Donnerstag, 29. März 2012

Teaser 13

Teaser 13:



„Meine Schwester ist tot. Du hingegen lebst. Du kannst um ihn kämpfen. Sie nicht. Du hast ein ganzes Leben vor dir um für deine Liebe zu kämpfen. Sie kann ihn dir nicht wegnehmen. Er kann auch nicht von seiner Erinnerung an sie leben. Hm? Sie ist auf eine tragische Weise gestorben und das wird keiner von uns verstecken.“
„Weißt du, Bella, … Für jemanden will ich Linda sein. Für jemanden will ich heilig sein. Weißt du, er wollte in der Nacht schauen gehen, ob Edward alles im Griff hat. Er hat gehört wie du sagtest, dass Linda ihn heiraten wollte. Er hat wie ein kleines Kind geweint und ich war diejenige, die ihn getröstet hat.“ Sie lächelte traurig und versuchte die Tränen zurückzudrängen. „Er hat sie gefragt, ob sie ihn heiraten will und dann musste sie nach Seattle reisen. Sie hat ihm die Antwort nicht gegeben. Sie sagte, sie bräuchte Zeit um darüber nachzudenken. Sie kam nicht dazu ihm diese Antwort zu geben. Ihr Verlobungsring steht noch immer in seinem Schlafzimmer auf dem Nachttisch, als würde er hoffen, dass sie eines Tages wieder zurückkehrt.“ Ich konnte nichts dafür, dass sich bei diesen Worten eine Gänsehaut auf meinem gesamten Körper ausbreitete. Ich war blank. Perplex.
„Ally, Jasper hat dich gern. Das sieht man. Wahrscheinlich weiß er einfach nicht wie er mit seinen Gefühlen umgehen soll. Hab Geduld, lass ihm Zeit. Hm? Es wird alles wieder gut!“ Fuck, versuchte ich gerade jemanden zu trösten? Da lief irgendwas wirklich falsch. Wenn ich an der Reihe war zu trösten, dann wusste ich auch nicht.
„Ich werde versuchen, ihn so zu lieben, wie er es braucht.“


~~

Sonntag, 25. März 2012

Chapter 12: Your guardian angel

Chapter 12:
Your guardian angel  






~*~




Edward Cullen:


I will never let you fall.
I'll stand up with you forever.
I'll be there for you through it all.
Seasons are changing
And waves are crushing
And stars are falling off for us
Days grow longer and nights grow shorter
I can show you I'll be the one.

(Your guardian angel)http://www.youtube.com/watch?v=jRehmX3zlwE  


Die Wärme, die meinen Körper umhüllte, ließ mich schaudern, erstens, weil ich gar nicht wusste, wo ich mich befand und was ich verdammt nochmal letzte Nacht getan hatte und zweitens, sie fühlte sich so gut an, dass es sich um einfach um einen Traum handeln musste. Ich wünschte, ich würde niemals aus diesem wunderbaren, viel zu guten Traum aufwachen. Seltsam, dass ich einfach nicht vor Angst mich an jemanden binden zu müssen, einfach weglief als ich realisierte, dass ich meine Arme fest um einen Frauenkörper geschlungen hatte, als müsste ich diesen Goldschatz einfach nur festhalten. Doch hierbei handelte sich nicht um irgendeine Frau – in Frage stand hier mein Mädchen, die Frau, die ich am meisten auf dieser Welt liebte, wenn wir meine Mutter und Schwester nicht mitzählen.

Sobald ich meine Augen öffnete, musste ich lächeln – dieses verdammte Mädchen, dass mich praktisch gezwungen hatte mich in sie zu verlieben, lag auf meiner breiten, muskulösen Brust, das Haar wie ein Fächer ausgebreitet und ihre linke Hand in meiner rechten. Dieser Anblick war einfach so unglaublich süß, dass ich sich ein beschissenes Lächeln auf meinem Gesicht bildete. Ehrlich. Ich wusste gar nicht wie ich auf so etwas wie Bella – ein verdammter Meteorit der sich geradewegs auf mich gestürzt hatte -, reagieren sollte. Ich musste einfach lächeln, genauso wie ich sie fucking lieben musste, weil sie einfach wunderbar war – für mich war sie das Teuerste, mein ganzer Stolz und ich vergaß niemals die Dinge, die ich sagte und diese meinte ich auch so. Was ich ab Abend zuvor zu ihr gesagt hatte, war die pure Wahrheit und hatte mir selbst die ganze Welt bedeutet. Ich war unglaublich stolz auf mich gewesen, dass ich endlich mal meine Mauern heruntergelassen hatte und mein Herz öffnete.

Während ich über uns zwei nachdachte, - und blöd grinste – spielte ich mit ihrem langen Haar, zwirbelte eine ihrer Haarsträhnen zwischen zwei Fingern und malte kleine Kreise auf ihren Handrücken. Und dann passierte es, ganz plötzlich und erwartungslos bekam ich einen Geistesblitz, öffnete die oberste Schublade des Nachtkästchens und durchwühlte es mit einer Hand ohne mich vom Bett zu hieven, ich wollte Bella schließlich nicht wecken. Sie brauchte ihren Schlaf, vor allem, weil wir die ganze Nacht durchgehend geredet hatten. Als ich fand, was ich gesucht hatte, grinste ich siegesreich und hielt das Gesuchte in der Hand. Ihr Frauen fragt euch sicher, was ich plane, oder? Ich weiß, aber es sollte eine Überraschung für Bella werden. Ich nahm die Verschlusskappe vom Edding 500 meiner Schwester ab, packte zärtlich Bellas linke Hand und drehte sie so, dass ich ihre Innenfläche sehen konnte. Danach begann ich mit meinem Meisterwerk. Auf ihrem kleinsten Finger malte ich ein gespiegeltes L, machte weiter mit dem Ringfinger, wo ich ein O hinzeichnete. Nächster Finger – ein V. Der Finger daneben ein gespiegeltes E. Am Ende, als ich beim Daumen angelangt war, malte ich ein etwas aus der Reihe tanzendes U. Es war größer als die Buchstaben bisher, die sich auf ihren Fingerbeeren befanden. Zufrieden mit meinem Meisterwerk schob ich den Verschluss wieder über den schwarzen Edding 500, denn wenn er austrocknete, dann würde mir meine Schwester den Arsch versohlen. Oh ja, glaubt mir, ihr solltet euch mit Alice nicht anlegen. Als Abschluss drückte ich einen Kuss auf ihre Handinnenfläche und lehnte mich dann mit dem Arm unter meinem Kopf geklemmt, grinste erneut schief auf meine Cullen- Art.

Dann – hach dann, war ich wieder das Arschloch, weil ich Bella mit sanften Küssen aufweckte, da ich ihre Reaktion nicht erwarten konnte. Ich fühlte mich wie ein kleiner Teenager, wenn er sich zum ersten Mal verliebte. Okay, verliebt war ich wirklich zum ersten Mal, aber das was ich hier tat, war so untypisch für mich. Mein Kleines drehte sich auf die andere Seite um den Störfaktor – also mich – einfach besser ignorieren zu können. Genervt und noch immer schlafend fuhr sie sich über die Nase, wo ich sie gerade geküsst hatte.

„Mhm.....geh weg!“ nuschelte sie, drehte das Gesicht weg und schlummerte einfach weiter. Ich musste grinsen, weil sie so unglaublich süß war. Meine Lippen wanderten weiter über ihre Wange und zu ihrem Kinn, wo ich die ganze Linie bis zu ihrem Ohr, wo ich an ihrem Ohrläppchen knabberte.
„Kleines, komm wach auf und gib mir einen Kuss, ja?“ flüsterte ich verführerisch. Natürlich musste ich meinen unwiderstehlichen Charme versprühen, das war wirklich typisch für uns Cullens. Es war angeboren und kam ganz automatisch zum Vorschein.
„Eine Minute, ja?“ Sie hob ihren Zeigefinger und unterstrich nur den Effekt, den ihre Worte auf mich hatten.
„Baby, ich würde ja gerne warten, aber mein Herz.....mein Herz kann nicht auf den Kuss warten. Du willst doch nicht, dass mein Herz für dich weint oder?“ Oh ja, Meister der Manipulation der Sinne, das wusste ich schon. Bella stöhnte frustriert, blinzelte kurz, schüttelte dann ihren hübschen Kopf.
„Warum bist du so herzlos, Edward? Nur eine Minute. Bitte!“ Yeah, mein Mädchen war genauso gut im Manipulieren, aber nicht so gut wie ich.
„Baby, mach die Augen für mich auf und du wirst nicht enttäuscht sein!“ versprach ich.
„Gott, Edward, ich hasse dich so sehr in diesem Moment!“ Und ich begann zu lachen, als sie das sagte, weil sie einfach total süß war, wenn sie sich aufregte. „Also, wo brennt es?“ Die Frage fand ich überflüssig. Sie sollte ohnehin schon wissen, dass sie hier ein kleines Monster kreierte, das süchtig nach ihr war. Sie schlug die Augen auf und sah mich verschlafen an, rieb sich die Augen und streckte die Arme nach mir aus. Erfreut darüber warf ich mich in ihre Arme und sie keuchte laut als unsere Körper zusammenkrachten.
„Jetzt ist es offiziell, dass du mich umbringen willst, Cullen.“ Sie lachte herzhaft und ich verliebte mich nur noch mehr in ihr Lachen. Dann umhüllte mich der Duft ihrer Haut und ich lag wie ein Baby auf ihrer Brust, während sie mit meinem Haar spielte und meine Kopfhaut massierte. Dann hielt sie jedoch erschrocken die Luft an, die Bewegungen ihrer Hände in meinem Haar stoppten. Sie brauchte einen Moment um sich wieder zu fassen.

„Oh mein Gott!“ atmete sie zittrig aus und rüttelte an meiner Schulter. „Du bist verrückt, Baby. Du bist so verrückt!“ Ich hockte mich wieder auf das Bett damit ich sie ansehen konnte. Da lag sie mit vor Überraschung aufgerissenen Augen und sah mich teils schockiert teils unglaublich erfreut an. Aber sie war nicht die einzige Überraschte, denn als sie in den nächsten Sekunden auf meinem Schoß sprang und zufällig ihre Zähne gegen meine krachen ließ - fuck, tat das weh - und mich beinahe bewusstlos küsste. Das Mädchen war verrückt! Aber dafür liebte ich sie auch.

„Gott, Himmel, ja! Ich liebe dich noch mehr, Edward.“ Mit offenen Augen küsste sie mich, als wäre ich ihr wahr gewordener Traum und als hätte sie Angst aufzuwachen – vielleicht sagte ich das nur, weil ich mich genauso fühlte.
„Gar nicht wahr. Ich liebe dich mehr als du denkst.“ Verspielt schüttelte ich den Kopf. Damit schlang ich meine Arme um ihren Oberkörper sprang mit ihr zusammen vom Bett und drehte sie im Kreis bis uns beiden ganz schwindlig wurde und wir lachend auf den Boden fielen. Sie auf mir mit einem lachenden und einem weinenden Auge, die Wangen rosa und diesen verdammten Glanz in ihren Augen, der mich wahnsinnig machte. Sie sprühte so viel Energie aus, dass ich total glücklich – wie nie zuvor in meinem Leben – einfach mit ihr zusammen lachte. Sie war meine fehlende Hälfte und ich liebte sie so unglaublich sehr, dass man meine Gefühle als eine Sucht beschreiben konnte. Ich war süchtig nach der Weichheit ihrer Haut, den Geschmack ihrer Lippen, den Glanz in ihren Augen und nach dem verdammten breiten Grinsen mit dem sie meine ganze Welt zum Leuchten brachte.

„Dummer Cullen!“ schimpfte sie mit mir, küsste mich aber danach wieder. „Oh Gott, ich kann es noch immer nicht glauben. Edward, danke. Das......das hat bisher keiner für mich getan......ich.....“ Das war der Moment an dem ich meine Lippen besorgt verzog, weil sie ihr Gesicht hinter beiden Händen versteckte und zu schluchzen begann. Ich setzte mich so gut es ging mit ihr auf meinem Schoß auf, fuhr ihr zärtlich durch das Haar.

„Kleines, ich wollte dich nicht zum Weinen bringen. Bitte, Bella, hör auf zu weinen!“ Als sie nur noch mehr weinte, zog ich sie fest in meine Arme und sie krallte sich sofort in mein T-Shirt während sie ihre Nase zwischen meinem Ohr und Schulter versteckte. „Hör auf, Baby. Ich kann deine Tränen einfach nicht aushalten. Hörst du jetzt bitte auf, sonst muss ich alles zurücknehmen, was ich gesagt habe.“ Okay, es war nicht angebracht ihr zu drohen, aber ich war einfach hilflos in dieser Situation und hatte keine Ahnung, wie ich sie trösten sollte.

„Witzig, Cullen. Du hast so einen Sinn für Humor, für den ich dir am liebsten in den Hintern treten würde. Hart.“ machte sie deutlich und legte ihre Hände fest um meinen Nacken. Ich lachte kurz auf und zündete mir eine Zigarette an, weil ich einfach frustriert war. Ich sagte ihr, dass ich sie liebte und was machte sie – sie weinte? Je mehr ich darüber nachdachte, desto wütender wurde ich. Aber ich versuchte zu verstehen, wirklich. Ich bemühte mich richtig nicht auszurasten. Ich atmete schwerer, heftiger, aber versuchte mich im Zaum zu halten, weil ich sie schließlich liebte. Außerdem, was wusste ich wie Frauen reagierten, wenn man ihnen sagte, dass man sie liebte.

Als die Tränen besiegt waren und ich gar nicht wusste, was ich sagen sollte, ich war fucking sprachlos wegen der Reaktion, die sie mir lieferte, aber rauchte schweigend weiter. Dann lehnte sie ihren Oberkörper zurück und sah mich beschämt an. Ich rieb unentwegt mit meinem Daumen über ihre Wange und sah sie beruhigend an. Dann grinste sie jedoch überglücklich. Ihre Augen funkelten wieder wie zwei Diamanten. Sie sah wieder auf ihre linke Hand und dann mich an.

„Weißt du, an wen du mich erinnerst, Baby?“ Ich nahm einen tiefen Zug meiner Zigarette und hob kurz meine Augenbrauen. „An wen?“ fragte ich gespannt.

