfte bewegte sich im Takt und schwang hin und her. Sie ging mit diesen provokanten Schritten hinunter bis ihr Hintern sich an ihre Beine presste, dann schwang sie wieder ihre Hüfte in diesen fließenden Bewegungen. Ihre Hände fuhren über ihr Gesicht, dann über ihre Hüften und zu ihren Beinen. Ihr kleiner fester Po machte einen Halbkreis und kam in meinen Blick. Ich schluckte als ich sie betrachtete.

Ich schob mich zwischen den tanzenden Menschen, sie sich an mir pressten, mich anrempelten und anstießen. Als ich sie erreichte, blieb ich stehen. Sie schob sich das Haar aus dem Gesicht. Ich sah den Schweiß an ihrem Hals und Dekolleté. Himmel! Diese Frau machte mich verrückt. Ich wollte die Schweißtropfen mit meiner Zunge auffangen. Stattdessen schob ich meinen Zeigefinger zwischen den Fingern ihrer linken Hand und schob ihr das Haar zurück, entblößte ihren Nacken und ließ meine Nase entlangwandern. Sie spreizte ihre Finger, sodass ich meine mit den ihren verwob. Sie bewegte sich weiterhin aufreizend im Takt der Musik. Dann blieb sie jedoch stehen, machte einen Schritt zurück und presste ihren Rücken vollständig an meine Brust. Ich seufzte, weil sich ihr Körper sich so angenehm gegen meinen anfühlte. Sie drehte den Kopf so, dass ihre Lippen mein Ohr berührten. Alle Härchen auf meinem Körper stellten sich auf. Diese flüchtige Berührung hatte es in sich.

„Du weißt, ich würde wollen, dass du mich vor allen küsst.“ flüsterte sie in mein Ohr hinein. Fuck! Ihre weiche Stimme ließ mich die Augen schließen. Ich glaubte, dass ich träumte und dass diese Menschen nicht da waren.
„Wenn es nach mir ginge, würde ich dich vor allen genau hier lieben.“ Meine Lippen streiften ihren Nacken. Sie drehte sich in meinen Armen. Sie hatte ein kleines Strahlen in den Augen, dass sie noch dünkler und tiefer aussehen ließen. Ihre vollen Lippen verzogen sich zu einem Grinsen. Sie war ein Teufel in der Gestalt eines Engels. Trügerisch. Unwiderstehlich.

„Man lebt nur einmal, nicht wahr?“ fragte sie aufreizend und biss sich in die volle Unterlippe. Bevor ich mich versah, lag ihre Hand auf meinem Oberschenkel und fuhr bis zu meinem Hinterteil. Ich wollte sie fragen, was sie verdammt nochmal tat, da schlang sie schon ein Bein um meine Hüfte und löste es wieder. Ihre andere Hand wanderte in meinen Nacken  und zog mich mit, als sie sich mit ihrem Oberkörper nach hinten fallen. Mein Arm war beschützerisch um ihren Rücken geschlungen. Energisch richtete sie sich wieder auf, dann nahm sie eine Position auf. Sie dirigierte mich mit der Hand und zeigte mir die Schritte für den Tango vor. Dann ging sie um mich herum, schlang einen Arm um meine Brust, streifte mit ihren Lippen meinen Nacken, mit ihrem Bein fuhr sie von unten über meine Wade bis zu meinem Oberschenkel. Dann machte sie eine Drehung, bis sie wieder vor mir stand. Ihre beiden Hände fuhren meinen Oberkörper hinunter und sie machte einen Spagat. Als ich die Jubelrufe hörte, realisierte ich, dass wir nicht allein waren. Ich realisierte gar nicht, dass sie aufgestanden war, schon begann sie ihren Oberkörper im Kreis zu drehen und ihre Hüfte schwang nach links. Dann entfernte sie sich von mir, nur um schnell auf mich zu zu laufen und sich in meine Arme zu werfen. Sie rechnete nicht damit, dass ich sie hochheben würde. Sie warf den Kopf im Nacken, winkelte ihre Beine an und lachte. Ich drehte sie im Kreis und ließ sie an meinem Körper herunter.



~MB~




Ich sperrte die Tür hinter uns zu und Bella ließ sich auf einen Stuhl fallen. Sie schloss die Augen.
„Diesmal haben wir sogar darauf gewartet, dass der letzte Gast geht bevor wir verschwinden.“ stichelte ich. Sie öffnete die Augen.
„Wir verschwinden?“ fragte sie dann neugierig. Ich nickte und leckte mir über die Lippen.
„Willst du?“ fragte ich sie.
„Ja, aber morgen Nachmittag muss ich auf jeden Fall zurück sein, weil ich eine Versteigerung habe für dieses Kleid, das wenn es nach mir geht, keiner kaufen wird. Aber meine Mutter denkt, es könnte klappen, weil es ja handgearbeitet ist und mit teuren Kristallen besetzt.“ Sie winkte ab und lächelte dann müde, aber strahlend.
„Kannst du mir erklären, was das vorhin war?“ fragte ich sie und sie zuckte die Schultern.
„Ein Tango.“ Ihre Antwort ließ mich schmunzeln. „Zwar ein Tango etwas verändert; für Anfänger, aber ein Tange. Weil du ja auf meinen Tango so eifersüchtig warst.“ Sie stand von ihrem Stuhl auf und kam langsam auf mich zu. „Ich hätte dir nicht verzeihen dürfen. Ich weiß nur nicht, was du an dir hast, dass meine Wut schmelzen lässt, als wäre sie Butter.“ Ich schmunzelte.

„Das ist doch egal. Solange es vergeht, müssen wir nicht untersuchen, was es ist.“ erklärte ich.
„Genau meine Gedankengänge.“ meinte sie grinsend und legte die Arme um meinen Nacken.
„Ich mache es auch wieder gut. Schau, ich lade dich jetzt zum Essen ein.“ schlug ich vor. Sie strich sich über den Bauch.
„Das würde mir gar nicht so schlecht fallen. Ich verhungere nämlich.“ antwortete sie. „Aber welches Restaurant ist noch offen um diese Uhrzeit?“ fragte sie mich verwundert. Ich zuckte die Achseln.
„Lass es mich versuchen. Ich kann nämlich sehr überzeugend sein.“ antwortete ich und sie lachte. Sie wusste ja, dass ich sehr überzeugend sein konnte. Sehr. Sehr überzeugend.

Ich tat ein paar Anrufe. Einige erfolglos, aber es gab ein Restaurant, in dem ein Bekannter von mir arbeitete, das noch offen hatte bzw. für uns geöffnet wurde. Das Restaurant, aber der Koch war nicht mehr da. Mein Bekannter sagte mir wo wir die Schlüssel finden konnten, weil er nämlich Feierabend hatte und nach Hause fuhr. Tatsächlich war der Schlüssel dort zu finden, als wir das Restaurant am Strand erreichten.

„Der hat aber schon zu.“ kam es von Bella. Ich packte ihre Hand und zog sie mit. Als ich den Schlüssel unter der Fußmatte fand und ihn triumphierend in die Höhe hielt, lachte Bella.
„Siehst du? Der hat nicht zu.“ antwortete ich stolz grinsend. „Lady´s first!“ Ich machte eine einladende Geste, schaltete das Licht ein, das ich nur mit Mühe fand, weil ich das Restaurant zwar kannte, aber jahrelang nicht mehr hier war.
„Was wenn die Polizei hier vorbeifährt und denkt, dass wir Einbrecher sind?“ fragte mich Bella als ich die Tür hinter uns schloss. Ich tat gespielt ernst und tippte mir mit dem Finger gegen die Unterlippe.
„Dann verhaften sie uns.“ sagte ich mit einem Schmunzeln.
„Ha! Sehr witzig!“ Sie schlug mir gegen die Brust.
„Das war mein Ernst, Swan.“ meinte ich und wanderte zur Küche. Eigentlich konnte ich ja nicht kochen. In einem fremden Restaurant schon gar nicht, weil ich mich da nicht auskannte. Aber ich konnte Anweisungen folgen. Er hatte ja gesagt, es gab noch fertige Teller im Kühlschrank die man nur aufwärmen musste. Die Mikrowelle konnte ich schon allein bedienen. Na also.... Problem gelöst. Ich grinste siegesreich, als ich einige Teller, die sehr lecker aussahen, aus dem Kühlschrank nahm.
„Voilá, Baby!“ sie lachte und kippte fast von ihrem Hocker. Dann fand sie einen von diesen weißen Papierhütten und setzte ihn mir auf. Auf diesem Stand in schwarzen Lettern ´Chef´. Ich musste selbst grinsen, da dieser Hut schief auf meinem Kopf stand. Sie klatschte begeistert in die Hände. Dann lief sie zur Stereoanlage und schaltete die Musik ein. Im Takt der Musik schwingend kam sie dann auf mich zu, schnappte sich eine Schürze, die sie lustig aussehen ließ. Darunter hatte sie ein superteures Abendkleid an und drüber die Schürze.

