Samstag, 2. Mai 2015

Chapter 19: Die young

MISTER BODYGUARD


Chapter 19:
Die young




Alles im Leben hat seinen Preis, auch Dinge, von denen man glaubt, man bekommt sie geschenkt. ~Theodore Fontane



Bella Swan:



„Pack deine Sachen, wir müssen schnellstens von hier weg.“ Schnell packte ich die CD, die im Player war in meine Tasche. Meine Jeans und meine Lederjacke stopfte ich ebenfalls in meine Tasche. Wir schalteten schnell die Lichter aus und ich sperrte die Tür mit dem Schlüssel zu. Edward hatte schützend den Arm um meine Schultern gelegt und anstatt den Aufzug zu benutzen, nahmen wir die Treppe, weil es angeblich sicherer war. Mein Herz klopfte mir bis zum Hals und ich versuchte mit Edward Schritt zu halten, was mir nicht so gut gelang, wie ich es wollte. Aber ich jammerte nicht, denn das würde mich bei Edward nicht sehr viel weiter bringen.

Als wir im Erdgeschoss ankamen, war ich vollkommen atemlos und blieb zurück um nach Luft zu schnappen. Edward drehte sich herum und weitete seine Augen, aber da wurde ich schon von hinten gepackt und man hielt mir ein Messer an die Kehle.
„Endlich sehen wir uns Gesicht zu Gesicht, Edward Cullen.“ Ich runzelte die Stirn, weil mir die weibliche Stimme sehr bekannt war.


Im ersten Moment wusste ich nicht, wie ich reagieren sollte. Ich verstand nicht, was hier ablief. Angesicht von Edwards Panik, die danach zur Wut überging, wusste ich, dass dies nichts Gutes heißen konnte. „Ich bin sehr erfreut, dich endlich sehen zu können, Cullen.“ gab sie von sich. Beruhigend erhob Edward die Arme, zeigte versöhnlich seine Handflächen, als wolle er auf sie einreden. „Wir können darüber sprechen. Das musst du nicht tun!“ sagte er beruhigend.

Sie lachte und schüttelte ihren Kopf. Die Klinge des Messers, das sie mir an die Kehle hielt, zog sie dabei noch enger an meinen Hals.
„Ich könnte sie mit einer Bewegung töten – und das weißt du.“ schrie sie wütend.
„Du willst mich. Lass Bella gehen.“ sagte Edward ruhig.
„Das glaubst wohl auch nur du. Wenn ich sie gehen lasse, habe ich dich nicht mehr in der Hand – und mir gefällt es dich in der Hand zu halten, Cullen. Du wirst mir nämlich einen Gefallen tun, damit ich deine Bella nicht töte.“ Edward kam einige Schritte auf uns zu und sie zwang mich einige Schritte mit ihr zurückgehen.
„Bleib, wo du bist, oder ich schlitze ihr die Kehle auf.“ schrie sie bedrohlich.
„Das wirst du nicht tun. Bella hat dir nie weh getan und sie hat dich immer geliebt. Du kannst ihr nicht wehtun.“ versuchte Edward sie zu überzeugen. Ich meinerseits konnte noch immer nicht glauben, dass sie tatsächlich hier stand und mich mit einem Messer bedrohte. Ich konnte es noch immer nicht realisieren.
„Du hattest Recht, weißt du? Ich wollte tatsächlich jedem den Wunsch erfüllen, wollte die perfekte Tochter sein, die ich nicht bin und wollte meinem Dad Linda ersetzen. Aber ich bin nicht Linda und werde es nie sein. Das ist mir jetzt klar. Ich will dir nur sagen, dass du Recht hattest.“ gab ich zu und meinte es genauso, wie ich es sagte. Ich wusste, dass sie kein schlechter Mensch war. Zumindest hoffte ich, dass sie sich nicht verändert hatte.
„Halt die Klappe!“ schrie sie und zog mich weiter zurück. „Ich bin hier um mit ihm zu reden, nicht mit dir.“ Ich fühlte keine Angst, aber ich machte mir Sorgen, dass sie Edward verletzen würde, falls er ihr den Gefallen nicht tat.
„Sag schon!“ befahl er die Ruhe selbst. Hinter seinen Mauern jedoch verbarg sich der Junge, der Angst um mich hatte. Er hatte Angst, dass sie mich töten könnte. Seinen Gesichtsausdruck kannte ich. Hätte sie mich nicht bedroht, würde er sie auseinandernehmen wie ein Kartenhaus. Er hätte sie mit seinen Händen erwürgt, aber er konnte nicht, weil sie mich bedrohte.
„Ich habe gehört, dass du Andy ins Gefängnis gesteckt hast. Du haust ihn raus, Freundchen oder dein kleines schmutziges Geheimnis wird sterben.“ Wieder presste sie mich enger an sich, damit ich nicht weglief. Ich fragte mich, was sie mit Andy zu tun hatte? War das nicht der Typ, den Edward verprügelt hatte, weil dieser mit Emma was wollte und ihren Wagen gestohlen hatte?
„Ich habe Andy nicht einfach so ins Gefängnis gesteckt. Er ist schuldig. Er verkauft Drogen an Jugendliche, die noch nicht wissen, welche Auswirkungen das auf ihr Leben haben wird. Also nein, ich werde Andy nicht raushauen. Das könnte ich gar nicht mehr, weil er schon im Gefängnis sitzt und er schon verurteilt wurde. Außerdem hat Bella damit nichts zu tun!“ Edward baute sich bedrohlich auf und machte wieder einige Schritte auf ihn zu. Ich erhob die Hand, um ihm klar zu machen, dass er nicht näher kommen sollte.

„Ich habe euch beobachtet. Ihr tut so als würdet ihr euch nicht kennen und versucht professionell zu sein, aber in Wahrheit seit ihr nicht besser als ich oder Andy oder die ganze Welt. Ihr betrügt und belügt nach Strich und Faden. Was passiert, wenn Senator Swan davon erfährt? Wird er die kleine Bella verprügeln und für ihr schlechtes Benehmen bestrafen? Edward Cullen wird er kündigen und wegschicken – und das irgendwohin, wo du ihn niemals wiedersehen wirst. Denn Liebe passiert nicht für Mädchen wie uns, Bella.“ Sie begann zu zittern und meine Augen füllten sich mit Tränen.
„Nur mit ihr kann man dich manipulieren. Es gibt keine andere Person auf dieser Welt mit der man dich sonst in der Hand hätte, Cullen. Keine andere Person siehst du so an, wie sie. Ich habe das gesehen. Genauso wie du sie brauchst, brauche ich Andy.“ sie war ruhig, aber das dauerte nicht lange. Ihre Stimmungsschwankungen machten sie nur noch gefährlicher.
„Du wirst mir Andy zurückbringen, denn ich kann ohne ihn nicht leben!“ schrie sie.