„So wie du die Zigarette in deiner Hand hältst und sie rauchst – an James Dean.“ Sie küsste meine raue Wange und fuhr mit ihren Lippen über meinen Mundwinkel. Ich packte sie am Hinterkopf und küsste sie. Auf den Mund. Hart. Leidenschaftlich. Dabei legte ich meinen Arm um ihre Taille und brachte unsere Oberkörper näher beisammen. Und fuck, sie trug noch immer mein Hemd von gestern Abend und sah darin so sexy aus. Eine lebende Sünde. Gott stellte mich eindeutig auf die Probe. Aber ich konnte einfach nicht widerstehen und ließ meine Hand unter das Hemd gleiten, wo ich die Haut auf ihrem Rücken liebkoste. So weich. So sanft und samtig. Reine 100%ige Seide. Meins. Nur meins. Ich war nicht mehr zurechnungsfähig, weil mich meine Gefühle für dieses Mädchen wahnsinnig machten. Je höher meine Hand auf ihren Rücken wanderte, desto unruhiger wurde Bella und ich presste sie fester an meine Brust, weil ich ihre warme Haut auf meiner fühlen musste. Und sie, sie presste ihren Körper freiwillig noch näher an meinen, wühlte durch mein Haar und krallte ihre kurzen runden Nägel in meine Schultern, was mich seufzen ließ.

Mein verliebtes, verrücktes Mädchen – ich wollte sie gar nicht anders haben – verpasste mir den Adrenalinstoß meines Lebens als sie ihre Lippen spaltete und mit ihrer Zunge über meine Lippen fuhr und sofort öffnete ich meinen Mund und vertiefte den Kuss. Das Band zwischen uns spannte sich, wurde fester und elastischer. Der Kuss wurde leidenschaftlicher. Sie stupste meine Zunge mit ihrer an und unsere beiden Zungen fochten einen Kampf aus, tanzten umeinander. Miteinander. Meine Lippen verließen danach die ihren. Für einen Moment sah ich sie an. Sie dachte wohl ich fühlte sie nicht. Es war süß wie ihre Wangen sich rosa färbten, als sie realisierte, dass ich es wusste. Sie glaubte, ich würde die Wärme und die Feuchtigkeit, die sich zwischen ihren Beinen sammelte nicht fühlen. Natürlich fühlte ich alles, denn Himmel so wie sie sich an mir rieb als gäbe es keinen Morgen mehr, war es kein Wunder, dass ich hart wurde.

In aller Ruhe, die ich innerlich eigentlich gar nicht fühlte, denn da war Aufregung, Verlangen …. ein riesiges Verlangen für das Mädchen, das auf meinem Schoß saß und mein Herz, dass so schnell das Blut durch meine Venen pumpte und alles davon sammelte sich in meiner Lendengegend. Ich zog weiterhin an meiner Zigarette, die halb in der Luft verqualmt war. Doch Bella hatte anscheinend andere Pläne, denn sie zog meine Hand an ihre Lippen und zog einen tiefen Zug meiner Zigarette, sah dabei total sexy aus mit ihrem verwuschelten Haar, den roten geschwollenen Lippen und diesen dunklen Seen, die mich so verträumt ansahen.

„Bella......eh.....“ Ich wollte sie einfach nicht unter Druck setzen, denn ich hatte es ihr versprochen und ich war dafür bekannt, dass ich mein Versprechen immer hielt.
„Ich weiß, aber ich bin süchtig nach deinen Berührungen.“ Fuck, das war nicht ihr Ernst, oder? Sie zog sich doch nicht wirklich das Hemd aus, oder? Cullen, reiß dich zusammen und hör auf diesen feuchten Traum zu leben. „Ich will, dass du mich berührst, Edward und ich will dich auch berühren. Es ist so eindeutig, dass wir zusammen sein müssen. Es gibt keinen Weg daran vorbei.“ Fuck! Ich raufte mir das Haar, während ich den Filter meiner Zigarette ausdrückte.

„Bella, nein!“ Ich hielt sie an der Schulter um zu verhindern, dass sie mich küsste und das Hemd auszog oder so. Etwas, das mich so aus der Bahn werfen würde, sodass ich mein Vorhaben nicht mehr verwirklichen wollen würde. Reiß dich zusammen, Cullen! Ich durfte einfach nicht zulassen, dass wir jetzt etwas taten, was sie für das ganze Leben traumatisieren würde. Sie war noch nicht bereit. Und obwohl sie das nicht wusste, reichte es, dass ich es wusste.
„Bitte!“ Fuck, war dieses Mädchen verrückt? Sie bettelte doch jetzt nicht wirklich..... Oh fuck, dieses kleine Wort ließ einen bittersüßen Schmerz in meine Lendengegend vibrieren.
„Bella, reiß dich zusammen!“ Ich schüttelte sie an der Schulter, weil ich sie zur Besinnung bringen musste, weil ich mir in diesem Moment selbst nicht traute. „Wir müssen einen Gang runterschalten, Baby. Wir gehen unsere Beziehung viel zu stürmisch an und fühlen uns wie auf einer Achterbahn. Das ist nicht das Richtige. Du bist nicht bereit. Und ich bin auch nicht bereit mit dir zu schlafen. Das heißt nicht nie, nur nicht jetzt, okay?“
„Edward, ich kann nichts für meine Gefühle. Es tut mir leid, ich hätte mich nicht so gehen lassen dürfen. Ich war nur so glücklich …..“ Schuldbewusst ließ sie den Kopf nach vorne fallen, ihr Haar schwang mit und legte sich wie ein Vorhang vor ihr Gesicht. Ich seufzte, hob ihr Gesicht wieder an. Ich verstand sie, weil sie mich so sehr wollte wie ich sie, aber wir sollten es langsam angehen. Ich wollte nicht, dass sie etwas tat, wozu sie nicht bereit war.
„Komm schenke deinem Baby ein Lächeln, ja?“ Halbherzig lächelte sie und drehte den Kopf von mir weg. Ich umfasste ihre Wange, drehte sie wieder zu mir, hauchte ihr einen Kuss mit offenem Mund auf die Lippen.
„Sag mir nur eins, haben wir überhaupt Zeit um uns Zeit zu lassen?“ Sie sah mir direkt in die Augen. Für einen Moment sah ich den Horror und die entsetzliche Angst in ihren Augen, dann wandte sie den Blick ab und spielte mit ihren Händen. Und das war nicht das, was ich in ihr bewirken wollte, als ich ihr erzählte, dass ich höchstwahrscheinlich getötet werden würde. Ich wollte sie nur warnen, damit sie mich später nicht dafür hasste, weil sie auf irgendeine Weise benutzt hatte und ihr die Wahrheit nicht gesagt hatte. Aber das war mit Sicherheit nicht das, was ich hatte bewirken wollen. Vielleicht war das alles ein Fehler, vielleicht hätte ich nicht......... Fuck, ich würde jetzt nicht bereuen, dass ich mit ihr zusammen war. Ich würde jetzt keine Panikattacke bekommen und meine Sachen packen um mich danach zum Teufel zu scheren.

„Isabella, ich versuche wirklich alles um dich nicht zu verletzen, um es langsam anzugehen, weil unsere Liebe noch so jung ist. Und ich versuche mein Versprechen zu halten, weil ich wirklich darauf warten will, bis du bereit bist und ich werde nicht zulassen, dass ich es verbocke. Denn du bedeutest mir alles. Verstehst du? Dieses eine Mal muss ich alles richtig machen. Vergiss einfach, was ich dir erzählt habe, denn ich will nicht, dass du mich siehst und mich sofort vermisst als wäre ich gar nicht mehr hier. Sagtest du nicht, dass du alles dafür verwettest mit mir zusammen zu sein, also sei verdammt nochmal mit mir zusammen. UND HÖR AUF UM MEINEN TOD ZU WEINEN, DENN ICH LEBE NOCH. FUCK!“ Ich fuhr mir verzweifelt durch das Haar, denn wenn ich wütend war tendierte ich dazu sofort meine Faust zu verwenden, aber ich würde niemals die Hand gegen mein Mädchen heben. Niemals. Eher würde ich – keine Ahnung, mir viel kein passender Vergleich ein, aber ich würde niemals mein Mädchen schlagen. Das könnt ihr mir glauben. „LIEBE MICH EINFACH UND VERGESSE DIESE UNWICHTIGEN DINGE, UND WENN DU DAS NICHT KANNST, DANN.......“ Das Nächste, was ich fühlte, waren ihre Lippen auf meinen. Sanft. Schmeichelnd. Beruhigend. Liebend. Sie versprachen soviel von der Liebe und ich ertrank in diesem Kuss. Ich hatte das Gefühl, dass meine Knie einknicken würden und ich vor ihr auf die Knie gehen würde, seitdem ich ja aufgesprungen war um durch das ganze Zimmer zu tigern. Dieser Kuss war einfach gefühlvoll. Er ließ mein Herz anschwellen und da war nichts Knisterndes darin, denn es waren nur Gefühle, die offenbart wurden. Kein Verlangen nach mehr. Nur Liebe, reine seelische Liebe.

Da waren nur ihr Herz offenbart und ausgebreitet vor mir und mein Herz zugänglich für sie, um damit machen zu können, was sie wollte. Es brechen. Es stehlen. Es zerstören. Es lieben. Was auch immer sie damit machen wollte.

Da standen wir, eng umschlungen. Eine Frau und ein Mann. Niemand besonderes. Einfach nur zwei Liebende ohne Namen. Menschen, die keine natürlichen Feinde sein wollten. Menschen, die nicht einander verlieren wollten. Menschen, die sich ein normales Leben wollten. Die sich nicht verstecken mussten um sich lieben zu können.

Zwei einfache Menschen. Namenlos. Zwecklos. Planlos.








~MB~









Frisch geduscht und wohlriechend kam sie aus dem Badezimmer. Eine heiß-wie-die-Hölle Jeans spannte sich um ihre langen, geraden, schlanken Beinen und ließ mich trocken schlucken. Fuck, Mädchen. Ich wollte die Haut auf ihren Beinen küssen, die durch ihre an einigen Stellen zerfetzte Jeans nicht verhüllt war. Das weiße Tank-Top, das sie trug spannte sich um ihren Oberkörper und der dunkelblaue Blazer ließ ihre Haut strahlen. Alles in allem, war sie so heiß, dass man für sie sterben konnte. Herzinfarktrisiko!

Ich trank meinen Kaffee in kleinen Schlucken, tat ein wenig desinteressiert, während ich tatsächlich ihren knackigen, kleinen und runden Arsch abcheckte. Sie band das Haar mit einem Haargummi zurück. Einige Strähnen schmiegten sich um ihr Gesicht und spielten mit ihrer Haut. Noch ein Schluck meines Kaffees folgte.

„Baby, bist du schon angezogen? Alice sagte, wir sollten um 14 Uhr fertig sein, weil sie schon etwas geplant hatte, was wir heute tun können. Wir haben nur noch eine halbe Stunde. Edwaaaaaaaaaard?“ Ich musste grinsen, als sie wieder um die Ecke kam, angelaufen wie eine wilde Amazone, stürmisch legte sie die Arme von hinten um meinen Bauch, küsste meinen Nacken und meine Narbe, die ich mir im Krieg zugezogen hatte, als ein Wilder mich mit einer zerbrochenen Flasche attackierte und sie mir in den Nacken rammte. Keine angenehme Erfahrung.

„Baby, bist du schon fertig angezogen? Warte, lass mich dich mal ansehen!“ Sie drehte mich zu sich um und betrachtete mich prüfend. Danach fächerte sie sich gespielt Luft zu. „Fuck, Cullen.“ Sie schlug mir auf die Brust mit ihrer flachen Hand und lachte. „Du.willst.mich.umbrigen.eindeutig.“ Sie fuhr über den Kragen meines grauen Jacketts mit ihren Fingern, mit ihren Knöcheln über die Haut, die mein V – geschnittenes, weißes Shirt darunter nicht verdeckte. Dann wanderten ihre Hände abwärts, ihre Augen zu meinen schwarzen italienischen Anzugschuhe, die ich mit einer eingerissenen Bluejeans trug. Sie legte die Arme um meinen Bauch, lehnte den Kopf seitlich auf meine muskulöse Brust, die sich durch das Shirt abzeichnete.

„Bella, du bist sehr schön. Aber wenn ich nur das sage, klingt es so oberflächlich. Es ist klingt besser, wenn ich sage, dass wir perfekt zueinander passen. Wir sind beide heiß wie die Hölle und zusammen. Was will man mehr? Wenn man so ein Mädchen hat, das einen liebt und das man liebt, wäre man ein Arsch, würde man mehr vom Leben erwarten!“ Ihre Hand wanderte von meinem Rücken abwärts und sie kniff in meine Pobacke, empört hielt ich die Luft an, begann aber zu lachen.

„Das kommt davon, wenn du so romantisch bist und mich zum Weinen bringst. Dann fühle ich mich so unglaublich blöd und verliebt und verträumt und....“ Ich küsste sie und sie hielt am Anfang die Luft an, stützte sich auf den Tresen in der kleinen Küche und küsste mich danach zurück. Meine Hand wanderte in ihren Rücken und ich brachte unsere Körper wieder näher aneinander. Sie schnappte nach Luft und küsste mich genauso leidenschaftlich zurück wie ich sie. Ich raubte ihr immer den Atem, wenn ich sie küsste, das konnte sie fucking nicht leugnen. Sie krallte die Hände in mein Haar, verwüstete es nur noch mehr und ließ mich sie härter küssen. Leidenschaftlicher. Und dann ganz plötzlich drückte sie mich weg, hielt ihre kleinen Hände gegen meine Brust durchgedrückt.

„Mach dich fertig, Cullen und reiß dich zusammen, wenn wir in der Öffentlichkeit sind.“
„Das sagt die, deren Hände auf meinem Arsch liegen!“ Sie streckte mir die Zunge heraus und wackelte nur noch mehr mit ihrem Hintern als sie die Küche verließ.
„Außerdem lagen sie gar nicht auf deinen Hintern. Ich habe nur kurz in deinen Hintern gekniffen. Wenn du schon etwas sagst, dann die Wahrheit, Cullen.“ Vom Sofa nahm sie sich ihre dunkelblaue Handtasche und schleuderte einiges hinein, kam dann wieder um die Ecke und sah mich süß lächeln mit klimpernden Wimpern.
„Edwaaaard?“
„Bellaaaaaaa?“ machte ich ihr gleich und trank endlich meinen Kaffee aus, stellte die Tasse in die Spüle.
„Baby, borgst du mir deine sexy Ray-Ban aus?“ Sie spitzte die Lippen, ließ das Manipulationsspielchen dann aber sein und sah mich ganz normal an.
„Kleines, wie oft soll ich es dir noch sagen, das was mir gehört, gehört auch dir, ja?“ Ich näherte mich ihr, tippte ihr gegen die Stirn. „Das soll endlich mal in dein hübsches Köpfchen reingehen!“ Ich lächelte sie schief an und sie hielt die Luft an. Die dunklen Augen wie schwarze Seen, so tief, dass man sich darin verlieren konnte. Mein Daumen rieb über ihren ungeschminkten Lippen, zog die Konturen ihres Mundes nach. Ich bewunderte sie, denn bisher hatte ich noch kein Mädchen gesehen, dass ungeschminkt das Haus verließ. Andererseits, meine Bella war doch etwas ganz Besonderes. Sie hatte dieses Etwas, das mein kaltes Herz erweichte. Kurz küsste ich ihren Mundwinkel und sie grinste mich wunderschön an, zwei Reihen weißer, strahlender Zähnen kam zum Vorschein und das Lächeln ließ meine Knie weich werden. Mein Herz schlug schneller, nachdem es ein paar Mal aussetzte. Dann legte sie ihre Hand in meinem Nacken, sah mir tief in die Augen.