„Ich helfe dir. Aber nur jetzt. Das ist eine Ausnahme, damit du dir nicht die Finger verbrennst.“ sie nahm einen Teller aus meiner Hand und griff nach dem Inhalt, das für mein ungeschultes Auge aussah, wie eine Teigrolle. Sie biss hinein und schloss verträumt die Augen.
„Mhm. Das ist echt gut.“ sie kaute weiter und hielt mir die Hälfte ihrer Teigrolle unter die Nase. Ich biss zu und kaute ebenfalls. Tatsächlich war diese außergewöhnliche Teigrolle köstlich. So verbrachten wir die nächste halbe Stunde mit dem kosten der Speisen, die sich im Kühlschrank befanden, ohne sie aufzuwärmen. Da wir so viel von den Vorspeisen gekostet hatten, war uns der Hunger bereits vergangen. Ich saß am Boden vor dem Kühlschrank als Bella sich auf die Zehen stellte und eine Schüssel mit Reismilch herausnahm und einen Löffel. Sie nahm eine volle Löffel und grinste.
„Hast du schon mal Reismilch mit Honig probiert?“ fragte ich sie und sie verzog angewidert das Gesicht. Das sagte ich, weil ich zuvor den Honig erblickt hatte. Schnell griff ich danach und ließ es auf die Reismilch gießen.
„Ach und das ist ein Date!“ meinte ich und Bella lachte.
„Natürlich, ich hätte nichts anderes erwartet.“ schmunzeln schob sie den Finger unter den Honig, der auf die Reismilch floß, dann schob sie sich diesen Finger grinsend in den Mund. Ich nahm den Löffel und begann sie zu füttern. Das Süßeste war jedoch, wenn ich sie verschmierte, dann durfte ich den Honig von ihren Lippen küssen und sie durchkitzeln.






~MB~





Es viel später in der Nacht als wir die Willkommenstafel von Forks passierten. Das war der Ort an dem ich aufgewachsen war. Hier war ich zur High School gegangen. Es war ein Teil meines Lebens. Ich wollte, dass Bella mich kannte, bevor sie eine Entscheidung traf. Sanft blickte ich auf den Beifahrerplatz neben mir. Sie schlief mit leicht geöffnetem Mund. Den Kopf hatte sie auf die Seite geworfen und das Haar bedeckte die Hälfte ihres Gesichts. Ich strich es ihr mit einer Hand zurück. Ich hatte ihr mein Jackett übergeworfen, damit sie nicht fror.

Forks war dunkel in der Nacht. In den Häusern brannte kein Licht. Es war sehr still. Man sagte ja immer, dass eine Großstadt auch in der Nacht lebte. Aber Forks war ja praktisch ein Dorf, so wenige Menschen lebten dort. Ich würde Bella an meinen Lieblingsort bringen. Ich hoffte, dass es ihr gefiel. Wie ich bereits gesagt hatte, wollte ich, dass diese Nacht etwas Besonderes wurde. Unvergesslich. Ich parkte auf der Straßenseite, einige Meter vor den dunkelblauen Gittern, die in der Nacht beinahe schwarz aussahen. Ich schaltete den Motor ab. Dann beugte ich mich zu Bella, die die Augen sofort öffnete, ohne dass ich sie auch berührt hatte.

„Was ist los? Wo sind wir?“ Sie sah sich um und kannte wahrscheinlich die Umgebung nicht, weil nur Linda und Emmett hier einige Jahre gewohnt hatten. Als wir noch klein waren, gingen wir alle zusammen zur Schule.

„Ich habe dich entführt, schon vergessen?“ fragte ich sie und sie rieb sich die Augen, gähnte ausgiebig und lächelte danach.
„Okay.“ meinte ich, nahm mein Jackett von sich und reichte es mir.
„Es ist noch immer kalt draußen!“ ließ ich sie verstehen. Sie nickte, zog sich mein Jackett an. Dann stiegen wir langsam aus und ich verriegelte den Wagen. Sie blieb wie angewurzelt stehen.
„Ich war schon mal hier.“ sagte sie und ich runzelte die Stirn. Sie war selbst auch verwirrt, denn eine kleine Falte bildete sich zwischen ihren Augenbrauen. „Ich kann mich nicht erinnern. Aber ich habe so ein Gefühl, dass ich hier schon einmal war.“ erklärte sie. Das war unmöglich. Ich ging hinter ihr her, als sie die Gittertür aufdrückte. Diese quietschte, weil sie so alt war.  Zuerst waren die  dichten Büsche zu sehen, die in der Nacht unheimlich aussahen. Bella wartete auf mich und ich legte eine Hand auf ihren Rücken. Sie sah sich mit wissbegierigen Augen um.

„Es sieht aus wie eine Burg.“ meinte Bella als das alte Haus in Sicht kam. Vor einigen Jahrzehnten hatte angeblich das Haus uns Cullens gehört, aber seitdem es hier einen Brand gab, und eine Hälfte vollkommen zerstört wurde, gehörte es niemandem. Soweit ich wusste. Sie lächelte als sie die Laternen auf der Treppe sah.
„Hast du das allein gemacht?“ fragte sie grinsend. Ich zuckte die Schultern. Eigentlich nicht. Ich hatte jemanden beauftragt, alle Kerzen anzuzünden, wenn es soweit war. Aber allein hatte ich alles dekoriert. Sie stieg langsam die steile Treppe hinauf und kam auf den Balkon an. Da das Haus sehr weit oben lag, konnte man Seattle als ein Pünktchen wiedererkennen. Ich stellte mich hinter sie und streckte meine Hand in diese Richtung aus.

„Dieser funkelnde Punkt dort, das ist Seattle.“ erklärte ich ihr. Sie drehte den Kopf zu mir und küsste meine Wange.
„Das ist alles schön, aber jetzt hast du mich intrigiert. Wirklich! Jetzt bin ich sehr neugierig.“ meinte sie und blickte mich an. Ich grinste geheimnisvoll und küsste ihre Schulter. Sie legte eine Hand in meinen Nacken und ich ließ unauffällig meine Hand in das Jackett gleiten, weil es dort etwas gab, dass ich für mein Vorhaben brauchte.
„Geduld ist eine Tugend, Bella.“ Ich entfernte mich ein wenig von ihr, stellte mich neben sie. Auf meinen Unterarmen an der Steinmauer des Balkons abgestützt, beugte ich mich leicht vor in die dunkle Nacht. Dann wandte ich meinen Blick zu ihr. Sie sah mich geduldig an.
„Okay, ich denke, ich sollte jetzt wohl ehrlich sein. Nicht wahr? Ich habe dich genug warten lassen.“ sagte ich ernst.
„Oh, ich bitte dich darum.“ antwortete Bella.
„Wir müssen ein sehr ernstes Gespräch führen, Bella.“ erklärte ich. Sie nickte. „Sehr ernst reden.“ setzte ich meinen Monolog fort. Sie sah mir in die Augen und blickte mich ernst an. „Du weißt, wie ich bin. Also weißt du, dass ich dich nicht belüge. Ich meine es sehr ernst. Du weißt, dass ich kein edler Gentleman bin. Das weißt du.“ meinte ich.
„Ich will nur, dass wir keine Geheimnisse voreinander haben, Edward. Das allein reicht mir.“ flüsterte sie und verschränkte die Arme vor der Brust.
Einen Moment blickte ich ihr sehr ernst in die Augen und sie schien schon von der Spannung zappeln zu müssen.
„Da ich nicht Shakespeare bin, sage ich es dir auf meine Art, Bella. Das ist alles, was ich habe!“ flüsterte ich und ich sah einen Moment Angst in ihren Augen. Dann ging ich langsam in die Knie, öffnete die kleine Box, die sie schon kannte, weil sie ihre Nase überall herumsteckte.
„Heirate mich, Bella!“ sagte ich.




~MB~







Der Tod macht den Tag erst lebenswert. ~ Pirates Of The Caribbean 3







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As always, thanks for reading ;)

Chapter 19: Die young

MISTER BODYGUARD


Chapter 19:
Die young




Alles im Leben hat seinen Preis, auch Dinge, von denen man glaubt, man bekommt sie geschenkt. ~Theodore Fontane



Bella Swan:



„Pack deine Sachen, wir müssen schnellstens von hier weg.“ Schnell packte ich die CD, die im Player war in meine Tasche. Meine Jeans und meine Lederjacke stopfte ich ebenfalls in meine Tasche. Wir schalteten schnell die Lichter aus und ich sperrte die Tür mit dem Schlüssel zu. Edward hatte schützend den Arm um meine Schultern gelegt und anstatt den Aufzug zu benutzen, nahmen wir die Treppe, weil es angeblich sicherer war. Mein Herz klopfte mir bis zum Hals und ich versuchte mit Edward Schritt zu halten, was mir nicht so gut gelang, wie ich es wollte. Aber ich jammerte nicht, denn das würde mich bei Edward nicht sehr viel weiter bringen.

Als wir im Erdgeschoss ankamen, war ich vollkommen atemlos und blieb zurück um nach Luft zu schnappen. Edward drehte sich herum und weitete seine Augen, aber da wurde ich schon von hinten gepackt und man hielt mir ein Messer an die Kehle.
„Endlich sehen wir uns Gesicht zu Gesicht, Edward Cullen.“ Ich runzelte die Stirn, weil mir die weibliche Stimme sehr bekannt war.


Im ersten Moment wusste ich nicht, wie ich reagieren sollte. Ich verstand nicht, was hier ablief. Angesicht von Edwards Panik, die danach zur Wut überging, wusste ich, dass dies nichts Gutes heißen konnte. „Ich bin sehr erfreut, dich endlich sehen zu können, Cullen.“ gab sie von sich. Beruhigend erhob Edward die Arme, zeigte versöhnlich seine Handflächen, als wolle er auf sie einreden. „Wir können darüber sprechen. Das musst du nicht tun!“ sagte er beruhigend.