„Das ist nicht wahr. Du könntest ohne ihn leben. Du schaffst das, wenn du es willst. Es ist nicht so schwer. Du musst es nur wollen.“ meinte Edward beschwichtigend.
„Hör auf mit mir zu reden, als wäre ich verrückt, denn das bin ich nicht! Genug, jetzt töte ich sie.“ schrie sie wieder. „Du wirst genauso unglücklich sein, wie ich.“ flüsterte sie Edward zu und mein Herz brach. Die Vorstellung allein, Edward könnte unglücklich sein, brachte mich um.
„Es sind seine Drogen, nicht wahr? Himmel, warum habe ich es nicht früher erkannt? Deshalb bist du hier und bedrohst Bella. Jetzt passt alles zusammen. Hat er dich geschickt? Oder bist du hier aus freien Stücken?“ Die Wut war ihm ins Gesicht geschrieben und er bemühte sich nicht mal, diese zu verstecken.
„Nein. Ich bin hier, weil ich will.“ sagte sie.
„Du willst das? Ist das dein Ernst? Was für eine Freundin bist du denn?“ schrie Edward diesmal.
„Was für ein Mann bist du denn? Du bist ihr Leibwächter und nicht ihr Geliebter. Da hast du was verwechselt. Du nutzt sie aus, weil sie jung ist und naiv. Ich kenne solche Männer, wie du es bist.“ schrie sie ebenfalls wütend.
„Jessica, du weißt rein gar nichts über Edward. Das ist nicht so, wie es aussieht. Er hat mich nicht verführt. Ich habe mich verliebt. Ich liebe ihn und ich schäme mich nicht dafür, denn hättest du die wahre Liebe erlebt, würdest du nicht hier sein und deine Freundin mit einem Messer bedrohen. Du wärst bei diesem Mann, der dich liebt und den du liebst. Du brauchst die Drogen nicht, Jessica. Wir kennen uns schon so lange, Jess. Wir waren immer die besten Freundinnen und jetzt willst du mich töten, als wären wir die größten Feindinnen. Du musst blind sein, um nicht zu erkennen, was diese Drogen in dir bewirken. Das bist nicht du, Jessica. Das ist nicht, die Jessica, die ich mein Leben lang gekannt habe.“
„Hör auf! Du wirst mich nicht überzeugen mit deinen netten Worten und dem geheuchelten Interesse. Wo warst du, als es mir dreckig ging, Bella? Wo? Du warst da, als die gute Tochter, die sich meine Eltern immer gewünscht haben und sie mal einer an – du hast eine Affäre mit diesem Mann. Du bist gar nicht so unschuldig, wie du aussiehst. Du hast uns alle getäscht. Bravo!“ Ich verstand ihr Problem nicht, all diese Vorwürfe, all dieser Hass, ich wusste nicht womit ich ihn verdient hatte.
„Letzendlich kennt keiner den anderen wirklich und wir bilden uns ein unsere Freunde zu kennen und unsere Familie.“ flüsterte sie.
„Jessica, ich habe keine Affäre mit Edward. Wir lieben einander. Eines Tages wirst du es verstehen.“ flüsterte ich.
„Natürlich hast du eine Affäre mit ihm. Wenn man so eine Beziehung geheim hält, dann nennt man das Affäre, liebe Bella. Aber du kennst dich ja mit sowas nicht aus, weil du die perfekte Tochter bist.“ Ich hasste diesen Unterton an ihr. Was hatten alle mit dem Wort Affäre? Erst meine Nana und dann Jessica. Vertrugen sie nicht mein Glück? Hassten Sie mich – und wenn ja, warum? Ich konnte mich nicht daran erinnern, ihnen jemals einen Grund dafür geboten zu haben.
„Jess, lass mich gehen. Du weißt, dass du nichts für Andy tun kannst. Außerdem brauchst du keine Drogen. Du schaffst das auch ohne. Du warst immer stark und immer fröhlich. Ich bin noch immer deine Freundin und auch, wenn wir uns gestritten haben, das hat nichts an unserer Freundschaft geändert. Nichts. Wenn du mich gehen lässt, dann verzeihe ich dir und wir können wieder so sein, wie früher.“ Egal, was andere behaupten könnten. Meine Worte, die ich Jessica sagte, meine ich todernst. Sie war meine Freundin. Eine Freundin, der es nicht gut zu gehen schien. Sie brauchte meine Hilfe und die würde ich ihr geben. Was auch immer passierte, man konnte nicht die Menschen einfach aus seinem Leben ausradieren. Ich zumindest konnte das nicht.
„Du wärst bereit mir zu helfen? Mir zu verzeihen?“ Fragte sie mich und ihre Stimme brach am Ende. Mein Herz zog sich in meiner Brust schmerzhaft zusammen.
„Ja!“ sagte ich atemlos. „Natürlich, Jessica. Wir sind eine Familie. Wir sind zusammen aufgewachsen. Du bist nicht nur meine Freundin, sondern meine Schwester. Natürlich könnte ich dir alles verzeihen.“ Der Schmerz, den ich in Edwards Augen sah, traf mich vollkommen unerwartet. Ich wusste, er dachte an Charlie und daran, dass ich ihm alles verzeihen könnte. Aber so einfach war das nicht. Es war viel komplexer. Ich musste Dad einen kleinen Raum für den letzten Zweifel lassen, daran ob er Linda ermordet hatte. Natürlich gab es da einen Teil in mir, der noch immer hoffte, dass Edward falsch lag und ich eines Tages aufwachen konnte, ohne jegliche Schuld zu verspüren, ohne mich wegen meinen Vater schämen zu müssen, aber Edwards Schmerz konnte ich einfach nicht ertragen.
„Weißt du, er sagte, er würde mich lieben und dass ich das schönste Mädchen auf dem ganzen Planeten wäre. Er hat so niedliche Dinge zu mir gesagt und behauptete, er würde mich lieben. Er wollte mir die Welt zu meinen Füßen legen, wollte mit mir zusammen sein. Aber jetzt ist er fort. Er hat diesen Schmerz in mir zurückgelassen, den ich nicht ertragen kann. Er hat so gut gelogen und ich habe ihm all seine Lügen abgekauft.“ Da sie mich so dicht an sich presste, konnte ich fühlen, dass sie ihren Kopf schüttelte. „Ich war so dumm. Aber das will ich nicht mehr sein.“
„Dieser Mann ist nicht Andy, nicht wahr?“ hörte ich Edward fragen.
Sie schüttelte den Kopf. „Nein, aber einer von seinen Kumpeln, der naive Mädchen verliebt und sie in dieses Leben einführt. Dann können sie nicht mehr raus. Er gibt Ihnen eine Illusion, einen Traum. Aber wenn dieser Traum aufhört, stecken sie zu tief drinnen. Wie ich. Es gibt keinen Weg hier raus, Bella. Deshalb muss ich dich töten.“ Mein Herz setzte einmal aus und schlug in doppelter Geschwindigkeit weiter.
„Denkst du nicht, dass dieser Mann bezahlen muss, Jessica? Willst du zulassen, dass er anderen Mädchen das Leben abfuckt? Willst du das? Kannst du dir vorstellen, wie viele Menschen Drogen nehmen, obwohl sie wissen, dass es schlecht für sie ist. Aber es gibt auch viele, die ihre Sucht kontrollieren können, Jessica. Du bist nicht allein damit. Außerdem, es gibt nichts, das ich dir verzeihen müsste. Wir hatten einen Streit, na und? Den gibt es oft zwischen Freundinnen. Das Gute daran ist, sich wieder vertragen zu können. Du musst nichts davon tun, Jess. Andy verdient es hinter Gittern zu sein. Weißt du, dass er einer Frau, die ich kenne, den Wagen gestohlen hat und von ihr wollte, dass sie mit ihm schläft, damit er ihr den Wagen zurückgibt? Edward ist zu ihm gegangen, damit er ihn zur Klarheit bringt. Aber diese Menschen verstehen nicht, was man ihnen sagt. Sie denken, es wäre gut, was sie tun. Andere Leben interessieren sie nicht. Was mit mir oder mit dir oder mit anderen Mädchen passiert, ist ihnen herzlich egal. Sie wollen nur das Geld, Jessica. Das können wir nicht zulassen. Wir sind nicht feige, wir werden weiterkämpfen. Zusammen!“ sagte ich. Sie war still und dachte nach.
„Jessica, wir werden dir helfen.“ unterstrich Edward meine Worte. „Du darfst dein Leben nicht so ruinieren. Du bist noch so jung und eines Tages wirst du darüber nur lachen. Den Versuch zu unternehmen, Andy zu retten ist sinnlos. Er wird nur für sein Verbrechen bezahlen. Er bekommt die verdiente Strafe. Du solltest dich darüber freuen. Außerdem solltest du den Mann anzeigen, der dich überhaupt mit diesen Leben bekannt gemacht hat. Der verdient es nicht seine Freiheit zu genießen. Dieser Mistkerl!“ Er ballte seine Hände zu Fäusten. Sein Gesicht war wutverzerrt. Die Vene auf seiner Stirn konnte ich noch deutlich erkennen, obwohl ich nicht neben ihm stand. Plötzlich ließ Jessica die Hand fallen und bedrohte mich nicht mehr.
„Geh! Geh und werde glücklich, Bella.“ Anstatt wie geheißen zu gehen, drehte ich mich herum und sah sie an. Ich lächelte unter Tränen.
Ich streckte meine Hand nach ihr aus und wartete, dass sie sie ergriff. „Wir stehen das zusammen durch.“ sagte ich und sie schüttelte den Kopf.
„Nein, Bella. Ich kann das nicht. Dieses Leben … das ist nichts für mich. Ich kann einfach nicht.“ sie schüttelte wieder entmutigt den Kopf. Unter ihren Augen waren dicke Schatten zu sehen. „Zu wissen, dass ich Menschen wehtun kann, die mir etwas bedeuten, dass bringt mich um. Ich kann einfach nicht.“ Ich ergriff mit beiden Händen ihr Gesicht und lächelte sie an.
„Das bist nicht du. Jessica, meine Freundin Jessica, würde mir niemals wehtun. Die Person, die mich bedrohte, das war jemand anders. Nicht du.“ Dann umarmte ich sie und sie tat es mir gleich. Es fühlte sich an als hätte ich etwas Wunderbares wiedergewonnen. Tränen sammelten sich in meinen Augen, aber es waren gute Tränen. Tränen des Glücks. Als wir uns voneinander lösten, lächelten wir uns an. Ähnlich wie als wir noch ganz klein waren. Ich drehte mich um und ging auf Edward zu. Dieser stand einfach da und lächelte mich.