„Edward, woher kommt die Narbe auf deinem Nacken?“ fragte sie dann und verdeckte diese mit ihrer Hand, als wäre die Wunde offen und sie könnte den Schmerz wegnehmen oder so.
„Vom Krieg, Baby. Ein Barbar hat mich angegriffen. Nichts Wichtiges.“ Sie sah mich mit diesem durchdringenden Blick an, der sagte: Komm-sag-die-Wahrheit-Baby. „Okay, es hat höllisch wehgetan und die Wunde musste genäht werden, nachdem man die Glassplitter entfernt hatte.“
„Glassplitter?“ fragte sie schockiert, ihr Mund zu einem O geformt, die Augen groß.
„Er hat mich mit einer Bierflasche angegriffen!“ Ihr Blick wurde traurig, zärtlich und besorgt zugleich. Sie entfernte einige Strähnen aus meiner Stirn und küsste meine Wange nur kurz, weil jemand wie verrückt an der Tür hämmerte.
„MACHT AUF, ICH WEIß, DASS IHR EUCH DA DRINNEN VERSTECKT!“ Das war eindeutig Alice, diese Quitschente.
„Komme!“ rief Bella und ließ zur Tür um diese zu öffnen.
„Ohhhhh!“ quitschte Alice. „Soooooooooo hübsch. W-O-W.“ Ich hörte die Schmatzgeräusche als sie einander  Küsschen verteilten.
„Hey, B. Die Jungs warten unten in Em`s Jeep damit wir gleich fahren können.“ Das war Rosalie. Bevor ich zu ende hören konnte, was Bella mit Rose redete, hüpfte meine Schwester schon in die Küche, checkte mich ab von meiner Haarspitze bis zu meiner kleinsten Zehe.
„ROSE!!!!!!!!!!“ schrie sie dann und die Genannte stürmte ebenfalls in die Küche, wo sie mich lächelnd aber auch etwas entsetzt anstarrte.
„Was? Habe ich Scheiße auf dem Gesicht verschmiert?“ Mit meiner RayBan-Sonnenbrille auf dem Kopf kam Bella ebenfalls dazu und sah verwirrt von Alice zu Rose und wieder zurück.
„Siehst du das, was ich auch sehe, Rose?“ sagte Alice und sah mich wieder an.
„Boah, seid ihr nervig.“
„Wir sehen dich, Cullen. Du brauchst es nicht zu leugnen.“ WAS verdammt nochmal meinten diese Zwei? Ich verstand nicht und würde am liebsten beide erwürgen.
„Können wir jetzt los?“ Oh ja, Baby, lenke sie bitte von mir ab.
„Erst wenn du uns sagst, wie du DAS geschafft hast, B?“ fragte Rose und zeige auf mich.
„Ich verstehe nicht, was du meinst, Rose.“ Bella schüttelte verwirrt den Kopf und sah Alice und Rose verständnislos an.
„Sieh genau hin.“ Als wir beide nichts verstanden und ich schon plante, wie ich Rose und Alice am besten umbringen sollte, antworteten beide ganz als wäre es selbstverständlich. „Na, die Pärchenoutfits, dass sie es auch so schwer checken!“ Entrüstet darüber, dass wir alles SO schnell checkten, pustete sich Alice ihren Pony aus dem Gesicht.
„Äh....“ Bella sah auf sich herunter und sah dann mich an. Plötzlich als hätte uns jemand ein Startsignal gegeben begannen wir zu lachen und hielten uns die Bäuche. Verständnislos sahen jetzt Rose und Alice uns an, so als hätten wir den Verstand verloren.
„Warte, ist das Edwards Sonnenbrille hier auf Bellas Kopf?“ quietschte Alice dazwischen.
„Raus!“ rief ich wütend. Sie schmollte. „Raus, Alice! RAUS!“
„Spielverderber!“ rief sie beleidigt und machte kehrt auf ihren Absatz. Rose folgte ihr lachend.
„Komm, Baby!“ nuschelte Bella und streckte die Hand aus, die ich Sekunden später ergriff und wir schlenderten hinaus, aber nicht ohne unsere RayBan- Sonnenbrillen aufzusetzen. Natürlich hatte ich ein Paar extra mit. Ich war doch nicht umsonst Edward Cullen. Als wir den Aufzug betraten, löste Bella ihre Hand von meiner und nahm sich einen kleinen Teil von meinem Herz mit. Traurig sah sie mich an, weil sie am liebsten vor der ganzen Welt herausschreien würde, dass sie mit mir zusammen war. Aber es ging noch nicht. Die Zeit war noch nicht reif dafür. Ich war ihr nicht böse, denn mir war es egal wie und auf welche Art, aber ich wollte nur mit ihr zusammen sein. Wenn wir es nicht der ganzen Welt sagen konnten, war es auch okay, solange wir zusammen waren.

„Tut mir leid!“ nuschelte Bella in meine Richtung, packte mich am Kragen meines Jacketts und zog mich an sich. An ihren warmen, weichen Körper. Meine ganzen Finger ausgebreitet auf ihrer Wange, nur der Daumen auf ihrem Kinn, packte ich sie und attackierte ihre Lippen. Wieder. Immer wieder. Und wieder. Sie stöhne in meinem Mund. Als der Aufzug uns aber auseinanderspringen ließ, weil sich die Türen mit einem „Pling“ öffneten, trat Bella als erste hinaus und wurde sofort herzlich begrüßt. Ich hielt ihr die Glastür auf als wir aus dem Hotel traten und sie antwortete mit einem gefühlvollen „Danke“, ich hatte dabei nicht das Gefühl, als würde sie mir dafür danken, dass ich ihr die Tür aufgehalten hatte, sondern, dass ich sie verstand, dass wir unsere Beziehung nicht öffentlich machen konnten.

Emmetts grauer Jeep stand vor dem Plaza und wartete auf uns. Rosalie und Alice hatten die Autotür im hinteren Bereich des Autos offen gelassen und Bella stieg ein.
„Rosie, nimm Alice auf deinen Schoß oder kletter nach hinten in den Gepäckbereich.“ bat Emmett sie, doch ich kletterte in den Gepäckbereich, den Emmett so umgestaltet hat, dass man es gemütlich hatte und in Ruhe mitfahren konnte. Schließlich wollte ich mich nicht wie ein Fisch in der Gardinenbüchse fühlen. Rose verdrehte die Augen. Danach sah ich das lange hellbraune Haar, löste einige Strähnen von ihrem Pferdeschwanz und wickelte sie um meinen Finger.
„Emmett, bist du ein bisschen verwirrt, mein Bärchen? Du glaubst wohl nicht, dass ich zu Cullen nach hinten klettere oder?“ sagte Rose dann, zwinkerte mir verspielt zu und lächelte als sie sah, dass ich mit Bellas Haar spielte. Alle im Wagen lachten.
„Alter, hast du es gemütlich hinten?“ fragte Jasper vom Beifahrersitz.
„Yeah, ich hab eine tolle Aussicht von hier aus.“ Auf Bellas schlanken Hals und ihr langes welliges Haar. So schön wie eine verdammte Hymne.
„Cullen, hör auf an meinem Haar zu ziehen. Erkennst du nicht den Nuanceunterschied zwischen hellblond und hellbraun?“ Verdammtes Hale-Weibchen.
„Klappe, Hale!“ Sie lachte laut und Bella verpasste ihr einen Stoß in die Rippen.
„Reißt euch zusammen, das zählt auch für dich, Cullen.“ Anstatt mich böse anzusehen, warf sie mir einen ihrer liebevollen Blicke und ich verstand, dass sie das nur als Vorwand nahm um sich zu mir zu drehen und mich anzusehen.
„Bella, wir haben heute schon so viel vor. Zuerst fahren wir zu Emmett, dort werden die Jungs unser Essen vorbereiten, während wir Mädels shoppen, danach spielen wir Tischtennis und Billard, legen uns in den Whorlpool und erst dann fängt die Party an.“
„Alice, kannst du mir sagen, was du unter ´wir´ verstehst?“ fragte Bella mit sanfter Stimme.
„Na wir sechs hier, was dachtest du denn?“ antwortete Alice entrüstet, weil Bella nicht wusste, wen sie mit wir meinte. „Du dachtest wohl wir bringen dich zur New York Fashion Week, nicht wahr?“ fragte Alice belustigt, aber Bella sah sie nur kurz und schweigend an, dann drehte sie den Kopf nach vorn, so dass ich nur ihren Hinterkopf bewundern konnte. Die Ruhe, die danach im Auto entstand, war erdrückend und die Anspannung, die wir alle fühlten, hätte man mit einem Messer schneiden können. Aber Rose löste das alles, in dem sie das Gespräch weiter in Gang setzte.
„Bella war schon auf mehreren Fashion Weeks, Alice.“ Rose drehte den Kopf halb zu mir und zwinkerte mir beruhigend zu, denn sie hatte die Fäden in der Hand und lenkte das Gespräch so, dass es nicht peinlich wurde oder unangenehm.
„Echt? Oh mein Gott, das ist ja der Wahnsinn. Ich würde so gerne mal auf eine Fashion Week gehen. Ist ja nicht so, dass wir arm sind, Gott bewahre, aber mein Dad ist Arzt und Mum eine Direktorin. Da haben sie, glaube ich, nicht die genügenden Connections.“ Alice strahlte Bella an, beneidete sie wahrscheinlich darum, dass sie schon mal auf einer oder mehreren Fashion Weeks war, was wusste ich schon über so einen Mädchenkram, aber meine Bella lächelte meine Schwester liebevoll an, beugte sich seitlich und ergriff ihre Hand.
„Ich kann das mit meiner Mutter so einrichten, dass du sie das nächste Mal begleitest, wenn du willst.“ bot Bella großzügig an.
„Deine Mum?“ fragte Alice verwirrt, denn sie hatte Renée nicht so oft gesehen, sie kannte sie fast gar nicht.
„Renée Swan, ihr gehört die ELB-Fashion, die größte Modefirma in Seattle.“ erklärte Bella und Alice quietschte, warf sich auf Bella, so gut es eben ging, da Rose zwischen den beiden saß und jammerte, da Alice ihr anscheinend die Luft aus den Lungen presste. Ich musste grinsen.
„Oh Bella, das wäre so toll. Ich habe mich schon immer für Mode interessiert, aber ich konnte nie so sehr vorankommen, dass ich mir die neuen Trends live ansehen kann oder so. Denn in der kleinen Boutique, in der ich arbeite – meine Chefin ist eine Hexe - , gibt es nicht so viele Entwicklungsmöglichkeiten.“ Meine Schwester redete ohne Punkt und Komma weiter.
„Kleine Ally, ist ja gut, wir haben es verstanden.“ gab Emmett mit seiner tiefen Stimme von sich.
„Klappe, Teddybär.“ gab Bella von sich und lächelte ihren Bruder verschmitzt an.
„Das kriegst du zurück, Bellilein. Immerhin bin ich der ältere Bruder, das gehört sich einfach nicht.“ Bella winkte ab und lehnte ihren Kopf gegen die seitliche Fensterscheibe.
„Wann auch immer du willst, großer Bruder.“ antwortete sie und blickte auf die gelben Cubs, die in New York überall zu finden waren.
„Cullen, was ist los? Du – so still, kann ja nur ein Traum sein.“ stichelte Rosalie, das verdammte Blondie und grinste bis über beide Ohren.
„Ist unser klein Eddy etwa verliebt? Kaum zu glauben.“ setzte unser lieber Emmett fort.
„Du solltest dich lieber um den kleinen Emmett kümmern, Alter.“ gab ich genervt von mir und verdrehte die Augen.
„Boah, sei nicht so eine Zicke, Cullen. Was ist, hat dir jemand einen Korb gegeben und jetzt bist du allein und frustriert? Wir können das Telefonbuch durchgehen. Es gibt nichts, was ich für dich nicht tun würde.“ Emmett grinste mich breit an. Ich wurde richtig wütend. Dieser Bastard, was bildete er sich eigentlich ein? Er wusste, dass ich seine Schwester ´gern hatte´ und nun viel mir in den Rücken, in dem er erzählte, dass ich viele Frauen in der Vergangenheit gehabt hatte. Die kleine Geschichte von Emmett hörte sich an als wäre ich ein Aufreißertyp gewesen und Herzen gebrochen, aber so war es nicht, es war immer ein gemeinsames Einverständnis zwischen den Frauen und mir, aber ich hatte keiner das Herz gebrochen – vielleicht auch doch, aber ich hatte ihnen niemals etwas versprochen.

„Isabella, lass mich dir die Situation erklären: Diese zwei Typen hier waren in New York heiß begehrt und die Frauen schliefen vor ihren Wohnungstüren. Ich war immer derjenige, der den Mädchen ein Taxi rufen musste, damit sie sicher nach Hause kamen. Da ich schon seit Ewigkeiten in dieser Studentenbar spiele und meine Freunde mich dort auftreten sahen, musste ich immer Taschentücher mitnehmen um den Mädels die Tränen abzuwischen. Die armen Mädchen! Aber noch ärmer waren Ed und Em, sie konnten von ihrem Fanclub gar nicht mal auf die Straße. Als Ed in der Bibliothek in Brooklyn arbeitete, war diese jeden Tag voll und nur während Ed´s Arbeitszeit. Das ist aber Geschichte und jetzt sind beide erwachsen. Irgendwann bald werden sie die Frauen heiraten, die sie lieben und viele kleine Babys bekommen. Da bin ich mir sicher.“ Jazz strich einige seiner Strähnen aus seinem Gesicht und lächelte meine Bella an, diese nickte verständnisvoll. Der Blick, den er ihr zuwarf, war traurig, so als könnte er in ihr die Reste seiner alten Liebe erkennen – als könnte er Linda sehen.

„Es heißt Bella, Jazz.“ korrigierte ihn Bella automatisch und er lachte herzhaft, ich lächelte ebenfalls traurig, als ich mich erinnerte wie oft Linda uns Geschichten von Bella erzählt hatte. Traurig war, dass Linda geplant hatte Bella nach New York zu bringen, damit diese, wenn sie volljährig wäre, mit ihr und uns leben konnte. Ebenfalls traurig war der Brief, wo Linda ihre letzten Gedanken und Gefühle aufgeschrieben hatte, bevor sie sich das Leben nahm. Sie wollte nicht mehr seine Marionette sein. Charlie Swan. Der mächtige Senator. Dieser Bastard. Wie konnte ein so schlechter Mensch, solche guten Kinder und eine tolle Ehefrau haben? Und Linda hatte geglaubt, dass Jasper zusammen mit seinen Eltern im WTC ums Leben kam, was bei seinen Eltern tatsächlich der Fall gewesen war, da die beiden dort gearbeitet hatten. Jasper hatte Glück und konnte evakuiert werden, aber Linda erfuhr das nie.