Sie lachte und schüttelte ihren Kopf. Die Klinge des Messers, das sie mir an die Kehle hielt, zog sie dabei noch enger an meinen Hals.
„Ich könnte sie mit einer Bewegung töten – und das weißt du.“ schrie sie wütend.
„Du willst mich. Lass Bella gehen.“ sagte Edward ruhig.
„Das glaubst wohl auch nur du. Wenn ich sie gehen lasse, habe ich dich nicht mehr in der Hand – und mir gefällt es dich in der Hand zu halten, Cullen. Du wirst mir nämlich einen Gefallen tun, damit ich deine Bella nicht töte.“ Edward kam einige Schritte auf uns zu und sie zwang mich einige Schritte mit ihr zurückgehen.
„Bleib, wo du bist, oder ich schlitze ihr die Kehle auf.“ schrie sie bedrohlich.
„Das wirst du nicht tun. Bella hat dir nie weh getan und sie hat dich immer geliebt. Du kannst ihr nicht wehtun.“ versuchte Edward sie zu überzeugen. Ich meinerseits konnte noch immer nicht glauben, dass sie tatsächlich hier stand und mich mit einem Messer bedrohte. Ich konnte es noch immer nicht realisieren.
„Du hattest Recht, weißt du? Ich wollte tatsächlich jedem den Wunsch erfüllen, wollte die perfekte Tochter sein, die ich nicht bin und wollte meinem Dad Linda ersetzen. Aber ich bin nicht Linda und werde es nie sein. Das ist mir jetzt klar. Ich will dir nur sagen, dass du Recht hattest.“ gab ich zu und meinte es genauso, wie ich es sagte. Ich wusste, dass sie kein schlechter Mensch war. Zumindest hoffte ich, dass sie sich nicht verändert hatte.
„Halt die Klappe!“ schrie sie und zog mich weiter zurück. „Ich bin hier um mit ihm zu reden, nicht mit dir.“ Ich fühlte keine Angst, aber ich machte mir Sorgen, dass sie Edward verletzen würde, falls er ihr den Gefallen nicht tat.
„Sag schon!“ befahl er die Ruhe selbst. Hinter seinen Mauern jedoch verbarg sich der Junge, der Angst um mich hatte. Er hatte Angst, dass sie mich töten könnte. Seinen Gesichtsausdruck kannte ich. Hätte sie mich nicht bedroht, würde er sie auseinandernehmen wie ein Kartenhaus. Er hätte sie mit seinen Händen erwürgt, aber er konnte nicht, weil sie mich bedrohte.
„Ich habe gehört, dass du Andy ins Gefängnis gesteckt hast. Du haust ihn raus, Freundchen oder dein kleines schmutziges Geheimnis wird sterben.“ Wieder presste sie mich enger an sich, damit ich nicht weglief. Ich fragte mich, was sie mit Andy zu tun hatte? War das nicht der Typ, den Edward verprügelt hatte, weil dieser mit Emma was wollte und ihren Wagen gestohlen hatte?
„Ich habe Andy nicht einfach so ins Gefängnis gesteckt. Er ist schuldig. Er verkauft Drogen an Jugendliche, die noch nicht wissen, welche Auswirkungen das auf ihr Leben haben wird. Also nein, ich werde Andy nicht raushauen. Das könnte ich gar nicht mehr, weil er schon im Gefängnis sitzt und er schon verurteilt wurde. Außerdem hat Bella damit nichts zu tun!“ Edward baute sich bedrohlich auf und machte wieder einige Schritte auf ihn zu. Ich erhob die Hand, um ihm klar zu machen, dass er nicht näher kommen sollte.

„Ich habe euch beobachtet. Ihr tut so als würdet ihr euch nicht kennen und versucht professionell zu sein, aber in Wahrheit seit ihr nicht besser als ich oder Andy oder die ganze Welt. Ihr betrügt und belügt nach Strich und Faden. Was passiert, wenn Senator Swan davon erfährt? Wird er die kleine Bella verprügeln und für ihr schlechtes Benehmen bestrafen? Edward Cullen wird er kündigen und wegschicken – und das irgendwohin, wo du ihn niemals wiedersehen wirst. Denn Liebe passiert nicht für Mädchen wie uns, Bella.“ Sie begann zu zittern und meine Augen füllten sich mit Tränen.
„Nur mit ihr kann man dich manipulieren. Es gibt keine andere Person auf dieser Welt mit der man dich sonst in der Hand hätte, Cullen. Keine andere Person siehst du so an, wie sie. Ich habe das gesehen. Genauso wie du sie brauchst, brauche ich Andy.“ sie war ruhig, aber das dauerte nicht lange. Ihre Stimmungsschwankungen machten sie nur noch gefährlicher.
„Du wirst mir Andy zurückbringen, denn ich kann ohne ihn nicht leben!“ schrie sie.

„Das ist nicht wahr. Du könntest ohne ihn leben. Du schaffst das, wenn du es willst. Es ist nicht so schwer. Du musst es nur wollen.“ meinte Edward beschwichtigend.
„Hör auf mit mir zu reden, als wäre ich verrückt, denn das bin ich nicht! Genug, jetzt töte ich sie.“ schrie sie wieder. „Du wirst genauso unglücklich sein, wie ich.“ flüsterte sie Edward zu und mein Herz brach. Die Vorstellung allein, Edward könnte unglücklich sein, brachte mich um.
„Es sind seine Drogen, nicht wahr? Himmel, warum habe ich es nicht früher erkannt? Deshalb bist du hier und bedrohst Bella. Jetzt passt alles zusammen. Hat er dich geschickt? Oder bist du hier aus freien Stücken?“ Die Wut war ihm ins Gesicht geschrieben und er bemühte sich nicht mal, diese zu verstecken.
„Nein. Ich bin hier, weil ich will.“ sagte sie.
„Du willst das? Ist das dein Ernst? Was für eine Freundin bist du denn?“ schrie Edward diesmal.
„Was für ein Mann bist du denn? Du bist ihr Leibwächter und nicht ihr Geliebter. Da hast du was verwechselt. Du nutzt sie aus, weil sie jung ist und naiv. Ich kenne solche Männer, wie du es bist.“ schrie sie ebenfalls wütend.
„Jessica, du weißt rein gar nichts über Edward. Das ist nicht so, wie es aussieht. Er hat mich nicht verführt. Ich habe mich verliebt. Ich liebe ihn und ich schäme mich nicht dafür, denn hättest du die wahre Liebe erlebt, würdest du nicht hier sein und deine Freundin mit einem Messer bedrohen. Du wärst bei diesem Mann, der dich liebt und den du liebst. Du brauchst die Drogen nicht, Jessica. Wir kennen uns schon so lange, Jess. Wir waren immer die besten Freundinnen und jetzt willst du mich töten, als wären wir die größten Feindinnen. Du musst blind sein, um nicht zu erkennen, was diese Drogen in dir bewirken. Das bist nicht du, Jessica. Das ist nicht, die Jessica, die ich mein Leben lang gekannt habe.“
„Hör auf! Du wirst mich nicht überzeugen mit deinen netten Worten und dem geheuchelten Interesse. Wo warst du, als es mir dreckig ging, Bella? Wo? Du warst da, als die gute Tochter, die sich meine Eltern immer gewünscht haben und sie mal einer an – du hast eine Affäre mit diesem Mann. Du bist gar nicht so unschuldig, wie du aussiehst. Du hast uns alle getäscht. Bravo!“ Ich verstand ihr Problem nicht, all diese Vorwürfe, all dieser Hass, ich wusste nicht womit ich ihn verdient hatte.
„Letzendlich kennt keiner den anderen wirklich und wir bilden uns ein unsere Freunde zu kennen und unsere Familie.“ flüsterte sie.
„Jessica, ich habe keine Affäre mit Edward. Wir lieben einander. Eines Tages wirst du es verstehen.“ flüsterte ich.
„Natürlich hast du eine Affäre mit ihm. Wenn man so eine Beziehung geheim hält, dann nennt man das Affäre, liebe Bella. Aber du kennst dich ja mit sowas nicht aus, weil du die perfekte Tochter bist.“ Ich hasste diesen Unterton an ihr. Was hatten alle mit dem Wort Affäre? Erst meine Nana und dann Jessica. Vertrugen sie nicht mein Glück? Hassten Sie mich – und wenn ja, warum? Ich konnte mich nicht daran erinnern, ihnen jemals einen Grund dafür geboten zu haben.
„Jess, lass mich gehen. Du weißt, dass du nichts für Andy tun kannst. Außerdem brauchst du keine Drogen. Du schaffst das auch ohne. Du warst immer stark und immer fröhlich. Ich bin noch immer deine Freundin und auch, wenn wir uns gestritten haben, das hat nichts an unserer Freundschaft geändert. Nichts. Wenn du mich gehen lässt, dann verzeihe ich dir und wir können wieder so sein, wie früher.“ Egal, was andere behaupten könnten. Meine Worte, die ich Jessica sagte, meine ich todernst. Sie war meine Freundin. Eine Freundin, der es nicht gut zu gehen schien. Sie brauchte meine Hilfe und die würde ich ihr geben. Was auch immer passierte, man konnte nicht die Menschen einfach aus seinem Leben ausradieren. Ich zumindest konnte das nicht.
„Du wärst bereit mir zu helfen? Mir zu verzeihen?“ Fragte sie mich und ihre Stimme brach am Ende. Mein Herz zog sich in meiner Brust schmerzhaft zusammen.
„Ja!“ sagte ich atemlos. „Natürlich, Jessica. Wir sind eine Familie. Wir sind zusammen aufgewachsen. Du bist nicht nur meine Freundin, sondern meine Schwester. Natürlich könnte ich dir alles verzeihen.“ Der Schmerz, den ich in Edwards Augen sah, traf mich vollkommen unerwartet. Ich wusste, er dachte an Charlie und daran, dass ich ihm alles verzeihen könnte. Aber so einfach war das nicht. Es war viel komplexer. Ich musste Dad einen kleinen Raum für den letzten Zweifel lassen, daran ob er Linda ermordet hatte. Natürlich gab es da einen Teil in mir, der noch immer hoffte, dass Edward falsch lag und ich eines Tages aufwachen konnte, ohne jegliche Schuld zu verspüren, ohne mich wegen meinen Vater schämen zu müssen, aber Edwards Schmerz konnte ich einfach nicht ertragen.
„Weißt du, er sagte, er würde mich lieben und dass ich das schönste Mädchen auf dem ganzen Planeten wäre. Er hat so niedliche Dinge zu mir gesagt und behauptete, er würde mich lieben. Er wollte mir die Welt zu meinen Füßen legen, wollte mit mir zusammen sein. Aber jetzt ist er fort. Er hat diesen Schmerz in mir zurückgelassen, den ich nicht ertragen kann. Er hat so gut gelogen und ich habe ihm all seine Lügen abgekauft.“ Da sie mich so dicht an sich presste, konnte ich fühlen, dass sie ihren Kopf schüttelte. „Ich war so dumm. Aber das will ich nicht mehr sein.“
„Dieser Mann ist nicht Andy, nicht wahr?“ hörte ich Edward fragen.
Sie schüttelte den Kopf. „Nein, aber einer von seinen Kumpeln, der naive Mädchen verliebt und sie in dieses Leben einführt. Dann können sie nicht mehr raus. Er gibt Ihnen eine Illusion, einen Traum. Aber wenn dieser Traum aufhört, stecken sie zu tief drinnen. Wie ich. Es gibt keinen Weg hier raus, Bella. Deshalb muss ich dich töten.“ Mein Herz setzte einmal aus und schlug in doppelter Geschwindigkeit weiter.
„Denkst du nicht, dass dieser Mann bezahlen muss, Jessica? Willst du zulassen, dass er anderen Mädchen das Leben abfuckt? Willst du das? Kannst du dir vorstellen, wie viele Menschen Drogen nehmen, obwohl sie wissen, dass es schlecht für sie ist. Aber es gibt auch viele, die ihre Sucht kontrollieren können, Jessica. Du bist nicht allein damit. Außerdem, es gibt nichts, das ich dir verzeihen müsste. Wir hatten einen Streit, na und? Den gibt es oft zwischen Freundinnen. Das Gute daran ist, sich wieder vertragen zu können. Du musst nichts davon tun, Jess. Andy verdient es hinter Gittern zu sein. Weißt du, dass er einer Frau, die ich kenne, den Wagen gestohlen hat und von ihr wollte, dass sie mit ihm schläft, damit er ihr den Wagen zurückgibt? Edward ist zu ihm gegangen, damit er ihn zur Klarheit bringt. Aber diese Menschen verstehen nicht, was man ihnen sagt. Sie denken, es wäre gut, was sie tun. Andere Leben interessieren sie nicht. Was mit mir oder mit dir oder mit anderen Mädchen passiert, ist ihnen herzlich egal. Sie wollen nur das Geld, Jessica. Das können wir nicht zulassen. Wir sind nicht feige, wir werden weiterkämpfen. Zusammen!“ sagte ich. Sie war still und dachte nach.
„Jessica, wir werden dir helfen.“ unterstrich Edward meine Worte. „Du darfst dein Leben nicht so ruinieren. Du bist noch so jung und eines Tages wirst du darüber nur lachen. Den Versuch zu unternehmen, Andy zu retten ist sinnlos. Er wird nur für sein Verbrechen bezahlen. Er bekommt die verdiente Strafe. Du solltest dich darüber freuen. Außerdem solltest du den Mann anzeigen, der dich überhaupt mit diesen Leben bekannt gemacht hat. Der verdient es nicht seine Freiheit zu genießen. Dieser Mistkerl!“ Er ballte seine Hände zu Fäusten. Sein Gesicht war wutverzerrt. Die Vene auf seiner Stirn konnte ich noch deutlich erkennen, obwohl ich nicht neben ihm stand. Plötzlich ließ Jessica die Hand fallen und bedrohte mich nicht mehr.
„Geh! Geh und werde glücklich, Bella.“ Anstatt wie geheißen zu gehen, drehte ich mich herum und sah sie an. Ich lächelte unter Tränen.
Ich streckte meine Hand nach ihr aus und wartete, dass sie sie ergriff. „Wir stehen das zusammen durch.“ sagte ich und sie schüttelte den Kopf.
„Nein, Bella. Ich kann das nicht. Dieses Leben … das ist nichts für mich. Ich kann einfach nicht.“ sie schüttelte wieder entmutigt den Kopf. Unter ihren Augen waren dicke Schatten zu sehen. „Zu wissen, dass ich Menschen wehtun kann, die mir etwas bedeuten, dass bringt mich um. Ich kann einfach nicht.“ Ich ergriff mit beiden Händen ihr Gesicht und lächelte sie an.
„Das bist nicht du. Jessica, meine Freundin Jessica, würde mir niemals wehtun. Die Person, die mich bedrohte, das war jemand anders. Nicht du.“ Dann umarmte ich sie und sie tat es mir gleich. Es fühlte sich an als hätte ich etwas Wunderbares wiedergewonnen. Tränen sammelten sich in meinen Augen, aber es waren gute Tränen. Tränen des Glücks. Als wir uns voneinander lösten, lächelten wir uns an. Ähnlich wie als wir noch ganz klein waren. Ich drehte mich um und ging auf Edward zu. Dieser stand einfach da und lächelte mich.