„Ich bewundere dich. Du hast die Situation so gut gemeistert, ohne ein Tropfen Blut zu vergießen.“ Er küsste meine Stirn und strich einige wirre Strähnen aus meinem Gesicht, die sich von meinem Zopf gelöst hatten. Ich drehte mich zu Jessica, die noch dort stand, wo ich sie zurückgelassen hatte.
„Gehen wir?“ fragte ich sie. Doch sie schien vollkommen abgewesend zu sein. „Jessica, gehen wir?“ fragte ich nochmal und sie blickte mir in die Augen. Darin lag so viel Schmerz, dass ich ihn nicht ertragen konnte.
„Es tut mir leid!“ Sie ließ das Messer fallen. Ich seufzte erleichtert aus, weil ich für einen Moment dachte, sie könnte sich etwas damit antun. Doch dann holte sie eine Spritze heraus, nahm den kleinen Deckel ab und grub sie sich in den Hals.
Von Schock ergriffen, konnten wir beide gar nict schnell genug reagieren, denn schon einige Sekunden später fiel sie wie eine Kerze um und ich rannte zu ihr. Ich versuchte ihren Puls zu ertasten, aber mit meinen zitternden Händen war das unmöglich.
„Edward, sie ist tot.“ flüsterte ich und bedeckte meinen Mund mit der Hand. Oh, Gott! Sie hatte sich das Leben genommen. Jessica hatte sich vor meinen Augen das Leben genommen. Oh, Gott! Plötzlich war mir so schlecht, dass ich nicht atmen konnte. Oh, Gott! Nein! Nicht schon wieder!
„Ich höre ihren Puls, sehr schwach, aber sie lebt noch.“ hörte ich Edward sagen. Er nahm Jessica auf seine starken Arme und sagte, dass wir sie ins Krankenhaus bringen mussten.
„Nimm diese Spritze mit damit die Ärzte wissen, was sie ihr geben müssen.“ meinte er und ich gehorchte ihm. Da mir nichts anderer übrig blieb. Ich zitterte am ganzen Leib und konnte noch immer nicht glauben, dass sie es tatsächlich getan hatte. Ich dachte, ich hätte sie überzeugt. Ich dachte, sie hatte verstanden. Ich wusste gar nicht, wie ich es schaffte Edward zu folgen. Doch dann erreichten wir den Wagen und Edward legte Jessica auf die Rückbank.
„Bella, du musst jetzt fahren. Ich muss dafür sorgen, dass sie keinen Herzstillstand erleidet oder aufhört zu atmen. Ja?“ fragte er mich. Ich sah ihn an, konnte ihm jedoch nicht antworten. Dieses Bild, wie sie sich die Spritze in den Hals grub! Ich wollte es abschütteln, aber ich konnte einfach nicht.
„Nein. Ich kann das nicht!“ Ich schüttelte den Kopf. Ich atmete zittrig ein und aus. Im Magen breitete sich ein flaues Gefühl aus.
„Du musst. Wir müssen sie ins Krankenhaus bringen. Bella, sieh mich an. Du schaffst das. Okay?“ Er hielt mein Gesicht zwischen seinen Händen.
„Ich kann das nicht. Ich fühle meinen Körper nicht. Ich kann nicht aufhören zu zittern. Ich kann so nicht fahren. Es tut mir leid!“ Dann begann ich zu weinen, obwohl ich es versucht hatte zu bekämpfen.
„Bella, hör auf zu weinen. Sofort! Ich kann mich jetzt nicht um deine Panikattacke kümmern. Wir müssen Jessica retten. Sonst wird sie sterben. Und zurücklassen kann ich dich auch nicht, das weißt du.“ Ich schüttelte den Kopf. Ich wusste in dem Moment einfach nicht wohin mit mir. Ich wusste nicht wie sie es hatte tun können. Warum? Schon wieder begann ich zittrig ein und auszuatmen. Ich wollte mich bewegen, Edward gehorchen, aber ich fühlte meinen Körper nicht, so als wäre ich zu einer Statue erstarrt.
„Bella.“
„Ich kann nicht, ich kann mich nicht bewegen. Ich fühle meinen Körper nicht.“ schrie ich. Bevor ich noch weiterhin jammern und meine Lage bemitleiden konnte, fühlte ich einen brennenden Schmerz in meiner Wange. Mein Kopf drehte sich zur Seite und ich legte meine Hand dort, wo es schmerzhaft pochte. Ich sah zu Edward, der die Stirn gerunzelt hatte und zu mir blickte. Seine erhobene Hand ließ er wieder fallen.
„Besser?“ fragte er ruhig. Ich nickte.







~MB~






Wir erreichten das Krankenhaus fünf Minuten später. Es war das Overlake Medical Tower, weil es dort am nähesten gewesen war. Außerdem kannte ich mich hier gut aus, weil ich hier die krebskranken Kinder regelmäßig besucht hatte, bevor man angefangen hatte mein Leben zu bedrohen.

„Wir brauchen einen Arzt!“ hörte ich Edward brüllen. „Hilfe!“ Er trug sie auf den Armen, so schnell er konnte. Wenigstens einer, der nicht von allen guten Geistern verlassen worden war. Er war noch ganz bei sich. Außerdem schien er in extremen Situationen noch kompetenter zu sein. Ich konnte einfach nicht weiter. Ich setzte mich an einen der Plastikstühle und ließ meinen Kopf gegen die Wand fallen.