„Es heißt Bella. Es heißt Bella.“ imitierte Emmett sie mit einer Mickey Mouse Stimme und bekam einen Klaps auf den Hinterkopf von seiner Freundin.
„Das hast du davon, Teddybär.“ Bella streckte ihm die Zunge heraus.
„Freches Mädchen. Das werde ich sofort Dad berichten müssen, damit er dich besser erzieht.“ Es war nicht so, dass Emmett nichts wusste, aber er entfernte sich von Dingen, von der Wahrheit und wollte diese nicht kennen. Er war das Gegenteil von Bella, wenn es um ihren Vater ging. Emmett wollte in dem Glauben leben, dass sein Dad ein Mann der Ehre war. Dazu konnte ich nur sagen – Träum weiter, Bro.
„Dann werde ich dich wohl umbringen müssen.“ antwortete Bella lächelnd.
„Und du bist auf Sexentzug, das schwöre ich dir, Bärchen.“ fügte Rose hinzu.
„UND – das wichtigste und in dieser Runde – ich mache leckere Hotdogs von deinem Fleisch, nach dem ich dich geschnitten, gevierteilt und geachtteilt habe. Verstanden?“ drohte Alice mit einem giftigen Tinkerbell Ausdruck auf dem Gesicht. Man konnte sie überhaupt nicht ernst nehmen.
„Konzentriere dich lieber auf die Straße, Emmett.“ ermahnte ihn Jazz als Em etwas entgegnen wollte. Vergeblich – man konnte sich nicht gegen drei Frauen wehren. Nicht wenn man Emmet hieß und sich ihnen in den Weg stellte. Man machte es mit Charme, aber wir sprachen hier von Emmett, richtig?

Nach einer Viertelstunde plus minus zwei oder drei Minuten kamen wir in Em´s Penthouse an.  Die Wohnung war riesig und sehr schön eingerichtet. Aber ich ließ mich auf die Couch fallen, denn ich war doch keine Frau um die Wohnung mit Ah´s und Oh´s und ´Oh wie schön´zu kommentieren. Müde streckte ich mich und ließ meine Füße überkreuzt auf die Couch fallen. Wenn sie weiterhin so ruhig blieben, dann würde ich wegdösen.

Mein Handy gab ein ´Pling´ von sich und ich blickte auf das Display, es zeigte eine neue Nachricht an.


2. Tür rechts – B.



Diese Nachricht verwirrte mich, aber ich stand sofort auf und machte mich auf den Weg. Als ich vor der zweiten Tür rechts stand, zögerte ich kurz und drehte dann doch den Türknauf. Die Tür knarrte leise und im Raum erwartete mich die vollständige Dunkelheit, doch ich wurde gepackt, schwungvoll gedreht und die Tür schloss sich hinter uns leise. Verbarg ein riesiges Geheimnis einer Liebe. Meine Augen hatten sich noch nicht an die Dunkelheit gewöhnt. Ich hatte keine Ahnung, warum die Vorhänge in diesem Raum zugezogen waren oder warum sie mich hierher bestellt hatte.

„Bella?“ fragte ich unsicher. Vielleicht machten sich Em oder Jazz einen Spaß daraus mich zu verarschen.
„Shhh.“ sie legte ihren Finger an meine Lippen. „Ich bin es, Baby.“
„Warum versteckst du dich hier?“ fragte ich sie genauso leise wie sie zuvor mit mir gesprochen hatte.
„Wir spielen ´Verstecken´, wusstest du das nicht?“ leise lachend umarmte sie mich.
„Und du wolltest, dass ich dich als Erster finde?“ Stumm nickte sie mit ihrem hübschen Kopf. „Ich wusste gar nicht, dass wir solche dummen Spielchen spielen.“
„Das sind keine dummen Spielchen, Edward.“ Ihre Hände liebkosten meine Kopfhaut und ich hätte am liebsten wie ein Kätzchen geschnurrt. „Sag so etwas nicht. Ich habe Verstecken-spielen geliebt als ich klein war!“
„Okay, tut mir leid. Es sind ganz kluge Spiele für Erwachsene.“ Ich hörte sie leise lachen, weil ich es so sarkastisch ausgesprochen hatte. Schnell wechselte sie das Thema bevor ich auch mal das Wort Keks aussprechen konnte. Frau, so schnell konnte ich nicht mal denken!
„Mister Cullen, ich hörte von meinen sicheren Quellen, dass sie ein kleiner Aufreißer waren. Ich bin schockiert!“ Ich hörte ihre amüsierte Stimme, aber ich wusste nicht, was sie dachte, ob sie auch wirklich verstanden hatte, dass es nicht so war, wie es klang oder aussah.
„Kleines, so war das nicht....“ Sie fucking verstummte meinen Protest mit einem Kuss. Einem süßen, rosa-roten Streifen auf dem Horizont meines Lebens. Ich hatte gedacht, dass Liebe nur gut oder schlecht war; schwarz oder weiß; richtig oder falsch. Ich schnitt mir tief ins Herz damit, enttäuschte mich selbst mit dieser falschen Vorstellung der Welt. Jetzt sah ich Farben, wie ein Blinder, der zum allerersten Mal sehen konnte. Sie war einfach alles. Sie war alles für mich.
„Ich weiß, Baby....“ antwortete sie lieblich grinsend. „Ich kenne dich, Edward.“
„Gut, denn ich würde mir Sorgen machen, wenn du böse auf mich wegen dummen Dingen wärst.“ Still einander im Arm haltend blieben wir an Ort und Stelle stehen. Für einige Sekunden. Eine Ewigkeit. Es war egal. Das Wichtige war, dass wir aneinander glaubten und uns gegenseitig unterstützen würden. Bella schien im demselben Moment, dasselbe Prickeln unter ihrer Haut zu fühlen, denn was sie als nächstes sagte, war berauschend....bestärkend....mächtig.
„Derjenige, der sagt, dass zwei Menschen zusammen nicht stark genug sind, lügen und wir sind das beste Beispiel dafür. Du wirst mir nicht glauben, aber an deiner Seite fühle ich mich so ...stark. Sie mögen böse sein und wollen sich selbst in Sicherheit wissen, sie wollen dich vielleicht töten, weil du eine Bedrohung für sie darstellst. Aber du brauchst keine Angst zu haben, solange ich lebe werde ich alles Mögliche tun und sogar das Unmögliche..... Mir kannst du vertrauen, Edward. Er hat vielleicht Männer,Waffen, korrupte Menschen an seiner Seite. Er ist stark, aber wir.....“ sie strich mir zärtlich über meine raue Wange. „...wir haben Liebe … wir haben uns. Und du hattest Recht, wir sollten alles langsam angehen, wie ganz normale, langweilige Menschen. Zwei Menschen. Unwichtig wer sie sind oder was sie in ihrem Leben machen. Wichtig ist, dass sie bereit sind alles für den anderen zu tun. In diesem Spiel sind wir zusammen, Edward. Wir sind Partner.“ Meine Hand wanderte zu ihrem Pferdeschwanz, ich wickelte diesen um meine Faust, zog ihr Gesicht näher an meinem, presste ihren Körper an meinem.
„Das ist kein Spiel. Ich würde eher in Ruhe sterben wissend, dass du friedlich und sicher in deinem Bett liegst, als dich neben mir sterben zu sehen, nur weil ich zu egoistisch bin um dich loszulassen.“ Ich küsste ihre Nasenspitze. Der Gedanke terrorisierte mich.
„Versprich mir, dass.....du niemals loslassen wirst. Niemals. Ich will nicht in meinem Bett sicher und friedlich schlafen, während du …. Nein! Wir sind ein Ganzes. Sollte ich blind sein, bist du meine Augen. Ich mag schwach sein, Edward, aber für dich bin ich bereit auf alles. Alles! Merke es dir endlich!“ Ihre Worte ließen eine Unruhe in mir wachsen, denn ich wollte sie wirklich nicht der Gefahr aussetzen. Sie wusste nicht wovon sie sprach. Sie war verliebt und dachte, dass sie bereit war alles zu tun, aber jeder Mensch überlegte sich zweimal bevor er etwas tat. Wog wenigstens ab, was er zu verlieren und zu gewinnen hatte. Ihre Stimme war heiser geworden. Ich legte meine Arme um sie. Fest. Als gäbe es keinen Morgen mehr. Ich fühlte ihren rapiden Herzschlag an meinen. Hatte Angst um sie, weil sie sagte, dass sie bereit auf alles war und ich wünschte, sie würde es nicht ernst meinen. Sollte sie vor mir sterben, hätte sich kein Kampf gelohnt. Nichts!
„Meine erste Aufgabe ist dich zu beschützen, Baby. Die zweite ist dich zu lieben und glücklich zu machen. Die dritte ist keinen weiteren Plan zu machen, weil wir leben wollen und nicht planen. Die vierte ist vier Kinder mit dir zu bekommen. Zwei Mädchen und zwei Jungen. Kleine Bellas und Edwards.“ Ich fühlte ganz tief in meinen Augen, dass sich eine heiße Flüssigkeit bildete, die meine Sicht trübte. Aber an meiner Stimme konnte man nichts bemerken, wofür ich wirklich dankbar war.
„Vier?“ fragte sie überrascht, leicht geschockt und begann nervös zu lachen. „Ähmmm....“
„Nicht jetzt, Baby.“ ich musste lachen. „In ein paar Jahren, wenn wir ein kleines Häuschen erbaut, geheiratet haben und alles erlebt haben, was wir erleben wollten. Du weißt schon, bis dahin werden Em und Rose schon drei störrische Emmett-Rose-Duplikaten haben und wir müssen sie überholen, natürlich. Dann bilden wir ein Fußballteam, zusammen mit Jazz´und Alice´ Kindern. Nach dem Motto: ´Let´s do it, Baby´.“ Ich sah unsere Kinder im großen Garten meiner Eltern herumhüpfen und Mist bauen und meine hübsche Frau sie zurechtweisen.
„Brauchen wir da nicht zwölf Kinder für ein Fußballteam?“ Das war die einzige Frage, die ihr nach meinem Monolog einfiel. „Fuck, Baby, bist du etwa wirklich einverstanden?“ fragte ich sie überrascht.
„Du wirst mich sowieso so lange manipulieren bis ich ja sage, nicht wahr, Casanova?“ Fuck, yeah, Baby.
„Ich will nicht, dass du denkst, ich hätte Frauen das Herz gestohlen und ihre Höschen auf E-Bay verkauft oder so. Das bin ich nicht und dafür hätte ich deinen dämlichen Bruder eine knallen sollen.“ Sie nahm mein Gesicht zwischen ihre Hände, lachte und sah mich an.
„Versuchst du deine Ehre zu verteidigen, Cullen?“ amüsiert spielte sie mit dem Kragen meines Jacketts. „Du bist süß, wenn du das tust. Außerdem finde ich es nicht schlecht, dass dich diese Frauen toll fanden. Es zeigt doch, dass ich einen guten Geschmack habe, nicht wahr?“ Seht ihr? Das ist mein Baby. Da erwartete man sich die schlimmsten, wüstesten Beschimpfungen, aber sie kam dahergelaufen mit ihrem knackigen kleinen Arsch – ich hatte eine Schwäche für ihren Arsch, ich schwöre es - , und sagte mir, dass sie einfach einen guten Geschmack hatte und mich deshalb so viele Frauen gewollt hatten. Fuck, Mädchen. Herzinfarktrisiko!
„Oh yeah, Baby.“ nuschelte ich an ihren Lippen, hielt sie fest gegen meinen Körper gepresst und küsste ihre Stirn, ihre Nase und ihren vollen Mund.
„Wir sollten uns langsam finden lassen, Edward. Sonst wird uns Alice solange suchen bis sie uns gefunden hat.“ Sie löste ihre Arme von meinem Nacken, wollte sich schon umdrehen und zur Tür laufen, als ich ihre Hand packte und sie zu mir drehte.
„Ich krieg noch einen Kuss, Baby. Komm her, schöne Frau.“ Mein Mund attackierte den ihren, ich nahm ihre volle Unterlippe zwischen meinen Lippen, biss sanft in diese hinein, sie keuchte, bohrte ihre Nägel in meinen Nacken nahm meine Oberlippe zwischen ihre Zähne, fuhr besänftigend mit ihrer Zungenspitze über diese und ich konnte meinen Gefühlen nicht standhalten, mir entwich die Luft aus meinen Lungen, ein Grollen baute sich in meiner Brust auf und Bella erstickte diesen, als sie unsere Lippen vollständig miteinander verschloss. Ich fühlte mich so fucking stark in ihren Armen. Unbesiegbar. Die Frau kam dahergelaufen mit ihrem breiten unechten Brave-kleine-Daddy-Tochter-Lächeln, das ihre Augen nie erreichen konnte und besaß jetzt plötzlich meinen Hintern, hatte mich auf ihrer Handfläche um mit mir zu tun, was sie wollte. Was ihr passte. Sie war eine personifizierte Sünde. Und sie war mein. Nur mein, ich würde sie lieben und glücklich machen. Kein anderer. Nur ich. Diese Liebe, diese Liebe war gut, rein und richtig, irgendwie. Sie erfüllte mein Herz, auf eine gute und gesunde Art und Weise, wie wenn der Blitz die dunkle Nacht plötzlich erhellt und den unendlich prasselnden Regen ankündigt. Sie war mein unendlicher Regen, jeder Tropfen davon war ein Segen, ein Geschenk Gottes. Sie war besser als alles, was ich kannte. Sie war das Herz dieser herzlosen Welt und verlieh meinem Leben einen Sinn.

„Edward?“ fragte sie an meinen Lippen.
„Hm?“
„Kann es sein, dass wir verrückt sind?“ Ich grinste an ihrem weichen wundervollen Mund und sie tat es mir gleich.
„Ja, das ist schon bestätigt und unterschrieben von den besten Ärzten. Aber das ist egal. Wären wir normal, wäre es total langweilig, nicht wahr?“ sie nickte an meinen Lippen. Aber klar doch, das war mein Mädchen.
„Gut, ich wollte nur wissen, ob ich mir Sorgen machen muss.“ Sie grinste verspielt und biss mir in die Unterlippe.
„Es ist auf jeden Fall ungesund für unser Herz, aber wir scheißen einfach drauf und leben richtig gut, ja?“ fragte ich sie und streckte ihr meinen kleinen Finger, damit sie ihren einhacken konnte. Das war unser Deal, ein stummes Versprächen, eine Beruhigung für unser Herz, eine Bestätigung für unsere Psyche, dass alle gut gehen würde.
„Ja!“ sie verhakte ihren Finger mit meinen. „Jetzt muss ich wirklich gehen. Okay?“ Ein kurzer Kuss folgte, der mich ganz verwirrt zurückließ.
„Okay!“ Sie war schon an der Tür, sah mich über ihre Schulter hinweg kurz an.
„P.S.: Ich mag es, wenn du mit meinem Haar spielst. Es macht mich wahnsinnig.“ hauchte sie in die Stille hinein und verschwand so schnell, dass ich an meinem Verstand zweifelte und ob sie überhaupt hier gewesen war. Aber mein schnell pochendes Herz, die Verwirrtheit und mein beschissenes Grinsen verdeutlichten, dass sie wohl oder übel hier gewesen war. Die andere Option war, dass ich den Verstand verlor, was ich sicher auch ein Bisschen tat.