„Ich bewundere dich. Du hast die Situation so gut gemeistert, ohne ein Tropfen Blut zu vergießen.“ Er küsste meine Stirn und strich einige wirre Strähnen aus meinem Gesicht, die sich von meinem Zopf gelöst hatten. Ich drehte mich zu Jessica, die noch dort stand, wo ich sie zurückgelassen hatte.
„Gehen wir?“ fragte ich sie. Doch sie schien vollkommen abgewesend zu sein. „Jessica, gehen wir?“ fragte ich nochmal und sie blickte mir in die Augen. Darin lag so viel Schmerz, dass ich ihn nicht ertragen konnte.
„Es tut mir leid!“ Sie ließ das Messer fallen. Ich seufzte erleichtert aus, weil ich für einen Moment dachte, sie könnte sich etwas damit antun. Doch dann holte sie eine Spritze heraus, nahm den kleinen Deckel ab und grub sie sich in den Hals.
Von Schock ergriffen, konnten wir beide gar nict schnell genug reagieren, denn schon einige Sekunden später fiel sie wie eine Kerze um und ich rannte zu ihr. Ich versuchte ihren Puls zu ertasten, aber mit meinen zitternden Händen war das unmöglich.
„Edward, sie ist tot.“ flüsterte ich und bedeckte meinen Mund mit der Hand. Oh, Gott! Sie hatte sich das Leben genommen. Jessica hatte sich vor meinen Augen das Leben genommen. Oh, Gott! Plötzlich war mir so schlecht, dass ich nicht atmen konnte. Oh, Gott! Nein! Nicht schon wieder!
„Ich höre ihren Puls, sehr schwach, aber sie lebt noch.“ hörte ich Edward sagen. Er nahm Jessica auf seine starken Arme und sagte, dass wir sie ins Krankenhaus bringen mussten.
„Nimm diese Spritze mit damit die Ärzte wissen, was sie ihr geben müssen.“ meinte er und ich gehorchte ihm. Da mir nichts anderer übrig blieb. Ich zitterte am ganzen Leib und konnte noch immer nicht glauben, dass sie es tatsächlich getan hatte. Ich dachte, ich hätte sie überzeugt. Ich dachte, sie hatte verstanden. Ich wusste gar nicht, wie ich es schaffte Edward zu folgen. Doch dann erreichten wir den Wagen und Edward legte Jessica auf die Rückbank.
„Bella, du musst jetzt fahren. Ich muss dafür sorgen, dass sie keinen Herzstillstand erleidet oder aufhört zu atmen. Ja?“ fragte er mich. Ich sah ihn an, konnte ihm jedoch nicht antworten. Dieses Bild, wie sie sich die Spritze in den Hals grub! Ich wollte es abschütteln, aber ich konnte einfach nicht.
„Nein. Ich kann das nicht!“ Ich schüttelte den Kopf. Ich atmete zittrig ein und aus. Im Magen breitete sich ein flaues Gefühl aus.
„Du musst. Wir müssen sie ins Krankenhaus bringen. Bella, sieh mich an. Du schaffst das. Okay?“ Er hielt mein Gesicht zwischen seinen Händen.
„Ich kann das nicht. Ich fühle meinen Körper nicht. Ich kann nicht aufhören zu zittern. Ich kann so nicht fahren. Es tut mir leid!“ Dann begann ich zu weinen, obwohl ich es versucht hatte zu bekämpfen.
„Bella, hör auf zu weinen. Sofort! Ich kann mich jetzt nicht um deine Panikattacke kümmern. Wir müssen Jessica retten. Sonst wird sie sterben. Und zurücklassen kann ich dich auch nicht, das weißt du.“ Ich schüttelte den Kopf. Ich wusste in dem Moment einfach nicht wohin mit mir. Ich wusste nicht wie sie es hatte tun können. Warum? Schon wieder begann ich zittrig ein und auszuatmen. Ich wollte mich bewegen, Edward gehorchen, aber ich fühlte meinen Körper nicht, so als wäre ich zu einer Statue erstarrt.
„Bella.“
„Ich kann nicht, ich kann mich nicht bewegen. Ich fühle meinen Körper nicht.“ schrie ich. Bevor ich noch weiterhin jammern und meine Lage bemitleiden konnte, fühlte ich einen brennenden Schmerz in meiner Wange. Mein Kopf drehte sich zur Seite und ich legte meine Hand dort, wo es schmerzhaft pochte. Ich sah zu Edward, der die Stirn gerunzelt hatte und zu mir blickte. Seine erhobene Hand ließ er wieder fallen.
„Besser?“ fragte er ruhig. Ich nickte.