„....Sie hat sich eine Flüssigkeit in den Hals gespritzt. Wir haben die Spritze mitgebracht, weil wir dachten, das würde helfen.“ Er kramte in meiner Tasche nach und gab die Spritze dem Arzt.
„Sie werden warten müssen.“ sagte der Arzt und verschwand danach. Jessica hatten sie längst weggeführt und ihr eine Wiederbelebungsmaske auf Mund und Nase gedrückt. Ich hoffte so sehr, dass sie es heil überstand.
„Wir müssen es ihren Eltern sagen!“ sagte Edward und ging vor mich in die Hocke.
„Ja, die Nummer findest du unter meinen Kontakten auf meinem Handy. Jessys Dad glaube ich.“ sagte ich und er fischte sich selbst das Handy heraus. Ich schloss die Augen und versuchte an etwas Anderes zu denken. Himmel! Warum passierte so etwas? Sie hatte doch nichts verbrochen. Sie war ein gutes Mädchen. Ich versuchte diesen Gedanken abzuschütteln. Dann versuchte ich an gar nichts zu denken. Vielleicht würde das besser sein. Einfach abwarten und sehen was passiert. Wenn ich mich so fertigmachte, würde das Jessica sowieso nichts helfen. Das würde sie nicht wieder lebendig machen.

Ärzte passierten an mir vorbei, Edward, andere Menschen, doch ich nahm sie nicht wahr. Stattdessen entschied ich mich, als ich mich ein Bisschen gefasst hatte, die kleine Claire zu besuchen. Ich wollte sehen, ob die Therapie, die sie machte, ihr schon etwas half.
„Wo gehst du hin?“ wollte Edward von mir wissen. Er schloss gerade mein Handy und kam auf mich zu.
„Zu Claire, du weißt schon, das kleine Mädchen, das hier im Krankenhaus liegt.“ Er nickte.
„Soll ich mitkommen?“ fragte er und ich schüttelte den Kopf.
„Das ist nicht nötig. Warte lieber auf Nachrichten über Jessicas Lage.“ antwortete ich. Er legte seine Hand auf meine Wange und ich schmiegte mich in die Berührung hinein. Danach drehte ich mich um und machte mich auf dem Weg.
Als ich das gesuchte Zimmer erreichte, öffnete ich die Tür einen Spalt und trat hinein. Es war dunkel, da die meisten Patienten schon schliefen. Aber trotzdem näherte ich mich ihrem Bett und lächelte als ich sie erblickte. Erst auf den zweiten Blick erkannte ich, dass sie eine Mütze trug. Das Haar muss ihr ganz ausgefallen sein, dachte ich. Sie war doch noch so klein. Ich beugte mich vor und drückte ihr einen kleinen Kuss auf die Stirn. Himmel! Lass sie gesundwerden. Bitte!
„Miss, sie dürfen nicht hier sein. Die Besuchszeiten sind vorbei.“ Ein hochgewachsener Arzt stand in der Tür und blickte mich an. Ich erhob mich. Als er mich erkannte, gab er mir ein freundliches Lächeln.
„Miss Swan, Sie sind es!“ sagte er. „Schön, Sie wiederzusehen.“
„Gleichfalls!“ antwortete ich. „Wie geht es ihr?“
„Ihre Lage ist sehr delikat, Miss Swan. Wir haben schon viele Möglichkeiten versucht. Alle Angehörigen wurden einem Test unterzogen, damit wir eine Rückenmarktransplantation durchführen könnten, aber leider erfolgslos.“ Ich zog die Tür hinter mir zu und blickte den Arzt besorgt an.
„Ich will diesen Test machen. Vielleicht werde ich die Person sein, die Claire braucht.“ Er nickte einfach.
„Wann auch immer Sie es wünschen, Miss Swan.“
„Jetzt gleich.“ antwortete ich und folgte ihm.





~MB~





Mit einem kleinen Pflaster an der Armbeuge kehrte ich zurück zu den Plätzen, an denen ich gesessen hatte, als wir Jessica ins Krankenhaus gebracht hatten. Aber dort war kein Edward zu sehen. Ich blickte mich ein paar Mal um, jedoch konnte ich ihn nicht sehen. Auf der Suche nach ihm ging ich den langen, kahlen Flur entlang und blieb überrascht stehen als ich seine Stimme hörte.