Dieses Mädchen würde mein sicherer Tod sein, wie grotesk dieser Gedanke wohl war. Soviel stand schon mal fest. Aber wenn der Tod so gut war wie sie, dann erwartete ich ihn mit offenen Armen und sehnte seine Nähe herbei.








~MB~






„Warte, dreh dich mal um.....auf die andere Seite....sieht nicht schlecht aus, aber probiere lieber das andere Kleid.“ Ich verdrehte meine Augen. Meine Schwester befahl Rose sich nach links und nach rechts zu drehen, betrachtete ihr pinkes Kleid bedächtig und schüttelte denn Kopf, krauste ihre Nase und verzog den kleinen Mund. Die Mädchen hatten mich tatsächlich zum Shoppen wieder nach Manhattan geschleppt, weil sie Bella ganz schnell überzeugt hatten mit ihnen Kleider kaufen zu gehen, weil sie ´Alice versprochen hatte mit dieser den Tag zu verbringen´ und das nutzte Alice natürlich aus. Rose bettelte Bella an und mein Mädchen war so gut gleich nachzugeben. Jetzt musste ich mich hier mit diesen Frauen durch ganz Manhattan durchschleppen, ihnen die Tüten abnehmen, die sie immer mehr füllten, je weiter sie vorankamen und je mehr Geschäfte sie besuchten.

„Du hast Recht. Pink steht mir wirklich nicht.“ entschied Blondie und drehte sich mit dem gelben Kleid, das sie gerade eben ausgesucht hatte zur Umkleide. Ich verdrehte die Augen. Gott sei Dank hatte diese Boutique hier ein kleines Sofa auf dem ich sitzen konnte, denn sonst würde ich mich zu Tode langweilen. Außerdem war es gar nicht auszuhalten, wie schnell die Mädchen miteinander sprachen – für mich klang das wie ein Papageigelaber, welches auswendig runtergerattert wurde. Nervig. Echt nervig. Von den mindestens 12 – ich übertrieb nun wirklich nicht – Tüten, die zu meinen Füßen lagen, gehörte nur eine meinem Mädchen und dafür war ich wirklich dem Himmel dankbar, wenigstens das konnte mir Bella sparen. Dafür liebte ich sie nur noch mehr. Letztere saß ein Stückchen weiter weg von mir an der anderen Ecke des Sofas, wo sie ein Buch in den Händen hielt und ihren Blick erst dann zu mir wandte, wenn Alice mit Rose in der Umkleide war. In diesen Momenten sah sie mich liebevoll an und ich wollte sie so sehr küssen, auf meinem Schoß haben und sie hin und her wiegen, mit ihrem Haar spielen oder sie einfach halten. Das war eine Strafe, wirklich. Jemanden so nah zu haben und doch so fern, dass man ihn nicht berühren durfte, war so scheiße, dass es mich richtig wütend machte.

„Gott, das Kleid ist auch hässlich.“ stöhnte der Giftzwerg frustriert, blickte mich direkt an, sah zwischen Bella und mir als würde sie nur darauf warten, dass wir eine falsche Bewegung machten und sie die Wahrheit sehen konnte. Die Wahrheit stand vor ihren Augen und das menschliche Auge war so blind, dass es nicht mal die Wahrheit erkannte, wenn sie vor seiner Nase stand.
„Bella, hilfst du mir mal ein passendes Kleid für Rose auszusuchen?“ fragte meine Schwester, wandte ihre Augen aber nicht von mir ab. Es war eine stille Warnung in ihren Augen, dass ich mich ja nicht in Bella verlieben sollte. Alice hatte sich zwar genug gefreut, dass mich eine Frau wieder interessierte, aber sie war nicht daran erfreut, dass es sich um Bella handelte. Versucht mal eine Schwester oder noch schlimmer – eine Mutter zu verstehen, ihr werdet daran scheitern. Ich grinste. Als ob ich jemals auf meine Schwester oder Mutter gehört hätte oder es jemals tun würde! Schade eigentlich, dass ich meinen eigenen Kopf hatte.
„Natürlich!“ sagte Bella, legte ihr Buch beiseite und schwang ihren Arsch hoch. Ich versuchte meine Augen davon abzuhalten ihren Allerwertesten abzuchecken, aber … Hatte ich schon erwähnt, dass ich eine Schwäche für ihren knackigen Po hatte?
„Edward!“ schrie meine Schwester böse. „Hör damit auf!“ Ich verdrehte meine Augen und hoffte, dass Bella weit genug von uns entfernt war, um das nicht mitanhören zu müssen. „Ich weiß, dass zwischen euch was läuft, aber du weißt wer sie ist und dass du dir selbst das Damoklesschwert über den Kopf hängst.“ Ich baute mich sofort vor Alice bedrohlich auf.
„Kümmere dich um dein eigenes Leben, Alice. Wenigstens hänge ich nicht an jemanden, der niemals meinen Gefühlen gerecht wird. Ich will dich nicht verletzen, Alice. Aber halte dich aus meinem Privatleben raus.“
„Edward, sie ist toll. Ich hab sie gern. Aber du weißt wessen Tochter sie ist.....Er kann das als Provokation auffassen. Denk an Mum und Dad. Denk an deine Familie. Du bist nicht allein. Kein Einzelgänger ohne Familie. Du kannst ein langes glückliches Leben haben. Vielleicht hat er vergessen, was vor zehn Jahren war. Mit Bella zusammenzusein ist das dümmste, was du tun wirst.“ Wütend umfasste ich ihren Oberarm und zog sie näher zu mir, so dass ich sehr leise in ihr Ohr zischen konnte.
„Ich bin mit ihr zusammen. Jetzt. Immer. Er kann nichts dagegen tun. Du auch nicht. Keiner kann das ändern. Außerdem wird er niemals aufhören. Warum glaubst du hat er seinen Mann nach New York geschickt um mich zu finden, damit ich mich als Bodyguard einstellen konnte? Er braucht mich in seiner Nähe. Er muss den Feind kontrollieren können. Er ist von der Sorte, die niemals vergessen oder vergeben. Und jetzt pack dein Kleid für Rose und kümmere dich um diesen Mädchenkram hier.“
„Du bist mir ihr …. WAS? BIST DU BESCHEUERT?“ schrie sie mich an und ich hatte gar nicht erkannt, dass Bella uns viel zu nahe stand und uns hören konnte. Sie reichte stumm das Kleid an Alice, das sie für Rose ausgesucht hatte. Ihr Blick schnitt mir ins Fleisch.
„Kannst du dich wieder sammeln, Alice? Es ist ein Geheimnis. Wir wollen kein Aufsehen erregen. Hast du verstanden?“ Alice sah Bella traurig an als ich das sagte, Tränen sammelten sich in ihren Augen und sie warf sich dann auf Bella, schlang ihre Arme um deren Hals und schluchzte laut.
„Es tut mir so leid. Oh Gott, es tut mir so leid, dass ich so böse über dich hergezogen hab. Natürlich freue ich mich für euch. Ich... ich weiß nur nicht, wie ich mich verhalten soll.“ Erleichtert legte mein Mädchen die Arme um meine Schwester und drückte sie an sich. Ich selbst mit einem Lächeln auf dem Gesicht legte die Arme von hinten um meine Schwester und beruhigte sie.
„Ist ja gut, Alice. Jetzt haben wir das geklärt. Aber ich will trotzdem nicht, dass du es jemanden erzählst. Hast du verstanden? Es ist wichtig, dass du es nicht tust.“ Sie nickte ganz benommen, löste sich kurz von Bella, hielt sie aber auf Armeslänge, kniff aber dann boshaft in meine Wange und zog daran. Kleine Quietschente. Das hatte sie schon seitdem sie ein kleines Kind war getan.
„Schon gut, Alice. Wir wussten, es wird nicht leicht. Ich wusste nur nicht, dass es sich so beschissen anfühlt, wenn man nicht akzeptiert wird. Aber ich freue mich, dass das nur vorübergehend war. Ich würde dich nicht gerne als meine Freundin verlieren.“ Ermutigend grinste ich mein Mädchen an. Wenn ich sie schon nicht berühren durfte, dann wenigstens das.
„Aua....“ rief ich etwas übertrieben, als sie ihre Nägel tiefer in meine Wange bohrte. „Sag mal, bist du bescheuert?“ fragte ich sie und sie grinste mich nur an.
„Das ist dafür, dass du es mir nicht sofort gesagt hast, Lieblingsbruder.“
„Klappe, Giftzwerg.“ schimpfe ich amüsiert.
„Bella, hörst du das?“ unschuldig zuckte mein Mädchen die Achseln, als könne sie nichts dafür, dass ich so unfreundlich zu meiner Schwester war. Ich lachte laut als Alice wütend die Arme in die Hüfte stemmte und das Kleid, welches Bella für Rose ausgesucht hatte, zur Letzteren in die Umkleide brachte. Danach drängelte sich Bella an mir vorbei, da ich aber einen Schritt nach vorn statt seitlich machte, fühlte ich ihren Oberkörper an meinem streifen. Das Gefühl, das meinen ganzen Körper durchzuckte, war elektrisierend und unbeschreiblich. Als ich den Kopf zu ihr wandte, sah sie mich unschuldig an, aber sie hatte es absichtlich getan, soviel wusste ich.
„Ta-da-da-da ....“ rief Rose, trug das rosa Kleid, welches Bella ihr ausgesucht hatte und sah unglaublich gut aus. Emmett würde sich freuen. „Wie sehe ich aus?“ fragte sie danach, glättete die nicht vorhandenen Falten und grinste uns an. Ich kratzte mich unsicher im Nacken.
„Guuuut...“ gab ich gedehnt von mir. Ich wusste nur nicht, warum sie das Kleid überhaupt kaufte. Aber wer war schon ich um mich einzumischen. Ein Mann unter drei Frauen, der lieber nicht reden sollte, sonst würde er es bereuen.
„Kannst du uns sagen für welchen Anlass du dieses Kleid ausgesucht hast?“ fragte mein Mädchen sie und blickte Rose fragend an.
„Für deine Geburtstagsparty am Dienstag, Dummerchen.“ murmelte Rose selbstverständlich und legte sofort danach ihre beiden Hände vor den Mund.
„Hast du nicht gesagt, das wäre ein Militärgeheimnis?“ fragte meine Schwester verwirrt.
„Ja, ist ja auch eines. Es ist mir ausgerutscht. Tut mir leid, Bella. Deine Mutter wird mich umbringen, wenn sie erfährt, dass ich es dir verraten habe.“ Rose trat an Bella heran und ergriff deren Hände. „Kannst du bitte am Dienstag so tun als wärst du überrascht? Bitte! Vielleicht feuert sie mich dann, wenn sie erfährt, dass ich es dir verraten habe und ich brauche diesen Job. Bitte!“ Bellas Gesichtsausdruck blieb unbeweglich und erstarrt. Schockiert. Erschrocken. Leidend.
„Wie kommt sie darauf, dass ich meinen Geburtstag feiern will? Ich....“ sie schüttelte den Kopf. „Nein, ich werde nichts sagen, keine Sorge, Jimmy.“ Entschieden schüttelte sie den Kopf.
„Oh, danke, Schätzchen. Tut mir leid nochmal. Ich wollte dir nichts verraten. Deine Mum war so erfreut deswegen, dass ich ihr das nicht versauen will. Aber ich habe ihr gesagt, dass es keine gute Idee ist, doch sie wollte nicht auf mich hören. Sie möchte mit dir neu anfangen.“ Rose drückte Bellas Hand fester. „Gib ihr diese Chance, Bella! Lass sie es versuchen. Sie bemüht sich wirklich.“
„Ich...“ stammelte Bella. „Ich denke, wir sollten bezahlen und uns auf dem Rückweg machen, sonst werden die Hotdogs, die Emmett und Jazz machen, kalt.“
„Und wir holen Eis in der Cold Stone Creamery, das Bella so sehr liebt.“ Verspielt zwinkerte ich meinem Mädchen zu und streifte im Vorbeigehen ihre Hüfte. Sie starrte mir hinterher. Ich fühlte ihren Blick sich in meinen Rücken bohren.

Heiß. Brennend. Berauschend.

Überrascht. Dankbar. Vielleicht auch ein bisschen glücklich.




~MB~






Es war 8 p.m. als wir Jungs in Emmetts Wohnzimmer auf die Mädchen warteten, damit sie endlich hinunterkamen vom oberen Stockwerk, da wir sie in die Studentenbar, wo Jazz spielte, ausführen wollten, während wir noch die Möglichkeit dazu hatten. Immerhin war morgen der 11. September und überall auf der Welt trauerten Menschen an diesem Tag, aber in New York an diesem Tag zu sein, war wohl das Schwierigste, denn überall vor dem WTC waren Kerzen angezündet für die Seelen der Opfer. Obwohl Linda nicht im WTC ums Leben gekommen war, trauerte jeder von uns so als wäre es tatsächlich so gewesen, denn man konnte schlecht akzeptieren, dass sich jemand entschieden hatte sich das Leben zu nehmen. Am selben Tag verlor Jasper seine Eltern, Renée ihren Stiefvater (Beth ihren zweiten Ehemann) und mein Onkel Alex seine Ehefrau. Alles in allem war das ein Tag, der in die Geschichte eingegangen war, aber keiner konnte nachempfinden, wie es für die New Yorker bedeutete, sich an den Anschlag zu erinnern, der fast 3000 Menschen aus dem Leben riss und doppelt, dreifach, vierfach so viele trauernd zurückließ.

Also wollten wir ein bisschen gute Laune verbreiten, da unsere Mädchen etwas mitgenommen nach Hause gekommen waren, sehr schweigend den ganzen Weg entlang, was mir wirklich Sorgen gemacht hatte. Vor allem Bella war total in ihren Gedanken versunken gewesen. Es wurde nicht besser als wir bei Emmett ankamen, wo er und Jazz die Hotdogs auf der Terrasse am Grill machten, von welchen die Mädels nur wenig aßen. Danach setzten sich die übrigen Vier in den Whorlpool, während Bella und ich Tischtennis spielten. Sie sagte kein Wort. Ihre Augen hatten diesen Glanz, den ich so sehr liebe, verloren. Das Lächeln fiel in sich zusammen. Ich ließ ihr die Ruhe, die sie brauchte, wollte sie nicht unter Druck setzen, weil ich mir schon denken konnte, warum sie so drauf war.