~MB~






Wir erreichten das Krankenhaus fünf Minuten später. Es war das Overlake Medical Tower, weil es dort am nähesten gewesen war. Außerdem kannte ich mich hier gut aus, weil ich hier die krebskranken Kinder regelmäßig besucht hatte, bevor man angefangen hatte mein Leben zu bedrohen.

„Wir brauchen einen Arzt!“ hörte ich Edward brüllen. „Hilfe!“ Er trug sie auf den Armen, so schnell er konnte. Wenigstens einer, der nicht von allen guten Geistern verlassen worden war. Er war noch ganz bei sich. Außerdem schien er in extremen Situationen noch kompetenter zu sein. Ich konnte einfach nicht weiter. Ich setzte mich an einen der Plastikstühle und ließ meinen Kopf gegen die Wand fallen.

„....Sie hat sich eine Flüssigkeit in den Hals gespritzt. Wir haben die Spritze mitgebracht, weil wir dachten, das würde helfen.“ Er kramte in meiner Tasche nach und gab die Spritze dem Arzt.
„Sie werden warten müssen.“ sagte der Arzt und verschwand danach. Jessica hatten sie längst weggeführt und ihr eine Wiederbelebungsmaske auf Mund und Nase gedrückt. Ich hoffte so sehr, dass sie es heil überstand.
„Wir müssen es ihren Eltern sagen!“ sagte Edward und ging vor mich in die Hocke.
„Ja, die Nummer findest du unter meinen Kontakten auf meinem Handy. Jessys Dad glaube ich.“ sagte ich und er fischte sich selbst das Handy heraus. Ich schloss die Augen und versuchte an etwas Anderes zu denken. Himmel! Warum passierte so etwas? Sie hatte doch nichts verbrochen. Sie war ein gutes Mädchen. Ich versuchte diesen Gedanken abzuschütteln. Dann versuchte ich an gar nichts zu denken. Vielleicht würde das besser sein. Einfach abwarten und sehen was passiert. Wenn ich mich so fertigmachte, würde das Jessica sowieso nichts helfen. Das würde sie nicht wieder lebendig machen.

Ärzte passierten an mir vorbei, Edward, andere Menschen, doch ich nahm sie nicht wahr. Stattdessen entschied ich mich, als ich mich ein Bisschen gefasst hatte, die kleine Claire zu besuchen. Ich wollte sehen, ob die Therapie, die sie machte, ihr schon etwas half.
„Wo gehst du hin?“ wollte Edward von mir wissen. Er schloss gerade mein Handy und kam auf mich zu.
„Zu Claire, du weißt schon, das kleine Mädchen, das hier im Krankenhaus liegt.“ Er nickte.
„Soll ich mitkommen?“ fragte er und ich schüttelte den Kopf.
„Das ist nicht nötig. Warte lieber auf Nachrichten über Jessicas Lage.“ antwortete ich. Er legte seine Hand auf meine Wange und ich schmiegte mich in die Berührung hinein. Danach drehte ich mich um und machte mich auf dem Weg.
Als ich das gesuchte Zimmer erreichte, öffnete ich die Tür einen Spalt und trat hinein. Es war dunkel, da die meisten Patienten schon schliefen. Aber trotzdem näherte ich mich ihrem Bett und lächelte als ich sie erblickte. Erst auf den zweiten Blick erkannte ich, dass sie eine Mütze trug. Das Haar muss ihr ganz ausgefallen sein, dachte ich. Sie war doch noch so klein. Ich beugte mich vor und drückte ihr einen kleinen Kuss auf die Stirn. Himmel! Lass sie gesundwerden. Bitte!
„Miss, sie dürfen nicht hier sein. Die Besuchszeiten sind vorbei.“ Ein hochgewachsener Arzt stand in der Tür und blickte mich an. Ich erhob mich. Als er mich erkannte, gab er mir ein freundliches Lächeln.
„Miss Swan, Sie sind es!“ sagte er. „Schön, Sie wiederzusehen.“
„Gleichfalls!“ antwortete ich. „Wie geht es ihr?“
„Ihre Lage ist sehr delikat, Miss Swan. Wir haben schon viele Möglichkeiten versucht. Alle Angehörigen wurden einem Test unterzogen, damit wir eine Rückenmarktransplantation durchführen könnten, aber leider erfolgslos.“ Ich zog die Tür hinter mir zu und blickte den Arzt besorgt an.
„Ich will diesen Test machen. Vielleicht werde ich die Person sein, die Claire braucht.“ Er nickte einfach.
„Wann auch immer Sie es wünschen, Miss Swan.“
„Jetzt gleich.“ antwortete ich und folgte ihm.





~MB~





Mit einem kleinen Pflaster an der Armbeuge kehrte ich zurück zu den Plätzen, an denen ich gesessen hatte, als wir Jessica ins Krankenhaus gebracht hatten. Aber dort war kein Edward zu sehen. Ich blickte mich ein paar Mal um, jedoch konnte ich ihn nicht sehen. Auf der Suche nach ihm ging ich den langen, kahlen Flur entlang und blieb überrascht stehen als ich seine Stimme hörte.