„Arbeitest du bei ihm, um dich an mich zu rächen? Hm?“ Ich blieb an der Ecke stehen, als ich Dr. Cullen und Edward, einige Meter von mir entfernt, stehen sah.
„Glaubst du, dass ich nichts anderes zu tun habe, als daran zu denken, was dich ärgern könnte, Carlisle. Du glaubst wirklich, dass du mir so wichtig bist? Du täuschst dich. Ich lebe nicht dafür zu hören, was du über meine Entscheidungen zu sagen hast. Ich lebe so, wie ich es will. Du hast da den kleinsten Stimmanteil. Du hast das Recht verloren, über mein Leben zu bestimmen. Du hast es einfach abgegeben. Es hat dich nie interessiert, was ich fühle oder wie es mir geht.“ antwortete Edward hart. Seine Wut konnte man aus seiner Stimme heraushören.
„Du warst nicht der Sohn, den ich mir gewünscht habe, Edward.“ hörte ich Dr. Cullen sagen.
„Du warst auch nicht der Vater, den ich mir gewünscht habe, Carlisle. Was nun? Nur weil du wünscht, ich wäre anders, heißt es noch lange nicht, dass es wahr wird. Seit ich mich erinnern kann, hast du versucht mir deinen Willen aufzuzwingen und du hast nicht davor geschreckt jede Maßnahme zu benutzen, die dir am liebsten war. Es hat dir gefallen, mich leiden zu sehen. Es hat dir gefallen, ein kleines Kind an einen Stuhl zu fesseln, geknebelt. Dann war ich dir ausgeliefert und du hast dich mächtig gefühlt. Wie erbärmlich. Aber noch am liebsten war es dir mich zu treten und mich zu verprügeln. Grundlos. Nur, weil du es so wolltest.“  Edward hatte seine Stimme erhoben und ich schnappte nach Luft. Ich wusste es. Ich wusste es, dass Edward geschlagen worden ist.
„Nein, grundlos nicht, Freundchen. Du hast dich immer in Schwierigkeiten gebracht und ich werde niemals vergessen, als du angeschossen wurdest und sie dich hierher gebracht hatten. Niemals. Ich musste dich erziehen, Edward. Aber du warst immer so stur und wolltest nicht nachgeben. Du musstest dir nur etwas in den Kopf setzen, da gab es niemanden mehr, der dich von etwas Besserem belehren konnte.“ Dr. Cullen schien ganz ruhig zu sein. Ich fragte mich, wie man so ruhig sein konnte, wenn man einem anderen so sehr wehgetan hatte. Konnten diese Menschen nachts denn überhaupt schlafen?
„Nette Art ein Kind zu erziehen. Wirklich! Das war wahrscheinlich auch der Grund, warum du mich deinem Bruder Alex übergeben hast. Weil du mich nicht mehr sehen wolltest und weil er der Einzige war, den mein Schicksal interessiert hat. Du hast dich ja einen Dreck um mich geschert. Was hättest du getan, wenn Alex und seine Frau mich nicht aufgenommen hätten? Hättest du mich auf die Straße gesetzt? Mich verkauft oder getötet?“ Edward begann zynisch zu lachen. „Himmel, da sagen sie, die eigenen Eltern wollen nur das beste für ihre Kinder. Aber da sprechen sie sicher nicht von dir. Denn du wolltest ja nie Vater werden, nicht wahr? Besser wäre es!“
„Das ist nicht das Thema, Edward. Du musst aufhören für Swan zu arbeiten. Dieses Mädchen wird dein Verhängnis werden, wenn du so weitermachst. Du musst aufhören. Jetzt.“ Ich sah leicht zu ihnen, natürlich ohne, dass sie mich sehen konnten und da erblickte ich Edward wie er seinen Vater an den Kragen des Kittels packte und ihn näher an sich zog.
„Hör mir zu, Carlisle. Misch dich nicht in mein Leben ein. Diese Rolle des besorgten Vaters steht dir einfach nicht. Ich kaufe sie dir nicht ab. Was Bella angeht, lass sie meine Sorge sein, ja? Denn du hast mir nichts zu sagen!“ entgegnete Edward und drehte sich herum.
„Diese kleine Schlampe wird dich das Leben kosten!“ spie Dr. Cullen. Ich kam aus meinem Versteck hervor und ging auf die beiden zu. Aber so schnell wie Edward reagieren konnte, war ich gar nicht in der Lage zu gehen. Blitzschnell drehte er sich um und boxte Carlisle ins Kinn. Schon wollte er sich auf ihn stürzen, ihn wahrscheinlich fertigmachen.
„Hey!“ schrie ich. Edward sah zu mir, blickte mich einen Moment an und sah dann zu Dr. Cullen. „Genug, Edward!“ flüsterte ich.
„Mistkerl!“ schimpfte er seinen Vater und kam dann auf mich zu. Er legte seinen Arm um mich und zog mich von diesem Typen weg. „Ich hätte ihn umbringen sollen! Scheißkerl!“ fluchte er. Danach versuchte er seine Faust zu entspannen und als er seine Finger ausbreitete, fluchte er wieder.
„Fuck!“ er raufte sich das Haar, ging aber weiter. Ich versuchte meine Arme über das Ganze, das ich erfahren hatte zu legen, aber es war unmöglich. Ich dachte, mein Dad wäre schlimm, was er zweifellos auch war. Aber so etwas hätte ich Dr. Cullen nicht zugetraut. Er sah doch so unschuldig aus.
„Du musst das unter kaltes Wasser legen, Edward.“ Ich ergriff seine Hand, aber darauf bedacht ihm nicht wehzutun. Ich packte ihn am Unterarm und zog ihn zu den Toiletten. Mit ihm zusammen betrat ich die Männertoilette. An der Tür zögerte er, wollte anscheinend nicht, dass ich die Männertoilette betrat. Ich lächelte.
„Ich habe dich in einer Männertoilette kennengelernt. Schon vergessen?“ fragte ich und zog ihn mit mir. Als wir das Spülbecken erreichten, schaltete ich das Wasser ein und ließ seine Hand darunter. Ich hielt die meine unter seiner. Dann sah ich ihn an. Er blickte mich auch an.
„Hast du gelauscht?“ fragte er mich dann. Ich sah ihn einen Moment regungslos an.
„Nein.“ sagte ich, was auch die Wahrheit war. Ich hatte lediglich gehört und das war etwas ganz anderes.
„Hast du nicht vor mich zu kritisieren? Mir zu sagen, wie schlecht es ist seinen eigenen Vater zu schlagen?“ fragte er mich.
„Nein.“ antwortete ich. Er lächelte traurig.
„Es tut mir leid, dass ich dich geohrfeigt habe vor dem Tanzstudio.“ Ich schüttelte den Kopf.
„Mir nicht.“ antwortete ich, legte dabei meine andere Hand auf seine Wange. „Ich stand nämlich kurz vor einer Panikattacke.“
„Trotzdem.“ antwortete er und sah weg.
„Edward...“ setzte ich an.
„Bella, bitte, sag nichts.“ unterbrach er mich. Weil ich wusste, dass es ihm dreckig ging, hielt ich lieber die Klappe.
„Verdammt!“ schimpfte er wieder. „Ich hätte sein Gesicht in zwei teilen sollen. Mit ihm den Boden aufwischen sollen. Fuck!“ Er war so wütend. Aber es war auch verständlich. Sein Dad hatte ihm so sehr wehgetan. Edward hatte nie einen Vater gehabt und nicht nur das. Carlisle hatte ihn von Esme und Alice getrennt, als wäre er ein schlechter Einfluss für sie. „Ich hasse ihn! Ich hasse ihn so sehr!“ brüllte er.
„Nein, das tust du nicht.“ sagte ich. Er nahm seine Hand vom Wasser weg und ballte sie wieder zur Faust, obwohl ihm das sichtlich Schmerzen bereitete. „Vielleicht sollte sich jemand deine Hand ansehen. Wir sind schließlich im Krankenhaus.“ sagte ich.
„Lass mich kurz allein, Bella. Bitte.“ sagte er dann. Er sah von mir weg, aber ich war nicht dumm. Natürlich konnte ich sehen, dass er so wütend war und verletzt. Ich wusste nicht, was ich tun sollte, damit es ihm besser ging. Vielleicht sollte ich wirklich das tun, was er von mir wollte.
„Okay.“ antwortete ich. „Aber nur einen Moment.“ Ich machte mich auf dem Weg zum Ausgang, verschwand um die Ecke. Da hörte ich schon sein wütendes Schreien. Bevor die Tür jedoch zufallen konnte, betrat ich die Toilette wieder und sah wie er auf eine Mülltonne trat. Einmal. Zweimal. Mehrmals.
„Edward, hör auf. Edward!“ rief ich. Aber er hörte nicht auf mich. Als ich ihn erreichte, packte ich ihn an der Schulter, er entzog sich mir jedoch. Dann legte ich meine Arme um seinen Bauch, doch wieder einmal entzog er sich mir. Weil ich ebenfalls wütend wurde, packte ich ihn an seiner Lederjacke und zog ihn mit einer Kraft zurück, die ich nicht beschreiben konnte.
„Genug.“ sagte ich atemlos und strich mir einige wirre Strähnen aus dem Gesicht. „Glaubst du damit hilfst du jemanden? Du bist nicht wie er. Das bist du nicht.“
„Du kennst mich nicht.“ schrie er mich an.
„Natürlich kenne ich dich. Du denkst keiner würde dich kennen, keiner würde dich verstehen. Du lässt nicht zu, dass man dich liebt, weil du es nicht erträgst. Du erträgst es nicht, weil du denkst, es läge an dir. Es läge an dir, dass Carlisle so zu dir war, aber damit irrst du dich. Er ist der Einzige, der hier ein Problem hat. Nicht du.“ brüllte ich zurück.
„Ich dachte, du hättest nicht gelauscht.“ meinte er dann.
„Das habe ich auch nicht.“ antwortete ich ehrlich. Ich hatte doch lediglich gehört, was gesprochen wurde. Das war nicht verbrochen, vor allem, wenn man mitten im Flur eines Krankenhauses stritt.
„Hm.“ machte er nur.
„Ich habe dich gefragt, ob dich jemand geschlagen hat und du sagtest nein. Du hast so wenig Vertrauen zu mir, ich kann es nicht fassen. Was hat das für einen Sinn?“ fragte ich ihn und ich konnte es nicht lassen, dass ich verletzt klang.