„Ich kann nicht glauben, dass sie eine Party schmeißen will, obwohl meine Schwester an diesem Tag begraben wurde. Das …“ Ich hatte ihr weiches trauriges Gesicht in meine Hände genommen und ihr in die Augen gesehen. Beruhigend. Tröstend.
„Baby, Linda hätte niemals gewollt, dass du auf diese Weise um sie trauerst. Sie hat dich sicher nicht so verletzen wollen.“ Das war der Moment an dem sie versuchte ihre Tränen zurückzudrängen, aber sie schaffte es nur ihre Augen zu schließen und tief durchzuatmen. Sie so zu sehen, machte mich unglaublich wütend. Ich wusste sogar gegen wen sich meine Wut richtete.
„Es tut trotzdem weh und sie versuchen so weiterzuleben, als wäre niemals etwas passiert und als hätte sie sich niemals das Leben genommen, als hätte sie nicht einmal existiert. Das macht mich so wütend.“ Sie vergrub ihr Gesicht zwischen meinem Hals und Schulter und ich legte meine Arme um sie. Die Umarmung war warm, angenehm.
„Ich weiß, Baby. Aber denkst du nicht, dass deine Mutter noch eine Chance verdient? Sie liebt dich, Bella. Du bist ihre Tochter.“
„Nur weil ich ihre Tochter bin, heißt es nicht, dass sie mich lieben muss. Ich will nicht, dass sie mich nur liebt, weil ich ihre Tochter bin. Sie kennt mich doch überhaupt nicht. Sie weiß nicht, was ich mag und was nicht. Sie weiß rein gar nichts über mich.“ Aufgebracht pustete sie sich einige lästige Strähnen aus dem Gesicht.
„Dann werdet ihr euch kennenlernen müssen, Baby.“ antwortete ich ihr und streichte ihr Haar zurück. Sie sah mich irritiert an, dann dachte sie darüber nach.
„Warum muss sie immer alles mit mir falsch machen? Warum?“ Traurig blickte sie mir in die Augen. Ich umfasste ihre Wange mit meiner Hand und sie schmiegte sich in diese sanfte Berührung hinein. Zärtlich fuhren ihre Lippen über mein Handgelenk, als sie meine Hand dichter an zu ihrem Gesicht zog.
„Vielleicht genau darum, weil sie dich nicht gut kennt, Baby.“ Sie öffnete ihre Augen und sah mich überrascht an, als wäre ihr das niemals zuvor in den Sinn gekommen.
„Das glaubst du? Du glaubst, ich sollte meiner Mutter eine zweite Chance geben?“ Ich nickte und küsste ihre Stirn.
„Jeder verdient eine zweite Chance, Baby.“ Sie presste ihre Stirn gegen meine Lippen und legte ihre Arme um meinen Rücken.

Als wir noch eine Runde Tischtennis spielten, war sie unnachgiebig und schlug mich mit 10:2, doch zur Besänftigung bekam ich danach einen Kuss und ich war zufrieden. Sie schien ebenfalls entspannter zu sein als zuvor und das mochte ich an ihr. Ihre Wut verflog sobald sie eine Lösung zu haben schien. Sie entschied recht schnell und kämpfte für das, was sie liebte. Für mich zum Beispiel. Ich kannte Isabella. Sie wurde niemals müde, erschöpft. Sie würde niemals aufhören mich zu lieben. Genauso fühlte ich auch. Ich wollte sie nur für mich; wollte sie als Einziger berühren, liebkosen und umarmen dürfen; wollte der Einzige sein, den sie mit so viel Zärtlichkeit im Blick ansah. Wollte sie ewig lieben, küssen, berühren. Ich konnte nicht mehr zwischen Realität und Paradies unterscheiden, denn sie war besser, als alles, das ich kannte. Ich verdiente sie nicht. Kein Stück. Aber ich liebte sie wie verrückt und war mir sicher, dass es niemals wieder so sein würde, wie jetzt. Für mich gab es keine andere und würde es auch keine andere geben. Nicht einmal, wenn man mir den letzten Atemzug nahm, würde ich aufhören an ihre dunklen, glänzenden Augen zu denken. An ihr schönes Gesicht, das sich immer so in meine Hände schmiegte. An ihre vollen Lippen, die mich bis zur Besinnungslosigkeit küssten. Ich wollte für sie alles tun. Ihr eine Ballade unter ihrem Fenster für sie vorsingen. Ihr Blumen kaufen und ständig ihr Lächeln sehen. Ich fühlte die Notwendigkeit sie glücklich zu machen. Nur sie. Meine Bella.

Zurück in das Hier und Jetzt versetzt, sah ich auf meine Uhr und seufzte leise. Gott, was machten die so lang da oben? Langsam wurde ich wirklich ungeduldig. Ich verlagerte meinen Körper auf die andere Seite. Emmett sah mich grinsend an, da er anscheinend daran gewöhnt war zu warten. Jazz trank sein Bier und sah ab und zu auf die Uhr, aber er war auch die Ruhe selbst. Nur ich war ein klein wenig ungeduldig, was die Untertreibung des Jahrhunderts war, aber gut, lassen wir den Mädchen ihre Zeit. Und ich erhob meinen faulen Arsch um auf der Terrasse eine zu rauchen. Mit dem Rücken zur Brüstung und die Zigarette zwischen meine Lippen geklemmt, behielt ich das Wohnzimmer im Auge. Und dann nach circa zwei Minuten hörte ich das Klappern der Absätze auf der Treppe. Rose und Alice kamen perfekt gestylt ins Wohnzimmer und setzten sich zu ihren Männern, wobei ich noch immer nicht verstehen konnte, was zwischen Jazz und Alice lief. Na klar konnte ich es mir denken, aber diese Gedanken waren nicht unbedingt angenehm und...... Fuck!
Das war doch nicht meine Bella in diesem honigfarbenem Rock, der jede ihrer Kurven nur noch mehr betonte und in der türkisfarbenen Bluse, die soviel Einblick auf ihr Dekolleté gewährte, dass jeder Mann ihr hinterher pfeifen würde. Ihr hellbraune lange Mähne wurde vom Wind nach hinten geweht und sie sah aus wie aus einem dieser Fashion Magazinen, die die schönsten und edelsten Frauen fotografierten. Wo war meine verdammte Nikon? Ich wollte sie fotografieren. Sie verewigen, festhalten. Für immer.

Hatte ich schon ihre langen Beine erwähnt, die in diesen Schuhen noch länger aussahen als sonst? Nein, nicht wahr? Gut, dann sage ich es euch jetzt, ihre Beine waren total sexy und ihr heller Hautton wurde von diesem Honigrock nur noch samtener und weicher dargestellt. Sie war wunderschön um es mal so auszudrücken.

Ich schnippte den Rest meiner Zigarette weg und trat wieder ins Wohnzimmer, kam ihr entgegen, versuchte mich nicht von den Fäden ihres Charmes einwickeln zu lassen, aber es gelang mir nur schwer, denn ich fühlte mich wie ein verdammter Süchtiger. Mein Herz setzte einige Schläge aus und pumpte danach viel zu viel Blut durch meine Venen. Fuck, mir wurde beinahe schwindelig vor dem unendlichen Verlangen sie zu küssen.

„Hi!“ sagte sie als ich endgültig vor ihr stand. Ich ergriff ihre Hand fuhr zärtlich über ihren Handrücken, schob ihr klimperndes Armband höher auf ihrem Arm, dann führte ich ihre Hand zu meinem Mund und ich fühlte sie schaudern. Heftig. Sanft malte ich kleine Kreise mit meiner Zungenspitze über ihren Handrücken, während mein Mund diese Tortur vor allen anderen versteckte. Schwer atmend riss sie mir ihre Hand weg und brachte einen gewissen Abstand zwischen uns.
„Bella, du bist wunderschön.“ kommentierte Jasper, dieser Trottel, der gar nicht aufgefordert wurde, ihr Komplimente zu machen. Ich war fucking eifersüchtig. Sie war mein Mädchen. Er hatte kein Recht ihr Komplimente zu machen. Alice lächelte mich wissend an und ich zwinkerte ihr grinsend zu. Meine Schwester kam zu mir, hakte sich bei mir unter und wir gingen langsam beide hinaus, damit wir endlich fahren konnten. Und das taten wir, mit dem Unterschied, dass ich meinen Blick nicht von meinem Mädchen wenden konnte.
„Sie sieht wirklich hübsch aus, nicht wahr?“ flüsterte mir meine Schwester ins Ohr. „Sie wollte für dich schön aussehen. Ich hab ganze Arbeit geleistet. Gern geschehen, Edward.“ Alice grinste mich zufrieden und glücklich an, konnte es aber nicht lassen ironisch zu sein. Ich liebte meine kleine Schwester. Wirklich. Aus ganzem verdammten Herzen.
„Das tut sie immer. Aber diesmal ist es anders. Diesmal ist sie mein. Sie ist nur mein.“ flüsterte ich leise zurück, pustete Bella, die vor mir und Alice neben Jazz im Aufzug stand, absichtlich in den Nacken und beobachtete die Gänsehaut, die sich dort sofort bildete. Selbstgefällig grinste ich. Sie war mein. Sie war wirklich nur mein. Und das würde so bleiben.

Die Fahrt zur Studentenbar war wie immer eben, mit kleinen Zickereien, Neckereien und vielem Lachen. So wie man es von uns gewohnt war. Natürlich konnte ich es nicht lassen, Bella einfach anfassen zu wollen. Sagte ich bereits, dass ich süchtig war? Wie sehr ich sie liebte? Gut. So meinte ich es auch. Das wollte ich nur gesagt haben.

Jedem, der sie lüstern ansah, warf ich drohende Blicke zu und legte besitzergreifend meine Hand um ihre Taille, immerhin war ich ihr Bodyguard und musste sie beschützen, nicht wahr? Eben. Also durfte ich nicht von ihr weichen. Keine Minute. Keine Sekunde. Das war auch gut so. Lang genug war sie neben Jazz hergegangen. Also ja, für die restliche Nacht gehörte sie mir. Soviel stand schon mal fest. Dafür würde ich sorgen. Ich hieß ja nicht umsonst Edward Cullen. Nachdem wir unseren Tisch zugeteilt bekamen, musste Jasper auf die Bühne. Er spielte Gitarre und sang dabei, was er wirklich gut machte, aber das war nichts Neues. Es war wirklich entspannend Jazz rauchiger Stimme zuzuhören, denn er sang wirklich gut. Was die Mädchen – alle – mit Ah´s und Oh´s kommentierten. Ihr wisst schon, es gab schon etwas an Männern, die Instrumente spielten, nicht wahr? Und das Lied, welches Jazz sang, konnte jedermanns Herz in dieser Bar berühren.




Settle down with me
Cover me up
Cuddle me in

Lie down with me
And hold me in your arms

And your heart's against my chest, your lips pressed in my neck
I'm falling for your eyes, but they don't know me yet
And with a feeling I'll forget, I'm in love now

Kiss me like you wanna be loved
You wanna be loved
You wanna be loved
This feels like falling in love
Falling in love
We're falling in love

Settle down with me
And I'll be your safety
You'll be my lady

I was made to keep your body warm
But I'm cold as the wind blows so hold me in your arms

(Ed Sheenan ~ Kiss me)http://www.youtube.com/watch?v=MXL8BEPl-Nw



Als ich zu ihr sah, hatte sie die Augen geschlossen, ein verträumtes Lächeln umspielte ihre Lippen. Lippen, die ich immer wieder küssen wollte. Wieder. Wieder. In einer endlosen Dauerschleife. Der Applaus für Jazz ertönte und er bedankte sich gentlemanlike vor seinem Publikum.
„Das Lied ist so schön.“ schniefte meine Schwester, während Rose auf Emmetts Schoß kletterte und seinen Mund in Beschlag nahm. Die zwei waren ein hoffnungsloser Fall heute Nacht, soviel stand fest.
„Das stimmt, Alice.“ Meine Bella grinste meine Schwester freundlich an. „Begleitest du mich auf die Toilette, Alice?“
„Warum rufst du nicht mich, Miss Swan?“ Grinsend drehte sie mir den Rücken zu, blieb mir eine Antwort schuldig und schwang ihren Arsch geschmeidig hin und her, so dass sich viele Köpfe herumdrehten. Natürlich folgte ich den beiden, man konnte ja nie wissen, was passieren konnte. Vor der Toilettentür lehnte ich an der Wand und zündete mir eine Zigarette an, winkelte mein Bein an und presste es gegen die Wand.

Wäre Alice nicht bei dir, würde ich in diese verdammte Toilette einbrechen. Ich schwöre. - E.

Diese Nachricht schickte ich an mein Mädchen und grinste in mich hinein, weil es die pure Wahrheit war. Ja, ich verlor meinen Verstand langsam und irgendwie war ich auch stolz darauf, denn ich glaubte nicht, dass Liebe und Verstand zusammen vorkommen konnten. Entweder du hast das eine oder das andere. Aber beides, das schien ein unmögliches Ereignis zu sein.

Warum glaube ich dir das sogar? - B.

Ich lächelte schief. Verdammtes Mädchen, ließ mich fühlen, als wäre ich ein fucking Teenager oder ein Narr, aber dafür und aus vielen anderen Gründen liebte ich sie.

Weil es die Wahrheit ist. Vielleicht solltest du Alice rausschicken. - E.

Da kamen die beiden aber schon hinaus und sie schmunzelte mich belustigt an. Ich erwiderte dieses süße Lächeln. Ging hinter den beiden her, damit keiner auf die Gedanken kam meine beiden Mädchen anzubaggern. Ich würde schon genau aufpassen. Alice lief voraus um Jasper einen Schmatzer auf die Wange zu drücken, da wechselte schon das Lied. Bella blieb stehen, weil sie sich wegen dem Stau der sich bildete nicht zu unserem Tisch gelangen konnte. Sie begann ihren Körper im Takt zu bewegen, schwang ihren Arsch geschmeidig nach links und nach rechts. Meine Hand wanderte zu ihrer Hüfte und ich zog sie von hinten an mich, legte die Arme um ihren Bauch und bewegte mich mit ihr mit. Dieser Tanz war nicht nur ein Tanz, er war heiß wie die Hölle, denn sie rieb ihren kleinen runden Arsch an meinen Schritt und ich unternahm nichts um das zu verhindern. Als sie noch ihre Arme um meinen Nacken schlang und mein Gesicht hinunterzog, ihre weiche Wange an meiner rauen rieb, war ich so was von verloren. Verloren mit ihr. Verloren in ihr. In ihren tiefen Seen und dem süßen Lächeln. Süchtig nach dem Mädchen, das ich eigentlich nicht lieben sollte. Das Mädchen, das hätte niemals meine Freundin werden dürfen. Das Mädchen, das mein Tod sein würde. Aber das machte keinen Unterschied für mich. Denn sie war die Eine, ohne die ich nicht leben wollte. Keiner wusste, wozu ein verliebter Mensch im Stande war um seine Liebe zu beschützen und ich hatte ihr versprochen, dass ich niemals loslassen würde. Mein Herz schlug doppelt so schnell wie bisher, ich drehte sie zu mir, tastete mich von ihrem Bauch nach hinten über ihren Rücken zu ihrem Nacken. Schwer atmend sah sie mich an, dann zog sie mich an sich und legte ihren Kopf an meine Brust.