„Arbeitest du bei ihm, um dich an mich zu rächen? Hm?“ Ich blieb an der Ecke stehen, als ich Dr. Cullen und Edward, einige Meter von mir entfernt, stehen sah.
„Glaubst du, dass ich nichts anderes zu tun habe, als daran zu denken, was dich ärgern könnte, Carlisle. Du glaubst wirklich, dass du mir so wichtig bist? Du täuschst dich. Ich lebe nicht dafür zu hören, was du über meine Entscheidungen zu sagen hast. Ich lebe so, wie ich es will. Du hast da den kleinsten Stimmanteil. Du hast das Recht verloren, über mein Leben zu bestimmen. Du hast es einfach abgegeben. Es hat dich nie interessiert, was ich fühle oder wie es mir geht.“ antwortete Edward hart. Seine Wut konnte man aus seiner Stimme heraushören.
„Du warst nicht der Sohn, den ich mir gewünscht habe, Edward.“ hörte ich Dr. Cullen sagen.
„Du warst auch nicht der Vater, den ich mir gewünscht habe, Carlisle. Was nun? Nur weil du wünscht, ich wäre anders, heißt es noch lange nicht, dass es wahr wird. Seit ich mich erinnern kann, hast du versucht mir deinen Willen aufzuzwingen und du hast nicht davor geschreckt jede Maßnahme zu benutzen, die dir am liebsten war. Es hat dir gefallen, mich leiden zu sehen. Es hat dir gefallen, ein kleines Kind an einen Stuhl zu fesseln, geknebelt. Dann war ich dir ausgeliefert und du hast dich mächtig gefühlt. Wie erbärmlich. Aber noch am liebsten war es dir mich zu treten und mich zu verprügeln. Grundlos. Nur, weil du es so wolltest.“  Edward hatte seine Stimme erhoben und ich schnappte nach Luft. Ich wusste es. Ich wusste es, dass Edward geschlagen worden ist.
„Nein, grundlos nicht, Freundchen. Du hast dich immer in Schwierigkeiten gebracht und ich werde niemals vergessen, als du angeschossen wurdest und sie dich hierher gebracht hatten. Niemals. Ich musste dich erziehen, Edward. Aber du warst immer so stur und wolltest nicht nachgeben. Du musstest dir nur etwas in den Kopf setzen, da gab es niemanden mehr, der dich von etwas Besserem belehren konnte.“ Dr. Cullen schien ganz ruhig zu sein. Ich fragte mich, wie man so ruhig sein konnte, wenn man einem anderen so sehr wehgetan hatte. Konnten diese Menschen nachts denn überhaupt schlafen?
„Nette Art ein Kind zu erziehen. Wirklich! Das war wahrscheinlich auch der Grund, warum du mich deinem Bruder Alex übergeben hast. Weil du mich nicht mehr sehen wolltest und weil er der Einzige war, den mein Schicksal interessiert hat. Du hast dich ja einen Dreck um mich geschert. Was hättest du getan, wenn Alex und seine Frau mich nicht aufgenommen hätten? Hättest du mich auf die Straße gesetzt? Mich verkauft oder getötet?“ Edward begann zynisch zu lachen. „Himmel, da sagen sie, die eigenen Eltern wollen nur das beste für ihre Kinder. Aber da sprechen sie sicher nicht von dir. Denn du wolltest ja nie Vater werden, nicht wahr? Besser wäre es!“
„Das ist nicht das Thema, Edward. Du musst aufhören für Swan zu arbeiten. Dieses Mädchen wird dein Verhängnis werden, wenn du so weitermachst. Du musst aufhören. Jetzt.“ Ich sah leicht zu ihnen, natürlich ohne, dass sie mich sehen konnten und da erblickte ich Edward wie er seinen Vater an den Kragen des Kittels packte und ihn näher an sich zog.
„Hör mir zu, Carlisle. Misch dich nicht in mein Leben ein. Diese Rolle des besorgten Vaters steht dir einfach nicht. Ich kaufe sie dir nicht ab. Was Bella angeht, lass sie meine Sorge sein, ja? Denn du hast mir nichts zu sagen!“ entgegnete Edward und drehte sich herum.
„Diese kleine Schlampe wird dich das Leben kosten!“ spie Dr. Cullen. Ich kam aus meinem Versteck hervor und ging auf die beiden zu. Aber so schnell wie Edward reagieren konnte, war ich gar nicht in der Lage zu gehen. Blitzschnell drehte er sich um und boxte Carlisle ins Kinn. Schon wollte er sich auf ihn stürzen, ihn wahrscheinlich fertigmachen.
„Hey!“ schrie ich. Edward sah zu mir, blickte mich einen Moment an und sah dann zu Dr. Cullen. „Genug, Edward!“ flüsterte ich.
„Mistkerl!“ schimpfte er seinen Vater und kam dann auf mich zu. Er legte seinen Arm um mich und zog mich von diesem Typen weg. „Ich hätte ihn umbringen sollen! Scheißkerl!“ fluchte er. Danach versuchte er seine Faust zu entspannen und als er seine Finger ausbreitete, fluchte er wieder.
„Fuck!“ er raufte sich das Haar, ging aber weiter. Ich versuchte meine Arme über das Ganze, das ich erfahren hatte zu legen, aber es war unmöglich. Ich dachte, mein Dad wäre schlimm, was er zweifellos auch war. Aber so etwas hätte ich Dr. Cullen nicht zugetraut. Er sah doch so unschuldig aus.
„Du musst das unter kaltes Wasser legen, Edward.“ Ich ergriff seine Hand, aber darauf bedacht ihm nicht wehzutun. Ich packte ihn am Unterarm und zog ihn zu den Toiletten. Mit ihm zusammen betrat ich die Männertoilette. An der Tür zögerte er, wollte anscheinend nicht, dass ich die Männertoilette betrat. Ich lächelte.
„Ich habe dich in einer Männertoilette kennengelernt. Schon vergessen?“ fragte ich und zog ihn mit mir. Als wir das Spülbecken erreichten, schaltete ich das Wasser ein und ließ seine Hand darunter. Ich hielt die meine unter seiner. Dann sah ich ihn an. Er blickte mich auch an.
„Hast du gelauscht?“ fragte er mich dann. Ich sah ihn einen Moment regungslos an.
„Nein.“ sagte ich, was auch die Wahrheit war. Ich hatte lediglich gehört und das war etwas ganz anderes.
„Hast du nicht vor mich zu kritisieren? Mir zu sagen, wie schlecht es ist seinen eigenen Vater zu schlagen?“ fragte er mich.
„Nein.“ antwortete ich. Er lächelte traurig.
„Es tut mir leid, dass ich dich geohrfeigt habe vor dem Tanzstudio.“ Ich schüttelte den Kopf.
„Mir nicht.“ antwortete ich, legte dabei meine andere Hand auf seine Wange. „Ich stand nämlich kurz vor einer Panikattacke.“
„Trotzdem.“ antwortete er und sah weg.
„Edward...“ setzte ich an.
„Bella, bitte, sag nichts.“ unterbrach er mich. Weil ich wusste, dass es ihm dreckig ging, hielt ich lieber die Klappe.
„Verdammt!“ schimpfte er wieder. „Ich hätte sein Gesicht in zwei teilen sollen. Mit ihm den Boden aufwischen sollen. Fuck!“ Er war so wütend. Aber es war auch verständlich. Sein Dad hatte ihm so sehr wehgetan. Edward hatte nie einen Vater gehabt und nicht nur das. Carlisle hatte ihn von Esme und Alice getrennt, als wäre er ein schlechter Einfluss für sie. „Ich hasse ihn! Ich hasse ihn so sehr!“ brüllte er.
„Nein, das tust du nicht.“ sagte ich. Er nahm seine Hand vom Wasser weg und ballte sie wieder zur Faust, obwohl ihm das sichtlich Schmerzen bereitete. „Vielleicht sollte sich jemand deine Hand ansehen. Wir sind schließlich im Krankenhaus.“ sagte ich.
„Lass mich kurz allein, Bella. Bitte.“ sagte er dann. Er sah von mir weg, aber ich war nicht dumm. Natürlich konnte ich sehen, dass er so wütend war und verletzt. Ich wusste nicht, was ich tun sollte, damit es ihm besser ging. Vielleicht sollte ich wirklich das tun, was er von mir wollte.
„Okay.“ antwortete ich. „Aber nur einen Moment.“ Ich machte mich auf dem Weg zum Ausgang, verschwand um die Ecke. Da hörte ich schon sein wütendes Schreien. Bevor die Tür jedoch zufallen konnte, betrat ich die Toilette wieder und sah wie er auf eine Mülltonne trat. Einmal. Zweimal. Mehrmals.
„Edward, hör auf. Edward!“ rief ich. Aber er hörte nicht auf mich. Als ich ihn erreichte, packte ich ihn an der Schulter, er entzog sich mir jedoch. Dann legte ich meine Arme um seinen Bauch, doch wieder einmal entzog er sich mir. Weil ich ebenfalls wütend wurde, packte ich ihn an seiner Lederjacke und zog ihn mit einer Kraft zurück, die ich nicht beschreiben konnte.
„Genug.“ sagte ich atemlos und strich mir einige wirre Strähnen aus dem Gesicht. „Glaubst du damit hilfst du jemanden? Du bist nicht wie er. Das bist du nicht.“
„Du kennst mich nicht.“ schrie er mich an.
„Natürlich kenne ich dich. Du denkst keiner würde dich kennen, keiner würde dich verstehen. Du lässt nicht zu, dass man dich liebt, weil du es nicht erträgst. Du erträgst es nicht, weil du denkst, es läge an dir. Es läge an dir, dass Carlisle so zu dir war, aber damit irrst du dich. Er ist der Einzige, der hier ein Problem hat. Nicht du.“ brüllte ich zurück.
„Ich dachte, du hättest nicht gelauscht.“ meinte er dann.
„Das habe ich auch nicht.“ antwortete ich ehrlich. Ich hatte doch lediglich gehört, was gesprochen wurde. Das war nicht verbrochen, vor allem, wenn man mitten im Flur eines Krankenhauses stritt.
„Hm.“ machte er nur.
„Ich habe dich gefragt, ob dich jemand geschlagen hat und du sagtest nein. Du hast so wenig Vertrauen zu mir, ich kann es nicht fassen. Was hat das für einen Sinn?“ fragte ich ihn und ich konnte es nicht lassen, dass ich verletzt klang.
„Was hätte ich tun sollen? Mich an deiner Schulter ausheulen? Ich bitte dich.“ meinte er abschätzig.
„Ja, genau das hättest du tun sollen. Du hättest mir vertrauen können. Mich schreckt das nicht ab, Edward. Das ist nicht der Grund, warum ich dich weniger lieben werde. Ich bin mit dir. Egal was. Aber ich brauche dein Vertrauen.“ Ich stand quasi vor ihm und blickte ihn bittend an. Ich brauchte sein Vertrauen so sehr. Aber ich wollte nicht, dass er mir etwas versprach. Ich wollte das nicht. Er legte seine Hand unter mein Kinn.
„Er hat dich Schlampe genannt. Dich nennt keiner eine Schlampe.“ zischte er wütend.
„Ist okay. Seine Worte verletzen mich nicht.“ antwortete ich. Wie naiv ich doch war, zu denken, dass Dr. Cullen tatsächlich nett war.
„Aber mich – Ihn zu sehen, zu hören, allein an ihn zu denken, macht mich wahnsinnig.“ Ich legte meine Hand in seinen Nacken und kraulte sanft sein Haar. Sein Blick wanderte vom Spiegel, wo er sich selbst ansah, zu mir. So als würde er sich wundern, was ich mit ihm tat.
„Was tust du da?“ fragte er mich. Einen Moment sah ich ihn sprachlos an. Dann erhob ich entschuldigend meine Handflächen in die Höhe. Seine Augen richteten sich mit einem kleinen Funkeln an mich. Er machte einen Schritt auf mich zu und ich, von seinem Blick gefangen, machte automatisch einen Schritt zurück. Bis ich ganz dicht an der Wand lehnte. Ich öffnete den Mund, um etwas zu sagen, aber da fühlte ich schon seinen warmen, muskulösen Körper gegen meinen.
„Edward, ich...“ Ich sah ihm in die Augen. Als er seine weichen Lippen an meinen geöffneten Mund presste, hatte ich die Augen vor Schreck noch offen. Aber seine sanften Lippen benebelten so sehr meine Sinne, dass sich schon bald meine Augen flatternd schlossen. Ich seufzte an seinen Lippen. Eine Hitzewelle ergriff mich und ich zog ihn am Kragen seiner Lederjacke zu mir hinunter. Seine Lippen schlossen sich um meine und er küsste mich so wild, so leidenschaftlich. Dass ich im selben Augenblick mehr wollte. Ich wollte mit ihm schlafen. Jetzt. Hier. Egal wo. Ich wollte mit ihm eins sein. Seine Hände legte er unter meinem Po und hob mich hoch. Sofort schlang ich meine Beine um ihn. Meine Hände waren in seinem Haar und während ich daran zog, stöhnte er genüsslich in meinem Mund. Mit mir auf seinen Armen drehte er sich um und setzte mich neben dem Waschbecken ab. Seine Zunge zog eine feuchte Linie über meine Unterlippe und er knabberte sanft daran. Ich packte ihn wieder am Kragen seiner Lederjacke und zog sie ihm von den Schultern. Ich dachte, er würde mich von sich stoßen, aber er tat es nicht, stattdessen drang seine Zunge in meinen Mund ein. Ein Schauer durchlief meinen gesamten Körper. Er zog sich die Jacke von den Ellenbogen selbst aus und warf sie auf den Boden. Seine Hände schoben sich unter mein Tanktop, das ich noch vom Tanzen anhatte. Mit seinem Daumen strich er über meinen flachen Bauch und wanderte nördlich, aber er ließ von meinen Lippen nicht ab. Er massierte meine Zunge mit seiner und ich vergrub meine Finger wieder in sein Haar und zog ihn fester an mich. Wir vergaßen uns. Im Moment gab es nichts wichtigeres, als das, was wir fühlten. Egal wo und egal wie, wir wollten einander haben. Er schob zusätzlich die andere Hand unter mein Top und zog es mir aus. Seine Augen strahlten voller Leidenschaft, voller Liebe. Einen Moment lang blickte er mich an. Er saugte mein Bild in sich auf und einen Moment später packte er mich an meinen Hüften und presste sich so eng an mich, dass kein Blatt zwischen uns passte.
„Ah!“ entrang es meiner Kehle, als er mit seinen geöffneten Lippen und warmen Zunge über meinen Hals, weiter über mein Schlüsselbein und zur Wölbung meiner Brüste wanderte. Ich wimmerte.
„Hör auf zu zappeln!“ sagte er mit heiserer Stimme. Mit seinen Fingerspitzen strich er die Träger meines BH´s von meinen Schultern. Danach biss er sanft ins weiche Fleisch meiner Brust. Mit geschickten Fingern öffnete er meinen Bh und zog in mir aus. Wieder ging er einen Schritt zurück und betrachtete mich.
„Himmel!“ stöhnte er und presste seine Lippen wieder gegen meine. Unsere Oberkörper wurden nur durch sein Shirt getrennt, das ich ihm sofort ausziehen wollte. Ich tastete mich nach dem Saum voran, während ich mich an seinem Körper rieb. Meine Brustspitzen bereits hart und aufgerichtet und mein Verstand nicht anwesend. Ich wollte so viel mehr von ihm. Also zog ich ihm sein Shirt über den Kopf und er protestierte nicht. Stattdessen erhob er die Arme und half mir dabei. Ich spreizte meine Beine leicht und zog ihn näher an mich. Er biss die Zähne hart aneinander als ich mich gegen seine Erregung rieb. Er packte mit einer Hand meine Hüfte und zog mich leicht hinunter, wo ich hart gegen meine Mitte fühlen konnte.
„Hier, Baby. Wolltest du das fühlen?“ fragte er mich. Als ich meine Finger wieder in sein Haar begraben wollte, ergriff er meine Handgelenke und legte eine Hand auf meinen Rücken, damit ich mich ihm entgegenbog. Dann schlossen sich seine weichen, geschwollenen Lippen um meine harte Knospe und meine Finger bohrten sich in seinen muskulösen Rücken.
„Oh, Gott!“ stöhnte ich, als ich seinen heißen Mund um meine Knospe fühlte und seine Zunge, wie mich noch mehr reizte. Meine Finger tasteten sich zu seinem Gürtel voran, aber nicht ohne meine Hand gegen seine Erregung zu pressen. Er biss in meine Brust und das machte mich nur noch feuchter und williger.
„Edward, bitte.“ hauchte ich. Sein Blick schoss zu mir.
„Oh, sieh mich nicht so an. Denn meine Geduld hat auch ein Ende. Ich habe so lange versucht mich zurückzuhalten, weil ich auf den richtigen Moment warten wollte. Aber …. Scheiß drauf!“ Er packte mich wieder mit beiden Händen und küsste mich. Fuck! Ich konnte, ich einfach nicht mehr. Ich wollte ihn mit Haut und Haaren. Meine Lippen verließen seinen Mund nur um sich an seinen Hals zu pressen, ich wollte seine Haut schmecken. Wollte sehen, ob seine Haut so gut schmeckte wie sie roch.
„Bella!“ mein Name von seinen Lippen hörte sich an wie ein Stoßgebet. Ich sprang vom Waschbecken, obwohl meine Beine wie Wackelpudding waren. Mein gesamter Körper presste sich an Edward, der Länge nach. Ich packte meinen BH und mein Top, hob es auf  und Edward tat mir gleich mit seinem Shirt und seiner Jacke. Dann fuhr ich ihm mit der Zunge über die volle Unterlippe und lockte ihn in eine Kabine, wo wir uns einsperrten. Er ließ seine Sachen wieder fallen und ich meine ebenfalls. Dann krachten unsere Lippen wieder aufeinander und er umfasste meine Brust mit einer Hand, begann sie zu massieren und reizte meine Knospe mit seinen Fingern.
„Edward, ich kann nicht mehr.“ gab ich von mir. Ich wand meinen Kopf hin und her.
„Ich weiß, ich auch nicht.“ Dann fing er an seine Taschen zu durchsuchen und auch seine Jacke.
„Mist!“ zischte er.
„Was?“ flüsterte ich.
„Ich habe keine Kondome mit.“
„Und jetzt?“ fragte ich.
„Ich hab da eine Idee.“ flüsterte er düster. Ich lächelte. Aber das hielt nicht lange, denn schon bald presste er seine Lippen wieder auf meine. Ich schloss meine Augen. Aber auch als seine Lippen sich wieder an meinen pressten, verließ mich ein Gedanke nicht. „Er hat dich Schlampe genannt.“ hörte ich immer wieder in meinen Ohren. Plötzlich überkam mich ein Schamgefühl. Ich hatte mich einfach so ausgezogen. Es hatte mir nichts ausgemacht. Ich hatte mich tatsächlich wie eine Schlampe benommen. Ich begann zu frösteln und fühlte mich so nackt, was ich auch teilweise war. Ich wollte nicht, dass mich diese Worte mitnahmen. Aber ich konnte auch nicht mein erstes Mal in einem Krankenhaus haben. Ich konnte einfach nicht.
„Was ist los?“ fragte er mich, weil ich ihn nicht zurückgeküsst hatte. Ich legte meine Hände vor meine Brust, löste mich von Edward und drehte ihm den Rücken zu.
„Ich kann das nicht. Nicht hier. Nicht heute. Es tut mir leid.“ sagte ich und fühlte mich schlecht.
„Du hast recht. Nicht so. Es tut mir leid, ich habe mich vergessen. Ich hätte das niemals tun dürfen.“ sagte er. Schon während ich mit ihm sprach, zog ich mir meinen BH und das Top an.
„Es ist nicht deine Schuld. Ich wollte es. Ich will es.“ Ich legte meine Hand auf seine Wange. „Aber nicht in einem Krankenhaus. Verstehst du?“ fragte ich ihn.
„Was auch immer du willst, Baby.“ flüsterte er, aber ich verließ sofort die Toiletten. Wovor lief ich weg? Himmel! Ich war so dumm. Ich hätte nicht nachdenken sollen. Ich hätte ja sagen müssen. Aber es fühlte sich einfach nicht richtig an. Ich atmete tief durch. Es vergingen einige Minuten ehe Edward aus den Toiletten kam. Er zog mich an sich und küsste mich aufs Haar.