„Was hätte ich tun sollen? Mich an deiner Schulter ausheulen? Ich bitte dich.“ meinte er abschätzig.
„Ja, genau das hättest du tun sollen. Du hättest mir vertrauen können. Mich schreckt das nicht ab, Edward. Das ist nicht der Grund, warum ich dich weniger lieben werde. Ich bin mit dir. Egal was. Aber ich brauche dein Vertrauen.“ Ich stand quasi vor ihm und blickte ihn bittend an. Ich brauchte sein Vertrauen so sehr. Aber ich wollte nicht, dass er mir etwas versprach. Ich wollte das nicht. Er legte seine Hand unter mein Kinn.
„Er hat dich Schlampe genannt. Dich nennt keiner eine Schlampe.“ zischte er wütend.
„Ist okay. Seine Worte verletzen mich nicht.“ antwortete ich. Wie naiv ich doch war, zu denken, dass Dr. Cullen tatsächlich nett war.
„Aber mich – Ihn zu sehen, zu hören, allein an ihn zu denken, macht mich wahnsinnig.“ Ich legte meine Hand in seinen Nacken und kraulte sanft sein Haar. Sein Blick wanderte vom Spiegel, wo er sich selbst ansah, zu mir. So als würde er sich wundern, was ich mit ihm tat.
„Was tust du da?“ fragte er mich. Einen Moment sah ich ihn sprachlos an. Dann erhob ich entschuldigend meine Handflächen in die Höhe. Seine Augen richteten sich mit einem kleinen Funkeln an mich. Er machte einen Schritt auf mich zu und ich, von seinem Blick gefangen, machte automatisch einen Schritt zurück. Bis ich ganz dicht an der Wand lehnte. Ich öffnete den Mund, um etwas zu sagen, aber da fühlte ich schon seinen warmen, muskulösen Körper gegen meinen.
„Edward, ich...“ Ich sah ihm in die Augen. Als er seine weichen Lippen an meinen geöffneten Mund presste, hatte ich die Augen vor Schreck noch offen. Aber seine sanften Lippen benebelten so sehr meine Sinne, dass sich schon bald meine Augen flatternd schlossen. Ich seufzte an seinen Lippen. Eine Hitzewelle ergriff mich und ich zog ihn am Kragen seiner Lederjacke zu mir hinunter. Seine Lippen schlossen sich um meine und er küsste mich so wild, so leidenschaftlich. Dass ich im selben Augenblick mehr wollte. Ich wollte mit ihm schlafen. Jetzt. Hier. Egal wo. Ich wollte mit ihm eins sein. Seine Hände legte er unter meinem Po und hob mich hoch. Sofort schlang ich meine Beine um ihn. Meine Hände waren in seinem Haar und während ich daran zog, stöhnte er genüsslich in meinem Mund. Mit mir auf seinen Armen drehte er sich um und setzte mich neben dem Waschbecken ab. Seine Zunge zog eine feuchte Linie über meine Unterlippe und er knabberte sanft daran. Ich packte ihn wieder am Kragen seiner Lederjacke und zog sie ihm von den Schultern. Ich dachte, er würde mich von sich stoßen, aber er tat es nicht, stattdessen drang seine Zunge in meinen Mund ein. Ein Schauer durchlief meinen gesamten Körper. Er zog sich die Jacke von den Ellenbogen selbst aus und warf sie auf den Boden. Seine Hände schoben sich unter mein Tanktop, das ich noch vom Tanzen anhatte. Mit seinem Daumen strich er über meinen flachen Bauch und wanderte nördlich, aber er ließ von meinen Lippen nicht ab. Er massierte meine Zunge mit seiner und ich vergrub meine Finger wieder in sein Haar und zog ihn fester an mich. Wir vergaßen uns. Im Moment gab es nichts wichtigeres, als das, was wir fühlten. Egal wo und egal wie, wir wollten einander haben. Er schob zusätzlich die andere Hand unter mein Top und zog es mir aus. Seine Augen strahlten voller Leidenschaft, voller Liebe. Einen Moment lang blickte er mich an. Er saugte mein Bild in sich auf und einen Moment später packte er mich an meinen Hüften und presste sich so eng an mich, dass kein Blatt zwischen uns passte.
„Ah!“ entrang es meiner Kehle, als er mit seinen geöffneten Lippen und warmen Zunge über meinen Hals, weiter über mein Schlüsselbein und zur Wölbung meiner Brüste wanderte. Ich wimmerte.
„Hör auf zu zappeln!“ sagte er mit heiserer Stimme. Mit seinen Fingerspitzen strich er die Träger meines BH´s von meinen Schultern. Danach biss er sanft ins weiche Fleisch meiner Brust. Mit geschickten Fingern öffnete er meinen Bh und zog in mir aus. Wieder ging er einen Schritt zurück und betrachtete mich.
„Himmel!“ stöhnte er und presste seine Lippen wieder gegen meine. Unsere Oberkörper wurden nur durch sein Shirt getrennt, das ich ihm sofort ausziehen wollte. Ich tastete mich nach dem Saum voran, während ich mich an seinem Körper rieb. Meine Brustspitzen bereits hart und aufgerichtet und mein Verstand nicht anwesend. Ich wollte so viel mehr von ihm. Also zog ich ihm sein Shirt über den Kopf und er protestierte nicht. Stattdessen erhob er die Arme und half mir dabei. Ich spreizte meine Beine leicht und zog ihn näher an mich. Er biss die Zähne hart aneinander als ich mich gegen seine Erregung rieb. Er packte mit einer Hand meine Hüfte und zog mich leicht hinunter, wo ich hart gegen meine Mitte fühlen konnte.
„Hier, Baby. Wolltest du das fühlen?“ fragte er mich. Als ich meine Finger wieder in sein Haar begraben wollte, ergriff er meine Handgelenke und legte eine Hand auf meinen Rücken, damit ich mich ihm entgegenbog. Dann schlossen sich seine weichen, geschwollenen Lippen um meine harte Knospe und meine Finger bohrten sich in seinen muskulösen Rücken.
„Oh, Gott!“ stöhnte ich, als ich seinen heißen Mund um meine Knospe fühlte und seine Zunge, wie mich noch mehr reizte. Meine Finger tasteten sich zu seinem Gürtel voran, aber nicht ohne meine Hand gegen seine Erregung zu pressen. Er biss in meine Brust und das machte mich nur noch feuchter und williger.
„Edward, bitte.“ hauchte ich. Sein Blick schoss zu mir.
„Oh, sieh mich nicht so an. Denn meine Geduld hat auch ein Ende. Ich habe so lange versucht mich zurückzuhalten, weil ich auf den richtigen Moment warten wollte. Aber …. Scheiß drauf!“ Er packte mich wieder mit beiden Händen und küsste mich. Fuck! Ich konnte, ich einfach nicht mehr. Ich wollte ihn mit Haut und Haaren. Meine Lippen verließen seinen Mund nur um sich an seinen Hals zu pressen, ich wollte seine Haut schmecken. Wollte sehen, ob seine Haut so gut schmeckte wie sie roch.
„Bella!“ mein Name von seinen Lippen hörte sich an wie ein Stoßgebet. Ich sprang vom Waschbecken, obwohl meine Beine wie Wackelpudding waren. Mein gesamter Körper presste sich an Edward, der Länge nach. Ich packte meinen BH und mein Top, hob es auf  und Edward tat mir gleich mit seinem Shirt und seiner Jacke. Dann fuhr ich ihm mit der Zunge über die volle Unterlippe und lockte ihn in eine Kabine, wo wir uns einsperrten. Er ließ seine Sachen wieder fallen und ich meine ebenfalls. Dann krachten unsere Lippen wieder aufeinander und er umfasste meine Brust mit einer Hand, begann sie zu massieren und reizte meine Knospe mit seinen Fingern.
„Edward, ich kann nicht mehr.“ gab ich von mir. Ich wand meinen Kopf hin und her.
„Ich weiß, ich auch nicht.“ Dann fing er an seine Taschen zu durchsuchen und auch seine Jacke.
„Mist!“ zischte er.
„Was?“ flüsterte ich.
„Ich habe keine Kondome mit.“
„Und jetzt?“ fragte ich.
„Ich hab da eine Idee.“ flüsterte er düster. Ich lächelte. Aber das hielt nicht lange, denn schon bald presste er seine Lippen wieder auf meine. Ich schloss meine Augen. Aber auch als seine Lippen sich wieder an meinen pressten, verließ mich ein Gedanke nicht. „Er hat dich Schlampe genannt.“ hörte ich immer wieder in meinen Ohren. Plötzlich überkam mich ein Schamgefühl. Ich hatte mich einfach so ausgezogen. Es hatte mir nichts ausgemacht. Ich hatte mich tatsächlich wie eine Schlampe benommen. Ich begann zu frösteln und fühlte mich so nackt, was ich auch teilweise war. Ich wollte nicht, dass mich diese Worte mitnahmen. Aber ich konnte auch nicht mein erstes Mal in einem Krankenhaus haben. Ich konnte einfach nicht.
„Was ist los?“ fragte er mich, weil ich ihn nicht zurückgeküsst hatte. Ich legte meine Hände vor meine Brust, löste mich von Edward und drehte ihm den Rücken zu.
„Ich kann das nicht. Nicht hier. Nicht heute. Es tut mir leid.“ sagte ich und fühlte mich schlecht.
„Du hast recht. Nicht so. Es tut mir leid, ich habe mich vergessen. Ich hätte das niemals tun dürfen.“ sagte er. Schon während ich mit ihm sprach, zog ich mir meinen BH und das Top an.
„Es ist nicht deine Schuld. Ich wollte es. Ich will es.“ Ich legte meine Hand auf seine Wange. „Aber nicht in einem Krankenhaus. Verstehst du?“ fragte ich ihn.
„Was auch immer du willst, Baby.“ flüsterte er, aber ich verließ sofort die Toiletten. Wovor lief ich weg? Himmel! Ich war so dumm. Ich hätte nicht nachdenken sollen. Ich hätte ja sagen müssen. Aber es fühlte sich einfach nicht richtig an. Ich atmete tief durch. Es vergingen einige Minuten ehe Edward aus den Toiletten kam. Er zog mich an sich und küsste mich aufs Haar.