„Ich will dich die ganze Nacht durch küssen, Bella.“ erzählte ich leise an ihrem Ohr und sie schmiegte sich an mich. Ihre Augen waren geschlossen und sie nahm soviel wie möglich von mir in sich auf. So als wollte sie meinen Geruch einspeichern, damit sie diesen niemals vergaß.
„Ich will von jetzt an immer neben dir liegen und deine Hand halten. Jede Nacht. Jeden Morgen.“ antwortete sie und wandte ihr Gesicht zu mir. „Und ich will, dass du mich um Mitternacht aufweckst um mich zu lieben, so als gäbe es keinen Morgen mehr.“ Ich schauderte heftig, als sie das sagte und legte mein Kinn auf ihrem Kopf ab. Ein stummes Versprechen. Eine innere Ruhe und der bittere Nachgeschmack, den unsere Aussagen hinterließen. Aber wir versuchten uns nicht die Laune verderben zu lassen. Wir waren Überlebenskünstler und Kämpfer. Wir würden das schon schaffen. Zusammen. Körper an Körper gepresst, fühlten wir den Herzschlag des jeweils anderen. So tanzten wir weiter bis wir realisierten, dass schon einige Lieder an uns vorbeigezogen waren. Danach grinsten wir uns an und gingen wieder zu unserem Tisch zurück. Dort saßen Rose, die noch immer auf Em´s Schoß war, und er wild knutschend und Alice, die ihren Kopf auf Jasper´s Schulter abgelegt hatte.

„Was war das für ein Tanz?“ fragte uns Jasper grinsend.
„Ich weiß nicht was du meinst, Jazz!“ Bella lachte und ich setzte mich neben sie.
„Nicht?“ Jazz´ Lachen vertiefte sich noch mehr.
„Nein, natürlich wissen wir nicht, was du meinst.“ Ich kniff ihr in die Hüfte, weil sie so sarkastisch war.
„Bella, ich warne dich, hör auf so sarkastisch zu sein, sonst....“ drohte ich und mit erhobenem Kinn drehte sie sich zu mir und sah mich provokant an.
„Sonst was? Was willst du tun, Baby?“ Da war sie schon sehr nahe an meinem Ohr und ich schloss gequält die Augen, versuchte die Kontrolle über meine Gefühle zu bewahren. Als ich die Augen wieder öffnete, lächelte sie mich wissend an. Ich trank einen Schluck aus meinem Bier, zündete mir eine Zigarette an und sah aus den Augenwinkeln, dass sie mich beobachtete. Wie immer war ihr Blick zärtlich, aber diesmal ergriff sie unter dem Tisch meine Hand und verwob unsere Finger miteinander. Sofort schauderte ich und sah sie an. Sie lächelte und redete dann mit Alice über die neuen Schuhe, die sie heute gekauft hatten. Ich schaltete das Gespräch sofort aus, fixierte jedoch Bellas Seitenprofil und wunderte mich, wann ich dieses Mädchen zu lieben begonnen hatte; wann sie mich zu diesem abhängigen Mann gemacht hatte; wann sie mich so verändert hatte. Ohne dass es mir bewusst wurde näherte sich mein Gesicht Bella´s und meine Schwester sah mich erschrocken an, da sie Angst hatte, dass ich Bella in aller Öffentlichkeit küsste oder so. Aber das würde ich nicht tun. Noch nicht, weil sie mich darum gebeten hatte und ich wollte sie nicht enttäuschen. Niemals. Meine Nase fuhr über ihre Schläfe, sanft hinauf und hinunter, ich hörte sie langsam die Luft einziehen und beobachtete sie als sie die Augen schloss und das Gefühl genoss. Ich sog den Geruch ihrer Haut tief ein. Süß. Verboten. Nach der süßesten Frucht.

„Bella, weißt du, wir haben gedacht es wäre nett, wenn wir zum Strand fahren, obwohl es ganz spät ist und das Wasser sicher kalt. Was denkst du?“ Alice musste ein Weilchen warten bis mein Mädchen überhaupt in der Lage war zu sprechen. Ich grinste und meine Schwester erdolchte mich mit ihren Blicken. Oh, Tinkerbell, würde ich dich ernst nehmen, hätte ich jetzt sicher Angst gehabt. Leider war es nicht so.
„Das wäre wirklich toll. Ich würde mich freuen. Aber muss Jazz nicht noch einmal auftreten oder ist seine Show schon vorbei?“ wunderte sich mein Mädchen.
„Nein, Jazzy ist schon fertig, außerdem kennt er seinen Boss und darf dann gehen, wann er will. Sein Boss und er sind befreundet.“ antwortete Alice grinsend und sah mein Mädchen lächelnd an.
„Na dann.... Edward, bist du bereit?“ drehte sich mein Mädchen zu mir. Ob ich bereit war? Für sie war ich immer bereit alles zu tun. Ich nickte und bot ihr meine Zigarette an, die sie auch wirklich annahm. Sie schloss ihre Lippen um den Filter meiner Zigarette und nahm einen tiefen Zug. Das zu beobachten, ließ die Schmetterlinge in meinem Bauch flattern. Aber sofort danach war das Gefühl auch verflogen, denn ich wollte mich ja nicht wie ein Teenager fühlen. Als wäre ich überhaupt in der Lage meine Gefühle zu kontrollieren.
„Rose, Emmett, wollt ihr auch mit uns zum Strand fahren?“ rüttelte Alice an Rosalie´s Schulter. Rose war im ersten Moment etwas wütend, weil man sie beim Knutschen gestört hatte, aber dann nickte sie begeistert und zog ihren Freund mit. Ich bot mich an die Getränke zu bezahlen, während die anderen das Auto vom Parkplatz holten.
Die Kellnerin erkannte mich sofort wieder. Es war Maria, die damals in Jazz verliebt war und Linda sowas von gehasst hatte. Ich musste schmunzeln.
„Edward, bist du das?“ Ich nickte grinsend.
„Yeah, so sieht man sich wieder.“ antwortete ich und reichte ihr den 50-Dollar-Schein.
„Ich konnte dich in letzter Zeit gar nicht sehen. Wohnst du nicht mehr hier?“ Ich schüttelte den Kopf.
„Nein, ich arbeite in Seattle und wohne zur Zeit auch dort. Dort ist meine Familie und alles.“ Die Schwarzhaarige grinste und nickte begeistert.
„Das freut mich für dich. Grüß Jazz von mir, ich habe ihn heute nur kurz gesehen, hatte aber keine Zeit ihn zu grüßen. Und Edward? Es war schön dich zu sehen.“ gab sie grinsend von sich und winkte mir zum Abschied.
„Ja, dich auch, Maria. Dich auch.“ nuschelte ich und legte den Arm um Bella´s Schultern. Wir bugsierten uns durch die Menge und sie ergriff meine andere Hand, damit sie Halt bekam, da von allen Seiten sich jemand gegen dich drängte. Als wir nach draußen gelangten, lachten wir beide, da wir uns endlich von der Enge da drinnen befreien konnten. Da war aber auch schon Emmett´s Wagen, der auf uns beide wartete um uns zum Strand zu bringen.





~MB~






„Arg, Edward, warte!“ stöhnte sie und ich grinste, blieb stehen und streckte die Hand nach ihr aus. „Ich muss mir die High Heels ausziehen.“ Ich drehte mich zu ihr und sah sie an, während sie sich die hochhackigen Schuhe von den Füßen nahm. Die Schuhe gegen ihre Brust gedrückt, lief sie auf mich zu und grinste, rempelte mich mit ihrer Schulter von hinten an und lief danach an mir vorbei. Entsetzt sah ich ihr nach und sie drehte ihren Kopf kurz zu mir, streckte mir die Zunge verspielt entgegen und lief weiter. Na warte! Ich begann ebenfalls zu rennen und als sie das sah, lief sie auf das kleine Lagerfeuer, das Em und Jazz gemacht hatten, während Rose und Alice Decken und Handtücher aus Jazz ´ Wohnung geholt hatten, die hier in der Nähe war. Sie warf ihre Schuhe in den Sand vor dem Feuer. Als ich sie erreichte, packte ich sie und warf sie über meine Schulter wie einen Kartoffelsack und sie schrie auf.
„Nein, lass mich runter, Cullen.“ rief sie und schlug mit ihren Fäusten auf meinen Rücken ein.
„Niemals!“ gab ich von mir und sie gab mir eine Kopfnuss.
„Lass mich runter, du Arsch. Sofort!“ gab sie herrisch von sich und ich lachte. Um sie zu erschrecken brachte ich sie sehr nahe am Wasser und tat so als würde ich sie hineinwerfen, aber so herzlos war ich nicht. Erschrocken klammerte sie sich an mir und zappelte mir ihren Beinen in der Luft.
„Nein, bitte nicht, Edward. Oh bitte nicht, Baby.“
„Höf auf zu schleimen, Kleines. Nicht einmal wenn du betteln würdest, würde mich das davon abbringen, dich ins Wasser zu werfen.“ machte ich ihr Angst, doch sie entspannte sich danach sofort.
„Weißt du was, Edward? Ich denke, wenn du mich werfen wolltest, dann hättest du es schon längst getan. Ich glaube, du hast gar nicht den Mumm mich hineinzuwerfen, denn wenn ich ertrinke, dann bist du derjenige, der hinterher springen muss um mich zu retten.“ gab sie klugscheißerisch von sich. Mist, sie kannte mich schon viel zu gut.
„Wer sagt, dass ich dich überhaupt retten würde?“
„Witzig, Cullen! Ha ha, sehr witzig.“ Überhaupt nicht begeistert sah sie mich an, als ich sie runterließ und sie wieder auf ihren eigenen Füßen stand. Ihr Gesichtsausdruck war unbezahlbar. Die Augen riesig. Die Wangen herrlich gerötet. Das Haar stand in allen Richtungen ab. Sie war unglaublich süß.
„Mistkerl“ schimpfte sie mit mir, drehte sich wieder um und ging zu den anderen.
„Mann, wolltest du meine Schwester wirklich ins kalte Wasser werfen?“ Em´s Augen glänzten belustigt und das breite Grinsen verging ihm als Rose ihm einen Klaps auf den Hinterkopf verpasste. Er schien begeistert zu sein, dass ich angeblich seine Schwester ins kalte Wasser werfen wollte. Er war unglaublich schaulustig und ein Typ, der solche riskanten Dinge liebte.
„Aua...wofür war das, Rosie?“
„Dafür, dass du dich so daneben benimmst, Bärchen.“ antwortete Rose gar nicht begeistert von Emmetts Verhalten.
„Jazzy, wir sollten was zum Knabbern kaufen gehen, was denkst du?“ fragte Alice und sah Jazz bittend an. Dieser konnte einfach nicht anders als zu nicken. Das waren die Gene der Cullens. Wir konnten so unglaublich gut manipulieren.
„Bis dann, Leute.“ quietschte sie als die beiden weggingen. Bella legte sich auf den Rücken, die Arme hatte sie hinter ihrem Kopf verschränkt und sah zum Sternenhimmel hinauf. Ich legte mich neben sie, tat es ihr gleich und verschränkte ebenfalls die Arme unter meinem Kopf. Emmett und Rose waren vertieft in ihr Gespräch, so dass ich genügend Zeit hatte mein Mädchen zu betrachten. Als ich eine Weile schweigend ihr Seitenprofil beobachtete und keiner von uns etwas sagte, drehte sie sich zu mir um und sah mich an.
„Kommst du mit mir ins Wasser, Edward?“ fragte sie mich und stützte sich auf ihrem Ellbogen ab.
„Nein, das Wasser ist zu kalt, Baby.“
„Bitte, Edward.“ Ich verdrehte die Augen, weil sie mich schon wieder manipulierte. „Bitte“ Sie stupste meinen Arm mit ihrem Finger an. „Komm schon, das wird ein Spaß.“
„Mädchen, dort ist es kalt. Verstehst du das nicht?“ Ich zweifelte wirklich an ihrem Verstand. Nicht einmal mit 16 machte man so dumme Sachen. Okay, wir wollen nicht darauf näher eingehen, was ich mit 16 schon alles hinter mir hatte.
„Boah, Edward. Du bist so eine Spaßbremse. Ehrlich. Dann gehe ich eben alleine ins Wasser. Du wirst schon sehen.“ Da fing sie an ihren honigfarbenen Rock auszuziehen, machte es gleich mit ihrer türkisen Bluse. Als sie noch in Unterwäsche bekleidet vor mir stand, schüttelte ich belustigt den Kopf und verdeckte meine Augen mit meinem Arm. Wie konnte sie sich einfach so vor mir ausziehen. Wusste sie denn nicht, was sie damit mit mir machte?
„Aufstehen, Edward!“ gab sie mit ihrer Singsangstimme von sich. Als ich nicht reagierte, zog sie an meinem Arm und drängte mich so weit nach vorn, dass ich auf meinem Allerwertesten saß. Da glaubte man, das Mädchen sei schwach und was tat sie? Sie zog mich einfach so hinauf.
„Ist ja gut, Mädchen. Du brauchst mich nicht zu stoßen.“ was sie auch tat, sobald ich auf meinen Füßen stand. Dabei zog sie mir das Jackett aus, das T-Shirt, dann lief sie ins Wasser, tauchte ihre Zehen ins Wasser, zitterte vor der Kälte, schreckte aber nicht zurück. Ich zog mich derweilen bis auf meine Boxershorts ganz aus.
„Edward, kommst du, Baby?“ fragte sie leise und drehte sich zu mir. Sie beobachtete, ob jemand sie gehört hatte, als sie mich Baby nannte, aber das schien keinen weiter zu interessieren. Nicht, dass viele Menschen auf die Idee kamen zum Strand zu fahren, wenn es Nacht war und das Wasser so kalt.
„Letzte Warnung, Swan: Das Wasser ist sehr kalt. Wenn du danach vor Kälte stirbst ist es nicht meine Schuld.“
„Aber Baby, du bist doch da um mich zu wärmen, nicht wahr?“ fragte sie lieblich, machte einen Schritt ins Wasser und blieb stehen. Ich machte einige Schritte ins Wasser, fühlte die Kälte durch meinen Körper jagen, aber das Wasser war gar nicht mal so kalt, wie ich gedacht hatte.
„Komm jetzt, Bella.“ grinste ich, streckte den Arm nach ihr aus und bespritzte sich mit der anderen Hand. Sie begann zu kreischen und lief in die andere Richtung, weil ihr sichtlich zu kalt war, aber sie doch noch tiefer ins Wasser lief, was ihr anscheinend nicht so klar war.
„Komm zurück, Kleines.“
„Dafür musst du mich erst fangen, Cullen und wenn du das schaffst, dann....“ sie überlegte.
„Was dann?“ provokant erhob ich meine linke Augenbraue.
„Dann müssen wir beide untertauchen. Zusammen.“ Ich schüttelte den Kopf.
„Ganz sicher nicht.“ sagte ich. Da stand sie knietief im Wasser, die Hände in die Hüften gestemmt und einen grimmigen Ausdruck im Gesicht.
„Feigling. Du hast doch nur Angst, dass du mich nicht fangen kannst, Cullen.“ Sie streckte mir die Zunge schon wieder heraus und begann zu kreischen als ich sie jagte.
„Das hättest du lieber nicht sagen sollen, Kleines.“ warnte ich sie.