~MB~






Es war weit nach Mitternacht, als wir hinter uns die Haustür schlossen. Jeremy, Jessicas Dad, war im Krankenhaus mit ihr geblieben. Die Ärzte hatten uns keine Auskunft gegeben, weil wir nicht zur Familie gehörten. Aber ihr Dad blieb ja und wenn etwas geschah, würde er uns schon anrufen. So hatten wir es uns ausgemacht.
„Wo seid ihr bis jetzt gewesen? Wir haben uns Sorgen gemacht!“ kam Nana uns entgegen. Sie tat so als wäre nichts gewesen. Als hätte sie mich nie geohrfeigt und mir tausend schmerzhafte Dinge erzählt.
„Gute Nacht. Ich lege mich hin. Der Tag war sehr lang.“ sagte ich ausweichend. Ich machte mich auf dem Weg zur Treppe, da hörte ich seine sanfte, besorgte Stimme.
„Willst du nicht was essen oder trinken?“ Ich lächelte mit dem Gesicht zur Wand.
„Etwas zu trinken wäre nett.“ sagte ich und ging weiter. Als ich nach oben ging, sah ich ihn nochmal an. Sein Blick sagte mehr als tausend Worte.
„Du hast dich nicht um sie zu kümmern oder nach oben zu gehen. Sie ist eine Lady und du nur ein Angestellter.“ zischte Nana Edward zu. Ich blieb ganz oben an der Treppe stehen.
„Er ist mehr als das und das weißt du.“ drehte ich mich um und blickte Nana direkt an.

Ich warf mich aufs Bett, aber nicht ohne vorher zu duschen. Das warme Wasser half mir beim Nachdenken. Ich erinnerte mich an jeden Kuss und an jeder Zärtlichkeit, die wir in diesem Krankenhaus ausgetauscht hatten. Aber ich erinnerte mich auch an Carlisles Worte und an Edwards Schmerz. An den Kinnhaken, den Edward ihm verpasst hatte. An Jessica, die sich das Leben hatte nehmen wollen. Die zuerst hatte mich umbringen wollen. An Edwards Ohrfeige, die ich mehr als nötig gehabt hatte. Ich wollte diesen Tag nicht in die Länge ziehen, also warf ich mich aufs Bett. Auf meinem Nachtkästchen stand ein Orangensaft und darunter eine kleine Notiz.



Sei kein Frosch. Mach dich nicht selber fertig. Ich werde auf dich warten, das weißt du.
Edward



Ich lächelte. Er kannte mich. Er wusste sogar wie ich atmete. Er wusste so viel von mir, wie niemand anders. Nachdem ich den O-Saft ausgetrunken hatte, schlief ich auch schnell ein.




~MB~






Der nächste Tag sollte eigentlich besser werden, hatte ich gedacht. Aber es gab noch so viel für die Halloweenaufführung zu tun. Die Kostüme waren noch nicht angekommen. Der Friseur wusste nicht, dass wir ihn bestellt hatten für morgen. Die Schritte saßen nicht perfekt. Es gab immer Fehler zu bemängeln. Ich konnte meine Schuhe nicht finden, mit denen ich schon tanzen musste um mich an sie zu gewöhnen. Also ja, ich war nahe dran meine Nerven zu verlieren. Außerdem hatte Jeremy noch nichts zu uns gesagt. Er hatte sich weder gemelden, noch schien er das vorzuhaben.