~MB~






Es war weit nach Mitternacht, als wir hinter uns die Haustür schlossen. Jeremy, Jessicas Dad, war im Krankenhaus mit ihr geblieben. Die Ärzte hatten uns keine Auskunft gegeben, weil wir nicht zur Familie gehörten. Aber ihr Dad blieb ja und wenn etwas geschah, würde er uns schon anrufen. So hatten wir es uns ausgemacht.
„Wo seid ihr bis jetzt gewesen? Wir haben uns Sorgen gemacht!“ kam Nana uns entgegen. Sie tat so als wäre nichts gewesen. Als hätte sie mich nie geohrfeigt und mir tausend schmerzhafte Dinge erzählt.
„Gute Nacht. Ich lege mich hin. Der Tag war sehr lang.“ sagte ich ausweichend. Ich machte mich auf dem Weg zur Treppe, da hörte ich seine sanfte, besorgte Stimme.
„Willst du nicht was essen oder trinken?“ Ich lächelte mit dem Gesicht zur Wand.
„Etwas zu trinken wäre nett.“ sagte ich und ging weiter. Als ich nach oben ging, sah ich ihn nochmal an. Sein Blick sagte mehr als tausend Worte.
„Du hast dich nicht um sie zu kümmern oder nach oben zu gehen. Sie ist eine Lady und du nur ein Angestellter.“ zischte Nana Edward zu. Ich blieb ganz oben an der Treppe stehen.
„Er ist mehr als das und das weißt du.“ drehte ich mich um und blickte Nana direkt an.

Ich warf mich aufs Bett, aber nicht ohne vorher zu duschen. Das warme Wasser half mir beim Nachdenken. Ich erinnerte mich an jeden Kuss und an jeder Zärtlichkeit, die wir in diesem Krankenhaus ausgetauscht hatten. Aber ich erinnerte mich auch an Carlisles Worte und an Edwards Schmerz. An den Kinnhaken, den Edward ihm verpasst hatte. An Jessica, die sich das Leben hatte nehmen wollen. Die zuerst hatte mich umbringen wollen. An Edwards Ohrfeige, die ich mehr als nötig gehabt hatte. Ich wollte diesen Tag nicht in die Länge ziehen, also warf ich mich aufs Bett. Auf meinem Nachtkästchen stand ein Orangensaft und darunter eine kleine Notiz.



Sei kein Frosch. Mach dich nicht selber fertig. Ich werde auf dich warten, das weißt du.
Edward



Ich lächelte. Er kannte mich. Er wusste sogar wie ich atmete. Er wusste so viel von mir, wie niemand anders. Nachdem ich den O-Saft ausgetrunken hatte, schlief ich auch schnell ein.




~MB~






Der nächste Tag sollte eigentlich besser werden, hatte ich gedacht. Aber es gab noch so viel für die Halloweenaufführung zu tun. Die Kostüme waren noch nicht angekommen. Der Friseur wusste nicht, dass wir ihn bestellt hatten für morgen. Die Schritte saßen nicht perfekt. Es gab immer Fehler zu bemängeln. Ich konnte meine Schuhe nicht finden, mit denen ich schon tanzen musste um mich an sie zu gewöhnen. Also ja, ich war nahe dran meine Nerven zu verlieren. Außerdem hatte Jeremy noch nichts zu uns gesagt. Er hatte sich weder gemelden, noch schien er das vorzuhaben.

„Es ist alles okay.“ sagte Edward zu mir und ich blickte ihn durch den Spiegel im Tanzstudio zu ihm.
„Nein, ist es nicht.“ flüsterte ich. „Nichts läuft so wie es sollte. Rein gar nicht. Die Aufführung morgen wird ein Desaster, du wirst schon sehen. Wir werden in der Klatschzeitung landen. Das kannst du mir glauben.“ Demotiviert setzte ich mich auf den Boden.
„Was gibt es noch? Das ist nicht der wahre Grund.“ Ich sagte doch dieser Mann kannte mich.
„Wir hätten es tun sollen.“ sagte ich und blickte von ihm weg.
„Was tun?“ fragte er und ich verdrehte die Augen. Na was wohl?
„Wir hätten miteinander schlafen sollen. Gestern.“ sagte ich. Er grinste frech.
„Ach ja?“
„Ja!“ antwortete ich.
„Warum? Denkst du, du wärst heute motivierter?“ Er war belustigt.
„Nein, aber ich denke diese sexuelle Spannung zwischen uns beiden würde sich endlich lösen.“ seufzte ich. Das war es, das mich nicht in Ruhe ließ. Ich konnte nicht normal essen. Normal schlafen. Normal leben. Aber er begann zu lachen.
„Das denke ich nicht. Ich denke, diese sexuelle Spannung, wie du sie nennst, wird sich nicht so einfach auflösen.“ er zwinkerte mir unverschämt zu. „Darauf kannst du dich verlassen!“
„Danke, jetzt hast du mich vollkommen beruhigt.“ meinte ich sarkastisch. Ich versuchte es mit einigen Entspannungsübungen. Aber Edward stellte sich hinter mich und legte seine Hände auf meinen Schultern und begann diese zu massieren.
Ich wimmerte. „Zu grob?“ fragte er mich besorgt und ich schüttelte den Kopf.
„Ich halte deine Berührung nicht aus. Nicht nach gestern Nacht. Jetzt ist es entweder ganz oder gar nicht.“ Er lachte.
„Dann weißt du ja, wie es mir geht.“ meinte er.