Wir spielten miteinander, bespritzten uns gegenseitig mit Wasser und vergaßen die Tatsache, dass das Wasser eigentlich zu kalt war, um darin zu spielen, vollkommen. Aber wir hatten Spaß und sie tat alles damit ich sie nicht erwischte. Letzten Endes erwischte ich sie doch, warf sie über meine Schultern und drehte mich im Kreis. Sie lachte und kreischte und jammerte, dass ich sie bitte wieder absetzen sollte, aber das tat ich nicht.

„Jetzt müssen wir untertauchen, Baby.“ gab ich spielerisch von mir und da warf sie sich schon auf mich. Die Hände auf meinen Schultern, drückte sie mich ins Wasser und tauchte mit mir unter. Die Kälte die uns beide umfing, war nicht sehr angenehm, aber Bella wollte es so, also was solls. Dann wollte sie aber sofort wieder auftauchen und ich zog sie hinunter. Sie zappelte mit den Armen, weil ihr anscheinend die Luft ausgegangen war, aber da presste ich schon meine Lippen auf die ihren und sie beruhigte sich. Sie bekam genügend Luft von mir, so dass sie nicht sofort auftauchen musste. Einige Sekunden küssten wir uns weiter, schwammen dann im Kreis umeinander und tauchten wieder auf.

„Du bist so verrückt.“ Sie legte sich die Hand auf ihre Brust und atmete wieder ein. Der Blick, den sie mir zuwarf, war sehr zärtlich und liebevoll. Von weitem hören wir Alice und Jasper kichern, die auf uns zeigten und sich wunderten, dass wir im kalten Wasser schwammen. Die waren doch nur neidisch, dass uns beide unsere Liebe wärmte.
„Ich wollte dich ertränken, Baby.“ grinste ich, hob sie hoch während wir uns im Wasser befanden und trug sie aus dem Wasser. Sie legte ihre Arme um meinen Nacken und ließ sich von mir tragen.
„Aber klar doch, Baby. Das weiß ich bereits.“ sagte sie spielerisch und legte ihren Kopf auf meine kalte, nasse Schulter ab. Rose reichte uns schon Handtücher und Jazz eine riesige flauschige Decke. Wir setzten uns nahe am Feuer, sie mit dem Rücken zu mir gedreht trocknete sich die Haare mit einem Handtuch. Ich tat es ihr gleich.
„Ah, meine Finger, ich fühle meine Finger nicht mehr.“ jammerte Bella danach. Alle lachten sie aus, nur ich legte meine Arme von hinten um sie, wickelte uns beide fester in die Decke, legte meine Hände auf ihre und begann in unsere Hände hineinzupusten, damit sie schneller wärmer wurden.
„Kaffee, Bella?“ fragte Tinkerbell sie und diese schüttelte angewidert den Kopf. Meine Schwester reichte mir die Tasse und ich legte diese zwischen unsere Hände, damit Bellas Hände warm blieben. Müde lächelte sie mich an, lehnte den Kopf zurück und grinste gegen meinen Nacken.
„Sind sie nicht süß, die Zwei?“ hörte ich Alice mit Rose tuscheln, während Emmett irgendwelche Packungen mit Essen auspackte und Jazz ihm dabei half.
„Ja, Alice, das sind sie wirklich.“ antwortete Rose träumerisch und sah stolz zu mir, grinste zufrieden. Sie hatte immer geglaubt, dass ich mein ganzes Leben lang allein bleiben würde, dass ich niemanden glücklich machen konnte. Aber jetzt war sie stolz auf mich, genau wie meine Schwester. Bella drehte danach ihren Körper seitlich zu meinem, damit sie auch ihre Seite an mir wärmen konnte, seufzte gegen meinen Nacken zufrieden, legte ihre Hände auf meine Brust. Meine Lippen waren an ihrem Haaransatz, als sie mit ihren Fingerspitzen meine andere Kriegsnarbe ertastete, die auf meiner linken Brust war, aber anscheinend war sie viel zu schläfrig um mich auszufragen. Früher oder später würde sie das nachholen, so gut kannte ich Bella schon.
„Edward, hier“ Jazz legte die Hausschlüssel meines früheren Zuhauses in meine Hand. „Bring sie nach Hause. Sie ist sicher zu müde um jetzt noch nach Manhattan zu fahren.“ Ich sah den Schmerz in seinen Augen, denn unsere frühere Wohnung war die Wohnung in der wir beide mit Linda gewohnt hatten. Ihre Sachen standen noch immer dort, wo sie sie vor ihrer Reise nach Seattle gelegt hatte. Jazz hatte nichts versetzt. Ich nickte ihm zu und fuhr Bella über das nasse Haar.
„Bella?“ fragte ich und sie gab ein leises Seufzen von sich.
„Kleines?“
„Hm?“ machte sie und blinzelte durch ihr linkes Auge.
„Wir können heute Nacht in Jazz´Wohnung verbringen, wenn du willst, damit wir nicht mehr ins Hotel zurückfahren müssen. Keine Sorge, wir werden Jazz nicht stören, denn in dieser Wohnung habe ich ein eigenes Zimmer.“ Sie nickte, hatte nichts einzuwenden und schloss ihr Auge wieder.
„Okay..“ flüsterte sie danach und setzte sich wieder auf. „Also, was gibt es hier zu knabbern?“ fragte sie die anderen und sie lachten. Sofort wurden ihr sämtliche Knabberzeugs entgegengehalten und sie grinste mich zufrieden an. Ich zwinkerte ihr charmant zu und sie lächelte.
„Danke, Leute.“ sagte sie dann, wie die Lady, die sie auch war. Eine kurze Weile später reichte ich ihr ihren Rock und ihre Bluse, die sie auch sofort brav anzog. Ich tat es ihr gleich. Sie band ihr langes Haar hoch und entblößte ihren Nacken, den ich unbedingt küssen wollte.
„Alice, weißt du noch, was wir zwei gemacht hatten, damals als wir Freundinnen wurden?“ fragte Rose Tinkerbell nachdem jeder von uns etwas geknabbert hatte und wir alle satt und zufrieden um das Feuer saßen.
„Au ja, das sollten wir auch mit Bella tun.“ Begeistert hüpfte meine Schwester zu Bella und erklärte ihr, was sie damals mit Rose getan hatte um deren Freundschaft zu besiegeln. „Was denkst du?“ fragte Alice meine Bella nachdem sie ihr schon alle Details verraten hatte.
„Wenn du mich danach nicht verbluten lässt, dann ist es okay, aber wundert euch nicht, wenn ich ohnmächtig werde. Ich neige das zu tun, wenn ich Blut sehe.“ erklärte mein Kleines, die ihren Kopf auf meinem angewinkelten Bein abgestützt hatte.
„Blut? Was planst du schon wieder, Monsterweib?“ fragte ich meine Schwester alarmiert.
„Gott, Edward, sei nicht so ein Langweiler, wir schließen nur Blutsgeschwisterschaft. Was ist so komisch daran?“ Meine Schwester verdrehte die Augen und schüttelte den Kopf über mich.
„Nein, ich finde das wirklich nicht komisch.“
„Mann, würdest du dich beruhigen, wir haben das auch damals gemacht, als wir jünger waren, also liegt das Problem?“ fragte mich Jazz. Tatsächlich hatten wir das auch getan als wir jünger waren, aber ich wollte nicht, dass mein Mädchen ohnmächtig wurde, nur weil Alice sich solche Spielchen ausdachte.
„Wir sollten es auch nochmal machen. Schließlich war es nur ein Tropfen Blut. Wie lange wohl so wenig Blut im Körper des anderen bleiben kann? Ich glaube nicht sehr lange. Wir sollten das auf jeden Fall auffrischen.“ Begeistert klatschte Emmett die Hände aufeinander und grinste wie ein kleiner Junge an Weihnachten. Bella legte ihre Hand beruhigend auf meiner und es half tatsächlich, denn mein Körper entspannte sich danach.
„Okay!“ sagte ich.
„Okay, los geht’s!“
„Hat jemand ein Messer hier?“ fragte Rose. Ein Messer?
„Ein Messer?“ fragte mein Mädchen alarmiert und verängstigt.
„Keine Sorge, Bella. Das wird nicht wehtun.“ versuchte Tinkerbell sie zu beruhigen.
„Aha. Das habe ich des Öfteren gehört.“
„Planänderung! Alice nimm deinen Ohrring ab und stich uns damit in die Fingerkuppe.“ Na wenigstens nicht mit einem Messer.
„Habt ihr Pflaster hier oder soll ich mir eine Infektion holen?“ jammerte ich und alle sahen mich belustigt an.
„Wenn ihr euch wirklich eine Infektion holt, dann werdet ihr nicht mehr so beschissen grinsen. Das verspreche ich euch.“ grimmig sah ich sie alle an, aber da stand schon Emmett auf und holte Pflaster aus dem Erste-Hilfe-Kasten in seinem Jeep.
„Jasper, du zuerst.“ sagte Alice, nahm ihren Ohrring und stach ihm mit der Spitze in die Fingerkuppe. Danach war Rose dran. Als Emmett mit der Packung Pflaster zurückkam, wurde er von Alice angegriffen und sie stach auch in seinen Finger mit ihrem Ohrring.
„Alice, du siehst ein bisschen aus wie diese Mörderpuppe, die die Menschen erstochen hat. Wisst ihr noch?“ Wir lachten alle, als wir uns an diese rothaarige Mörderpuppe erinnerten, die total hässlich war und Menschen ermordete.
„Edward, du zuerst oder Bella?“ fragte Alice als sie zu uns kam.
„Ich zuerst.“ sagte ich schnell, bevor Bella auf die Idee kam, ihren Finger von Alice durchbohren zu lassen. „Und du ruf den Notarzt, wenn ich verbluten sollte!“ sagte ich zu Bella, diese nickte grinsend und sah zu wie mir Alice die Spitze ihres Ohrrings in den Zeigefinger bohrte. Bemerkenswert war jedoch, dass Bella sofort schlecht wurde, wenn sie ihr eigenes Blut sah. Bei anderen war das anscheinend anders, aber dennoch legte sie ihre eine Hand vor ihrem Mund und ihrer Nase, damit der Geruch des Blutes nicht zu ihr durchkam. Ein Paar Bluttropfen erschienen auf meinem Finger und es brannte kurz, als Tinkerbell die Spitze ihres Ohrrings unter meiner Haut einführte. An der Reihe kam Bella, deren Hand ich in meiner hielt und beobachtete, als Alice dieselbe Prozedur bei ihr wiederholte. Rosalie übernahm das Ganze bei Alice und Letztere jammerte, von wegen Rose hätte ihren ganzen Finger durchbohrt.

Das Erste, was meine Bella tat, war ihre Fingerkuppe gegen meine zu drücken. Alle anderen vier Finger verwoben wir miteinander, nur die Zeigefinger blieben aneinandergepresst. In diesem Moment schwiegen alle. Aber Wörter wären auch überflüssig gewesen, denn jeder blieb bei der Person sitzen, die wir liebten.

„Jetzt bist du mein Blutsbruder.“ sagte Bella grinsend zu mir und ich küsste ihre Schläfe.
„Blutsschwester“ hauchte ich gegen ihre Haut und sie lächelte mich liebevoll an.

Wir schlossen Blutsverwandtschaft mit allen und scherzten, lachten, spielten miteinander. Es fühlte sich so gut an unter den Menschen zu sein, die man gern hatte. Mit Bella hier zu sein, zu schweigen und zu sitzen. Dieselbe Luft einatmen zu dürfen, die sie auch einatmete, vermischt mit ihrem Duft und ihm Beigeschmack ihres Seins. Ich wickelte ein Pflaster um ihren Finger, versorgte sie zuerst und tat dasselbe bei mir. Dankbar kuschelte sie sich wieder an mich und ich legte die Arme um ihren Bauch, sah ins Feuer, das so heiß und lodernd brannte.

Ich würde niemals zulassen, dass jemand sie anfasste, verletzte, verwundete. Denn sie war mein Herz und ohne sie war ich nichts; wollte nichts sein, weil sie mich zu dem machte, was ich war. Ich konnte nicht mit Genauigkeit sagen, wann sich meine Weltansicht verändert hatte; wann ich mich so unsterblich in sie verliebt hatte. Ich erkannte mich selbst nicht mehr, wusste nicht mehr, wer ich war, weil sie mich zu einem anderen Menschen machte; einem Menschen, der ich lieber sein wollte, als der, der ich bis jetzt gewesen war. Für sie wollte ich alles sein. Alles, was sie wollte und alles was sie brauchte. Sie konnte sich alles wünschen und ich würde ihr alles geben. Einfach alles.





~MB~






Ich wusste in dieser Nacht nur nicht, was am nächsten Tag auf uns warten sollte. Aber als ich ihn sah, über sie gebeugt und eine Waffe gegen ihre Stirn haltend, wusste ich, dass ich meine Geduld langsam verlor. Keiner drohte meinem Mädchen. Schon gar nicht einer dieser Sorte, der ein Mädchen schlug und es vor ihm knien ließ. Schon gar nicht mein Mädchen. Verstand der Typ nicht, dass ich ihn bis ans Ende der Welt gejagt hätte, wäre Bella etwas zugestoßen? Hätte ich nicht rechtzeitig bemerkt, dass alles eine Falle war. Ich hätte ihn fucking so lang gesucht, bis ich sein verdammtes Gesicht gefunden und zerstört hätte, so dass er sich selbst niemals wieder im Spiegel hätte anschauen können.

Das Blut rannte von ihrem Munwinkel und ich sah rot. Rot wie das Blut, das an ihrer Lippe klebte. Und er sollte verdammt nochmal Angst haben, dieselbe Angst, die ich in Bellas Augen sah. Denn er sah mich zwar nicht, aber ich stand schon hinter ihm. Ich hatte ihn eingeholt. Meine Hand ballte von selbst zur Faust. Und ich rannte auf den Mistkerl zu, so schnell mich meine Füße trugen.... Hatte ich nicht schon einmal gesagt, dass an keinem 11. September etwas Gutes passierte? Verdammte Scheiße, ich wusste es!