„Es ist alles okay.“ sagte Edward zu mir und ich blickte ihn durch den Spiegel im Tanzstudio zu ihm.
„Nein, ist es nicht.“ flüsterte ich. „Nichts läuft so wie es sollte. Rein gar nicht. Die Aufführung morgen wird ein Desaster, du wirst schon sehen. Wir werden in der Klatschzeitung landen. Das kannst du mir glauben.“ Demotiviert setzte ich mich auf den Boden.
„Was gibt es noch? Das ist nicht der wahre Grund.“ Ich sagte doch dieser Mann kannte mich.
„Wir hätten es tun sollen.“ sagte ich und blickte von ihm weg.
„Was tun?“ fragte er und ich verdrehte die Augen. Na was wohl?
„Wir hätten miteinander schlafen sollen. Gestern.“ sagte ich. Er grinste frech.
„Ach ja?“
„Ja!“ antwortete ich.
„Warum? Denkst du, du wärst heute motivierter?“ Er war belustigt.
„Nein, aber ich denke diese sexuelle Spannung zwischen uns beiden würde sich endlich lösen.“ seufzte ich. Das war es, das mich nicht in Ruhe ließ. Ich konnte nicht normal essen. Normal schlafen. Normal leben. Aber er begann zu lachen.
„Das denke ich nicht. Ich denke, diese sexuelle Spannung, wie du sie nennst, wird sich nicht so einfach auflösen.“ er zwinkerte mir unverschämt zu. „Darauf kannst du dich verlassen!“
„Danke, jetzt hast du mich vollkommen beruhigt.“ meinte ich sarkastisch. Ich versuchte es mit einigen Entspannungsübungen. Aber Edward stellte sich hinter mich und legte seine Hände auf meinen Schultern und begann diese zu massieren.
Ich wimmerte. „Zu grob?“ fragte er mich besorgt und ich schüttelte den Kopf.
„Ich halte deine Berührung nicht aus. Nicht nach gestern Nacht. Jetzt ist es entweder ganz oder gar nicht.“ Er lachte.
„Dann weißt du ja, wie es mir geht.“ meinte er.

Nach diesen verspielten Worten ließ er mich fünfzig Liegestütze machen, bis ich danach erschöpft auf den Boden sank. „Das hilft, gegen deine Gedanken, die in eine ganz bestimmte Richtung wandern.“ Ich rollte genervt die Augen.



~MB~




Oh, Gott. Ich war schon wieder so zittrig und aufgeregt. Ich wusste einfach nicht wohin mit mir. Mein Haar war schon gemacht und mein erstes Kostüm saß auch schon perfekt, aber ich hatte ein flaues Gefühl im Magen, so eins als müsste ich mich übergeben. Ich würde vor all diesen Leuten tanzen. Zwar war diese Aufführung für einen guten Zweck, denn das Geld, das wir hier einsammelten, würden wir karitativen Institutionen schicken. Das erste Kostüm war total schön. Es war dunkelblau bis schwarz, am Dekoleté mit schwarzen Federn besetzt, die einen grünen Stich hatten. Um die Taille herum befand sich ein Streifen mit grünen Steinchen und von da ab, fiel das Kleid locker und leicht zu Boden, ebenfalls mit Federn besetzt, aber so, dass ich mich noch leicht darin bewegen konnte. Außerdem hatte es noch einen Schlitz am rechten Bein, der beinahe bis zur Hüfte ging. Das Haar wurde mir hochgesteckt wie in diesen Walt Disney Märchen, mit einigen Locken die über meine Schulter fielen. Aber das hatte schon seinen Charme.

„Bella, könntest du mir das Kleid schließen?“ hörte ich Angela neben mir sagen. Ich lächelte sie an und nickte. Als sie mir den Rücken zudrehte, schloss ich ihr das Kleid. Es war genau wie meins, doch ihres war mit weißen Federn und mir roten Steinchen. In diesem Stück, das ich mir ausgedacht hatte, war ich sozusagen die Böse und Angela die Gute. Es hieß ´The Face´. Das Gesicht. Das wahre Gesicht. Passend dazu hatten wir ja noch venezianische Masken, um es spannender zu machen. Ich liebte meine Maske. Renée hatte sie für mich aus Venezien bestellt. Für ihre Tochter natürlich immer das Beste.
„Diese Schuhe sind etwas zu hoch für eine Tänzerin.“ kommentierte meine Freundin. Ich nickte. Aber mir gefielen die flachen Tänzerschuhe nicht und außerdem konnte ich genauso gut darin tanzen.
„Aber die anderen Tänzerschuhe sind weeeh.“ meinte ich mit einem angeekelten Gesicht. Sie lachte.
Backstage war natürlich die Hölle los, den die Jungs wussten nicht wo ihre Kleider waren und wenn sie es wussten, ließen sie alles auf dem Weg zur Bühne und zur Toilette liegen.
„Weißt du schon irgendwas über Jessica?“ fragte mich Angela.
„Ja.“ lächelte ich. „Sie ist schon außer Lebensgefahr. Sie ist eine Kämpferin.“
„Sie wird das schon schaffen.“ meinte Angela.
„Wie spät ist es schon?“ fragte ich aufgeregt.
„Halb sieben.“ antwortete Angela.
„Warte, ich muss nachsehen, ob der DJ schon da ist. Er muss ja die Lieder noch so mixen, wie abgesprochen.“ Wenn etwas passierte und der DJ nicht kommen könnte, wären wir aufgeschmissen.
Ich war schon auf dem Weg, um nachzusehen, als ich seine Stimme hörte. Natürlich hatte ich das Kribbeln in meinem Körper gefühlt, aber ich hatte nicht gewusst, ob es an ihm lag oder daran, dass ich so aufgeregt war.
„Ich habe nachgesehen. Er ist schon da. Er montiert gerade seine Boxen und das andere Zeug.“ Ich blieb stehen und lächelte. Danach drehte ich mich zu ihm.
„Toll.“ kommentierte ich.
„Nein, toll bist du, Baby.“ antwortete er und ich sah panisch zu Angela, doch die winkte nur ab und ließ uns grinsend allein.
„Warum ...“ fing ich an.
„Glaubst du, sie sieht es nicht?“ fragte mich Edward. „Keiner hält es aus in unserer Gegenwart, weil wir viel zu eingenommen wegen der Anwesenheit des anderen sind, als dass wir an etwas anderes denken können.“ Das war wohl sehr wahr. Er sah mich mit diesem gewissen Funkeln in seinen Augen an und ich schmolz dahin. Meine Aufregung war vergessen. Er ergriff meine Hand.
„Dreh dich mal! Ich will dich sehen.“ bat er mich und ich tat wie geheißen. Danach legten sich seine Hände um meine Taille und er presste mich an sich. Meine Hände ruhten an seinen Schultern.
„Wer bist du und was machst du mit mir?“ fragte er mich. Ich grinste.
„Ich bin eine Fremde.“ meinte ich belustigt.
„Eine Fremde?“ fragte er nach mit weit aufgerissenen Augen.
„Ja.“ antwortete ich.
„Eine Fremde, die ich fühle als gehöre sie mir.“ sagte er und legte meine Hände in seinen Nacken. Ich wollte ihn küssen und zog ihn zu mir.
„Ich werde dir nachher das Make-Up verschmieren. Keine Sorge!“ Sein freches Grinsen brannte sich in meinen Verstand ein.
„Soll das eine Drohung sein?“ fragte ich.
„Es ist ein Versprechen.“ antwortete er ernst. Ein angenehmer Schauer durchrieselte meinen Körper.
Ich legte meine beiden Hände auf seine Wangen. „Ich liebe dich. Ich liebe dich. Ich liebe dich.“ flüsterte ich und er lächelte mich schief an.
„Bella, es ist Zeit.“ hörte ich Angela sagen.
„Was ist das für eine Schaukel?“ fragte mich Edward. „Wer steigt da rauf?“ Er blickte panisch von der Schaukel runter vom Boden.
„Ich, aber das macht nichts. Es wird alles gut gehen.“ flüsterte ich.
„Nein, du wirst nicht auf dieser Schaukel in die Höhe gehoben. Da kann etwas passieren, Bella. Wenn man aus dieser Höhe runterfällt, wird man es nicht überleben.“ meinte er besorgt.
„Baby, es wird nichts passieren. Ich habe das schon öfter geübt. Es ist jedes Mal gut verlaufen.“ Ich drehte mich um, weil man mich schon wieder zur Bühne lief.
„Bella, nicht.“ flüsterte er und hielt meine Hand. Ich drehte mich um, machte einige Schritte in Richtung Bühne, drehte mich jedoch wieder um, lief auf Edward zu und presste kurz meine Lippen auf seine. Einmal. Zweimal. Dreimal.
Danach lief ich auf die Bühne. Erst als ich einige Minuten später auf der Schaukel saß und in die Höhe gehoben wurde, musste ich feststellen, dass Edward Recht hatte. Als die Schnur auf einer Seite der Schaukel riss, wurde ich auf die andere Seite geschleudert, wo ich mich nur mit einer Hand am Stoff hielt, welcher dekorativ um die Schnur gelegt war. Meine Füße baumelten in der Luft und ich konnte mich nicht länger festhalten.



~MB~





Aller Anfang ist leicht, und die letzten Stufen werden am seltensten erstiegen. ~ Johann Wolfgang von Goethe





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Danke fürs Lesen :*