Nach diesen verspielten Worten ließ er mich fünfzig Liegestütze machen, bis ich danach erschöpft auf den Boden sank. „Das hilft, gegen deine Gedanken, die in eine ganz bestimmte Richtung wandern.“ Ich rollte genervt die Augen.



~MB~




Oh, Gott. Ich war schon wieder so zittrig und aufgeregt. Ich wusste einfach nicht wohin mit mir. Mein Haar war schon gemacht und mein erstes Kostüm saß auch schon perfekt, aber ich hatte ein flaues Gefühl im Magen, so eins als müsste ich mich übergeben. Ich würde vor all diesen Leuten tanzen. Zwar war diese Aufführung für einen guten Zweck, denn das Geld, das wir hier einsammelten, würden wir karitativen Institutionen schicken. Das erste Kostüm war total schön. Es war dunkelblau bis schwarz, am Dekoleté mit schwarzen Federn besetzt, die einen grünen Stich hatten. Um die Taille herum befand sich ein Streifen mit grünen Steinchen und von da ab, fiel das Kleid locker und leicht zu Boden, ebenfalls mit Federn besetzt, aber so, dass ich mich noch leicht darin bewegen konnte. Außerdem hatte es noch einen Schlitz am rechten Bein, der beinahe bis zur Hüfte ging. Das Haar wurde mir hochgesteckt wie in diesen Walt Disney Märchen, mit einigen Locken die über meine Schulter fielen. Aber das hatte schon seinen Charme.

„Bella, könntest du mir das Kleid schließen?“ hörte ich Angela neben mir sagen. Ich lächelte sie an und nickte. Als sie mir den Rücken zudrehte, schloss ich ihr das Kleid. Es war genau wie meins, doch ihres war mit weißen Federn und mir roten Steinchen. In diesem Stück, das ich mir ausgedacht hatte, war ich sozusagen die Böse und Angela die Gute. Es hieß ´The Face´. Das Gesicht. Das wahre Gesicht. Passend dazu hatten wir ja noch venezianische Masken, um es spannender zu machen. Ich liebte meine Maske. Renée hatte sie für mich aus Venezien bestellt. Für ihre Tochter natürlich immer das Beste.
„Diese Schuhe sind etwas zu hoch für eine Tänzerin.“ kommentierte meine Freundin. Ich nickte. Aber mir gefielen die flachen Tänzerschuhe nicht und außerdem konnte ich genauso gut darin tanzen.
„Aber die anderen Tänzerschuhe sind weeeh.“ meinte ich mit einem angeekelten Gesicht. Sie lachte.
Backstage war natürlich die Hölle los, den die Jungs wussten nicht wo ihre Kleider waren und wenn sie es wussten, ließen sie alles auf dem Weg zur Bühne und zur Toilette liegen.
„Weißt du schon irgendwas über Jessica?“ fragte mich Angela.
„Ja.“ lächelte ich. „Sie ist schon außer Lebensgefahr. Sie ist eine Kämpferin.“
„Sie wird das schon schaffen.“ meinte Angela.
„Wie spät ist es schon?“ fragte ich aufgeregt.
„Halb sieben.“ antwortete Angela.
„Warte, ich muss nachsehen, ob der DJ schon da ist. Er muss ja die Lieder noch so mixen, wie abgesprochen.“ Wenn etwas passierte und der DJ nicht kommen könnte, wären wir aufgeschmissen.
Ich war schon auf dem Weg, um nachzusehen, als ich seine Stimme hörte. Natürlich hatte ich das Kribbeln in meinem Körper gefühlt, aber ich hatte nicht gewusst, ob es an ihm lag oder daran, dass ich so aufgeregt war.
„Ich habe nachgesehen. Er ist schon da. Er montiert gerade seine Boxen und das andere Zeug.“ Ich blieb stehen und lächelte. Danach drehte ich mich zu ihm.
„Toll.“ kommentierte ich.
„Nein, toll bist du, Baby.“ antwortete er und ich sah panisch zu Angela, doch die winkte nur ab und ließ uns grinsend allein.
„Warum ...“ fing ich an.
„Glaubst du, sie sieht es nicht?“ fragte mich Edward. „Keiner hält es aus in unserer Gegenwart, weil wir viel zu eingenommen wegen der Anwesenheit des anderen sind, als dass wir an etwas anderes denken können.“ Das war wohl sehr wahr. Er sah mich mit diesem gewissen Funkeln in seinen Augen an und ich schmolz dahin. Meine Aufregung war vergessen. Er ergriff meine Hand.
„Dreh dich mal! Ich will dich sehen.“ bat er mich und ich tat wie geheißen. Danach legten sich seine Hände um meine Taille und er presste mich an sich. Meine Hände ruhten an seinen Schultern.
„Wer bist du und was machst du mit mir?“ fragte er mich. Ich grinste.
„Ich bin eine Fremde.“ meinte ich belustigt.
„Eine Fremde?“ fragte er nach mit weit aufgerissenen Augen.
„Ja.“ antwortete ich.
„Eine Fremde, die ich fühle als gehöre sie mir.“ sagte er und legte meine Hände in seinen Nacken. Ich wollte ihn küssen und zog ihn zu mir.
„Ich werde dir nachher das Make-Up verschmieren. Keine Sorge!“ Sein freches Grinsen brannte sich in meinen Verstand ein.
„Soll das eine Drohung sein?“ fragte ich.
„Es ist ein Versprechen.“ antwortete er ernst. Ein angenehmer Schauer durchrieselte meinen Körper.
Ich legte meine beiden Hände auf seine Wangen. „Ich liebe dich. Ich liebe dich. Ich liebe dich.“ flüsterte ich und er lächelte mich schief an.
„Bella, es ist Zeit.“ hörte ich Angela sagen.
„Was ist das für eine Schaukel?“ fragte mich Edward. „Wer steigt da rauf?“ Er blickte panisch von der Schaukel runter vom Boden.
„Ich, aber das macht nichts. Es wird alles gut gehen.“ flüsterte ich.
„Nein, du wirst nicht auf dieser Schaukel in die Höhe gehoben. Da kann etwas passieren, Bella. Wenn man aus dieser Höhe runterfällt, wird man es nicht überleben.“ meinte er besorgt.
„Baby, es wird nichts passieren. Ich habe das schon öfter geübt. Es ist jedes Mal gut verlaufen.“ Ich drehte mich um, weil man mich schon wieder zur Bühne lief.
„Bella, nicht.“ flüsterte er und hielt meine Hand. Ich drehte mich um, machte einige Schritte in Richtung Bühne, drehte mich jedoch wieder um, lief auf Edward zu und presste kurz meine Lippen auf seine. Einmal. Zweimal. Dreimal.
Danach lief ich auf die Bühne. Erst als ich einige Minuten später auf der Schaukel saß und in die Höhe gehoben wurde, musste ich feststellen, dass Edward Recht hatte. Als die Schnur auf einer Seite der Schaukel riss, wurde ich auf die andere Seite geschleudert, wo ich mich nur mit einer Hand am Stoff hielt, welcher dekorativ um die Schnur gelegt war. Meine Füße baumelten in der Luft und ich konnte mich nicht länger festhalten.



~MB~





Aller Anfang ist leicht, und die letzten Stufen werden am seltensten erstiegen. ~ Johann Wolfgang von Goethe





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Danke fürs Lesen :*

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